Über Atlantis, die Sintflut und die Eiszeit: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Thomas Belt - Schmuckblatt.jpg|thumb|300px|'''Abb. 1''' Schmuckblatt der Ausgabe ''anno'' 1911 von  Thomas Belts Buch "The Naturalist in Nicaragua", dem dieser Beitrag entnommen wurde]]
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War das legendenumwobene [[Atlantis]] wirklich nur ein Mythos, oder war es jener große Kontinent im [[Atlantis im Atlantik|Atlantik]], der bei einer Absenkung des Ozeans freigelegt wird, und auf welchem die jetzigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Westindische_Inseln Westindischen Inseln] Berge waren, die sich hoch über den Pegel erhoben, und mit fruchtbaren Ebenen, die heute vom Meer bedeckt sind? Undeutlich sind die Berichte darüber aus einer dunklen Vergangenheit zu uns gelangt, doch es gibt eine bemerkenswerte Übereinstimmung zwischen den Überlieferungen, die zu beiden Seiten des [[Atlantis im Atlantik|Atlantiks]] tradiert wurden.
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In einem Fragment der Werke des [[Theopompos von Chios|Theopompus]], der im vierten jahrhundert vor der christlichen Ära lebte, gibt es einen Bericht über ein Gespräch zwischen [[Silenus]] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Midas Midas], dem König von [https://de.wikipedia.org/wiki/Phrygien Phrygien], in welchem der erstere dem König berichtet, dass [[Europa]], [[Asien]] und [[Afrika]] vom Meer umgeben seien, dass es aber auf der anderen Seite eine Insel von immenser Größe gebe, auf welcher sich viele bedeutende Städte befanden, und Nationen mit Gesetzten und Gebräuchen, die sehr verschieden von den ihren [den Menschen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Welt Alten Welt]; d.Ü.] waren. <ref>Red. Anmerkung: Siehe dazu bei ''Atlantisforschung.de'': '''J. H. F. Meineke''', "[[Theopompus´ Bericht von Anostos]] '''- Von der Unterredung des Midas aus Phrygien mit dem Silen, und den von Silen erzählten Fabeln'''" (1787)</ref> [[Plato]] '''(Abb. 2)''' berichtet in seinen Dialogen "[[Timaios]]" und"[[Kritias]]", dass [[Solon]] von einem Priester aus [[Saïs|Sais]] nach den heiligen Inschriften im Tempel erzählt wurde, wie [[Solon]]s Land "''einstmals einer Macht entgegentrat, die sich mit großer Arroganz ihren Weg vom [[Atlantis im Atlantik|Atlantischen Ozean]] nach [[Europa]] und [[Asien]] hinein bahnte. Jenseits des Zugangs, welchen ihr die [[Säulen des Herakles|Säulen des Herkules]] nennt, gab es eine Insel, größer als [[Libyen]] und [[Asien]] zusammen. von ihr aus gelangte man mittels Schiffahrt zu anderen Inseln, und von ihnen zu dem gegenüber liegenden Kontinent, welcher jenen Ozean umgab.''
  
Was the fabled Atlantis really a myth, or was it that great continent in the Atlantic laid bare by the lowering of the ocean, on which the present West Indian Islands were mountains, rising high above the level and fertile plains that are now covered by the sea? Obscurely the accounts of it have come down to us from the dim past, but there is a remarkable coincidence between the traditions that have been handed down on the two sides of the Atlantic.
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[[Bild:Platon Sonnemann.jpg|thumb|240px|'''Abb. 2''' [[Platon]]s Atlantisbericht betrachtete [[Thomas Belt]] aus naturhistorischem Blickwinkel.]]
  
In a fragment of the works of Theopompus, who lived in the fourth century before the Christian era, is an account of a conversation between Silenus and Midas, the king of Phrygia, in which the former tells the king that Europe, Asia, and Africa were surrounded by the sea, but that beyond them was an island of immense size, in which were many great cities, and nations with laws and customs very different from theirs. Plato, in his “Timaeus and Critias,” relates that Solon was told by a priest of Sais, from the sacred inscriptions in the temple, how Solon’s country “once opposed a power which with great arrogance pushed its way into Europe and Asia from the Atlantic Ocean. Beyond the entrance which you call the Pillars of Hercules there was an island larger than Libya and Asia together. From it navigation passed to the other islands, and from them to the opposite continent which surrounded that ocean.  
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''Auf dieser großen [[atlantisch]]en Insel bestand ein mächtiges und einzigartiges Königreich, dessen Herrschaftsgebiet sich nicht nur über die gesamte Insel erstreckte, sondern auch über viele andere, und über Teile des Kontinents. Es herrschte auch über [[Libyen]] bis nach [[Die Ägypter - Erben eines uralten Wissens|Ägypten]] hin, und über [[Europa]] bis nach [[Tyrrhenien]]. Dieses Königreich versuchte mit seiner gesamten vereinigten Streitmacht in einem Feldzug euer Land und unseres zu unterwerfen, und all die Länder innerhalb der Meerenge. Zu jener Zeit, oh [[Solon]], stach eure Nation unter allen anderen durch Tapferkeit und Stärke hervor. Sie geriet in große Gefahr, doch sie besiegte die angreifende Armee, und errichtete Triumph-Denkmale. Doch als sich in einer späteren Zeit Erdbeben und große Überflutungen ereigneten, wurde eure gesamte Armee während eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht verschlungen, und zur selben Zeit versank die Insel [[Atlantis]] im Meer.''" [https://de.wikipedia.org/wiki/Krantor_von_Soloi Krantor], der von [https://de.wikipedia.org/wiki/Proklos Proklos] zitiert wird, bestätigen [[Plato]]s Bericht und sagt, er habe selbige Geschichte, die von den Priestern zu [[Saïs|Sais]] bewahrt wurde, dreihundert Jahre nach der Zeit des [[Solon]] gefunden, und dass ihm die Inschriften gezeigt worden seien, in welchen sie verzeichnet war.
  
On this great Atlantic island there was a powerful and singular kingdom, whose dominion extended not only over the whole island, but over many others, and parts of the continent. It ruled also over Libya as far as Egypt, and over Europe as far as Tyrrhenia. This kingdom with the whole of its forces united tried to subjugate in one campaign your country and ours, and all the country within the strait. At that time, O Solon, your nation shone out from all others by bravery and power. It was placed in great danger, but it defeated the attacking army, and erected triumphal monuments. But when at a later period earthquakes and great floods took place, the whole of your united army was swallowed up during one evil day and one evil night, and at the same time the island of Atlantis sank into the sea.” Crantor, quoted by Proclus, corroborates the account by Plato, and says that he found this same story retained by the priests of Sais, three hundred years after the period of Solon, and that he was shown the inscriptions on which it was recorded.
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Wenden wir uns der westlichen Seite des [[Atlantis im Atlantik|Atlantiks]] zu, so finden wir den "Teo Amoxtli", der vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_%C3%89tienne_Brasseur_de_Bourbourg Abbé Brasseur de Bourburg] übersetzt wurde, einen Bericht über die Überflutung eines Landes durch das Meer, aus dem Donner und Blitz kamen, und "''die Berge versanken und erhoben sich''." Überall in ganz [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] gibt es Überlieferungen von einer großen Katastrophe, in welcher ein ganzes Land überflutet wurde, und der nur einige wenige Menschen auf die Berge entkamen; und die spanischen Eroberer erzählten mit Staunen die Berichte über eine universelle [[Sintflut]], auf die sie bei den Indianern stießen. Über die modernen Indianer berichtet der Reisende [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Catlin Catlin], dass bei den einhundertzwanzig verschiedenen Stämmen, die er in [[Prä- und post-diluviale Zivilisationen in Nordamerika|Nord-]] [[Das prähistorische Südamerika und seine Geheimnisse|Süd-]] und [[Atlantis in Mittelamerika - Rätsel der präkolumbischen Vorzeit|Mittelamerika]] besucht hat, "''jeder Stamm, mehr oder weniger unterschiedlich, seine Überlieferung von der [[Sintflut]] berichtet, in welcher eine, oder drei, oder acht Personen über den Wassern auf dem Gipfel eines hohen Berges gerettet wurden.''" <ref>Quelle: [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Catlin George Catlin], "[https://archive.org/details/liftedandsubsid01catlgoog The Lifted and Subsided Rocks of America: With Their Influences on the Oceanic, Atmospheric and Land Currents]", Trübner & Co., 1870, S. 182</ref>
  
Turning to the western side of the Atlantic, we find in the “Teo Amoxtli,” as translated by the Abbe Brasseur de Bourburg, an account of the overwhelming of a country by the sea, when thunder and flames came out of it, and “the mountains were sinking and rising.” Everywhere throughout America there are traditions of a great catastrophe, in which a whole country was submerged, and only a few people escaped to the mountains; and the Spanish conquerors relate with wonder the accounts they found amongst the Indians of a universal deluge. Amongst the modern Indians the traveller, [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Catlin Catlin], relates that in one hundred and twenty different tribes that he had visited in North, and South, and Central America, “every tribe related, more or less distinctly, their tradition of the deluge, in which one, or three, or eight persons were saved above the waters on the top of a high mountain.” <ref>Quelle: [https://de.wikipedia.org/wiki/George_Catlin George Catlin], "[https://archive.org/details/liftedandsubsid01catlgoog The Lifted and Subsided Rocks of America: With Their Influences on the Oceanic, Atmospheric and Land Currents]", Trübner & Co., 1870, S. 182</ref>
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[[Bild:Storyofescape.jpg|thumb|340px|'''Abb. 3''' Mehr oder weniger alle indigenen Völker des amerikanischen Doppelkontinents haben Überlieferungen von einer Sintflut, der nur wenige Menschen entkamen. (Bild: Tempelfries aus Tikal im nördlichen Guatemala. Foto von [[Teobert Maler]])]]
  
Wenn [[Atlantis]] ein Tiefland war, das die [https://de.wikipedia.org/wiki/Westindische_Inseln Westindischen Inseln] mit Amerika verband, könnten die anderen von [[Plato]] erwähnten Inseln die [[Die Azoren und Atlantis|Azoren]] gewesen sein, ebenfalls massiv in ihrer Ausdehnung angewachsen durch die Absenkung des Ozeans; und die Überschüttung dieses Tieflands beim Abschmelzen des Eises am Ende des Glazials mag jene große Katastrophe gewesen sein, die zu beiden Seiten des [[Atlantis im Atlantik|Atlantiks]] überliefert wurde, in den Überlieferungen [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerikas]] aber deutlichere Erinnerung findet, weil dort alles Hochland mit Eis bedeckt war, und die Bewohner auf jene Gegenden beschränkt waren, die von der [[Sintflut]] überschüttet wurden.
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Wenn [[Atlantis]] ein Tiefland war, das die [https://de.wikipedia.org/wiki/Westindische_Inseln Westindischen Inseln] mit [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] verband, könnten die anderen von [[Plato]] erwähnten Inseln die [[Die Azoren und Atlantis|Azoren]] gewesen sein, ebenfalls massiv in ihrer Ausdehnung angewachsen durch die Absenkung des Ozeans; und die Überschüttung dieses Tieflands beim Abschmelzen des Eises am Ende des Glazials mag jene große Katastrophe gewesen sein, die zu beiden Seiten des [[Atlantis im Atlantik|Atlantiks]] überliefert wurde, in den Überlieferungen [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerikas]] aber deutlichere Erinnerung findet, weil dort alles Hochland mit Eis bedeckt war, und die Bewohner auf jene Gegenden beschränkt waren, die von der [[Sintflut]] überschüttet wurden.
  
 
Ich habe mich diesem Thema vonseiten der Naturgeschichte angenähert. Er trieb mich, nach einer Zufluchtsstätte für die Tiere und Pflanzen des tropischen [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] während der [http://www.findling-oderberg.de/Eiszeit/hauptteil_eiszeit.html Eiszeit] Ausschau zu halten, als ich Beweise dafür fand, dass das Land, welche sie jetzt occupy, zu jener zeit entweder mit eis bdeckt oder zu kalt für [https://de.wikipedia.org/wiki/Gattung_%28Biologie%29 Genera] war, die heute nur dort leben können, wo Frost unbekannt ist. Ich war zur Schlussfolgerung gelangt, dass sie heute überflutete Tieflande bewohnt haben müssen, und indem ich diesem Problem nachging, erkannt ich bald, dass die hohe Akkumulation von Eis, die ihren Aufenthalt unmöglich machte, ihnen durch die Absenkung des Meeres einen anderen [Aufenthaltsort; d.Ü.] lieferte. Dann, als ich das Thema noch weiter verfolgte, sah ich, dass  auf der ganzen Welt merkwürdige Probleme hinsichtlich der Verbreitung von [[Der Mythos von den angeblichen »Rassen« der Menschheit|Rassen]] der Menschheit, von Tieren und von Pflanzen leichter mit der Theorie zu lösen waren, dass das Land einst zusammenhängender war als heute; dass heute voneinander getrennte Inseln damals miteinander und mit angrenzenden Kontinenten verbunden waren; und dass das, was heute Gewässerrände und Untiefen in der See sind, damals bevölkerte Tiefländer waren.
 
Ich habe mich diesem Thema vonseiten der Naturgeschichte angenähert. Er trieb mich, nach einer Zufluchtsstätte für die Tiere und Pflanzen des tropischen [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] während der [http://www.findling-oderberg.de/Eiszeit/hauptteil_eiszeit.html Eiszeit] Ausschau zu halten, als ich Beweise dafür fand, dass das Land, welche sie jetzt occupy, zu jener zeit entweder mit eis bdeckt oder zu kalt für [https://de.wikipedia.org/wiki/Gattung_%28Biologie%29 Genera] war, die heute nur dort leben können, wo Frost unbekannt ist. Ich war zur Schlussfolgerung gelangt, dass sie heute überflutete Tieflande bewohnt haben müssen, und indem ich diesem Problem nachging, erkannt ich bald, dass die hohe Akkumulation von Eis, die ihren Aufenthalt unmöglich machte, ihnen durch die Absenkung des Meeres einen anderen [Aufenthaltsort; d.Ü.] lieferte. Dann, als ich das Thema noch weiter verfolgte, sah ich, dass  auf der ganzen Welt merkwürdige Probleme hinsichtlich der Verbreitung von [[Der Mythos von den angeblichen »Rassen« der Menschheit|Rassen]] der Menschheit, von Tieren und von Pflanzen leichter mit der Theorie zu lösen waren, dass das Land einst zusammenhängender war als heute; dass heute voneinander getrennte Inseln damals miteinander und mit angrenzenden Kontinenten verbunden waren; und dass das, was heute Gewässerrände und Untiefen in der See sind, damals bevölkerte Tiefländer waren.
  
Ich habe gesagt, dass das Meer während der glazialen Periode, wenn sie, wie ich annehme, in den beiden Hemisphären gleichzeitig war, mindestens 1000 Fuß [ca. 305 m; d.Ü.] tiefer gelegen haben muss, als es jetzt der Fall ist. Es mag noch viel tiefer als dies gewesen sein, doch ich bevozuge es, auf Nummer sicher zu gehen. Wenn Geologen die Grenzen der alten Gletscher und des kontinentalen Eises auf der Welt ausgearbeitet haben, wird es möglich sein, die Mindest-Menge von Wasser zu berechnen, das aus dem Meer herausgezogen war; und wenn dann die Hydrographen auf ihren Karten die Untiefen und überschwemmten Ufer aufgezeigt haben, die trocken liegen würden, dann wird das sagenhafte [[Atlantis]] vor unseren Augen zwischen [[Europa]] und [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] aufsteigen, und im [[Die prähistorische Welt des 'Stillen Ozeans'|Pazifik]] wird der [https://de.wikipedia.org/wiki/Malaiischer_Archipel Malaiische Archipel] dem [[Sundaland|Malaiischen Kontinent]] Platz machen. Hier haben wir einen noblen Untersuchungsauftrag, ein unerkundetes Forschungsgebiet, an dessen Pforte nur ich stehen und fähigeren und gewichtigeren Geistern den Weg weisen kann; einen Untersuchungsauftrag, der zur Kenntnis der Ländereien führen wird, wo die Völker der [http://www.findling-oderberg.de/Eiszeit/hauptteil_eiszeit.html Eiszeit] wohnten, welche vor der [[Sintflut]] lebten.
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[[Bild:Subkontinent Sunda.PNG|thumb|340px|'''Abb. 4''' Der heutige Malaiische Archipel bildete während des jüngsten glazialen Maximums einen veritablen Subkontinent Südostasiens.]]
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Ich habe gesagt, dass das Meer während der glazialen Periode, wenn sie, wie ich annehme, in den beiden Hemisphären gleichzeitig war, mindestens 1000 Fuß [ca. 305 m; d.Ü.] tiefer gelegen haben muss, als es jetzt der Fall ist. Es mag noch viel tiefer als dies gewesen sein, doch ich bevozuge es, auf Nummer sicher zu gehen. Wenn Geologen die Grenzen der alten Gletscher und des kontinentalen Eises auf der Welt ausgearbeitet haben, wird es möglich sein, die Mindest-Menge von Wasser zu berechnen, das aus dem Meer herausgezogen war; und wenn dann die Hydrographen auf ihren Karten die Untiefen und überschwemmten Ufer aufgezeigt haben, die trocken liegen würden, dann wird das sagenhafte [[Atlantis]] vor unseren Augen zwischen [[Europa]] und [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] aufsteigen, und im [[Die prähistorische Welt des 'Stillen Ozeans'|Pazifik]] wird der [https://de.wikipedia.org/wiki/Malaiischer_Archipel Malaiische Archipel] '''(Abb. 4)''' dem [[Sundaland|Malaiischen Kontinent]] Platz machen. Hier haben wir einen noblen Untersuchungsauftrag, ein unerkundetes Forschungsgebiet, an dessen Pforte nur ich stehen und fähigeren und gewichtigeren Geistern den Weg weisen kann; einen Untersuchungsauftrag, der zur Kenntnis der Ländereien führen wird, wo die Völker der [http://www.findling-oderberg.de/Eiszeit/hauptteil_eiszeit.html Eiszeit] wohnten, welche vor der [[Sintflut]] lebten.
  
 
Vage und phantastisch, wie diese Mutmaßungen vielen vorkommen müssen, werden sie anderen, die mit der enormen Vereisung vertraut sind, der [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] unterworfen war, als auf substantiellen Wahrheiten basiert erscheinen. Die immense Ansammlung von Eis über beiden Polen, die bis weit hinab in die gemäßigten Zonen reichte, an einigen Längengraden bis zu den Tropen hinübergriff, und im äquatorialen [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] sicherlich auf alles Land, das 2000 Fuß über dem Meeresspiegel lag, was die Bildung großer Gletscher unterstützte, involve Bedingungen, welche das Meer in hohem Maße entwässert haben müssen. Heute überschwemmte Ländereien müssen freielegt gewesen sein, und bei der Rückkehr der Wasser am Ende der [http://www.findling-oderberg.de/Eiszeit/hauptteil_eiszeit.html Eiszeit] muss so manches bevölkertes Tiefland bei der nahezu universellen [[Sintflut]] überschüttet worden sein.
 
Vage und phantastisch, wie diese Mutmaßungen vielen vorkommen müssen, werden sie anderen, die mit der enormen Vereisung vertraut sind, der [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] unterworfen war, als auf substantiellen Wahrheiten basiert erscheinen. Die immense Ansammlung von Eis über beiden Polen, die bis weit hinab in die gemäßigten Zonen reichte, an einigen Längengraden bis zu den Tropen hinübergriff, und im äquatorialen [[Atlantis-Lokalisierungen, Diffusionismus und die Spuren prädiluvialer Kulturen in Amerika|Amerika]] sicherlich auf alles Land, das 2000 Fuß über dem Meeresspiegel lag, was die Bildung großer Gletscher unterstützte, involve Bedingungen, welche das Meer in hohem Maße entwässert haben müssen. Heute überschwemmte Ländereien müssen freielegt gewesen sein, und bei der Rückkehr der Wasser am Ende der [http://www.findling-oderberg.de/Eiszeit/hauptteil_eiszeit.html Eiszeit] muss so manches bevölkertes Tiefland bei der nahezu universellen [[Sintflut]] überschüttet worden sein.
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:1) [https://archive.org/about/ The Internet Archive], unter: [[Thomas Belt]], "[https://archive.org/details/naturalistinnica01belt The Naturalist in Nicaragua]", Ausgabe 1911
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:2) [https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Jastrow Jastrow] bei [http://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page Wikimedia Commons], unter: [http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Plato_Pio-Clementino_Inv305_n2.jpg File:Plato Pio-Clementino Inv305 n2.jpg]
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:3) [[Tony O’Connell]], "[http://atlantipedia.ie/samples/maler-teobert/ Maler, Teobert]", bei: [http://atlantipedia.ie/samples/ Atlantipedia.ie]
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:4) [https://fr.wikipedia.org/wiki/User:BrightRaven BrightRaven] ([https://fr.wikipedia.org/wiki/Wikip%C3%A9dia:Accueil_principal franz. Wikipedia]) bei [http://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page Wikimedia Commons], unter: [http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Insulinde1.PNG File:Insulinde1.PNG]

Version vom 30. September 2015, 06:01 Uhr

von Thomas Belt (1874)

Abb. 1 Schmuckblatt der Ausgabe anno 1911 von Thomas Belts Buch "The Naturalist in Nicaragua", dem dieser Beitrag entnommen wurde

War das legendenumwobene Atlantis wirklich nur ein Mythos, oder war es jener große Kontinent im Atlantik, der bei einer Absenkung des Ozeans freigelegt wird, und auf welchem die jetzigen Westindischen Inseln Berge waren, die sich hoch über den Pegel erhoben, und mit fruchtbaren Ebenen, die heute vom Meer bedeckt sind? Undeutlich sind die Berichte darüber aus einer dunklen Vergangenheit zu uns gelangt, doch es gibt eine bemerkenswerte Übereinstimmung zwischen den Überlieferungen, die zu beiden Seiten des Atlantiks tradiert wurden.

In einem Fragment der Werke des Theopompus, der im vierten jahrhundert vor der christlichen Ära lebte, gibt es einen Bericht über ein Gespräch zwischen Silenus und Midas, dem König von Phrygien, in welchem der erstere dem König berichtet, dass Europa, Asien und Afrika vom Meer umgeben seien, dass es aber auf der anderen Seite eine Insel von immenser Größe gebe, auf welcher sich viele bedeutende Städte befanden, und Nationen mit Gesetzten und Gebräuchen, die sehr verschieden von den ihren [den Menschen der Alten Welt; d.Ü.] waren. [1] Plato (Abb. 2) berichtet in seinen Dialogen "Timaios" und"Kritias", dass Solon von einem Priester aus Sais nach den heiligen Inschriften im Tempel erzählt wurde, wie Solons Land "einstmals einer Macht entgegentrat, die sich mit großer Arroganz ihren Weg vom Atlantischen Ozean nach Europa und Asien hinein bahnte. Jenseits des Zugangs, welchen ihr die Säulen des Herkules nennt, gab es eine Insel, größer als Libyen und Asien zusammen. von ihr aus gelangte man mittels Schiffahrt zu anderen Inseln, und von ihnen zu dem gegenüber liegenden Kontinent, welcher jenen Ozean umgab.

Abb. 2 Platons Atlantisbericht betrachtete Thomas Belt aus naturhistorischem Blickwinkel.

Auf dieser großen atlantischen Insel bestand ein mächtiges und einzigartiges Königreich, dessen Herrschaftsgebiet sich nicht nur über die gesamte Insel erstreckte, sondern auch über viele andere, und über Teile des Kontinents. Es herrschte auch über Libyen bis nach Ägypten hin, und über Europa bis nach Tyrrhenien. Dieses Königreich versuchte mit seiner gesamten vereinigten Streitmacht in einem Feldzug euer Land und unseres zu unterwerfen, und all die Länder innerhalb der Meerenge. Zu jener Zeit, oh Solon, stach eure Nation unter allen anderen durch Tapferkeit und Stärke hervor. Sie geriet in große Gefahr, doch sie besiegte die angreifende Armee, und errichtete Triumph-Denkmale. Doch als sich in einer späteren Zeit Erdbeben und große Überflutungen ereigneten, wurde eure gesamte Armee während eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht verschlungen, und zur selben Zeit versank die Insel Atlantis im Meer." Krantor, der von Proklos zitiert wird, bestätigen Platos Bericht und sagt, er habe selbige Geschichte, die von den Priestern zu Sais bewahrt wurde, dreihundert Jahre nach der Zeit des Solon gefunden, und dass ihm die Inschriften gezeigt worden seien, in welchen sie verzeichnet war.

Wenden wir uns der westlichen Seite des Atlantiks zu, so finden wir den "Teo Amoxtli", der vom Abbé Brasseur de Bourburg übersetzt wurde, einen Bericht über die Überflutung eines Landes durch das Meer, aus dem Donner und Blitz kamen, und "die Berge versanken und erhoben sich." Überall in ganz Amerika gibt es Überlieferungen von einer großen Katastrophe, in welcher ein ganzes Land überflutet wurde, und der nur einige wenige Menschen auf die Berge entkamen; und die spanischen Eroberer erzählten mit Staunen die Berichte über eine universelle Sintflut, auf die sie bei den Indianern stießen. Über die modernen Indianer berichtet der Reisende Catlin, dass bei den einhundertzwanzig verschiedenen Stämmen, die er in Nord- Süd- und Mittelamerika besucht hat, "jeder Stamm, mehr oder weniger unterschiedlich, seine Überlieferung von der Sintflut berichtet, in welcher eine, oder drei, oder acht Personen über den Wassern auf dem Gipfel eines hohen Berges gerettet wurden." [2]

Abb. 3 Mehr oder weniger alle indigenen Völker des amerikanischen Doppelkontinents haben Überlieferungen von einer Sintflut, der nur wenige Menschen entkamen. (Bild: Tempelfries aus Tikal im nördlichen Guatemala. Foto von Teobert Maler)

Wenn Atlantis ein Tiefland war, das die Westindischen Inseln mit Amerika verband, könnten die anderen von Plato erwähnten Inseln die Azoren gewesen sein, ebenfalls massiv in ihrer Ausdehnung angewachsen durch die Absenkung des Ozeans; und die Überschüttung dieses Tieflands beim Abschmelzen des Eises am Ende des Glazials mag jene große Katastrophe gewesen sein, die zu beiden Seiten des Atlantiks überliefert wurde, in den Überlieferungen Amerikas aber deutlichere Erinnerung findet, weil dort alles Hochland mit Eis bedeckt war, und die Bewohner auf jene Gegenden beschränkt waren, die von der Sintflut überschüttet wurden.

Ich habe mich diesem Thema vonseiten der Naturgeschichte angenähert. Er trieb mich, nach einer Zufluchtsstätte für die Tiere und Pflanzen des tropischen Amerika während der Eiszeit Ausschau zu halten, als ich Beweise dafür fand, dass das Land, welche sie jetzt occupy, zu jener zeit entweder mit eis bdeckt oder zu kalt für Genera war, die heute nur dort leben können, wo Frost unbekannt ist. Ich war zur Schlussfolgerung gelangt, dass sie heute überflutete Tieflande bewohnt haben müssen, und indem ich diesem Problem nachging, erkannt ich bald, dass die hohe Akkumulation von Eis, die ihren Aufenthalt unmöglich machte, ihnen durch die Absenkung des Meeres einen anderen [Aufenthaltsort; d.Ü.] lieferte. Dann, als ich das Thema noch weiter verfolgte, sah ich, dass auf der ganzen Welt merkwürdige Probleme hinsichtlich der Verbreitung von Rassen der Menschheit, von Tieren und von Pflanzen leichter mit der Theorie zu lösen waren, dass das Land einst zusammenhängender war als heute; dass heute voneinander getrennte Inseln damals miteinander und mit angrenzenden Kontinenten verbunden waren; und dass das, was heute Gewässerrände und Untiefen in der See sind, damals bevölkerte Tiefländer waren.

Abb. 4 Der heutige Malaiische Archipel bildete während des jüngsten glazialen Maximums einen veritablen Subkontinent Südostasiens.

Ich habe gesagt, dass das Meer während der glazialen Periode, wenn sie, wie ich annehme, in den beiden Hemisphären gleichzeitig war, mindestens 1000 Fuß [ca. 305 m; d.Ü.] tiefer gelegen haben muss, als es jetzt der Fall ist. Es mag noch viel tiefer als dies gewesen sein, doch ich bevozuge es, auf Nummer sicher zu gehen. Wenn Geologen die Grenzen der alten Gletscher und des kontinentalen Eises auf der Welt ausgearbeitet haben, wird es möglich sein, die Mindest-Menge von Wasser zu berechnen, das aus dem Meer herausgezogen war; und wenn dann die Hydrographen auf ihren Karten die Untiefen und überschwemmten Ufer aufgezeigt haben, die trocken liegen würden, dann wird das sagenhafte Atlantis vor unseren Augen zwischen Europa und Amerika aufsteigen, und im Pazifik wird der Malaiische Archipel (Abb. 4) dem Malaiischen Kontinent Platz machen. Hier haben wir einen noblen Untersuchungsauftrag, ein unerkundetes Forschungsgebiet, an dessen Pforte nur ich stehen und fähigeren und gewichtigeren Geistern den Weg weisen kann; einen Untersuchungsauftrag, der zur Kenntnis der Ländereien führen wird, wo die Völker der Eiszeit wohnten, welche vor der Sintflut lebten.

Vage und phantastisch, wie diese Mutmaßungen vielen vorkommen müssen, werden sie anderen, die mit der enormen Vereisung vertraut sind, der Amerika unterworfen war, als auf substantiellen Wahrheiten basiert erscheinen. Die immense Ansammlung von Eis über beiden Polen, die bis weit hinab in die gemäßigten Zonen reichte, an einigen Längengraden bis zu den Tropen hinübergriff, und im äquatorialen Amerika sicherlich auf alles Land, das 2000 Fuß über dem Meeresspiegel lag, was die Bildung großer Gletscher unterstützte, involve Bedingungen, welche das Meer in hohem Maße entwässert haben müssen. Heute überschwemmte Ländereien müssen freielegt gewesen sein, und bei der Rückkehr der Wasser am Ende der Eiszeit muss so manches bevölkertes Tiefland bei der nahezu universellen Sintflut überschüttet worden sein.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Thomas Belt (1832-1878) wurde seinem im Jahr 1874 erschienenen Buch "The Naturalist in Nicaragua" entnommen (Auszug aus Kapitel 14). Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de nach der digitalisierten Fassung des Werks bei eBooks at Adelaide (University of Adelaide).

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: J. H. F. Meineke, "Theopompus´ Bericht von Anostos - Von der Unterredung des Midas aus Phrygien mit dem Silen, und den von Silen erzählten Fabeln" (1787)
  2. Quelle: George Catlin, "The Lifted and Subsided Rocks of America: With Their Influences on the Oceanic, Atmospheric and Land Currents", Trübner & Co., 1870, S. 182

Bildquellen:

1) The Internet Archive, unter: Thomas Belt, "The Naturalist in Nicaragua", Ausgabe 1911
2) Jastrow bei Wikimedia Commons, unter: File:Plato Pio-Clementino Inv305 n2.jpg
3) Tony O’Connell, "Maler, Teobert", bei: Atlantipedia.ie
4) BrightRaven (franz. Wikipedia) bei Wikimedia Commons, unter: File:Insulinde1.PNG