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In memoriam Gerald L. Eberlein

Wie sein langjähriger Freund Dr. Horst Friedrich mitgeteilt hat, ist am 12.09.2010, im hohen Alter von 80 Jahren, der renommierte Wissenschaftssoziologe und Anomalist Prof. emerit. Dr. Gerald Ludger Eberlein in seinem Domizil in Pöcking verstorben.

Gerald L. Eberlein (geb. am 5. Mai 1930 in Berlin), der zuerst Physik und Zoologie, dann auch Psychologie, Philosophie und Soziologie studiert hat, arbeitete zunächst als Assistent an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund und lehrte nach seiner Habilitation an der TU Berlin zuerst an der Universität Saarbrücken, und später an der TU München. Zu Gerald L. Eberleins zentralen Forschungsbereichen gehörten Kultur- und Wissenschaftssoziologie und in der Folge vor allem auch die Anomalistik. So war er u.a. Mitglied der internationalen Society for Scientific Exploration und gehörte zu den Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Anomalistik e.V.

Als profunder Kenner der 'Wissenschaft von der Wissenschaft' hat Prof. Dr. Eberlein nicht nur mit höchster Kompetenz Auswüchse und Fehlentwicklungen des modernen Wissenschaftsbetriebs kritisiert (siehe etwa: „Maximierung der Erkenntnisse ohne sozialen Sinn? Für eine wertbewusste Wissenschaft“, 1987); mit seinen Veröffentlichungen, wie „Schulwissenschaft, Parawissenschaft, Pseudowissenschaft“ (1991) und „Kleines Lexikon der Parawissenschaften“ (1995) hat er darüber hinaus den Diskurs zum wissenschaftlichen Umgang mit alternativer bzw. devianter Forschung nachhaltig bereichert und sich insbesondere bleibende Verdienste um die Entwicklung der Anomalistik erworben.

Möge ihm die Erde leicht sein!

Bernhard Beier
Redaktion Atlantisforschung.de