Nachruf auf John Anthony West – Atlantisforschung

Nachruf auf John Anthony West

Zum Gedenken an eine außergewöhnliche Forscherpersönlichkeit

Abb. 1 R.I.P.: John Anthony West († 06. Februar 2018)
Abb. 1 R.I.P.: John Anthony West († 06. Februar 2018)

Wie Robert M. Schoch am 07.02.2018 mitteilt, ist der freie Ägyptologe, Publizist und Autor John Anthony West am 06. Februar im Alter von 85 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. John war, wie ich auch selber feststellen durfte, ein liebenswürdiger, stets hilfsbereiter Mensch, der immer sofort zur Stelle war, wenn ich seine Hilfe benötigte. Mit seinen vergleichsweise wenigen, aber stets sehr gehaltvollen und bemerkenswerten Büchern - unter anderem dem brillanten Reiseführer "Die Heiligtümer des alten Ägyptens" - hat er sich auch im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht, und war ein gerne gelesener Gastautor von Atlantisforschung.de.

Der Tod John Anthony Wests ist nicht nur ein persönlicher Verlust für alle, die ihn kannten, sondern einer für die gesamte alternative Ägypten-Forschung der Gegenwart. Als Pionier auf diesem Gebiet untermauerte und popularisierte John eine ihrer heutigen Kernthesen, nämlich dass die Sphinx von Gizeh wesentlich älter ist als vermutet. In diesem Sinn veröffentlichte er 1993 das Buch „Serpent ins the Sky“ (Ausgabe auf Deutsch: "Die Schlange am Firmament"), das kontroverse Reaktionen hervorrief und für hitzige Diskussionen innerhalb der Ägyptologie und der interessierten Öffentlichkeit sorgte. Auf gehässige Attacken seitens der Establishment-Wissenschaft und ihres journalistischen Anhangs reagierte John mit bissigem Humor und spitzer Feder, wie z.B. sein legendär gewordener offener Brief [1] an die Herausgeber des erzkonservativen US-Magazins Archaeology aus dem Jahr 2003 zeigt, das ihn und seine Arbeit massiv angegriffen hatte.

Gemeinsam mit seinem Freund Robert Schoch und anderen Kollegen führte John West vor Ort mehrere Untersuchungen an der Sphinx durch, die zu erstaunlichen Resultaten führten, darunter der Fund eines Hohlraums an einer Pfote der Sphinx. Diesen Hohlraum wollte er mit seinen Forscher-Freunden zusammen genauer unter die Lupe nehmen, um herauszufinden, ob dort die sagenumwobene „Halle der Aufzeichnung“ liegt, sobald sich dafür eine Gelegenheit bieten sollte. Doch dazu kam es aufgrund seiner Krankheit nicht mehr. Jetzt befindet sich John auf seiner letzten und größten Forschungsreise.

Ruhe in Frieden, John!

Roland M. Horn

Herausgeber Atlantisforschung.de (08. Februar 2018)


Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

  1. Siehe: John Anthony West, "June 2003 AOM: An Open Letter to the Editors of Archaeology", 1. Juni 2003, bei grahamhancock.com (abgerufen: 08. Februar 2018)

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