Atlantis in der portugiesischen Estremadura (Basics)

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von Luis Aldamiz (2009)

Abb. 1 Die - nach ihren Fundstätten bei der portugiesischen Ortschaft Vila Nova de São Pedro (Abbildung) benannte - chalkolithische Kultur wird von dem baskischen Forscher Luis Aldamiz als Platons Reich der Atlanter identifiziert.

[…] Plato sagte im Wesentlichen, Atlantis sei eine westliche „barbarische“ (d. h. fremdländische) Kultur gewesen, und:

1. Es war ein Reich (anscheinend eine Insel) jenseits der Straße von Gibraltar, alias Säulen des Herakles.

2. Es war eine Konföderation von 10 Monarchen.

3. Es beherrschte (führte) eine ganze Abfolge von Ländern sowohl im Atlantik als auch im Mittelmeergebiet: Insbesondere Libyen (Nordafrika) und Tyrrhenien werden erwähnt.

4. Es war im Krieg mit einem Athen einer vergessenen Zeitspanne. (Logischerweise mykenisches Griechenland.

5. Es kannte Metallurgie, jedoch weder Bronze, geschweige denn Eisen/Stahl werden erwähnt.

6. Es war durch einen ungefähr 10 km langen Kanal mit der See verbunden.

7. Es wurde durch einen Tsunami oder eine ähnliche Katastrophe zerstört.

Alle diese Elemente passen zu der Zivilisation von Vila Nova Sao Pedro (Abb. 1) in der portugiesischen Estremadura und ganz besonders zu ihrer offensichtlichen (schlecht untersuchten) Hauptstadt, die heute als „Castro do Zambujal(Abb. 2) bekannt ist:

1. Es war (ist) eine Halbinsel, die von irgendwelchen Seefahrern, die vom Mittelmeer kommen, als eine Insel missverstanden werden könnte. Es lag jenseits der Straße von Gibraltar.

2. Es hat exakt 10 Gräber eines Typs hervorgebracht, der bekannt ist als „künstliche Höhlen“ [orig: "artificial caves"], welche sich von den gewöhnlichen Dolmen-Begräbnisstätten unterscheiden, [und] die zu zehn (königlichen) Elite-Clans gehört haben könnten.

3. Es spielte beinahe sicher eine führende politische Rolle in der Megalith-Ära, besonders in der mittleren Phase des Glockenbecher-Phänomens (internationaler oder maritimer Becher-Stil), dessen Zentrum keine andere als [eben] diese Zivilisation war. Die Ausdehnung dieser megalitischen Kultur passt zu den Bereichen von Atlantis, wie von Plato beschrieben (d. h. bis nach Nordafrika und Italien).

Abb. 2 Die einstmals stark befestigte Anlage von Zambujal betrachtet Luis Aldamiz als historische Metropolis von Atlantis.

4. Die nahegelegene (nicht-megalithische) Zivilasition vom El Argar (Südost-Spanien) war klar von dem mykenischen Griechenland beeinflusst, wobei sie sogar den fremdartigen griechischen Brauch von Begräbnissen in Pithos (großen Gefäße) übernahm. Es gab mindestens einen Grund für einen Konflikt zwischen den beiden Kulturen und den Griechen: Die Hauptquelle von Zinn (das Metall mit der höchsten strategischen Bedeutung während des Bronze-Zeitalters) lag im Grunde an den atlantischen Küsten (Galicien und Cornwell), und Zambujal hatte eine natürliche Kontrolle über es, die logischerweise aus dem Neid von anderen Mächten entstehen lässt.

5. VSPN [1] entwickelte nicht wirklich eine Bronze-Technologie oder [jedenfalls] nur annähernd, während ihrer letzten Stadien. Sie blieb faktisch bis zum Ende eine chalkolithische Zivilisation wie ihre Zeitgenossin: das Alte Ägypten.

6. Zambujal war durch eine vor einem vor kurzem entdeckte „Meeresarm“ mit dem Ozean verbunden

7. Dieser Kanal verlandete ca. 1300 v. Chr., gleichzeitig mit dem Ende dieser Zivilisation und dem Beginn der viel weniger eindrucksvollen atlantischen Bronzezeit. Es gibt geschichtliche Daten [dazu], dass große Tsunamis dieses Gebiet beeinträchtigen können (vergl. Lissabon-Erdbeben von 1775).

Die einzigen klaren Divergenzen zwischen diesem Modell und Platos Version sind:

  • Es gab niemals Elefanten im [Gebiet der] VSPN (obwohl es einen aktiven Elfenbeinhandel mit Nordafrika gab.
  • Es gibt keine irgendwie gearteten Anzeichen dafür, dass die VNSP oder ihr megalitischer Block [2] jemals die östlichen Länder [des Mittelmeer-Raums; d.Ü.] angegriffen haben. Diese Darstellung scheint eher ein Versuch [gewesen] zu sein, die kolonistische Natur Griechenlands zu kaschieren, und könnte bestens die ägyptischen Ängste vor den libyschen Stämmen widerspiegeln.

Die Stadt wurde nur in einem geringen Ausmaß ausgegraben, und bis zum heutigen Tag wissen wir nur so viel von der bedeutenden atlantischen Zivilisation vor der Moderne.

Nimm ebenfalls zur Kenntnis, dass die mykenisch-griechische Intervention im fernen Westen (den Hesperiden) ebenfalls in der Legende von Herakles (Herkules) ausgewiesen wird, zwei von seinen Taten (wahrscheinlich redundante Mythen) präzise auf den Weg zu den Hesperiden ausgerichtet sind, um sie zu plündern.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag stellt eine inoffizielle Übersetzung (durch Roland M. Horn, Atlantisforschung.de) des - leicht gekürzten - englischsprachigen Postings von Luis Aldamiz (©) dar, das der Verfasser am 4 November 2009  bei Stone Pages Forums, unter Finding Atlantis veröffentlicht hat (abgerufen: 28.06.2012). Er dient als Dokumentation zu atlantologie-historischen Studien- und Forschungszwecken.

  1. Red. Anmerkung: 'VSPN' ist ein archäologisches Kürzel für die prähistorische 'Kultur von Vila Nova Sao Pedro', wobei unterschieden wird zwischen der älteren VSPN I und der jüngeren VSPN II. Siehe dazu z.B. den Beitrag 'Castro of Vila Nova de São Pedro' bei der englischsprachigen Wikipedia.
  2. Red. Anmerkung: Offenbar zu verstehen im Sinne von "allied bloc" = Bündnisblock


Bild-Quellen

(1) Linciberico, File:Vila Nova de São Pedro.jpg, bei: Wikimedia Commons

(2) Wikipedia - die freie Enzyklopädie unter: Datei:Zambujal-DG-25-8210744.jpg (published by the Free Software Foundation); aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons, dort online unter: File:Zambujal-DG-25-8210744.jpg)