Die Chronik von Atlantis – Atlantisforschung

Die Chronik von Atlantis

Ein Gesamtbild des Geschichtsablaufs von den Anfängen der Atlanter bis in historische Zeit

von unserem Gastautor Uwe Topper (1977)

Atlantis I

Abb. 1 Das heutige Cádiz in Spanien - nach Uwe Topper einst die Hauptstadt des legendären Atlanterreichs.
Abb. 1 Das heutige Cádiz in Spanien - nach Uwe Topper einst die Hauptstadt des legendären Atlanterreichs.

Das erste Atlantis bestand in jener Epoche, die von späteren Völkern "das goldene Zeitalter" genannt wurde. Damals war immer "Frühling", zumindest in den Regionen, in denen die Atlanter lebten und sich auf dem Erdball ausbreiteten. Die Gründer von Atlantis hießen Thursen und waren ursprünglich in Mitteleuropa zu hause. Vom Körperbau her gehörten sie zum Cro-Magnon-Typ, bildlich gesprochen waren sie Riesen.

Erst durch die Wanderungen der Thursen mit ihren Rinder- und Pferdeherden nach Südwesten bis zum Atlantik - erst durch die Seefahrt auf diesem großen Meer und durch die Erschließung ferner Kontinente - wurden diese "Giganten" zu den höchstentwickelten Kulturmenschen ihrer Zeit. Bei Huelva und Cádiz erkennt man noch typische Formationen von Flußdeltas, die durch Kanäle entwässert und damit bewohnbar gemacht worden sind. Auch die ungeheuer großen Molen zum Eindämmen der Flüsse mögen damals geschaffen worden sein. Der Dolmen Cueva de Menga (als Grab) und die Mauer von Peñaflor (als Hafen) können als Glanzstücke für die Architektur jener Zeit gelten.

Da die Atlanter als Seefahrer eine genaue Zeitrechnung und Orientierung brauchten, entwickelten sie die Sternkunde zu hoher Blüte, stellten einen Kalender auf, dessen Grundformen bis heute im Gebrauch ist, entwickelten eine Schrift, die Kartographie und wohl auch die Mathematik. Von allen Errungenschaften wissen wir wenig; wir können es nur aus religiösen Texten, Sagen und Märchen schließen. Daß dieses Gesamtbild richtig ist, steht jedoch außer Zweifel.

Die einzigen greifbaren Reste ihrer Kultur haben wir in ihren Bauten vor uns, die aus zyklopischen Steinblöcken errichtet oder in den Fels gehauen waren. Die Hauptstadt des Atlantischen Reiches lag auf dem Felsen, der heute von der Stadt Cádiz bedeckt wird. (Abb. 1) Obgleich sie damals neun Kilometer von der Küste entfernt im Lande lag, hatte sie drei Häfen, die durch einen breiten Kanal mit dem Ozean verbunden waren. Die Grundzüge dieser Anlage sind noch heute erkennbar.

Abb. 2 Das Tor in der Riesenmauer von Taragona. (Foto: © Uwe Topper)
Abb. 2 Das Tor in der Riesenmauer von Taragona. (Foto: © Uwe Topper)

Das von Cádiz aus beherrschte Gebiet umfaßte Lusitanien und Andalusien, das, von hohen Bergen begrenzt, eine landschaftlich klimatische Einheit bildete. Zehn Könige verwalteten das Land gemeinsam. Die heilige Zahl der Atlanter war 7 und ihr Doppelwert 14, während die zurückgebliebenen Nachbarn noch die Zahl 9 als Grundlage verwendeten. Ursprüngliche Namen, die zu den Volksstämmen von Atlantis gehören, sind Atlas = Thurs, Nemesis (die über das Sonnenjahr wachte), die Riesen Gomer und Thrym, die Fee Hada und die Giganten; die Namen ihrer nächsten Verwandten im Osten lauteten Ägir, Titan und Hüne.

Giganten und Titanen befanden sich in einem regen Kulturaustausch, aber auch im stetigen Kampfzustand. Bei dem Versuch der Atlanter, das Ostmittelmeer zu erobern, unterlagen sie den Athenern und verloren das gesamte Mittelmeergebiet, das zur Hälfte ihrer Herrschaft unterstanden hatte. Diese Schlacht ist in den religiösen Vorstellungen der Völker unvergeßlich geblieben, als Engelssturz gehört sie noch heute zum Glaubensgut der monotheistischen Religionen. Dabei wurde sie mit dem kurz darauf erfolgenden Ereignis - einer Naturkatastrophe von weltweitem Ausmaß - in Zusammenhang gebracht und als erste "Sintflut" oder "Vertreibung aus dem Paradies" überliefert.

Die Katastrophe war durch einen in den Golf von Cádiz gestürzten Himmelskörper ausgelöst worden. Durch die Krafteinwirkung auf den Erdball veränderte sich die Stellung der Erdachse, so daß sie die heute bestehende Schrägneigung der Bahn einnahm. Dadurch veränderte sich das Klima auf der Erde; es entstanden die Jahreszeiten. Die Hitzestürme und Flutwellen, die das Ereignis begleiteten, zerstörten die atlantische Hochkultur völlig und verschonten nur wenige Gegenden und Völker (die Ägypter und ein Andenvolk).


Atlantis II

Abb. 3 Die gaditanische Region mit Cádiz nach dem Impakt und erfolgter Landsenkung, die aus dem gesamten Gebiet ein Archipel machte
Abb. 3 Die gaditanische Region mit Cádiz nach dem Impakt und erfolgter Landsenkung, die aus dem gesamten Gebiet ein Archipel machte

Das andalusische Festland zerbrach in viele kleine Schollen, wobei die tieferliegenden Teile vom Meer bedeckt wurden. (Abb. 3) In der Folgezeit lag Cádiz und das umliegende Land unter Wasser, und zwar etwa von 9500 vor unserer Zeitrechnung (dem Zeitpunkt der Katastrophe) bis gegen 4500 vor unserer Zeitrechnung, als sich das Land ruckartig wieder hob. Während dieser fünf Jahrtausende ging die Neuentwicklung der Kultur langsam vor sich. Eine von Fischfang und Muscheln lebende Bevölkerung besiedelte die tausend Inseln, aus denen die Iberische Halbinsel damals bestand. Außer enormen Muschelschalenhaufen und bemalten Kieselsteinen haben sie wenig hinterlassen. Diese kulturlose oder "stille" Zeit dauerte bis etwa 6800 vor unserer Zeitrechnung, was als Beginn des "Silbernen Zeitalters" angenommen werden kann.

Die Vorfahren der Berber und Basken, die dieses Inselreich bewohnten, legten die Grundmauern der neuen atlantischen Kultur, mehr oder weniger nach den Erinnerungen und vorgefundenen Resten, die von Atlantis zeugten. Die von Osten eingewanderten Hünen errichteten Burgen auf hohen Bergen und hauten Städte und Häfen in die Felsen, die aus dem Meer herausragten. Sie schufen die Kette von Nachrichtentürmen, die in Abständen von sechs Kilometern an den Hängen großer Gebirge errichtet sind. Ihre Toten bestatteten sie in Dolmen.

Durch die Anlage unzähliger schmaler Terrassen an den Hängen der Inselberge und die Kultivierung vieler Nutzpflanzen konnten sie eine große Bevölkerung ernähren. Als Seefahrer bereisten sie die ganze Welt und verbreiteten die friedliche Lehre der hauptsächlich von Getreide lebenden Menschen, weshalb sie bis heute als Kulturbringer gefeiert werden. In den "Städten der Fahrstraßen" stellten sie aus Meteoriteisen Stahl her, wofür Termest das schönste Beispiel ist.

Nach der Landhebung von 4500 vor unserer Zeitrechnung vergrößerte sich ihr heimatlicher Lebensraum, und die Bedingungen der Landwirtschaft verbesserten sich, so daß schon bald wieder eine hohe Kulturstufe erreicht wurde. Die Felsen zeugen von der Entwicklung der Schrift. Durch die Wiederbesiedlung der alten - jetzt aus dem Meer aufgetauchten - Orte, vor allem der ehemaligen Hauptstadt Cádiz, wurde auch äußerlich der Anschluß an das erste Atlantis vollzogen. Ich habe diese Stufe Atlantis II genannt, denn bis hin zu den Eigennamen wurde die alte Kultur wieder hergestellt; vieles natürlich völlig unbewußt, erzwungen durch die Gleichheit der Landschaft und des Menschenschlages, der die Arbeit vollbrachte.

Gegen Ende dieser Zeit fand die magische Mission statt, die vor Raubbau warnte und eine neue Katastrophe, ähnlich der ersten Landhebung, voraussagte. Doch die Katastrophe wurde dadurch nur um weniges hinausgeschoben. In der Sintflut, der letzten dieser Art, versank auch diese Kultur (etwa um 2300 vor unserer Zeitrechnung). Die nun folgende Zeit des Widders (2333-167 vor unserer Zeitrechnung) umfaßt die von Hesiod genannten drei Epochen Bronzezeit, Heldenzeit und Eisenzeit.


Atlantis III

Abb. 4 Replik einer mykenischen Ritter-Rüstung aus der Bronzezeit - der Zeit des dritten Atlantis.
Abb. 4 Replik einer mykenischen Ritter-Rüstung aus der Bronzezeit - der Zeit des dritten Atlantis.

Die Überlebenden von Atlantis II besiedelten schon bald wieder das aus dem Wasser aufsteigende Westland: der Riese Japetos, Sohn des Uranos, und sein Sohn Atlas; Japhet, Sohn Noahs mit seinem Sohn Thiras; Jupiter, der Gott mit der Kupferaxt. Sie setzten die Bauten ihrer Vorgänger instand und schufen neue nach dem Vorbild der erhalten gebliebenen Gebäude.

Die Träger dieser Kultur waren Menschen von überdurchschnittlicher Körpergröße, die ihre Toten einbalsamierten und in den Felsengräbern beisetzten. Sie hatten einen ausgeprägten Sinn für Schönheit und Kunst, wie ihre Felsbilder und Reliefs bezeugen. Aus jener Zeit stammen die Selbstdarstellungen auf den Felsen von Bacinete und der Fries der tanzenden Frauen.

Das Bronzene Zeitalter trägt seinen Namen zu Recht, denn nach der kurzen Periode der Kupferzeit wurde die Bronze zum wichtigsten Werkstoff für die Herstellung von Waffen. Ihr Besitz verlieh Macht über alle anderen; die "Schärfe des Schwertes" errang den Sieg. Bronzekrieger bemächtigten sich der ganzen Alten Welt. Die Horra errichteten ihre Militärstaaten in den damaligen Kulturländern, vor allem natürlich in dem an Erzen reichen Spanien.

Sie zentralisierten die Machtstruktur und legten ein Nachrichtensystem nach antikem Vorbild an; die Abstände der Türme betrugen jetzt 28 Kilometer. Von Häfen und Burgen (Motas) aus wurde das Reich verwaltet. Von Spanien aus eroberten sie die Länder und Inseln im Mittelmeer: Melilla und Karthago, Sidon und Tyros; Italien wurde spanische Kolonie. Die Kanarischen Inseln wurden ins Staatsgebiet einbezogen, und die Mythen der Maya berichten von einzelnen Überfällen.

In einem gewaltigen Versuch, das Ostmittelmeer zu unterjochen, erschöpfte sich das Horra-Reich; Typhon erlag der Übermacht. Durch die bald darauf folgende dritte Landhebung wurde die Vormacht der Horra-Krieger gebrochen, da die Lagunen und breiten Flußtäler verlandeten, so daß die Binnenschiffahrt unmöglich wurde. Die Häfen wurden verlassen. Diese letzte Landhebung der Iberischen Halbinsel mag um 1650 vor unserer Zeitrechnung erfolgt sein; sie entspricht zeitlich dem Erdbeben, dem Kretas minoische Kultur zum Opfer fiel.

Abb. 5 Gerade anhand der heute küstennahen Wach- und Signaltürme lassen sich die drei massiven Landhebungen und Senkungen der iberischen Halbinsel ablesen.
Abb. 5 Gerade anhand der heute küstennahen Wach- und Signaltürme lassen sich die drei massiven Landhebungen und Senkungen der iberischen Halbinsel ablesen.

Auch die Archäologen teilen die Bronzezeit in zwei Abschnitte, I und II, und legen den Einschnitt auf etwa das gleiche Datum. Während in der Bronzezeit I die Krieger von El Argar (Almeria) vorherrschend waren, wurde die Bronze im II. Teil Allgemeingut und fast universale Währung der Völker.

Für Spanien begann nun eine sehr ruhige Zwischenzeit, während der sich in den einzelnen Gebieten Stadtstaaten nach altem Vorbild formten, deren größter in Südwestandalusien als Nachfolger des Thursenreiches entstand: die Turdetana. König Hespero erhob die Wohnburg Espera zur Verwaltungshauptstadt und schuf die Grundlagen für eine neue Blüte, die als Tartessos in die Geschichte einging.

Dann brach eine ganz außergewöhnliche Zeit an: die Epoche der Seevölkerwanderungen, die Hesiod das Heldenzeitalter nennt. Mit ihren überlegenen Eisenwaffen bahnen sich die Nordvölker einen Weg zu Pferd und zu Schiff in die Länder am Mittelmeer. Die Reiche der Hethiter und Kassiten brechen zusammen, doch der Pharao Ramses III. konnte die Seevölker 1163 zurückschlagen. Sie besiedelten die Libanonküste, die seitdem nach ihrem stärksten Stamm, den Pallas = Pheres (Ritter) Palästina heißt.

Andere siedelten in Sardinien, Sizilien und an den Küsten Spaniens und Marokkos. Als "Phönizier" gründeten sie Städte an der neu aus dem Meer emporgestiegenen Küste Andalusiens und widmeten sich dem Handel. Noch einmal erlangte Südspanien Weltgeltung durch seine Erze und Farbstoffe. Tartessos = Tarschisch war die reichste Stadt der Welt in der frühen Eisenzeit, Griechen und Punier siedelten sich an den Küsten an, Illyrer und Ligurer durchdrangen das Inland.

Im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung begannen die grausamen Eroberungszüge der Karthager und Römer, die der spanischen Kultur ein Ende bereiteten. Bis zum Jahre 189 vor unserer Zeitrechnung kämpften die Turdetaner gegen Rom, dann erlagen sie der Übermacht. Zwei Jahre später fiel als letzte Bastion der Torre Lascutana (in Hasta Regia) in die Hände der Römer.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Uwe Topper © wurde seinem Buch "Das Erbe der Giganten - Untergang und Rückkehr der Atlanter" entnommen, das 1977 im Walter-Verlag, Olten/Freiburg i.Br. erschienen ist. Der Text ist also ca. 30 Jahre alt und entspricht inzwischen teilweise nicht mehr den neuen Forschungsergebnissen des Autors. - Die angegebenen Jahreszahlen entsprechen dem konventionellen Geschichtsbild, das heute nicht mehr von ihm vertreten wird. (Siehe zu seinen heutigen Ansichten: "Eine Chronologie für Atlantis?") Bei Atlantisforschung.de erscheint dieser Beitrag in einer redaktionell bearbeiteten und neu illustrierten Fassung.


Bild-Quellen

(1) Uwe Topper, Das Erbe der Giganten - Untergang und Rückkehr der Atlanter

(2) Uwe Topper, Das Erbe der Giganten, nach: http://www.efodon.de/html/archiv/rezi/topper/utrezi1.htm

(3) Uwe Topper, Das Erbe der Giganten - Untergang und Rückkehr der Atlanter

(4) Frank Joseph, The Destruction of Atlantis Compelling Evidence of the Sudden Fall of the Legendary Civilization, Bear & Company, 2004

(5) Uwe Topper, Das Erbe der Giganten - Untergang und Rückkehr der Atlanter, nach: http://www.efodon.de/html/archiv/rezi/topper/utrezi1.htm