Die Hellenen – Atlantisforschung

Die Hellenen

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Hellenische Quellen der Atlantisforschung

(cw) Dass wir heute überhaupt etwas von Atlantis wissen, verdanken wir dem griechischen Philosophen Platon (ca. 428/427 bis 347 v.Chr.). Zu seinen Werken gehören auch die ca. ein Jahr vor seinem Tode verfassten Dialoge Timaios und Kritias, die er als philosophische Streitgespräche verfasste.

Während im Timaios, wo es hauptsächlich um physikalische und biologische Themen wie z.B. die Entstehung der Erde, die Elemente (Grundstoffe), die Biologie der Tiere oder die Entstehung der Geschlechtsorgane geht, Atlantis nur kurz Erwähnung findet, beschreibt es Platon im Kritias ausführlicher. Das Material für diese Dialoge lieferte Platon vermutlich ein Mitschüler seines Lehrers Sokrates, nämlich Kritias der Jüngere.

Abb. 1 Der Hephaistos Tempel oberhalb der antiken Agora - Treffpunkt des sozialen und bürgerlichen Lebens im antiken Athen
Abb. 1 Der Hephaistos Tempel oberhalb der antiken Agora - Treffpunkt des sozialen und bürgerlichen Lebens im antiken Athen

Kritias der Jüngere soll die Geschichte von seinem Großvater Kritias dem Älteren überliefert bekommen haben, dieser wiederum von seinem Freund Solon, welchem die Geschichte bei einer Ägyptenreise von Priestern aus Saïs erzählt worden sein soll.

Der Atlantisbericht hat also, bis er Platon erreichte, eine lange Reise hinter sich. Seit Platon den Bericht in seinen Dialogen verarbeitete, wird über die Bedeutung dieser und ihren Wahrheitsgehalt spekuliert.

Einerseits gibt es z.B. die Ansicht, bei Platons Atlantis-Texten handele es sich um eine gleichnishafte Erzählung zur Illustration Platons Philosophie vom idealen Staat. Weiterhin wurden und werden sie als 'Poesie', 'Märchen', als Versuche, eine Art homerisches Epos über die Entstehung des Menschengeschlechts zu schreiben, ja sogar als 'Lügen' bezeichnet.

Andererseits gibt es viele Menschen, die den Text für geschichtlich authentisch halten. In diesem Zusammenhang wird auch gern auf Troja verwiesen, das auch nur für eine Erfindung des Dichters Homer gehalten wurde, bis Heinrich Schliemann diesen Mythos ernst nahm und so Troja entdeckte.

In Platons Niederschrift des Atlantisberichts sowie in seinem Dialog Nomoi, aber auch in den Werken Homers, Herodots, Theopomps und Diodors, die ebenfalls wichtige Hinweise auf versunkene Kulturen der Vorzeit enthalten, suchen bis heute unzählige Wissenschaftler, Selfmade-Atlantologen und Laienforscher aller Couleur nach Belegen und Anhaltspunkten für ihre jeweiligen Theorien.


Relevante Personen

Siehe zu Autoren des klassischen Altertums und der Spätantike im graeco-romanischen Kulturraum die Rubrik:

Siehe auch:


Relevante Werke

Homer:

Odyssee


Platon:

Platons Werke

Timaios

Kritias

Nomoi

Hermokrates


Theopomp:

Theopompus´ Bericht von Anostos - Von der Unterredung des Midas aus Phrygien mit dem Silen, und den von Silen erzählten Fabeln, übersetzt von J. H. F. Meineke (um 1787)


Proklos:

The commentaries of Proclus on the Timaeus of Plato, in five books..., Volume 1 (ins Englische übersetzt von Thomas Taylor, London, 1820)


Relevante Orte

Athen

Syrakus