Die Kenntnis Amerikas, der Arktis, der Antarktis und Australiens auf alten Karten – Atlantisforschung

Die Kenntnis Amerikas, der Arktis, der Antarktis und Australiens auf alten Karten

von unserer Gastautorin Dr. Christine Pellech

Abb. 1 Dieser Beitrag ist eine exklusive Vorab-Veröffentlichung von Material aus Christine Pellechs neuem Buch "Die Entdeckung von Amerika", das voraussichtlich im Dezember 2013 erscheint.
Abb. 1 Dieser Beitrag ist eine exklusive Vorab-Veröffentlichung von Material aus Christine Pellechs neuem Buch "Die Entdeckung von Amerika", das voraussichtlich im Dezember 2013 erscheint.

In diesem Kapitel soll nachgewiesen werden, dass die Kontinente Amerika und Australien, sowie die Arktis und Antarktis bereits vor ihrer offiziellen Entdeckung auf Karten verzeichnet aufscheinen. Das Wissen um diese Kontinente und Landmassen lässt sich auf eine Zeit vor 10.000 v.Chr. festsetzen, weil damals, aber später nicht mehr, die Kontinente Asien und Amerika durch eine Landbrücke von 1500 km Breite verbunden waren. Die damals herrschende letzte Eiszeit senkte den Meeresspiegel um bis zu 120 Meter [1], was die breite Landverbindung zur Folge hatte. Zur gleichen Zeit war die Antarktis eisfrei, auch dieses Phänomen finden wir auf den alten Karten wieder. Die Karten stellen die geographischen Verhältnisse sehr genau dar. Da nur eine Hochkultur eine solche Genauigkeit erreichen kann, müssen wir von der Tatsache ausgehen, dass es bereits um etwa 10.000 v. Chr. auf der Erde eine Hochkultur gegeben hat.

Die im letzten Kapitel beschriebene 14.000 Jahre alte Weltseekarte [2] stellt eine weitere Beweisführung für die folgenden Erläuterungen dar, da die vorangegangenen Ausfuhrungen die älteste Karte der Welt beschreiben. Die Karte setzt eine alle Kontinente umfassende Seefahrt voraus, weil die angegebenen Meeresströmungen in ihrer Genauigkeit und Stärke so exakt wiedergegeben werden, wie sie nur durch eine jahrzehntelange Erfahrung erkannt werden können. Meeresströmungen werden nicht von Küsten aus durch Augenschein bestimmt, sondern es ist für deren Kenntnis seefahrtstechnische Erfahrung Voraussetzung.

Auf ungefähr die gleiche Zeit, nämlich zwischen 12.000 und 10.000 v.Chr., ist die geographische Kenntnis der drei im folgenden zu besprechenden Karten zurückzudatieren:

1) Die Piri Re'is-Karte 1513 n.Chr.
2) Die Karte des Orontius Finaeus über die Antarktis 1531 n.Chr.
3) Die Weltkarte des Hadji Ahmed 1559 n.Chr.
Abb. 2 Die Karte des Piri Re'is (zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)
Abb. 2 Die Karte des Piri Re'is (zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

Diese drei Karten werden in dem Buch "Die Weltkarten der alten Seefahrer" von Charles H. Hapgood (Abb. 3) genau analysiert. [3] Betrachten wir zuerst die vom türkischen Admiral Piri Re'is 15 13 gefertigte Karte (Abb. 2).

(Hapgood,2002: 17,82) Piri Re'is betont, dass seine Karte einmalig ist und sich teilweise aus alten Karten zusammensetzt. Charles Hapgood, Prof. am Keene State College, New Hampshire, hat die von Piri Re'is gezeichnete Karte mit den Darstellungen auf heutigen Landkarten verglichen und festgestellt, dass eine gradgenaue Vermessung der Breite des Atlantik vorliegt. Der Mittelpunkt, von dem aus die Karte angefertigt wurde, ist der Schnittpunkt des heutigen Meridians 30° Ost, welcher durch Alexandrien in Ägypten geht, mit dem Breitenkreis 23,5° Nord, dem Wendekreis des Krebses.

Voraussetzung für die Längengradmessung ist eine Zeitmessung. Eine Zeitmessung auf offener See wurde in Europa aber erst um 1750 möglich, als John Harrison die erste seetüchtige Schiffsuhr entwickelte. Die geographische Länge konnte also erst 240 Jahre nach Piri Re'is bestimmt werden.

Abb. 3 Professor Charles Hutchins Hapgood (1904 – 1982)
Abb. 3 Professor Charles Hutchins Hapgood (1904 – 1982)

(Hapgood, 2002: 116) Es soll nun auf einige Besonderheiten dieser Karte eingegangen werden. Hapgood stellte unter anderem fest, dass der Verlauf des Atrato River in Kolumbien bis in 500 Kilometer Entfernung von der Küste gradgenau verzeichnet ist, auch an jener Stelle bei 5 ° nördlicher Breite, von wo aus er nach Osten abbiegt. Das entspricht den geographischen Tatsachen. Daraus kann man folgern, dass der Fluß vor 1513 bis zu seinen Quellen in der westlichen Kordillere erforscht worden sein muß. [4] Allerdings ist von so einer frühen Erkundung nichts bekannt. Auch Yukatan war zu diesem Zeitpunkt noch nicht entdeckt.

(Hapgood, 2002: 119) Die Falkland-Inseln im südlichen Atlantik erscheinen auf der Piri Re'is-Karte auf der korrekten geographischen Breite im Verhältnis zum südlichen Teil der südamerikanischen Küste, aber die geographische Länge weist einen Fehler von 5 Grad auf. Die Falkland-Inseln wurden aber erst 1592 von John Davis entdeckt, also fast 80 Jahre nach der Entstehung der Piri Re'is-Karte.

(Hapgood, 2002: 261) Ebenfalls richtig eingezeichnet ist die Antarktis, und zwar vor der Vereisung, mit Bergen und Flüssen. Das Alter der Piri Re'is-Karte wurde auf Grund der Tatsache, dass die Antarktis eisfrei eingezeichnet ist, mit ungefähr 10.000 v.Chr. angesetzt. Offiziell wurde die Antarktis erst 1818 entdeckt.

Abb. 4 Ein Ausschnitt der Karte des Orontius Finaeus (Für eine Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)
Abb. 4 Ein Ausschnitt der Karte des Orontius Finaeus (Für eine Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

(Hapgood, 2002: 134f.) Als nächstes soll auf die Karte des Orontius Finaeus (Abb. 4) eingegangen werden, der die südliche Hemisphäre der Erde mit der Antarktis und den südlichen Spitzen der Kontinente Afrika und Südamerika aufgezeichnet hat. Zeitpunkt der Entstehung 1531.

Die Umrisse der Antarktis gleichen erstaunlich genau den Darstellungen der heutigen Karten. Der Südpol ungefähr in der Mitte des Kontinents entspricht den realen Gegebenheiten. Die Gebirgszüge an den Küsten der Antarktis entsprechen den Gebirgen, die in der letzten Zeit unter der Eisdecke festgestellt wurden. Die Küste muss demnach eisfrei gewesen sein. Da auf der Karte im Inneren der Landmasse keinerlei Gebirge zu erkennen sind, kann der Schluss gezogen werden, dass zu diesem Zeitpunkt, mindestens 4000 v.Chr., das Innere der Antarktis bereits mit Eis bedeckt war.

(Hapgood, 2002: 153f) Als dritte Karte soll die Weltkarte des Hadji Ahmed (Abb. 5) betrachtet werden. Die östliche Hemisphäre dieser Landkarte stützt sich auf die Karte des Ptolemaios. Ganz anders hingegen die westliche Hemisphäre. Hier muß der Kartograph auf außergewöhnliches Quellenmaterial zurückgegriffen haben. Die Umrisse des nord- und südamerikanischen Kontinents wirken modern. Besonders interessant erscheint die Westküste Nordamerikas. Die Umrisse der Region, in der heute die Vereinigten Staaten liegen, ist nahezu perfekt. Damit ist Hadji Ahmed seiner Zeit um fast zwei Jahrhunderte voraus.

Abb. 5 Die Weltkarte des Hadji Ahmed (Für eine Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)
Abb. 5 Die Weltkarte des Hadji Ahmed (Für eine Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

Dieser Teil der Karte wurde anscheinend in einer hochentwickelten sphärischen Projektion gezeichnet. Die amerikanische Westküste war zur Zeit des Hadji Ahmed kaum erforscht und höchst selten beschrieben. Ebenfalls eingezeichnet ist eine Landbrücke zwischen Asien und dem amerikanischen Kontinent, die an die 1500 Kilometer lang gewesen sein dürfte. Diese Landbrücke hat es während der letzten Eiszeit wirklich gegeben, womit wir auch diese Karte auf mindestens 10.000 v.Chr. zurückdatieren können. Und gerade diese Landbrücke wird es sein, die uns auf vielen späteren Karten wiederbegegnet.

(Hapgood, 2002: 104) Als nächstes soll noch auf den Globus von Martin Behaim (Abb. 6) aufmerksam gemacht werden. Hier können wir auf der Atlantikseite Nordamerikas die Mündung des St. Lorenz-Stromtals mit den vorgelagerten Inseln erkennen. Martin Behaim fertigte seinen Globus 1492 an, also noch vor der Rückkehr des Columbus von seiner ersten Fahrt. Columbus erreichte zu diesem Zeitpunkt nur die Karibik.

Abb. 6 Der Globus des Martin Behaim, den dieser als 'Erdapfel' bezeichnete, im Gemanischen Museum zu Nürnberg
Abb. 6 Der Globus des Martin Behaim, den dieser als 'Erdapfel' bezeichnete, im Gemanischen Museum zu Nürnberg

Wenden wir uns nun einer ganz außergewöhnlichen Landkarte zu, die auf einer phönizischen Goldmünze, einem sogenannten "Stater" (Abb. 8 und 9), abgebildet ist. Es war Marc McMenamin (Abb. 7), Professor für Geologie und Paläontologie am Mount Holyoke College, der diese Entdeckung machte. [5] Diese Münze wurde mit vielen anderen Münzen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus auf der Insel Corvo, einer Azoreninsel, von portugiesischen Seefahrern 1750 gefunden. McMenamin fand auf der Rückseite einiger Münzen Markierungen, die den Numismatikern bereits bekannt waren, aber von ihnen nicht verstanden wurden. Sie taten die Markierungen als Produktionsfehler ab. Nicht so McMenamin. Er vergrößerte sie am Computer und stellte überrascht fest, dass es Elemente von Karten waren. Eine Münze zeigte sogar eine Weltkarte ähnlich der, die der griechische Geograph Ptolemaios im 2. Jahrhundert nach Christus zusammengesetzt hatte. In "Mercators World" geht McMenamin genauer auf die verschiedenen Münzen ein. [6]

Ich möchte mich auf die Beschreibung einer einzigen Münze beschränken, da ich nur diese selbst überprüfen konnte. Überraschenderweise konnte ich dann noch weitere Schlüsse ziehen. Es handelt sich bei der angeführten Münze um die Münze Nr.11 der Platte Nr.1 des Buches "Carthaginian Gold and E1ectnun Coins" von R.B. Lewis und G.K. Jenkins. [7] Der Durchmesser der Münze beträgt 18 mm. Auf der Rückseite der Münze ist ein Pferd abgebildet (Abb. 8), das auf einer Linie steht. Das Segment unterhalb dieser Linie hat eine Länge von 8 mm und eine größte Tiefe von 2 mm. Wie McMenamin richtig erkannte, ist auf dieser winzigen Fläche mikroskopisch klein eine stilisierte Weltkarte eingeprägt. Bei einer mehrfachen Vergrößerung dieser Fläche kann man im linken Bereich Nordamerika erkennen mit der Hudson Bay, dem Golf von Mexiko und dem sich nach Südosten ausdehnenden südamerikanischen Kontinent.

Abb. 7 Der Geologe Prof. Mark Mcmenamin vom  Mount Holyoke College entdeckte 1997, dass sich auf einigen Statern winzige Weltkarten befinden.
Abb. 7 Der Geologe Prof. Mark Mcmenamin vom Mount Holyoke College entdeckte 1997, dass sich auf einigen Statern winzige Weltkarten befinden.

Im Westen schließt sich eine große Wasserfläche, der Pazifik an, im Osten der Atlantik. Abgesetzt davon ist in der Mitte des Bildes das Mittelmeer mit Randländern dargestellt. Deutlich ist der Gebirgszug der Pyrenäen eingezeichnet, der Frankreich und Spanien trennt. Ebenfalls deutlich erkennbar sind die Alpen und ein weiteres Gebirge, das bis nach Griechenland zur Peloponnes~Halbinsel reicht. Kaum sichtbar ist westlich von Griechenland Italien. Östlich von Griechenland folgt die gerade Linienführung der türkischen Küste. Danach wendet der Küstenverlauf um 90 Grad nach Süden, was der Küste im Nahen Osten entspricht. In einem weiteren rechten Winkel schließt die Küste Nordafrikas an. Nach ungefähr zwei Dritteln der Küste erkennen wir eine kurze Linie nach Nordwest, die in einem großen dunklen Punkt endet. Der Ort an der nordaftikanischen Küste, von dem die Linie wegfuhrt, ist Karthago, der große Punkt die Insel Sardinien. Warum diese Verbindungslinie? Karthago ist im 4. Jahrhundert vor Christus, dem Zeitpunkt der Münzprägung, Handelszentrum der Phönizier. Die Linie nach Sardinien drückt die wichtige Verbindung zwischen diesen beiden Orten aus. Und welcher Art war nun diese Verbindung? Goldmünzen, die sogenannten "Stater", wurden in großer Zahl auf Sardinien gefunden.

(R.B. Lewis, G.K. Jenkins: S. 26; 1963) Bisher war man der Ansicht, dass das benötigte Gold aus Afrika stammte und in Karthago zu Münzen geprägt wurde. Zur Sicherheit vor Raub wurden sie dann nach Sardinien gebracht. Das ist sicherlich für einen Teil der Münzen richtig. Ein kleinerer Teil der Münzen wurde aber aus Gold hergestellt, das auf Sardinien selbst geschürft und sicherlich dort auch geprägt wurde. (R.B. Lewis, G.K. Jenkins: S. 25; 1963) Goldfunde, die für die Prägung der Münzen auf Sardinien wesentlich waren, erklären nachdrücklich die große Wichtigkeit dieser Insel und ihre übergroße Darstellung auf der Münze. Vielleicht wurde nur auf jenen Münzen, welche man auf Sardinien herstellte, die geheimen Landkarten eingeprägt. Tatsache ist, dass die Goldmünzen für den Welthandel benötigt wurden, im Gegensatz zu den Silbermünzen, die man für den täglichen Bedarf verwendete.

Abb. 8 Abbildung eines der phönizischen Stater mit Pferdeabbildung und 'Mini-Weltkarte'
Abb. 8 Abbildung eines der phönizischen Stater mit Pferdeabbildung und 'Mini-Weltkarte'

Gehen wir nun aber weiter in der Betrachtung der Karte. Östlich des Mittelmeeres finden wir die charakteristische Form des Landes Arabien und noch weiter im Osten, als Dreiecksinsel im Meer gelegen, den indischen Subkontinent. Mit den Kontinenten Amerika, Europa, Afrika, Asien und den dazugehörigen Meeren wie Pazifik, Atlantik, Mittelmeer und Indischen Ozean haben wir eindeutig eine Weltkarte vor uns!

Während ich anschließend das vergrößerte Bild der Münze mit einer Lupe betrachtete, konnte ich folgende sensationelle Feststellung machen: Die Darstellung entpricht einer modernen Karte. Im Westen von Nordamerika können wir durch eine dunkle Graufarbung die Rocky Mountains erkennen, im Osten durch eine mittlere Graufärbung die Appalachen. Mexiko und der nördliche Teil von Südamerika weisen ebenfalls eine mittlere Schattiertung auf. Im Westen von Europa sind als dunkles Gebirge die Pyrenäen eingezeichnet, von Mitteleuropa aus nach dem Süden bis zur Peloponnes-Halbinsel die Alpen und das Gebirge, das sich bis Südgriechenland zieht. Italien hat eine schwer sichtbare mittlere Graufärbung bis zu zwei Drittel des Stiefels und eine helle Graufarbung im Süden. Sardinien ist wieder gebirgig. Die Halbinsel Arabien ist Mittelgrau, was ihrer Höhenlage entspricht.

Bild:Weltkarten-Münze.jpg
Abb. 9 Detailabbildung des von Dr. Pellech unterstuchten Staters

Auch Indien ist exakt eingezeichnet: Die höchsten Erhebungen an der Westküste mit den West-Ghats sind dunkel eingezeichnet, die mittlere Schattierung entspricht dem Hochland von Dekkan, der Norden erscheint besonders hell und stellt damit die Tiefebenen von Industal und Gangesbecken dar. Wie konnte aber die verschiedenartige Grauschattierung auf der Münze hergestellt werden? Ausschließlich durch die unterschiedliche Höhe der Gravierung, die bei Lichteinfall den richtigen Grauton ergibt.

Jetzt möchte ich auf einem weiteren Auffassungsunterschied zwischen mir und McMenamin hinweisen. McMenamin sieht auf dieser Karte mit Amerika den westlichsten und mit Indien den östlichsten Punkt, den die Phönizier erreichen konnten. Ich dagegen vertrete die Ansicht, dass auf der Münze eine Weltkarte eingeprägt ist, die auf der Kugelgestalt der Erde basiert und letzten Endes nichts anderes darstellt als die Fahrten der Phönizier, welche die Erde umrundet haben. Diese Reise wurde von mir in der Irrfahrt des Odysseus interpretiert. [8]

Die nächste Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist folgende: Hatten die Völker des Altertums überhaupt die technischen Fähigkeiten, derartig mikroskopisch kleine Darstellungen anzufertigen? Im Auktionskatalog für "Antike Münzen" von D. Gorny GmbH. (Gorny, 1997: 13). wurden am 29. April 1997 in München zwei griechische Münzen zur Versteigerung angeboten, bei denen sich die Stempelschneider, sicherlich unerlaubterweise, mit ihren Namen als Künstlersignatur verewigt haben, und zwar ebenfalls in einem so kleinen Ausmaß, dass es fast nicht erkennbar ist. Hier haben wir den Beweis dafur, dass es die lupenartig kleine Münzprägung tatsächlich gegeben hat.

Eine Erklärung dafür, dass im Altertum die Notwendigkeit bestand, geheime Münzgravierungen durchzufuhren, könnte der Fernsehfilm "Das Geheimnis der Cocain-Mumien" liefern (ORF: 3.7.1997). [9] Henut Tani (Abb. 10), Herrin der Beiden Länder (21. Dynastie in Ägypten), wurde in den Tiefen der Wüste vor 3000 Jahren begraben. Ihre Mumie lag Jahrtausende im Wüstenboden, bis sie am Anfang des 19. Jahrhunderts vom bayerischen König Ludwig I. erworben wurde. Sie befindet sich heute im Besitz des Bayerischen Museums in München. 1992 wurde am Institut für Anthropologie und Humangenetik der Universität München ein Forschungsprojekt gestartet, dem F. Parsche, W. Pirsig und die Toxikologin Svetlana Balabanova (Abb. 11) vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Ulm angehörten.

Abb. 10 Eine Abbildung von Henut-Tani, in deren Mumie Tabak und Cocain-Spuren nachgewiesen wurden.
Abb. 10 Eine Abbildung von Henut-Tani, in deren Mumie Tabak und Cocain-Spuren nachgewiesen wurden.

Die Ergebnisse von S. Balabanova waren so überraschend wie sensationell: In den Gewebsproben wie auch in den Haaren der Mumie konnten Tabak und Cocain nachgewiesen werden. Da diese Ergebnisse von der Fachwelt sofort als unmöglich abgewertet wurden, fuhrte Balabanova auch einen Haarschafttest [10] an der Mumie durch. Ist in einem Haarschaft Suchtgift nachzuweisen, so muss es vom Toten zu Lebzeiten konsumiert worden sein und wird nach seinem Tod auch nicht abgebaut. Es handelt sich dabei um ein seit 25 Jahren zugelassenes Beweismittel der Rechtsmedizin, welches als sicherer Beweis in Gerichtsverfahren anerkannt wird. Eine Fehlinterpretation kann dabei ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse dieses Verfahrens bestätigen, dass die Alten Ägypter Tabak und Cocain zu sich genommen haben.

Es konnte nachgewiesen werden, dass in Asien, Europa und Afrika der Tabak schon lange vor Columbus bekannt gewesen sein musste. Was nun das Cocain betrifft, ist sein Vorkorrunen ausschließlich auf Südamerika beschränkt. Man kannte zwar auch in Ägypten eine dem Koka-Strauch ähnliche Pflanze, dieser fehlte aber die Suchtgiftwirkung. Cocain als Drogenpflanze ist ausschließlich im Bereich von Peru und dessen Nachbargebieten beheimatet. [11] Die Cokapflanze musste demnach von Ägypten importiert worden sein. Ein altägyptischer Überseehandel für Drogen! Ägypten unterhielt auch für andere Drogen wie Weihrauch und Myrrhe weite Handelsbeziehungen mit Arabien und dem Irak. Allerdings muss festgestellt werden, dass die Suchtgifte im Altertum für religiöse und medizinische Zwecke verwendet wurden.

Abb. 11 Die Toxikologin Dr. Svetlana Balabanova im Jahr 2009
Abb. 11 Die Toxikologin Dr. Svetlana Balabanova im Jahr 2009

Aufgrund der Forschungsergebnisse der letzten zwanzig Jahre kann man annehmen, dass die Phönizier die Drogenhändler des Alten Ägypten waren. Die Seewege der Phönizier stimmen mit von mir erschlossenen Route aus der Odyssee überein und können als Weltumlsegelung nachgewiesen werden. Die Phönizier holten Cocain aus Peru, Tabak aus Mexiko und dem pazifischen Raum, Opium aus Hinterindien, Gewürze aus Vorderindien und Weihrauch aus Arabien. Vielleicht dienten jene Goldmünzen der Phönizier, die eine Landkarte eingeprägt hatten, als Ausweis für die Berechtigung, derartig wichtige und gefahrliche Waren, wie sie Suchtgifte darstellen, ausgehändigt zu bekommen.

Die von McMenamin gefundene Karte auf der phönizischen Münze beweist einwandfrei, dass Amerika im Altertm bekannt war. Die genaue Darstellung Nordamerikas und des nördlichen Südamerlka mit der geographisch richtig eingezeichneten Westküste lässt erkennen, dass Südamerika in Richtung Westen umfahren worden ist. Man darf auch einen weiteren Umstand nicht aus den Augen lassen, nämlich den Fundort der Münzen. Dabei handelt sich um die Insel Corvo, die zu den Azoreninseln gehört. Die Azoren liegen aber im Bereich des Golfstroms, das heißt in einer Meeresströmung, die in der Richtung West-Ost fließt. Wurden die phönizischen Münzen aber dort gefunden, können wir den Schluss ziehen, dass die Seeleute in der Richtung von Amerika nach Europa segelten.

Wie alt die Karten wirklich sind, ist nicht feststellbar. Dabei stellt sich uns folgende Frage: Haben die Phönizier mit selbst entwickelter Technik diese Mikrokarten hergestellt oder haben sie diese von noch früheren Hochkulturen übernommen? Platon deutet eine solche Möglichkeit mit der Atlantis-Kultur an, deren Untergang er mit 10.000 v.Chr. angibt. Auf diesen Zeitraum oder noch früher gehen die Vorlagen der Karten eines Piri Re'is, Hadji Ahmed und Orontius Finaeus zurück. Auch die von mir erkannte Weltseekarte als Höhlenmalerei in NW-Spanien ist auf einen Zeitpunkt von 12.000 v.Chr. festzusetzen.

Bild:Etatosthenes-Karte.jpg
Abb. 12 Die Weltkarte des Ptolemaios aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert

Beginnen wir nun bei den überlieferten Vorstellungen der Antike und zwar bei der Erdscheibe. Diese endet im Westen mit dem Atlantik und im Osten mit Vorderindien. Exakt so wird sie uns auch auf der Karte des Eratosthenes (Bild 12), er lebte von 285-205 v,Chr., gezeigt. Vorderindien in Dreiecksform bildet im Osten den Abschluss.

Bild:Pellech Ptolemaios-Karte.jpg
Abb. 13 Karte Nr.26 aus der 'Cosmographia' des Ptolemaios

Vollkommen andere Vorstellungen hat Ptolemaios im 2. Jahrhundert n.Chr, in seiner "Cosmographia". Wenn wir seine Karte Nr. 26 (Abb. 13) betrachten, erkennen wir Hinterindien. Ptolemaios selbst beseitigt in seiner "Geographia" jeden Zweifel. Hier gibt er für Hinterindien, die Chryse Chersonnes, eine geographische Länge von 160 Grad und 4 Minuten an. Wie wir auf seiner Karte Nr.26 sehen können, verläuft der Meridian von 160 Grad und 4 Minuten durch den Malaiischen Archipel. Der Ganges verläuft westlich dieser Linie. Östlich davon befindet sich der "Magnus Sinus", der große Meerbusen, der Pazifik, dessen östliche Begrenzung die Küste Amerikas bildet. Zwischen Asien und Amerika befindet sich eine breite Landverbindung, wie wir sie auch auf der Karte des Hadji Ahmed gesehen haben, die auf eine Zeit vor 10.000 v.Chr. verweist. Östlich des "Magnus Sinus", des Pazifik, ist noch ein großes Gebirge dargestellt, das in der Realität den Rocky Mountains entspricht.

Abb. 14 Die Karte Nr.1 des Ptolemaios
Abb. 14 Die Karte Nr.1 des Ptolemaios

Im Bereich Amerika ist am Äquator ein See abgebildet, der wahrscheinlich den Titicaca-See darstellt. Wesentlich an dieser Karte ist der Umstand, dass Hinterindien etwas über den Äquator und Amerika um ein vielfaches nach dem Süden hinausreicht. Abschließend muss noch darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dieser Karte wie auch bei der Weltkarte des Ptolemaios, der Karte Nr.l (Abb. 14), um eine Segmentkarte handelt. Das heißt, die südliche Hemisphäre ist nur bis etwa zum 20. südlichen Breitengrad abgebildet. Wir erkennen, daß auch Ptolemaios auf Karten, die um ca. 10.000 v.Chr. entstanden sind, zurückgegriffen hat. Ich persönlich bin der Ansicht, dass auch eine Karte, die Amerika als Kontinent zeigt, in dieser Kartensamrnlung existiert hat, später entfernt wurde und heute noch unter Verschluss gehalten wird.

Dass Hinterindien bekannt war, bestätigt uns auch Pomponius Mela (43/44 n.Chr.) in seinem Werk "Des Pomponius Mela drey Bücher von der Lage der Welt" (Pomponius Mela, 1827: 219). Darin beschreibt er unter anderem zwei Halbinseln, die Insel Chryse und die Insel Argyre. Mit Argyre bezeichneten die Römer den silbernen Grund und mit Chryse den goldenen. Das heißt, römische Handelsschiffe liefen Vorderindien an, um Silber und Edelsteine zu laden; das dort ebenfalls gehandelt Gold stammte aber aus Hinterindien, der Insel Chryse. [12]


Fortsetzung: Bearbeiten von Die Kenntnis Amerikas, der Arktis, der Antarktis und Australiens auf alten Karten - Teil II


Fußnoten

(Bitte beachten sie die ausführlichen Anmerkungen und Quellenangaben am Ende des 2. Teils dieses Beitrags!)

  1. Siehe: Josefine Huppertz, "Das Weltbild des 21. Jahrhunderts: entdeckt schon im Paläoltihikum?", Siebenberg-Verlag, 2001, S. 254
  2. Siehe bei Atlantisforschung.de: Dr. Christine Pellech, "Eine 14.000 Jahre alte Weltseekarte", Nov. 2013
  3. Siehe: Charles Hapgood, "Die Weltkarten der alten Seefahrer: die Entdeckung der Antarktis vor 6000 Jahren und Amerikas vor Kolumbus", Zweitausendeins, 2002
  4. Red. Anmerkung: Vergl. dazu auch: Paul Gallez, "Das Geheimnis des Drachenschwanzes: die Kenntnis Amerikas vor Kolumbus", Dietrich Reimer Verlag, 1980
  5. Siehe: Mark McMenamin, "Phoenician coins and Phoenician exploration", bei Migration & Diffusion (abgerufen: 16.11.2013)
  6. Siehe: Mark McMenamin, "The Phoenician world map", in: Mercator’s World 2 (3), 1997, S. 46–51
  7. Siehe: R.B. Lewis und G.K. Jenkins, "Carthaginian Gold and E1ectnun Coins" (Royal Numismatic Society Special Publication No. 2), London, 1963
  8. Siehe dazu: Christine Pellech, "Die Odyssee – Eine antike Weltumsegelung" Verlag König, 2011 ; sowie bei Atlantisforschung.de: Dr. Christine Pellech: "Die Odyssee - Eine antike Weltumsegelung (Einführung)"
  9. Siehe auch: Priv.Doz. Dr. Svetlana Balabanova, "Detection of Nicotine and Cocaine in ancient human remains from different locations out of America and an archaeological period spans a range from 9000 BC to 700 AD." in: "Migration & Diffusion" Vol. Nr.2, April-Juni 2000, S 110 (sowie online); zu einer Einführung in die Thematik siehe bei Atlantisforschung.de auch: "Das Koks der Pharaonen" (bb)
  10. Red. Anmerkung: "Im Haar-Nachweisverfahren werden Haarproben auf illegale Drogen untersucht. Während seines Wachstums wird das Haar durch den Blutkreislauf versorgt. Hierdurch werden die unterschiedlichsten Abbauprodukte in das Haar eingelagert. Somit kann bei der Analyse geringer Haarmengen herausgefunden werden, ob Drogen konsumiert wurden. Die hierbei angewandte Methode misst die Drogenmoleküle, die im Haarschaft abgelagert sind.
    Die Haarproben werden mittels identifizierenden chromatographischen Bestätigungsanalysen (beweisgebendes Verfahren) untersucht. Dabei wird überprüft ob Drogen beziehungsweise deren Abbauprodukte im Haar in einer Konzentration größer gleich der geforderten Bestimmungsgrenze vorliegen." (Quelle: Trimega Labs - Providing New Insights, unter: Haar-Drogenanalyse; abgerufen: 16.11.2013)
  11. Red. Anmerkung: Eingehende Untersuchungen zum Chemismus der Coca-Arten zeigen, dass sich der Besatz an verwandten Tropanalalkaloiden sowie organischen Säuren innerhalb der Coca-Verwandten als systematisches Merkmal anwenden lässt. Sie belegen die morphologischen und physiologischen Unterschiede der Coca-Arten in der Neuen und der Alten Welt. Cocain ist ein spezieller Vertreter der Tropanalalkaloide, der nur in Amerika und nicht in Afrika oder in Asien vorkommt.
  12. Red. Anmerkung: Offenbar bekam das Wissen um diese Handelsbeziehungen mit Vorderindien im Lauf der Zeit einen legendären Charakter. In der hellenischen und römischen Sagenwelt wurde Argyre nämlich zu einer mythischen Silber-Insel im Osten. (Quelle: Myths of the World Wiki, unter: Argyre; abgerufen: 14.11.2013)

Bild-Quellen:

1) Bildarchiv Atlantisforschung.de
2) Bildarchiv Dr. Christine Pellech
3) Keen State College, KSC 100, "Hapgoodness" (nicht mehr online; Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
4) Bildarchiv Dr. Christine Pellech
5) Bildarchiv Dr. Christine Pellech
6) Vearthy bei Wikimedia Commons, unter: File:Behaims Erdapfel.jpg
7) Mount Holyoke College, unter: Mark McMenamin - Professor of Geology
8) Bildarchiv Gene D. Matlock
9) Bildarchiv Dr. Christine Pellech
10) Bildarchiv Atlantisforschung.de
11) Bildarchiv Dr. Dominique Görlitz
12-14) Bildarchiv Dr. Christine Pellech