Heinrich Julius Klaproth – Atlantisforschung

Heinrich Julius Klaproth

Wichtig: Aufgrund neuer Forschungs-Ergebnisse haben sich wesentliche Angaben in diesem Artikel als unzutreffend erwiesen! Der Beitrag wird daher baldmöglichst überarbeitet. Die Redaktion

Historisches Forscherportrait

Abb. 1 Heinrich Julius Klaproth (1783-1835)
Abb. 1 Heinrich Julius Klaproth (1783-1835)

(bb) Heinrich Julius Klaproth (Abb. 1) (1783-1835) war ein deutscher Orientalist, Sinologe und Forschungsreisender, der sich auch einen Beitrag zur frühen Atlantisforschung des 19. Jahrhunderts leistete und eine westmediterrane Atlantis-Lokalisierung vertrat.

Am 11. Oktober 1783 in Berlin zur Welt gekommen - sein Vater war der seinerzeit recht bekannte Chemiker Martin Heinrich Klaproth, dem die Entdeckung der Elemente Uran (1789), Zirkonium (1789) und Cerium (1803) zugeschrieben wird [1] -, widmete sich Julius Klaproth, wie es bei der Wikipedia heißt, "gegen den Willen seines Vaters früh dem Studium der asiatischen Sprachen, besonders der chinesischen, machte sich durch Herausgabe des >Asiatischen Magazins< (Weimar 1802 f.) zuerst bekannt, ward darauf als Adjunkt der Akademie für die asiatischen Sprachen nach Sankt Petersburg berufen. Er begleitete 1805 den Grafen Fjodor Alexejewitsch Golowin, der als Gesandter nach China gehen sollte, aber an der Grenze wieder umkehren musste, und setzte dann im Auftrag der Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg seine Forschungen über die Stammvölker Asiens in den Kaukasusländern fort.

Bild:Kalproth-Karte-2.jpg
Abb. 2 Die Atlantis-Karte des Heinrich Julius Klaproth

Er veröffentlichte die Ergebnisse in Reise in den Kaukasus und Georgien in den Jahren 1807 und 1808 (Halle 1812–14, 2 Bde.; französische Ausgabe mit vielen Ergänzungen, Paris 1823) und Archiv für die asiatische Literatur, Geschichte und Sprachkunde (Petersburg 1810, Bd. 1). Nachdem Klaproth 1812 seinen Abschied genommen, ließ er sich 1815 in Paris nieder, wo er 1816 zum Professor der asiatischen Sprachen ernannt wurde und am 28. August 1835 starb." [2]

Abb. 3 Ein urzeitliches Bau-Relikt auf der Insel Menorca, die Klaproth zufolge einst ein Teil von Atlantis war
Abb. 3 Ein urzeitliches Bau-Relikt auf der Insel Menorca, die Klaproth zufolge einst ein Teil von Atlantis war

Über sein wissenschaftliches Vermächtnis heißt es dort: "Klaproth kritisierte zu Unrecht die Arbeiten des französischen Sprachwissenschaftlers Jean-François Champollion zur Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen auf der Grundlage der Analyse des dreisprachigen Textes auf dem Stein von Rosetta. Sein wissenschaftliches Werk galt bereits 1911 (Encyclopaedia Britannica) als völlig überholt und ist nur noch von literarischem Interesse." [3]

Ähnlich verhält es sich auch mit Heinrich Julius Klaproths - allerdings noch weitgehend unerschlossener [4] - Hinterlassenschaft aus atlantologie-historischer Sicht. [5] So schlug er, wie Tony O’Connell bemerkt, "vor, dass Atlantis eine große Insel gewesen sei, die annähernd das gesamte westmediterrane Becken ausfüllte. Er fertigte eine spekulative Karte (Abb. 2) dieser Insel an, welche er als Tirrenide (abgeleitet von Tyrrhenia) bezeichnete, ein Ausdruck, der verwendet wurde, um die kombinierten und erweiterten Landmassen Korsikas, Sardiniens und Menorcas zu beschreiben." [6] Die 'Große Flut', die er offenbar als bedeutende zivilisationsgeschichtliche Zäsur betrachtete, platzierte Klaproth chronologisch vor das Jahr 3082 v.d.Z., den mythischen Zeitpunkt der Gründung des chinesischen Reiches durch den sagenhaften Urkaiser Fu-Shi. [7]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Encyclopaedia Britannica, unter: Martin Heinrich Klaproth (abgerufen: 13.01.2014)
  2. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Heinrich Julius Klaproth (abgerufen: 13.01.2014)
  3. Quelle: ebd.
  4. Anmerkung: Es war dem Verfasser bisher nicht möglich, Klaproths Aussagen zu Atlantis einem seiner bekannten Werke zuzuordnen, oder weitere Details zu ihnen in Erfahrung zu bringen.
  5. Anmerkung: Auf Kritik stieß Klaproths Meinung offenbar bereits bei Alexander von Humboldt. Siehe dessen Briefwechsel mit Carl Ritter in: "Alexander von Humboldt / Carl Ritter, Briefwechsel", Walter de Gruyter, 2010, S. 48 (Brief 17)
  6. Quelle: Tony O’Connell auf Atlantipedia.ie, unter: "Klaproth, Heinrich-Julius von" (abgerufen: 13.01.2014)
  7. Quelle: Johann Gottfried Sommer, "Geschichte der Erdoberfläche", Calve, 1831, S. 419 (Google eBook)

Bild-Quellen:

1) Sinuhe20 bei Wikimedia Commons, unter: File:Julius Klaproth.jpg
2) Tony O’Connell auf Atlantipedia.ie, unter: "Klaproth, Heinrich-Julius von"
3) Fredvida bei Wikimedia Commons, unter: File:Hospitalet Vell 1.jpg