Das Land der Riesen, die Satyre, Meropa und Atlantis

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Vorwort des Verfassers

Abb. 1 Skizze eines circa 1,70 m hohen Gedenksteins mit einem gehörnten Krieger oder Gott aus Iberien, der sich im Garten des archäologischen Museums von Madrid befindet. (Zeichnung: Uwe Topper)

(bb) Ein unfertiges Manuskript zu veröffentlichen ist sicherlich etwas ungewöhnlich. Mit dem folgenden Betrachtungen, die nach und nach fertig gestellt bzw. erweitert werden sollen, werde ich jedoch genau so verfahren. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die endgültige Fertigstellung sich noch über Jahre hinziehen mag; einige Teilergebnisse meiner euhemeristischen (siehe: Stichwort: Euhemerismus) Untersuchung eines winzigen Text-Schnipsels aus der Antike halte ich jedoch für so interessant - teilweise sogar brisant [1] -, dass ich ihre Vorab-Publikation für sinnvoll erachte, damit sie schon jetzt diskutiert werden können.

Zur Vorgeschichte dieser Arbeit: Im Sommer 2004 fiel mir nach langer Zeit erneut ein kurzes Text-Fragment in die Hände, das schon Jahre zuvor mein Interesse geweckt hatte, ohne dass ich damals Gelegenheit zu einer ausführlichen Untersuchung fand. Die Rede ist von einer alten, einer URALTEN Geschichte, die uns der hellenische Historiker Theopompos von Chios - ein jüngerer Zeitgenosse Platons - hinterlassen hat. [2] Sie handelt von einem "Satyr", der von zivilisierten Menschen und von Riesen berichtet, die auf der anderen Seite des Meeres gelebt haben sollen - u.a. in einem Land namens "Anostos".

Spannend genug, dachte ich mir, um einen kurzen Beitrag für Atlantisforschung.de darüber zu schreiben. Einmal bei der Arbeit, wurde mir schnell die Tatsache bewusst, dass es hier mit einer Kurzbetrachtung nicht getan war. Dieses höchst bemerkenswerte Text-Fragment war offenbar noch nie Gegenstand einer eingehenden, atlantologischen Untersuchung, was angesichts seines Inhalts erstaunen muss. Wir könnten es hier nämlich in der Tat mit einem - wenn auch verstümmelten und mythisierten - Überrest authentischer Berichterstattung aus vor-antiker Zeit zu zun haben! Theopompus´ Bericht, den ich, in Anlehnung an Platons "Atlantida", nach jenem mysteriösen Land jenseits des Okeanos 'Anostida' genannt habe, verrät uns möglicherweise phantastische Details aus einer Zeit, als die olympischen Götter des hellenischen Pantheons gegen die Giganten kämpften.

Aus euhemeristischem Blickwinkel betrachtet, stellt uns die Suche nach möglichen historischen Hintergründen der Anostida vor eine ganze Reihe spannender Fragen, denen im Verlauf dieser Betrachtungen nachgegangen werden soll. Einige davon lauten:

  • Gab es in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Populationen menschlicher bzw. menschenähnlicher Wesen, die als "Riesen" und "Satyre" in die Überlieferungen eingegangen sind? Existieren "harte" und "weiche" Evidenzen, die eine solche Annahme stützen können?
  • Könnte mit dem Land "Anostos" tatsächlich Amerika (bzw. ein Teil davon) gemeint gewesen sein? Gibt es stichhaltige Indizien, die es als einstige Heimat eines Volkes von Riesen ausweisen?
  • Gab es vormals im Atlantik Inseln, die von kulturell hochstehenden Menschen bewohnt wurden? Was können uns z.B. die antiken Historiker und Geographen dazu verraten?
  • Welche Spuren haben diese vermuteten Kulturen in den Sagen, Mythen und Religionen des klassischen Altertums hinterlassen? Wer waren die Götter, Giganten und Titanen? Handelt es sich bei den 'Gigantomachien' [3] der hellenischen Mythologie um Fakten oder Fiktion?


Das nachfolgende Manuskript, das, wie gesagt, nach und nach vervollständigt und neu überarbeitet werden soll, verstehe ich zudem ausdrücklich als Einladung an alle schul-, populär- und grenzwissenschaftlich tätigen Forscher- und Autoren-KollegInnen, sich ebenfalls mit der Anostida des Theopompus sowie mit der Problematik krypto-anthropologischer "Fabelwesen" im allgemeinen - und mit der Frage nach der Historizität der Riesen im besonderen - zu beschäftigen. Es wird uns bei Atlantisforschung.de ein Vergnügen sein, interessante Beiträge anderer AutorInnen zu diesen Themenbereichen ebenfalls auf unseren Webseiten zu veröffentlichen und zur Diskussion zu stellen!

Bernhard Beier (Team Atlantisforschung.de) im März 2005


Inhalt:


Teil I: Einleitende Betrachtungen: Die Anostida und die Satyroiden

Auszug: Ein "Satyr" berichtet von Riesen aus Amerika


Teil II: Die Anostida, der Atlantis-Bericht und die verlorenen Inseln des Atlantik

Auszug: Exkurs: Ägypter im Atlantik?


Teil III: Den Riesen auf der Spur - Auf dem Weg zur Entmythifizierung eines krypto-anthropologischen Problems

IIIa - Die Ursprünge der 'Gigantologie'

IIIb - Ursachen für das Auftreten von riesigen Menschen - und Giganten

IIIc - 'Homo sapiens giganteus orientalis' - Die Riesen des Alten Testaments und der Apokryphen


Teil IV: Anostos, das letzte Refugium der Riesen und Satyre

IVa - Die Indianer-Nationen, ihre Mythen und Überlieferungen

1. Teil: Indianische Ursprungs-Mythen, Atlantis und Meropa

2. Teil: Riesen in den Legenden nordamerikanischer Indianer

IVb - Riesen in Nordamerika: (K)ein Streitpunkt für Archäologen? (1. Teil)

IVb - Riesen in Nordamerika: (K)ein Streitpunkt für Archäologen? (2. Teil)

IVb - Riesen in Nordamerika: (K)ein Streitpunkt für Archäologen? (3. Teil)

IVc - Riesen im prähistorischen Nordamerika - unmöglich?

IVd - Riesen im prähistorischen Nordamerika - Indizien und Belege


IVe Homo sapiens giganteus duplodontialis - Die 'original amerikanischen' Riesen mit den doppelten Zahnreihen


V - Zusatz:


Anmerkungen und Quellen

  1. Anmerkung: Dies gilt vor allem für die Erkenntnisse zur Historizität präkolumbischer Populationen von Riesen in (Nord-) Amerika, auf die ich im Rahmen meiner Recherchen zum "Anostos-Komplex" gestoßen bin. Siehe dazu: Teil IV dieser Abhandlung.
  2. Siehe: Theopompus´ Bericht von Anostos - Von der Unterredung des Midas aus Phrygien mit dem Silen, und den von Silen erzählten Fabeln, übersetzt aus dem Altgriechischen von J. H. F. Meineke (um 1787)
  3. Anmerkung: GIGANTOMACHIEN = Die mythischen Kämpfe um die Vorherrschaft auf der Welt zwischen den olympischen Göttern, Halbgöttern und Heroen auf der einen, und den "saturnischen" Giganten auf der anderen Seite.


Bild-Quelle:

Uwe Topper, Das Erbe der Giganten, 1977