Chronologie in der Ägyptologie: Fragestellungen zum Alten Reich (I)

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von unserem Gastautor Reinhard Prahl


Abstrakt

Diese Arbeit basiert auf dem vom Verfasser in Alte Kulturen Spezial: Pyramiden 27/ 221 erschienen Artikel: "Pharaonen, die es nie gab", und wurde vollständig überarbeitet und aktualisiert. Die zahlreichen neuen Fakten, die seit Erscheinen des Artikels in der Ägyptologie publiziert wurden, führen den Verfasser teilweise zu neuen Schlussfolgerungen, sodass das vorliegende Werk mit der ursprünglichen Arbeit nicht mehr sehr viel gemein hat.


Einleitung

Wer ein populärwissenschaftliches Buch über die ägyptischen Pharaonen liest, gelangt sehr häufig zum Eindruck, die Reihenfolge und Regierungsdauer der ägyptischen Pharaonen (die Chronologie) von der 0. bis zur 30. Dynastie stünde unverrückbar fest. So scheinen wir heute etwa alle zu wissen, dass Cheops um 2520 v. Chr. an die Macht kam. „Um“ meint dabei eine Variable von höchstens wenigen Jahren. Doch wird häufig in jenen Werken nicht einmal zwischen der relativen und absoluten Chronologie unterschieden (geschweige denn der Unterschied erklärt), wobei relative Chronologie generell die Reihenfolge der Pharaonen an sich meint und absolute Chronologie die Reihenfolge der Herrscher mitsamt ihrer Regierungslänge und genauen Jahresangaben vom Regierungsantritt bis zum Ableben. Jedoch besteht zwischen relativ und absolut ein signifikanter Unterschied.

Saqqara-KList.png
Abb. 1 Nachzeichnung der Königsliste von Saqqara aus dem Jahr 1904

Die relative Chronologie wird überwiegend aus Inschriften ermittelt, etwa dem Turnier Königspapyrus, der Liste von Saqqara (Abb. 1) oder Manetho und Africanus aber auch Genealogien von Priestern. Die absolute Chronologie zieht zuzüglich noch Daten und Vergleiche mit Chronologien anderer Völker hinzu, etwa die Bibel, die Chronologie der Sumerer und Babylonier. Astronomische Daten wie gewisse Sternkonstellationen, Monddaten und andere augenscheinlich naturwissenschaftlich ermittelte Daten sowie Quellen, wie der Papyrus Illahun [1], werden ebenfalls zu Rate gezogen. Dies ist oberflächlich betrachtet erst einmal eine beachtliche Fülle an Daten, die kaum am Wahrheitsgehalt der Aussagen des entsprechenden Ägyptologen zweifeln lassen.

Zieht der interessierte Leser jedoch die neuere Fachliteratur hinzu [2], so fällt auf, dass dieses Konstrukt der absoluten Chronologie gar nicht so sicher ist, wie man anfangs glaubte, und dass die Fachleute es häufig selber sind, die sich gegenseitig anzweifeln und in den neuesten Werken sogar wieder mehr dafür plädieren, sich an der relativen Chronologie zu orientieren. Zum Thema Privatgräber in Giza und deren Inschriften, die ein wichtiger Bestandteil zur Ermittlung einer Chronologie des Alten Reiches sind, äußert sich z.B. Peter Jánosi [3]: „Man versucht eine bestimmte Person anhand archäologischer Relikte zeitlich zu fassen, übersieht jedoch leicht, daß man nicht die Person, sondern den Gegenstand der Untersuchung datiert, also die Grabanlage oder deren Dekorationen bzw. Inschriften. Die Nekropole von Giza liefert zahlreiche Beispiele dafür, daß vom Alter einer Grabanlage nicht unbedingt auch auf die Lebenszeit der dort bestatteten Person geschlossen werden kann.“ Und zu den Inschriften [4]:

Abb. 2 Ausdehnung des alten ägytischen Reiches (Altes Reich)

Grundsätzlich sind bei den Inschriften zwei Ebenen zu unterscheiden, die zur Datierung dienen können: die direkten Aussagen einer Inschrift und die indirekten. Die erste Gruppe ist die vom Grabbesitzer intendierte Aussage über einen bestimmten Sachverhalt oder Zustand, also ein bestimmtes biographisches Ereignis, eine Information aus einer Titelkette, eine Feststellung oder Beschreibung u.ä. Diese Texte müssen jedoch nicht immer mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen oder aus der Zeit der geschilderten Ereignisse stammen.“ Das hat natürlich Auswirkungen auf die Erstellung einer Chronologie. Vor allem trifft dies zu wenn man sich nicht sicher sein kann, ob eine Inschrift nun den tatsächlichen Gegebenheiten, wie Jànosi es nennt, entspricht oder nicht. Man muss heute bei näherer Betrachtung viele Datierungsmethoden, vor allem was die Familiengeschichte der 4. Dynastie und des Alten Reiches (Abb. 2) überhaupt betrifft, ernsthaft in Frage stellen, was in jüngster Zeit auch von einigen zum Teil jüngeren Fachleuten wie eben Jànosi, Silke Roth und Roman Gundacker getan wird.

Die Forscher, auf deren grundlegenden Arbeiten die Chronologie des Alten Reiches beruht [5], neigten trotz ihrer wundervollen und gewissenhaften Arbeit in vielen Dingen dort zur Interpretation und Fantasie, wo ein Mangel an Fakten den Blick auf die historische Realität verwehrte. Dieser Tatsache begegnet die neue Generation von Forschern mit einer Neubetrachtung und somit auch einer Trennung von „Fakt und Fiktion“. Dies geschieht aber auch heute noch viel zu selten, sodass der interessierte Laie sich in einer verwirrenden Situation befindet, sobald er Fachliteratur zu Rate zieht.

Sie sehen: so einfach ist es anscheinend nicht, eine Chronologie der ägyptischen Pharaonen des Alten Reiches zu erstellen wie es in manchem populärwissenschaftlichen Werk erscheint. Wie verschieden die Quellen und die daraus resultierenden Chronologieansätze in Wirklichkeit sind, soll nun anhand des entsprechenden Materials dargelegt werden.


Die Pharaonenlisten

3.1 Jürgen von Beckeraths Liste der 4. Dynastie

Fangen wir mit einem Werk an, das bis heute als eines der maßgebenden Werke über die ägyptische Chronologie gilt: Jürgen von Beckeraths: „Chronologie des pharaonischen Ägypten“ [6] Dort wird die Chronologie der 4. Dynastie folgendermaßen angegeben:

  • Snofru: 35 Jahre
  • Cheops: 23 Jahre
  • Djedefre: 9 Jahre
  • Bicheris: 7 Jahre
  • Mykerinos: 28 Jahre
  • Schepseskaf: 5 Jahre
  • Thamphthis: 2 Jahre

= 135 Jahre

Die von von Beckerath gegebene Chronologie hat, so schreibt er selbst, lediglich einen vorläufigen Charakter. Allerdings finden wir ähnliche Äußerungen in mehr populärwissenschaftlich ausgerichteter Literatur [7] weitaus seltener und diese Literatur ist es in der Regel ja, die der interessierte Laie liest. [8] Aber auch in Fachwerken wird jener Umstand gerne „übersehen“. So schreibt z.B. Dietrich Wildung in der Einleitung eines seiner Bücher [9] von einer „…weitgehend gesicherten…“ Herrscherfolge, und Dr. Krauss lehnt eine naturwissenschaftlich ermittelte Hypothese einer seiner Kolleginnen [10] mit der Begründung ab, dass sie nicht der „…absoluten Chronologie dieser Epoche, wie sie von den Ägyptologen erarbeitet wurde…“, entspreche.

Abb. 3 Auch der namhafte französische Ägyptologe Pierre Montet (1885 - 1966) hielt es für unmöglich, das Alte Reich wirklich exakt zu datieren.

Wenn aber, wie von Beckerath schreibt, eine Chronologie doch nur vorübergehender Natur sein kann, wie kann dann eine neue und gut begründete Hypothese abgelehnt werden, nur weil sie jenem vorübergehenden Konstrukt nicht entspricht? Der Autor der vorliegenden Arbeit sieht dies als eklatanten Widerspruch an. Was für die Chronologieforschung des Alten Ägypten im Allgemeinen zutrifft, gilt naturgemäß für die ältesten Epochen umso stärker, denn je weiter wir in der Vergangenheit zurückgehen, umso rarer wird das archäologische Fundmaterial, mit anderen Worten: je weiter in der Vergangenheit, umso unsicherer die Chronologie! So schreibt von Beckerath über diese Epoche auch vollkommen zu Recht [11]: „Die Überlieferung unterrichtet uns nur unvollkommen über die Herrscherreihe dieser Dynastie. Die Königstafel von Abydos läßt, wie auch in der 5. Dynastie, später als illegitim betrachtete Herrscher aus; auf der Tafel von Saqqara und im Turiner Königspapyrus sind die Namen größtenteils verlorengegangen.

Nicht unähnlich auch Pierre Montet (Abb. 3): „Der Beginn der 12. Dynastie muß um das Jahr 2000 gelegen haben, der der 18. Dynastie um 1580, und die 19. Dynastie begann etwa 1320. Die chronologischen Urkunden machen es möglich, die meisten auf Amenhemet, den Begründer der 12. Dynastie, folgenden Herrscher einzuordnen. Zweifelhaft bleibt dann noch die Länge der Zeit zwischen dem Ende der 8. Und dem Beginn der 12. Dynastie [12]; für sie schwankt die Schätzung zwischen einem und zweieinhalb Jahrhunderten. Diese Differenz wirkt sich natürlich auf die ganze vorhergehende Zeit aus und macht es unmöglich, das Alte Reich genau zu datieren.

Schauen wir uns nun einmal die 4. Dynastie, einige der wichtigen Listen und die weiteren Schlüsse, die Ägyptologen daraus ziehen, an.


3.2 Vergleich der ägyptologischen Literatur am Beispiel von Snofru

Abb. 4 Abbildung des Pharaos Snofru im Ägyptischen Museum zu Kairo. War er der erste Herrscher der 4. Dynastie?

Snofru gilt meist als der erste Pharao der 4. Dynastie, obwohl einige wenige Ägyptologen auch mit Huni die 4. Dynastie starten lassen. Von Beckerath [13] gibt für die Regierungsdauer Snofrus 35 Jahre an. Peter Clayton [14] wiederum möchte nur 24 Regierungsjahre gelten lassen und Schneider in seinem „Lexikon der Pharaonen“ 50 Jahre. Oft wird heute eine längere Regierungsdauer des Herrschers angenommen, was aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dass er 3 Pyramiden erbauen ließ auch plausibel erscheint.

Rainer Stadelmann, ehemaliger Leiter des DAIK hat lange Jahre mit Grabungsarbeiten an den Snofrupyramiden verbracht und einige wichtige Entdeckungen für sich verbuchen können. Nach einer Steininschrift in der Südwestecke der sogen. Roten Pyramide…ist der Fundamentstein im 15. Mal der Zählung = 29. Regierungsjahr eingebracht worden.[15] Die entsprechende Inschrift lautet [16]: „Das Einbringen in die Erde des westlichen Ecksteins, Jahr des 15. Mals der Zählung.“ In Dashur konnten Stadelmann und sein Team weitere Datumsinschriften ausfindig machen, die aufgrund ihrer Verwendung und Lage als „Backing Stones“ bezeichnet werden. Diese beziehen sich auf das 13, 17. und sogar 18. Mal der Zählung.

Das würde bedeuten, dass die Rote Pyramide, die allgemein als letztendliches Grabmal des Pharaos angesehen wird, erst in seinem 30. Regierungsjahr begonnen wurde. Doch auch dieses Datum ist teilweise umstritten. Wie kann es aber bei solchen Funden noch möglich sein, dass Ägyptologen zu so unterschiedlichen Zahlen gelangen? In diesem Zusammenhang ist es interessant, sich die auf den „Backing Stones“ erwähnten Zählungen einmal genauer anzuschauen. Man geht davon aus, dass im Alten Ägypten eine (Volks- und Vieh-) Zählung normalerweise alle zwei Jahre stattfand. Der sogen. Palermostein aus der 5. Dynastie [17] weist allerdings darauf hin, dass es auch Ausnahmen von dieser Regel gegeben haben könnte, da ein Text des Steines nahe legt, dass zumindest einmal zwei Zählungen aufeinander folgten und zwar die 7. und 8. Zählung zur Zeit des Pharao Snofru. [18]

Abb. 5 Der 'Stein von Palermo'

Dies führte zu der Frage, ob es sich hier um eine Ausnahme handelt, oder ob die Zählungen nicht doch öfter, nämlich jährlich, durchgeführt wurden. Peter Jànosi schreibt dazu: „Während einige Gelehrte diese Angabe als Ausnahme werten und eine regelmäßige Zweijahreszählung für das Alte Reich voraussetzen, kann nicht mit Sicherheit behauptet werden, daß dies tatsächlich der Fall war. Die aus der Angabe des Palermosteins (Abb. 5) entstehende Unsicherheit ist tiefgreifend, da nicht festzustellen ist, ob die Zählung nicht doch jährlich durchgeführt wurde oder überhaupt regelmäßig erfolgte.[19] Allerdings weist sowohl der Bauaufwand Snofrus und seiner Nachfolger, als auch andere Fakten darauf hin, dass diese zwei aufeinanderfolgenden Zählungen wohl eher die Ausnahme waren und Snofru tatsächlich um die 50 Jahre regiert haben dürfte. [20]

Dies wird auch durch ein astronomisches Datum gestützt, welches die Ägyptologin Kate Spence ermittelt hat [21]. Sollten Spence‘s Daten stimmen folgt daraus allerdings wiederum, dass Snofru nicht in dem von den Ägyptologen ermittelten Zeitraum regiert haben kann [22]. Der Berliner Ägyptologe Rolf Krauss berechnet die Regierungsdauer Snofrus wiederum nach der von ihm veranschlagten Bauzeit für die drei Pyramiden des Königs. Nach ihm konnte man Pyramidenbauten in der Größe von 100 und mehr Metern in ca. 11 Jahren bewerkstelligen. [23] Insgesamt kommt Krauss auf eine Regierungslänge von 31 Jahren, der Jánosi mit seiner Schlussfolgerung von 35 Jahren in etwa folgt. Diese Beispiele sollten zeigen, dass schon die Regierungsspanne eines einzelnen Pharaos der 4. Dynastie recht unsicher wirkt, da wir allein für Snofru Zahlen von 24, 31, 35 und 50 Jahren nachlesen können. Es handelt sich hier um eine maximale Differenz von immerhin 26 Jahren. Ein weiterer Vergleich der erhaltenen Listen und den von der Fachwelt erstellten Chronologien offenbart, dass ähnliches für die meisten Pharaonen der 4. Dynastie gilt.

Nach Schneider etwa sieht die 4. Dynastie folgendermaßen aus [24]:

  • Snofru: 50 Jahre
  • Cheops: 40 Jahre
  • Djedefre: 10 Jahre
  • Chefren: 40 Jahre
  • Bicheris: ?
  • Mykerinos: 20 Jahre
  • Schepseskaf: 10 Jahre
  • Thamphthis: ?

Leider klärt uns Schneider nicht darüber auf, wie er zu diesen Zeitangaben gelangte. Offensichtlich wurde gerundet. Dennoch fallen einige eklatante Unterschiede auf, nach denen beispielsweise Cheops bei Schneider rund 17 Jahre länger regierte. Immerhin werden dieselben Pharaonen genannt, was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist, so finden wir bei Clayton [25] z.B. die Namen von Bicheris und Thamphthis nicht, obwohl Clayton doch selbst von einem erstmals "…umfassenden Blick auf das unvergleichliche Geschlecht der Pharaonen[26] spricht. Umfassend scheint dabei aber nicht vollständig zu meinen, oder doch? Diese Frage könnte uns vielleicht ein Blick auf die von Ägyptern und Griechen überlieferten Pharaonentafeln und Chronologien beantworten.


3.3 Die ägyptischen und griechischen Pharaonenlisten

Nehmen wir uns nun der tatsächlichen antiken Quellen an. Diese Pharaonenlisten sind eher dünn gesät. Der Palermostein aus der 5. Dynastie ist die älteste erhaltene Quelle und vielleicht auch die authentischste. Leider ist sie bei näherer Betrachtung keine sonderlich große Hilfe, denn es handelt sich nur um drei mehr oder weniger große Fragmente eines ursprünglich recht großen Steines, der zudem noch in zwei Museen aufbewahrt wird. Ihm können mehr oder minder einwandfrei einige Namen der prädynastischen Zeit und einige von der 1. bis zur 5. Dynastie entnommen werden. Für das gesamte Alte Reich sind nur zwei Namen vollständig erhalten. Die 1. und 2. Dynastie zählen faktisch nicht zum Alten Reich, sondern zur frühdynastischen Zeit:

  • Aha, 1. Dynastie
  • Teti I., 1. Dynastie
  • Djer, 1. Dynastie
  • Den, 1. Dynastie
  • Ninetjer, 2. Dynastie
  • Chasechemui, 2. Dynastie
  • Djoser, 3. Dynastie
  • Snofru, 4. Dynastie

Leider kann also dieses Dokument absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. [27] Dies ist umso bedauerlicher, da man grundsätzlich natürlich feststellen kann, dass je älter ein Dokument ist, desto größer ist auch die Möglichkeit der Authentizität. [28]


3.4 Der Turiner Königspapyrus

Sehr viel aufschlussreicher für das Alte Reich ist dieses aus der 19. Dynastie erhaltene Dokument leider auch nicht [29] Schauen wir uns einmal genau an was wir für die 4. Dynastie vorfinden:

König Hu […] 24 Jahre
König Snofru 24 Jahre
… ----------------- …
… ----------------- …
König Cha […] 20+x Jahre
König … --------- … Jahre
König … ---------- 28 (18?) Jahre
… ----------------- … Jahre [30]

In der modernen Ägyptologie werden fehlende Namen anhand anderer Quellen ergänzt und in populärwissenschaftlichen Werken werden den Lesern dann diese ergänzten Listen als Beleg präsentiert. Aus diesem Grund wurden einmal die Ergänzungen ausgespart, schlicht weil sie im Original nicht erhalten sind. Tatsächlich liegen nur drei Namen vor, zwei davon noch fragmentarisch.


3.5. Die Königstafel von Abydos [31]

Die 4. Dynastie ist gut erhalten und sieht folgendermaßen aus:

  • Snofru
  • Chufu
  • Djedefre
  • Chaefre
  • Menkaure
  • Schepseskaf
Abb. 6 Statue des Chefren. Zeichnung aus: Ebers, Georg. "Egypt: Descriptive, Historical, and Picturesque." Volume 1. Cassell & Company, Limited: New York, 1878

Der Vergleich dieser beiden Listen mit den obigen von den Ägyptologen erstellten offenbart uns interessante Fakten. Weder im Turiner Papyrus, noch in der Abydosliste wird zwischen Chefren (Abb. 6) und Menkaure ein weiterer Königs genannt. Laut den Original-Quellen aus der Pharaonenzeit existiert also kein König „Bicheris[32] Nach Schepseskaf finden wir auf dem Papyrus Turin eine leere Stelle die für die Existenz eines weiteren Königs sprechen könnte. Auf der Abydosliste wiederum beginnt nach Schepseskaf mit Userkaf die 5. Dynastie.

Nun sind diese beiden Quellen mindestens 1000 Jahre nach dem Alten Reich entstanden. Außerdem ist zumindest von der Abydosliste bekannt, dass dort unliebsame Herrscher ausgespart wurden [33]. So wird beispielsweise Haremhab als direkter Nachfolger Amenophis III. erwähnt, wobei die Könige Amenophis IV/Echnaton, Tutanchamum, Eje und möglicherweise Semenchkare [34] nicht genannt werden. Auch andere Herrscher finden keine Erwähnung. Wie viele Könige aus der frühen Geschichte Ägyptens insgesamt unerwähnt blieben, wird wahrscheinlich auf ewig ungeklärt bleiben. Dennoch bietet uns die Liste Abydos wertvolle Anhaltspunkte, immerhin sind die meisten der 76 genannten Herrscher vollständig erhalten, so dass die Abydosliste das wahrscheinlich vollständigste erhaltene Dokument über die Herrscherfolge ägyptischer Könige aus einer Zeit ist, in der Ägypten nicht von „Ausländern“ (Griechen, Römer) regiert wurde und selbst noch eine mächtige Nation darstellte.


3.5 Die Liste Saqqara [35]

Die letzte uns bekannte Königsliste aus pharaonischer Zeit ist die Liste Saqqara. Insgesamt sind 62 Namen erkennbar, 41 sind noch heute lesbar. Die für uns wichtigen Namen befinden sich an Stelle 16-19. 19 ist nur fragmentarisch erhalten, aber erkennbar, die restlichen relevanten Stellen sind unkenntlich und werden von den Ägyptologen nach den geltenden Theorien ergänzt. Wir wollen uns aber an die vorhanden Fakten halten.

Wir finden also folgende Namen vor:

  • Snofru
  • Chufu
  • Djedefre
  • Chefren

Anhand dieser zeitgenössischen Quellen lässt sich also, wie der Autor hoffentlich darlegen konnte, faktisch nur darlegen, dass Snofru, Chufu, Djedefre und Chefren offenbar aufeinander folgten.


Die griechisch/römischen Quellen

4.1 Manetho [36]

Nach von Beckerath [37] ist uns Manetho am besten durch Africanus erhalten. [38] Weitere erhaltene Abschreibungen sind von Pseudo-Eratosthenes erhalten [39]. Nach Africanus´ Version der manethonischen Liste liest sich die Herrscherfolge der 4. Dynastie folgendermaßen:

  • Soris, 29 Jahre (Snofru)
  • Suphis (I), 63 Jahre (Cheops)
  • Suphis (II) 66 Jahre, (Chefren)
  • Mencheres, 63 Jahre (Menkaure)
  • Ratoisês, 25 Jahre (Djedefre)
  • Bicheris, 22 Jahre (Baka)
  • Sebercherês, 7 Jahre (Schepseskaf)
  • Thamphthis, 9 Jahre (?)


4.2. Pseudo-Erathostenes

Nach Pseudo-Erathostenes, der offenbar Manetho zu Grunde legte, sieht die Liste etwas anders aus:

  • Sirios
  • Chnûbos
  • Rayôsis
  • Biyris
  • Saôphis
  • Saôphis
  • Moscherés [40]

Diese offensichtlichen Diskrepanzen erklärt Helck folgendermaßen [41]: „Trotz Verderbnis der Namensformen ist in Sirios der erste König der 4. Dynastie Sôris (M) = Snofru zu erkennen. Chnûbos ist von dem vollen Namen des Cheops abgeleitet: […] Rayôsis ist Ratoisês. Im folgenden haben wir die Namenspaare umzudrehen. Saôphis ist Souphis = Chefren, dem Biyris = Bicheris = Ba-ef-Ra zu folgen hat. Sein Nachfolger ist Moncherês (M) = Mykerinos, dem er zweite Saôphis nachfolgt, der Schpseskaf sein soll. Sein Name, der schon bei M. mit Sebercherês nicht ganz dem Vorbild entspricht ist hier bei Ps.E. durch den daneben stehenden Namen des Saôphis-Chefren assimiliert worden.

Wir sehen uns hier also einer neuen Situation gegenüber. Erstens sind bei Manetho Regierungslängen genannt, die wir bisher in den älteren Quellen nicht nachweisen konnten und zweitens sind hier Könige genannt, die in den älteren Listen nicht vorkommen, namentlich Baka und Thamphthis. Zu dieser Diskrepanz bemerkt Jànosi zu Recht: „Auffällig ist dabei die z.T. erhebliche Differenz zwischen den Zahlen im Königspapyrus gegenüber denen bei Manetho, wobei generell festzustellen ist, daß bei letzterem besonders hohe Daten für manche Könige vorliegen. Seit HELCKs Untersuchung zu den Königslisten neigt man dazu, diese Zahlenwerte als Verschreibungen anzusehen und dementsprechend zu korrigieren, d.h. auf die niedrigeren Zahlen des Königspapyrus zu emendieren.[42] In einer Anmerkung zu diesem Satz [43] weist der Ägyptologe allerdings sogleich darauf hin, dass dies „oft mit einem hohen spekulativen Erklärungsaufwand“ geschieht. Mit anderen Worten lassen sich wohl zumindest einige dieser Erklärungen durch nichts beweisen.


4.3 Zwischenresümee

Abb. 7 Statue des Pharao Mykerinos, wahrscheinlich aus Memphis, heute im Ägyptischen Museum, Kairo (CG 42)

Insgesamt gesehen darf man resümieren, dass aus fünf erhaltenen Königslisten nicht sehr viele Fakten erschließbar sind oder anders ausgedrückt: Aus fünf uns zur Verfügung stehenden Listen lesen wir vier unterschiedliche Herrscherfolgen mit unterschiedlichen Jahreszahlen heraus! Es stellt sich die Frage, wie man unter solchen Umständen eine absolute Chronologie aufstellen kann. Weder die Reihenfolge noch die Regierungsdauer der Könige ist eindeutig überliefert. Selbst die Namen stimmen teilweise nicht überein, denn glauben wir beispielsweise Africanus bzw. Pseudo-Erathosthenes müssten in der 4. Dynastie zwei Könige desselben Namen aufeinander folgend regiert haben.

Da aber bisher absolut keine Erkenntnisse über so einen Umstand vorliegen, blieb Helck, wie wir sahen, gar keine andere Wahl als von einer Verschreibung auszugehen. Wahrscheinlich ist diese Schlussfolgerung richtig, aber letztlich beweisbar ist sie nicht. Schauen wir uns den Turiner Papyrus an fällt auf, dass nicht Snofru sondern Huni als erster Pharao der 4. Dynastie genannt wird. In den alten Quellen herrscht also noch nicht einmal Einigkeit über den Begründer dieser Dynastie. Turin nennt sieben Pharaonen, Abydos nur sechs, Saqqara kann nur vier nennen, da der Rest zerstört ist. Africanus nennt gar acht Pharaonen! Und bei Pseudo-Erathosthenes stimmt darüber hinaus die Reihenfolge nicht, da nach ihm Cheops, Chefren und Menkaure (Abb. 7) aufeinander folgend regiert hätten.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Herodot, der ca. 200 Jahre vor Ps.-E. lebte behauptet, von seinen ägyptischen Gewährsleuten dieselbe Angabe erhalten zu haben. Wie wir sehen, scheint hier ein Chaos zu herrschen und es stellt sich die berechtigte Frage, warum wir acht Pharaonen für die 4. Dynastie akzeptieren sollten, wenn ein König Thamphtis bis heute in keinster Weise belegbar ist und dasselbe genau genommen auch für Baka gilt. Bis heute ist nicht völlig geklärt, ob es Baka gab und wenn ja, wie er wirklich hieß. Von Beckerath gibt einen König Baka an, Helck identifiziert einen Baefra [44] und Michael Haase weist darüber hinaus noch auf die Lesungen Nebka und Bikka hin [45] Doch auch der Name Nebka ist alles andere als klar.

Insgesamt gibt es nur drei Artefakte, welche einen Namen enthalten, der sich Nebka lesen könnte. Auf Blöcken einer unfertigen Pyramide in Abu Roash wurden hieratische Zeichen entdeckt, die von J. Cerný Nebka gelesen wurden, während Lauer Bikka vorschlug [46] Ein weiteres Inschriftenfragment befindet sich heute in Berlin und stammt aus dem Totentempel des Pharao Niuserre aus der 5. Dynastie. Erhalten ist nur der Teil Nefer […] Nebka. Wildung [47] weist dieses Fragment einem König aus der 4. Dynastie zu, da das Dokument im Zusammenhang mit einer sogen. Domänenprozession steht und sich Domänen für die 3. Dynastie bisher nicht nachweisen lassen. Betrachtet man aber die insgesamt magere Fundsituation im Alten Reich - und explizit noch die vor der 4. Dynastie, die noch einmal wesentlich schlechter ist als jene der vierten - kann dieses Argument nicht recht überzeugen.

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, kann ein einziger Fund eine Jahrzehnte lang gültige These umwerfen. Daher darf Wildungs Folgerung als eine gültige Theorie angesehen werden, mehr aber auch nicht. Schließlich möchte Wildung noch in Namen Bicheris Nebka erkennen, obwohl er selbst feststellen muss: [48] "So möchte ich in der griechischen Namensform Bicheris eine zwar in ähnlich gebildeten Königsnamen nicht nachweise Entwicklung aus Nebkare [49] erkennen, das durch die oft belegte irrtümliche Zufügung der Sonnenscheibe aus Nebka entstanden ist.“ Um es einmal ganz drastisch auszudrücken, wird also aus zwei Fragmenten, von denen eins nicht wirklich lesbar und das andere letztlich keiner Dynastie zuweisbar ist, sowie durch nicht belegte und somit nicht beweisbaren philologischen Annahmen ein neuer Pharaonenname konstruiert. Ob dies der richtige Weg zur Aufstellung einer neuen Theorie ist, darf vom Verfasser doch mit Recht bezweifelt werden.

Alles in allem stellen wir also fest, dass sowohl Bicheris als auch Thamphthis lediglich in Listen auftauchen, die entweder vom Original Manethos abgeschrieben sind oder schon von Kopien stammen und die außerdem rund 2000 Jahre nach dem Alten Reich entstanden sind. Um die vierte Dynastie gleich um zwei Könige zu verlängern, sind dies nicht unbedingt die besten Voraussetzungen. Als abschließendes Zwischenresümee lässt sich also folgendes festhalten: Weder Namen, noch Regierungslänge, noch Reihenfolge, noch Jahreszahlen sind uns für die vierte Dynastie vollständig erhalten. Die erhaltenen Königslisten widersprechen sich in wichtigen Belangen. Wenden wir uns also der Familiengeschichte und den Genealogien in den Gräbern der Beamten zu um dort evtl. weitere Aufschlüsse über die wahre Chronologie der 4. Dynastie zu erhalten.

Ende Teil I

Teil II wird sich mit genealogischen Fragen und der Frage nach der Thronfolge in der 4. Dynastie und im Alten Reich befassen.


Literaturnachweise

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SOKAR Nr. 13, S. 30-32, 2006

BARTA, W., Untersuchungen zur Göttlichkeit des regierenden Königs. MÄS 32, 1975

Clayton, Peter A.: Die Pharaonen: Herrscher und Dynastien im Alten Ägypten, London 1994

Gardiner, Sir Alan H.: Geschichte des Alten Ägypten, Stuttgart 1975

Germer, Renate: Überreste von Königsmumien aus Pyramiden des Alten Reiches – Gibt es sie wirklich?, SOKAR Nr. 7, S. 36-42, 2003

Gundacker, Roman: Hetepheres I. und das Rätsel ihrer Bestattung, SOKAR Nr. 12, S. 30-39, 2006

Gundacker, Roman: Ausgewählte Baugraffitti der Pyramide von Meidum, SOKAR Nr. 15, S. 24-30, 2007

Gundacker, Roman: Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie, SOKAR Nr. 16, S. 22-51 2008

Gundacker, Roman: Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie 2. Teil, SOKAR Nr. 20, S. 30-44, 2010

Haase, Michael: Das Feld der Tränen, München 2000

Haase, Michael: Im Zeichen des Re: Interview mit Michael Vallogia: Die Grabungen im Pyramidenkomplex des Redjedef, SOKAR Nr. 13, S. 18-29, 2006

Helck, Wolfgang: Untersuchungen zu Manetho und den ägyptischen Königslisten, Berlin 1956

Helck, Wolfgang: Untersuchungen zu den Beamtentiteln des ägyptischen Alten Reiches, Hamburg 1954

Helck, Wolfgang: Zur Lage der ägyptischen Geschichtsschreibung, k.a.

Jánosi, Peter: Die Pyramidenanlagen der Königinnen, Wien 1996

Peter, Jánosi: Die Kultpyramiden des Alten und Mittleren Reiches, SOKAR Nr. 7, S. 4-26, 2003

Jánosi, Peter: Giza in der 4. Dynastie Bd. I.: Die Mastabas der Kernfriedhöfe und die Felsgräber, Wien 2005

Junker, Hermann: Giza I-XII, Wien und Leipzig 1928 ff.

Krauss, Rolf: Zur Hypothese von Kate Spence über die Nordorientierung der ägyptischen Pyramiden, SOKAR Nr. 3, S. 4-8, 2001

Lexikon der Ägyptologie, 7 Bde, 1981 ff.

Luft, Ulrich: zur chronologischen Verwertbarkeit des Sothisdatums, k.a. Prahl, Reinhard: Pharaonen, die es nie gab, Alte Kulturen Spezial: Pyramiden 27/221

Reisner, George A. A History of the Giza Necropolis. Vol. 1. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1942., http://www.gizapyramids.org/code/emuseum.asp?newpage=authors_list#R, Stand: 14.07.2010

Roth, Silke: Die Königsmütter des Alten Ägypten von der Frühzeit bis zum Ende der 12. Dynastie, Wiesbaden 2001

Schneider, Thomas, Lexikon der Pharaonen, Zürich 1997

Sethe, Kurt: Beiträge zur ältesten Geschichte Ägyptens, Neudruck 1964

Spence, Kate: Ancient Egyptian chronology and the astronomical orientation of the pyramids, NATURE Nr. 408, S. 320-324, 2000

Stadelmann, Rainer: Die ägyptischen Pyramiden, 3. Aufl. 1997

Stadelmann, Rainer: Neuere Grabungen und Untersuchungen an und um die Knickpyramide durch das DAI Kairo in den Jahren 2001-2003, SOKAR Nr. 6, S.38-40, 2003

Stadelmann, Rainer: Neues von den Grabungen des DAI Kairo an der Knickpyramide, SOKAR Nr. 9, S. 9-12, 2004

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Vercoutter, Jean: Kap. 6-11 in: Weltgeschichte Bd. 2: Die Altorientalischen Reiche I: Vom Paläolithikum bis zur Mitte des 2. Jahrtausends,Augsburg 2000

Verner, Miroslav: Die Pyramiden, Hamburg 1999

Von Beckerath, Jürgen: Chronologie des pharaonischen Ägypten, München 1997

Wildung, Dietrich: Die Rolle ägyptischer Könige im Bewußtsein ihrer Nachwelt Teil I, Berlin 1969

Winter, Christian: Ergänzende Informationen zur Siedlung südlich der Krähenmauer in

Giza, SOKAR Nr. 7, S. 42-44, 2003

Zorn, Olivia: Chnum, er schützt mich, SOKAR Nr. 6, S. 12-14, 2003


Anmerkungen und Quellen

Fußnoren:

  1. Dessen chronologische Verwertbarkeit allerdings auch umstritten ist, vgl. etwa, Luft, Illahun oder Rohl, Pharaonen
  2. Also die Bücher, die der durch seichte Fernsehdokumentationen an die Materie herangeführte Laie nicht liest
  3. Giza, S.36
  4. Giza, S. 39
  5. Siehe etwa Junker, Giza I bis XII 1928ff oder Reisner, Necropolis 1942
  6. MÄS 46, 1997
  7. Vgl. u.a. Montet, Clayton, Schneider, Gardiner
  8. Fachliteratur ist meist recht trocken, voll von Fachbegriffen, Transkriptionen und Hieroglyphentexten, die der „unbedarfte“ Leser nur allzu oft nicht versteht. Wissenschaftler haben eine eigene Sprache, die dem Außenstehenden in aller Regel verschlossen bleibt, sofern er sich nicht so sehr für die Thematik interessiert, dass er tiefer in sie einzutauchen sucht.
  9. MÄS 17
  10. SOKAR 3
  11. MÄS 46, S. 156
  12. Die sogenannte Erste Zwischenzeit
  13. MÄS 46 a.a.O.
  14. S.42ff.
  15. Stadelmann, Pyramiden S. 100
  16. Nach Haase, Tränen S. 151
  17. Der Palermostein gilt als das älteste vorhandene Dokument über die Chronologie der ägyptischen Pharaonen von der Zeit der 0 bis zur 5. Dynastie. Abgesehen von den Regierungslängen der dort erwähnten Pharaonen enthält er noch Daten über durchgeführte Zählungen und Nilstandmessungen.
  18. Vgl. z.B. Jánosi, Giza S. 67
  19. Jánosi, Giza S.68
  20. Allerdings handelt es sich hier lediglich um die Auffassung des Autors, nicht um eine unverrückbare Tatsache. Wie aus den hier dargebotenen Listen ersehbar ist, setzen Ägyptologen wie Clayton jährliche Zählungen voraus, während andere von unregelmäßigen Zählungen ausgehen. Die Mehrheit der Fachwelt scheint allerdings inzwischen von einem Zweijahres-Rhythmus und somit von einer Ausnahme auszugehen
  21. Zu Spence`s These siehe Teil II dieser Arbeit
  22. Die Ägyptologie geht von ca. 2520 v.Chr. aus, während Spence das Jahr 2458v.Chr. nach Ansicht des Autors glaubwürdig errechnet hat, immerhin eine Zeitdifferenz von 62 Jahren. Zusammen mit den unterschiedlichen Vorstellungen von 26-50 Jahren kommt noch einmal eine Differenz von ca. 25 Jahren hinzu womit der Beginn der 4. Dynastie bereits einen Unsicherheitsfaktor von bis zu 50 Jahren aufweisen würde.
  23. Krauss, JEA 82, S. 43ff
  24. Schneider, S. 315
  25. S.42 ff.
  26. Clayton S. 7
  27. Zu empfehlen wäre hier beispielsweise Kurt Sethe: Urkunden des Alten Reiches Bd. IV. In diesem Werk wird der Palermostein ausführlich mit Zeichnungen, Umschrift u.s.w. dargestellt.
  28. Vgl. hierzu Jànosi, Giza, S. 67
  29. Der Turiner Königspapyrus stammt aus der Zeit Ramses II: und ist eine in Hieratisch geschriebene Auflistung die allerdings insgesamt in einem recht schlechten Erhaltungszustand ist
  30. Liste nach: von Beckerath, Chronologie S.207ff.
  31. Die Königstafel von Abydos befindet sich im Ramesseum, dem Totentempel Königs Ramses II. und ist eine in Stein gehauene Liste aller von Ramses II. anerkannter Pharaonen angefangen bei Meni, der den Ägyptern als Reichsgründer galt bis zu Ramses II. selbst
  32. Bicheris gräzisiert von Baka
  33. Wobei die Frage welche Pharaonen es Ramses nicht wert waren genannt zu werden und vor allem warum dies der Fall ist sehr interessant ist. Mehr dazu in Teil II dieser Arbeit
  34. Es ist nicht sicher, dass Semenchkare tatsächlich als Pharao regierte
  35. Stammt ebenfalls aus dem Neuen Reich und wurde im Grab des hohen Beamten Tjuloj entdeckt
  36. Manetho gräzisiert von Menetthot, ägyptischer Historiker der in der Zeit der griechischen Herrscher Ptolemaios I. bis III. lebte. Manethos Liste ist uns nicht im Original erhalten. Es existieren nur Abschriften aus späterer Zeit
  37. Chronologie S. 219
  38. Ein Römer, der in der Zeit von 235v.Chr. bis 183. V.Chr lebte und somit ein Zeitgenosse Manethos gewesen sein könnte
  39. Zu Manetho vgl. auch das wichtige Werk: Helck, Untersuchungen UGAÄ XIII, 1956
  40. Helck, Untersuchungen S. 26
  41. ebd.
  42. Jànosi, Giza S.68
  43. Anm. 266, S. 68
  44. Helck, Untersuchungen S. 15
  45. So etwa in Feld der Tränen,
  46. vgl. Wildung MÄS 17 S. 211
  47. ebd.
  48. ebd., S. 212
  49. Vom Verfasser aus der Transkription in die gängige Schreibform übertragen zur leichteren Lesbarkeit

Bild-Quellen:

1) PLstrom, bei: Wikimedia Commons, unter: File:SaqqaraKingList.png
2) WEBMASTER, bei: Wikimedia Commons, unter: File:Altes Reich.png
3) Babelio, unter: Pierre Montet
4) JMCC1, bei: Wikimedia Commons, unter: File:Snofru Eg Mus Kairo 2002 b.jpg
5) G.dallorto, bei: Wikimedia Commons, unter: File:Pietra di Palermo (geroglifici) 1.jpg
6) Strassberger, B., nach: (Dudubot), bei: Wikimedia Commons, unter: File:Statues of Chefren (1878) - TIMEA.jpg (Travelers in the Middle East Archive (TIMEA) where it is available at the following Uniform Resource Identifier: 21184. Original source: Ebers, Georg. "Egypt: Descriptive, Historical, and Picturesque." Volume 1. Cassell & Company, Limited: New York, 1878. p 150.)
7) Ludwig Borchardt (1863-1938), nach: Einsamer Schütze bei: Wikimedia Commons, unter: File:Mykerinos CG 42.jpg