Das Problem "Atlantis" - Betrachtungen aus der Sicht der Naturwissenschaften und der Mythologie

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von Manfred Hocke (1978)

Sie ist vergangen - Eine Einleitung

Eine schreckliche Katastrophe hat ihr insulares Zentrum vernichtet und ihre Spuren fast völlig ausgelöscht. - Eine der Nah- und Fernwirkungen, die Sintflut, ist unvergessen geblieben. Von ihr berichtet die Bibel. Was sie darüber berichtet, hält der quantitativen Nachprüfung stand. - Der rekonstruierbare Untergang von Atlantis hat diese große Sintflut ausgelöst.

Abb. 1 Sie ist vergangen, aber unvergessen. Der Mythos der Insel Atlantis hat den Untergang seines historischen Vorbilds Jahrtausende lang 'überlebt'.

Nüchtern soll überprüft werden - durch Untersuchungen verschiedener Dinge - inwieweit Atlantis Realität sein kann. Was wir von Atlantis wissen, ist in den beiden berühmten Dialogen Platons enthalten die nach dem Pythagoreer Timaios und dem Mutterbruder Platons [Kritias dem Jüngeren benannt sind. Sie schließen unmittelbar an das zehnbändige Werk Platons über die Staatskunst (Politeia) an. Kaum 20 Druckseiten füllt, was Platon vor über 2000 Jahren über Atlantis berichtet hat. Ungefähr 25 000 Bücher sind bisher über dieses Thema geschrieben und in fast allen Kultursprachen übersetzt worden. Schon diese Tatsache allein konnte ein eindrucksvoller Entscheid der vox populi für das Atlantis-Thema sein. Hören wir was uns die wichtigsten Teile der Dialogs von Platon sagen:

(Kritias d.J. erzählt von einem Gespräch Kritias d.Ä. mit einem Freunde Amynandros´): "Was war denn das für eine Erzählung", sagte jener, "oh Kritias? ... Erzähle von Anfang an, was und wie und von wem Solon dies als wahr vernommen und erzählt hat..."

"Es gibt in Ägypten", entgegnete er, "im Delta, an dessen Spitze der Nil sich teilt, einen Gau, der der Saïtische genannt wird. In diesem Gau ist Saïs die grösste Stadt; aus ihr stammte ja auch der Konig Amasis. Als Gründerin der Stadt gilt ihnen eine Göttin, welche im Ägyptischen Neith heisst, im Hellenischen aber, wie jene sagen, Athene. Sie behaupten auch sehr grosse Freunde, ja gewissermassen Verwandte der Athener zu sein. Dorthin nun gereist, erzählte Solon, sei er sowohl in hohen Ehren von ihnen gehalten worden; zudem habe er, wie er sich nach ihrer alten Geschichte bei den in diesen Dingen am meisten erfahrenen Priestern erkundigt hatte, gefunden, dass er selbst ebenso wie jeder andere Grieche fast so gut wie nichts von dergleichen wisse."

Abb. 2 "Es gab vor der Mündung, die ihr in eurer Sprache die Säulen des Herakles nennt, eine Insel. Diese Insel war grösser als Lybyen und Asien zusammen; von ihr konnten, die damals reisten, auf die anderen Inseln hinüberfahren, von diesen Inseln aber auf das ihnen gegenüber liegende Festland, das jenes wirkliche Meer umschliesst." (Kritias 24c)

"Die Schriften berichten nämlich, welch große Macht einst euer Staat besiegt hat, als sie, von außen vom Atlantischen Ozean einbrechend, im Übermut gegen ganz Europa und Asien zu Felde zog. Es gab vor der Mündung, die ihr in eurer Sprache die Säulen des Herakles nennt, eine Insel. Diese Insel war grösser als Libyen und Asien zusammen; von ihr konnten, die damals reisten, auf die anderen Inseln hinüberfahren, von diesen Inseln aber auf das ihnen gegenüber liegende Festland, das jenes wirkliche Meer umschließt. Denn alles, was innerhalb der Mündung, von der wir sprechen, liegt, erscheint wie eine Bucht mit einer engen Einfahrt. Jenes Meer aber darf mit Fug und Recht ein Meer und das es umschließende Land mit gleichem Recht ein Festland genannt werden. Auf dieser Insel Atlantis bestand nun eine große und bewundernswerte Königsmacht, welche sich sowohl in den Besitz der ganzen Insel als auch der anderen Inseln und von Teilen jenes Festlandes gesetzt hatte; außerdem beherrschte sie von den hier innerhalb gelegenen Ländern Libyen bis Ägypten und Europa bis Tyrrhenien."

"Später jedoch, als ungeheure Erdbeben und Überschwemmungen eintraten, versank während eines einzigen schlimmen Tages und einer einzigen schlimmen Nacht ebensowohl das ganze, zahlreiche streitbare Geschlecht bei euch unter die Erde, und ebenso verschwand die Insel Atlantis, indem sie unter das Meer versank. Deshalb ist auch jetzt das Meer dortselbst unbefahrbar geworden und nicht zu durchschiffen, weil der sehr hochliegende Schlamm, den die Insel bei ihrem Untergang verursachte, dies behindert... Da hast du nun, Sokrates, das von Kritias dem Älteren nach einem Bericht Solons Erzählte gehört, wie es' sich in Kürze wiederholen liess."

Solon erhielt diese Hinweise von dem greisen Tempelschreiber Sonchis (Titel: Peten-Neith = Himmel der Neith). Proklos, der Kommentator Platons, berichtet, dass die Priester in Saïs auch dem Krantor aus Soloi (330 - 270 v. Chr.), der den ersten Kommentar zu "Timaios" schrieb, dieselben Inschriften und Papyri gezeigt hatten, die Solon einst gesehen habe (etwa 300 Jahre nach Solons Reise). Solons Reise erfolgte zwischen 571 und 561 v. Chr. Er besuchte Saïs, Heliopolis, war bei König Philokypros auf Kypros, und zu Kroisos nach Sardes in Lydien führte sein weiterer Weg. 561 kehrte er nach Athen zurück; ein Jahr später wurde er von Peisistratos verdrängt. Er starb 559, achtzig Jahre alt.

In seinen letzten beiden Lebensjahren sind mit Wahrscheinlichkeit seine Reiseberichte geschrieben worden. Die Niederschrift, auf die sich Kritias beruft, wäre auf das Jahr 560 zu datieren. Es entsprach nicht Platons Wesen Dinge zu erfinden, um sie dann niederzuschreiben. Und doch hat sich die gelehrte Welt seit den Tagen der Logographen (ältesten griech. Geschichtsschreiber im 6. und 5. Jh. v. Chr.) immer gegen Platon entschieden. Die Atlantiserzählung hatte das Pech, immer der jeweils dominanten Modehypothese zu widersprechen. In elf Kurzuntersuchungen - Blickpunkten - versuche ich aufzuzeigen, dass Atlantis Wirklichkeit war.


Blickpunkt 1 - Golfstrom und Isothermik

Abb. 3 Den Golfstrom bezeichnete Manfred Hocke, ebenso humorvoll wie zutreffend, als "Warmwasserheizung Europas".

Was ist der Golfstrom und wie entsteht er? - Er entsteht als Westströmung warmen Tropenwassers zwischen Westafrika und Südamerika, strömt unter dem Ostpassat in das Karibische Meer und den Golf von Mexiko, wird dort umgelenkt und verlässt die nordamerikanische Ostküste als warme Ostströmung, die über den Azorenraum und England bis Nordnorwegen reicht (Abb. 3). (Karibische See - Yukatanstrasse - Golf von Mexiko - Floridastrasse). - Er ist ein Teil ungeheurer zyklischer Meeresströmungen und überquert in ca. 20 000 Kilometer Länge zweimal den Ozean. Er bildet einen geschlossenen Kreislauf, der durch Wind und Wärme energetisch aufrechterhalten wird.

Siebenmal länger als der ungeheure Amazonas ist der Golfstrom der mächtigste aller Ströme. Im Floridaabschnitt wälzt er in einer Sekunde ca. hundert Millionen Tonnen Wasser. Dies ist weit mehr als alle Flüsse und Ströme unserer Erde, die in die Meere münden. Auf der Höhe Philadelphias ist seine Strömung selbst in der kältesten Jahreszeit immer noch 20° C. Er ist die Warmwasserheizung Europas und damit auch klimabildend. Ein veritabler Träger der Klimabegünstigung, wenn man die Nullgrad-Isotherme betrachtet; über 25 Breitengrade sind dadurch klimabegünstigt.


Blickpunkt 2 - Frage an die Paläoklimatiker: Bestand diese Klimabegünstigung schon immer?

Geologie und Paläontologie haben Horizonte und Epochen bestimmt und durch Leitfossilien festgelegt und in mühsamer Arbeit datiert. Betrachten wir uns eine Klimatabelle der Vorzeit, wie einen Zeitrafferfilm nach rückwärts: und zwar das Klima Nordwesteuropas. Rasch geht es zurück, über die unwirtliche Eisenzeit, in die "gute alte Zeit" - die Bronzezeit, die diese Bezeichnung wenigstens klimatisch verdient. In lichten Grün blühen die Hochkulturen der Hallstadtzeit. - Das nächste Bild führt in die Jungsteinzeit, in ein Klima-Optimum, in die Litorinazeit (nach dem Leitfossil Salzwasserschnecke/Litoria litorina).

Ein weiterer Schritt zurück; das Klima wird rauher, kalt, es ist die subboreale Phase des Epiglazials. Nach dem Leitfossil der arktischen Salzwassermuschel benannten Yoldiazeit/ (Yoldia arctia). Immer weiter führt uns der Film zurück bis wir ihn jäh stoppen. Die Zeitmarke zeigt auf Quintär/Quartär, die Schwelle zwischen fünften und vierten Erdzeitalter. - Vermummte Jäger mit Faustkeil, Flintmesser und Holzspeer jagen Mammut, Wollnashorn und Schneehasen neben verschiedenen Raubzeug. Wie durch Zauberschlag ist die Welt nur noch glitzerndes Eis, gähnende Leere. Die Völuspa, ein weitvorgermanisches Götterepos sagt aus: "Erst war die Zeit, da Ymir hauste, war Sand nicht See, noch salzige Welle, Erde nicht fand ich noch Himmel darüber, gähnende Leere - und Gras nirgends ..."

Wahrend der Epoche "Würmeiszeit" gab es für Nordwesteuropa keine Klimabegünstigung. Man kann dies heute noch einwandfrei an den Vereisungsgrenzen, den Stirnmoränengürtel feststellen. Diese Lage ist bekannt. Die Packeisgrenze war zwischen den 45. und 50. Breitengrad. Der Golfstrom kann also während des ganzen Quartärs nicht nach Nordwesteuropa gekommen sein. Er ist so alt wie der Atlantik, aus der Zeit des frühen Tertiärs - aufgerissen als die Großschollen auseinanderdrifteten. - Der Golfstrom floss damals wie heute, kam aber nicht an die europäische Küste. - Warum nicht??? Es kann nur eine materielle Sperre von genügender Ausdehnung gewesen sein. Wenn ja - wo konnte diese Golfsperre gewesen sein???


Blickpunkt 3 - Ozeanographische Untersuchungen

Abb. 4 Eine Abbildung der legendären "Challenger", die von 1872 bis 1876 ihre systematische Weltmeer-Expedition durchführte.

Mit großen Mühen und gewaltigen Sachmitteln wurden sie durchgeführt; Es begann mit der Ausfahrt der schwedischen Expedition um 1860. Die Engländer W. Tompson und Carpenter setzten die Untersuchungen fort.

1872 startet die berühmt gewordene Expedition der "Challenger" (Abb. 4) mit 8000 Meilen Gesamtstreckenuntersuchungen; es folgen englische, amerikanische, deutsche und russische Untersuchungen (Prof. Lednew), u.v.a. tausende Lotungen, Messungen, Schleppnetzzüge und Bohrproben wurden durchgeführt. Dabei wurde am Azorensockel festgestellt, dass Bohrproben Kieselalgen (Diatomeen), damit Süsswasserablagerungen nachweisend ans Tageslicht gehoben wurden.

Waren die Azoren die Sperrinsel X??? Wenn der Nordatlantik plötzlich um 3 000 m sinken würde -- würde hier ein gewaltiges Massiv auftauchen. Es stände dem Goltstrom genau im Wege. Vor ca 10 000 Jahren v. Chr. begann das Abschmelzen des Eises in Nordwesteuropa – versank die ca. 400 000 Quadratkilometer große Sperrinsel X.


Blickpunkt 4 - Drei Testwerte um die Sperrinsel X

1) Lokalisierung

2) Größenausmaß

3) Zeitangabe für den Untergang.

Platons Erzählung lokalisiert ungefähr: "... vor der Meerenge, die bei euch 'Säulen des Herakles' heisst... eine Insel größer als Asien und Libyen zusammen ... [von welcher] gleichsam nur die Knochen zuruckgeblieben...". Die Azoren sind genau jene Schnittpunkte zwischen Golfstrom und Atlantikrücken, an dem zweifellos die Sperrinsel X gelegen sein muss.

Der zweite Testwert/die Flächengrösse, lt. Platon: ". . . grösser als Asien und Libyen zusammen. . . ". Sein Asien ist, in unserer heutigen Bezeichnung Kleinasien, und Libyen ist ein Teil Nordafrikas. Die Größenangaben Platons für die Insel: "Im Süden liegt die grosse Ebene mit 3 000 mal 2 000 Stadien" ... dies sind 6 Millionen Quadratstadien, ca. 200 000 Quadratkilometer. Wenn man annimmt, dass diese große Ebene etwa die Hälfte der gesamten Inseloberfläche enthielt, so kommt man auf eine Flächengröße von 400 000 Quadratkilometern, also recht genau auf den Wert, der durch Forschungen aus den Tiefenlinien des Azorenraumes ermittelt ist.

Der dritte Testwert ist die Zeitangabe für den Untergang der Sperrinsel. Ein Mittelwert von acht geologischen Schätzungen und übereinstimmend mit dem "Bestwert" de Geer's (zählte die Streifen im schwedischen Bänderton (12 000 Jahre), (Wechsel Quartär/Quintär ca. 10000) ergibt eine Epoche um 12 000 v. Chr. Platons altägyptischer Gewährsmann sagt lapidar: " ... Vor allem wollen wir uns zunächst ins Gedächtnis zurückrufen, dass im ganzen 9 000 Jahre vergangen sind, seitdem, wie erzählt, jener Krieg... stattfand...". Dieser Krieg endete mit dem Untergang von Atlantis Die Unterhaltung zwischen dem Neith-Priester und Solon fand um 570 v. Chr. statt. Vergleichen wir die Zeitangaben: Der Mittelwert der acht Schätzungen ist um 10000. Die platonsche Erzählung liegt bei ca. 9 500.

Wir haben drei Testwerte überprüft, den Platonschen Dialogen gegenüber gestellt, und stellen fest, dass die exakt naturwissenschaftlichen Methoden die Zahlen Platons decken. Atlantis und die Sperrinsel X liegen an derselben Stelle im Azorenraum. Gleich groß - zur selben Zeit untergegangen. Über 25 000 Bücher sind schon über Atlantis geschrieben. Doch die Sonden der geologischen Untersuchungen bewiesen noch mehr als das Echolot. Der Ort ist aufgezeigt, wo Atlantis versunken - 3000 m tief in den Boden des Meeres, dem sie seinen Namen gegeben hat.


Blickpunkt 5 - Das Geheimnis der Aale

Abb. 5 Die Wanderwege der Aale im Atlantik

Was der Mensch vergessen hat, war einer gar nicht so sehr in Menschennähe hinaufentwickelten Tierart unvergesslich geblieben. Die Paläontologen kennen sie schon seit der sogenannten Kreidezeit. Dem Laien ist sie mehr als eine Delikatesse bekannt. Die Zoologen unterscheiden eine amerikanische und eine europäische, die Gastronomen die grüne oder die geräucherte Varietät. Es sind die Aale. Scheinbar sinnloser, aber ererbter Zwangsinstinkt, zwingt sie zweimal das riesige Becken des Atlantik zu überqueren; a) als streichholzlange, farblose Glasaale, b) als erwachsene Hochzeiter. Seit Aristoteles befasst sich die Welt mit dem Aalrätsel. Beginn des Aallebens ist in den Tangwäldern der Saragossosee (es sind Beerentangwälder bis zu dreihundert Meter lang). Kein irdischer Urwald käme an Größe, Üppigkeit und Formenreichtum diesen unterseeischen Dickichten gleich. Von allen Küsten die der langsame Strömungswirbel berührt, werden Tang- und Algenmassen zusammengeschwemmt.

In der Mitte, wo die Wasserbewegung fast völlig ruht, verfilzen sie sich und wachsen zusammen. In unzähligen Formen wuchert es gelb, braun und rot. Es erinnert bald an Kräuter und Gräser, bald an dichte Büsche zwischen domartig mächtigen Baumriesen. Aus den Laubengängen geheimnisvoller Dickichte ringeln Kraken und Polypen ihre schropfkopfbesetzten Arme. Ein goldener Glanz flimmert im Seichtwasser, von unzähligen Stengeln und Blättern zurückgespiegeltes, im Wasser zerstreutes Sonnenlicht. Keine Welle kräuselt die Oberfläche dieses unwahrscheinlich stillen, blauen, halbdurchsichtig über goldene Tiefen gebreiteten Spiegels unter einem meist wolkenlosen, seidigen Himmel.

Drei Jahre dauert die Fahrt, von zahllosen Raubfischen bedroht, bis vor den Küsten Europas die Geschlechter sich teilen. Die männlichen Aale bleiben im Salzwasser des Meeres, die Weibchen schwimmen die Unterläufe der europäischen Flüsse hinauf. Zwei Jahre lang dauert die Trennung. Mit fünf Jahren sind die Aale geschlechtsreif. Dann trifft man sich wieder im Atlantik und die gemeinsame Reise quer durch den Atlantik zur Saragassosee beginnt. Ca. 140 Tage dauert diese Fahrt. In den Tangwäldern findet die Paarung statt, dann sterben die Alten. Der Kreislauf beginnt von Neuem. Westindien läge ja näher als Europa. Warum der Weg nach Europa? Besehen wir das nächste Bild und denken an das flüssereiche Atlantis. Sinnvoll war das Ineinander von Lebensraum und Lebensweise. Mit dem Schwinden der Sperrinsel würde diese Harmonie innerhalb der Instinktverbindungen der Aale zur Disharmonie. Sie unterliegen weiter ihren Instinkten seit der Kreidezeit. Instinkte sind unbelehrbar.


Blickpunkt 6 - Die Atlanter

Abb. 6 Wer waren, ethnologisch gesehen, die Atlanter? (Künstlerische Impression von D. Brero)

Die Atlanter müssen, wenn sie gelebt haben, rechts und links vom allmählich sich verbreiternden Ozean Spuren hinterlassen haben, menschliche Relikte. Was weiss man aber von Menschen, die im frühen Quartär im atlantischen Raum lebten?

Eigentlich sehr wenig. Man kann nur annehmen, dass dort rothäutige Menschen lebten, etwa wie die Kariben, Quatemalteken und Maya. Auch in Westafrika wurde nichts nennenswertee an Skelettfunden zu Tage gebracht. Man nimmt an, dass im Quartär dieses Gebiet von der mediterranen Menschenrasse bewohnt gewesen sei, ähnlich den antiken Libyern, den heutigen Berbern, den ausgestorbenen Guanchen. Sie sind den Indios auf der anderen Seite des großen Teiches ebenso ähnlich wie den ihnen räumlich näheren Hamiten Nordostafrikas. Es ist ein einheitlicher Typus, - scharfes Profil, Adlernase, meist fliehende Stirn, meist strähniges Schwarzhaar. Es handelt sich um konstante Rassenmerkmale - eine Brücke über den Ozean ist damit geschlagen, zu viel älteren, beweiskräftigeren Höhlenmalereien im spanischen und westfranzösischen Raum (Malereien zeigen Männer, hochgewachsen, langbeinig, muskulös - immer braunrot)

Einwanderer nach Westeuropa? - Erste Expeditionen? Es besteht die Meinung, dass die Höhlenmalereien dem ursprünglich nicht europiden Volk der Cromagnards zuzuschreiben sind - vermutlich von oder über die Insel Atlantis von Westen hergekommen. Urindianer und Cromagnarde??? Um einen eventuellen Einspruch seitens der Antropologen zu begegnen sei folgendes aufgezeigt: Aus Herbert Wendt's lesenswertem Buch "Ich suchte Adam": "In den siebzig Jahren, die verflossen sind, seit Chester Stock über die Fußspuren von Carson City nachgrübelte, wurden überall auf dem amerikanischen Kontinent von Minnesota bis zur Magellanstrasse zahlreiche menschliche Skelette und Kulturen entdeckt. Diese Uramerikaner gehörten samt und sonders der Spezies Homo sapiens an; sie vereinigen die Merkmale von Cro-Magnon-Menschen mit mongolischen und indianischen Zügen. Ihr Alter lässt sich mit Hilfe der Radiokarbon- und des Fluortestes ziemlich genau bestimmen. Keines der Skelette hat länger als zwölftausend Jahre in amerikanischer Erde geruht..."

Waren die Roten die ersten Menschen? - Sofort wird die symbolische Bedeutung des rot bei alten und uralten Völkern begreiflich, die zum Pyramidengürtel, zum Strahlungskreis der atlantischen Frühkulturen gehörten. Rot - Farbe kaiserlicher, königlicher, fürstlicher und kardinaler Embleme. Triumphatoren und Götterbilder wurden rot bemalt. Ägypter bevorzugten knallrote Schminke (Standbild des Ranofer, IV. Dynastie), Purpur als Kirchenfarbe an hohen Feiertagen. - Immer ist an dieser Farbe des Blutes die Vorstellung höchster Macht, von Triumph und Herrlichkeit geknüpft. Unvergessene Erinnerung an uralte rote Weltbeherrscher auf Atlantis??


Blickpunkt 7 - Riesensagen

Abb. 7 Phantasievolle Darstellung kolossaler Standbilder über den Kanälen von Atlantis. Waren die Atlanter die Giganten der Vorzeit, von denen Mythen und Legenden berichten? (Bild: D. Brero)

Das sechste Kapitel des Buches Bereschith (1. Buch Mose, 6) enthält einen bisher unverständlich gebliebenen Vers: "4. Es waren aber in den tägen risen auf erden ... diese waren die gewaltigen vom anbeginn - und berühmte Männer..." Es genügt die beglaubigten Skelettrekonstruktionen der Cromagnards und Neandertaler miteinander zu vergleichen, um diesen seltsamen Bibelvers zu verstehen. Stammen die Sagen von den Riesen aus atlantischer Zeit? Sind diese Tatsachen die realistischen Unterlagen für alle Mythen?

Der Vatergott der Atlanter war der Riese Atlas. In alten Sagen traten Riesen, von spätzeitlichen Verzerrungen abgesehen, als Kulturträger auf. Ein Riese baute den nordischen Göttern ihre Burgen, sie hätten es nicht vermocht. Die Kyklopenbauten der Vorantike werden auf Riesen oder auf den Meergott Poseidon zurückgeführt, der Erderschütterer; wesensverwandt mit den vulkanischen Atlas. - Alle Kultur und Zivilisation geht vom Feuer vom feurigen Gott aus. Vulcanos ist älter als Jupiter, Tvastr älter als Indra oder Brahman, Ptah alter als Osiris, Loki älter als Odin. Die Sintflutaussage der Bibel also gilt den Riesen der Verfallszeit Atlantis, die mit den Menschen verbunden, sich aus Übermut und Verderbtheit über das irdische Maß erhoben und Züchtigung verdienten. Davon spricht auch der biblische Bericht:

"VI.5. Da aber Gott sahe / daß der menschen bosheit groß war auf erden / und daß alle gedanken des hertzens immerdar zum bösen gerichtet waren: 6. Da reuet es ihn / daß er den menschen gemacht hatte auf erden / und es war ihm inwendig im hertzen leid: 7. Und sprach: Ich will den menschen / den ich geschaffen hab / von dem angesicht der erden vertilgen / vom menschen an bis auf das viehe / von den kriechenden gewürme / bis auf die vögel des himmels: Denn es reuet mich / dass ich sie gemacht habe".

Vergleicht man den Bibelbericht und Platons Erzählung hinsichtlich der Motive für die Vernichtung der antediluvialen Menschheit, so besteht hier eine große Übereinstimmung. Die Sintflut, die die damalige Welt zu großen Teilen zerstörte, galt ihren Herren, den Riesen auf Atlantis. Sie waren jene "Gewaltigen vom Anbeginn", die Gibborim, die alle Völker ihres Umkreises verknechtet hatten.


Blickpunkt 8 - Ursprache

Abb. 8 Die uralte Sprache des baskischen Volkes stammt noch aus dem Paläolithikum. So bedeutet das Wort "aitzto" ("Messer") wörtlich ins Deutsche übersetzt: "Stein, der schneidet".

Zu den ungelösten, aber einer Lösung vielleicht zugänglichen Fragen gehört das Problem der vermuteten atlantischen Sprachrelikte. Dazu gehört auf europäischen Boden das Baskische. F.N. Fincks, wohl einer der grössten Autoritäten der vergleichenden Sprachwissenschaft, bezeichnet das Baskische als unbezweifelbare Fortsetzung des älteren Iberischen. Dieses wieder hat er mit "anderen Sprachen der kaukasischen Rasse", zu der er Kossäer, Chaldäer, Hetiter, Mitami , Lykier, Karer, Lyder, Mysier, Pisidier, Isaurer, Lykaoner, Kappadokier und Etrusker mitzählt, in eine Gruppe der Unbekannten zusammengefasst.

Das Baskische ist deshalb besonders interessant, weil, wie Gert von Natzmer es in seinem Buche "Die Kulturen der Vorzeit" erwähnt, manche Sprachforscher die Ansicht vertreten, dass gewisse sibirische Sprachen eine Ähnlichkeit mit den Baskischen aufweisen, zum Beispiel die Sprache der rezenten Rentiernomaden aus der Tschuktschen-Halbinsel im äussersten Nordostzipfel Asiens. Diese wiederum scheint mit lange schon erloschenen Idiomen vor- und frühgeschichtlicher Völker im Mittelmeerraum, einschliesslich Kleinasien, verwandt zu sein. Letzte Reste einer Eiszeitsprache Südosteuropas. Finck sagt weiter aus: "Alle diese südkaukasischen Sprachen und Dialekte gehen auf das zu Herodots Zeiten noch wesentlich einheitlichere Idiom der alten Iberer zurück. Das Baskische soll viele Sprachwurzeln und manche Worte besitzen, die dem Georgischen genau entsprächen.

Braghine erzählt: "Ich habe erlebt, dass ein früherer russischer Offizier georgischer Abstammung gleich nach seiner Ankunft in Nordspanien mit den Eingeborenen sprechen konnte. Er sprach Georgisch, aber die Basken verstanden ihn." Braghine erzählt auch, dass das Baskische eine auffällige Ähnlichkeit mit dem Japanischen besitze.

Zur weiteren Verwandtschaft des Urbaskischen gehört auch der älteste Autochthonenstamm mit Namen Osci, identisch mit Ausci, Vascones (Basken). - So enthüllt sich plötzlich ein Zeit und Raum umfassender, weltweiter sprachlicher Verwandtschaftskreis. Das Baskische, als erratischer Fremdling unter Europas Sprachen, erscheint als letztes Relikt einer voreiszeitlichen Weltsprache. Auch jenseits des Atlantik???

Man höre Braghine: "In Quatemala, im Norden, im Bezirk Peten, lebt ein Idianerstamm mit einer Sprache ähnlich dem Baskischen. Ein baskischer Missionar predigte dort in seiner Heimatsprache mit viel Erfolg. Von Peten ist's nicht allzuweit nach Tula in Mexiko. Dort wohnt der gleichfalls interessante Indianerstamm der Otomi; sie sprechen die alte japanische Mundart, und als der japanische Gesandte in Mexiko diesen Stamm besuchte, unterhielt er sich mit ihnen in diesem alten Dialekt.

Diese Sprachverwandtschaft schließt in überraschender Weise den vollen Sprachkreis. Wenn das Japanische dem Georgischen verwandt ist (über tungusische uralte Komponenten) und das Georgische über das ihm verwandte Baskische dem Quatemaltekischen, so kann es nicht verwundern, wenn die den Quatemalteken nahestehenden Otomi das Altjapanische verstehen. Diesen Idiomen muss eine uralte Weltsprache zugrunde liegen."


Blickpunkt 9 - Mit geologischen Urkunden auf der Suche nach dem Katastrophenherd

1. Das im Jahre 1898 verlegte Transatlantikkabel riss plötzlich auf 49 Grad Nord, 29 Grad westlich von Paris. Die Kabelenden waren anscheinend ins Bodenlose gefallen. Sie mussten mit Tiefseegreifern recht mühselig heraufgeholt werden, dabei wurden, wie der Zufall es wollte, auch andere Objekte vom Meeresboden mit herauf gebracht; darunter war ein gewichtiger Felsbrocken. Das Fundstück wurde im Pariser Museum deponiert.

Abb. 9 Die Empfangsstation der transatlantischen Telegrafenlinie im irischen Valentia. Der legendäre Kabelbruch, kurz nach Verlegen der Leitung, belegt plötzliche und gravierendende geologische Veränderungen des Meereesbodens.

Fünfzehn Jahre später untersuchte es der damalige Direktor des Ozeanographischen Institutes, Paul Termier [richtig: Pierre Marie Termier; d. Red.], ein weit über Frankreich hinaus bekannter und geschätzter Gelehrter. Das Stück war ein Tachylit von ausgesprochen glasiger Struktur. Über die Ergebnisse seiner Untersuchung hat Termier dann in einen aufsehenerregenden Vortrag "l'Atlantide" - d.h. "Atlantis" im Ozeanographischen Institut berichtet und darin die folgenden, für unser Thema äusserst bedeutsamen Schlussfolgerungen formuliert:

a) Das Stück ist vulkanischer Herkunft; der Meeresboden ist dort im weiten Umkreis von Lava bedeckt. Es müssen daher im Raume des Telegraphen-Plateaus einstmals sehr starke Vulkanausbrüche stattgefunden haben, bei denen jene Lava ausgeflossen ist, von welcher das Fundstück stammt.

b) Das Stück ist amorph, glasig und nicht kristallin in seiner Struktur. Es kann nicht im Tiefenwasser, es muss an freier Luft erstarrt sein. Nur ein damals obermeeriger Vulkan kann es ausgeworfen haben. Die Lava, die gewaltige Areale des heutigen Meeresboden deckt, stammt aus ehemaligen Landvulkanen.

c) Zugleich mit diesem Ausbruch oder sehr bald danach muss das ganze Gebiet sich um mehr als 2 000 m abgesenkt haben. Das Stück dokumentiert eine vorzeitliche Katastrophe mitten im Atlantik - dort, wo nach Platon die Insel Atlantis versunken sein soll.

d) Das Stück ist seiner mineralogischen Zuordnung nach, wie erwähnt, ein Tachylit. Tachylite lösen sich binnen etwa 15 000 Jahren im Meerwasser auf. Das Fundstück weist aber scharfe, nicht angefressene Konturen auf. Die durch seine Auffindung indirekt bezeugte Katastrophe im Atlantik musste sich vor weniger als 15 000 Jahren, also nach 13 000 v. Chr., ereignet haben, wahrscheinlich erheblich später. "Dieses Altersmaximum deckt sich überraschend mit Platons summarischer Angabe >9 000 Jahre vor Solon<, also um 10 000 v. Chr., und mit dem von uns ermittelten Durchschnittswert geologischer Schätzungen für das Quartärs-Ende."

Nach Termiers sachverständigem Urteil bildet jener Zufallsfund vom Telegraphen-Plateau ein gewichtiges Dokument im Streit um Atlantis.

Abb. 10 Das deutsche Forschungsschiff "Gauß"

2. Um 1900 hat das Expeditionsschiff "Gauß" (Abb. 10) ein Röhrenlot mit einem Sedimentpfropfen von 46 cm Länge aus der Romanche-Tiefe (7300 m) heraufgeholt. Diese Rinne liegt nahe des Äquators, westlich von der Liberiaschwelle, 4500 km von den Azoren entfernt. In den Pfropfen waren fünf Schichten und zuunterst Globigerinenkalk. Der Lebensweise dieser Planktonen entsprechend können sie nur in Tiefen von mindestens 2000 und höchstens von 4500 m existent sein. - Folglich muss dieser Meeresboden um mindestens 2800 m abgesenkt sein.

3. Untersuchen wir das Querschwellensystem im Atlantik, so stellen wir fest, dass das Nordatlantischen System voll entwickelt ist. Hier fehlt nichts. Anders im Süden. Die Schwellen im Süden und im nordamerikanischen Becken sind völlig verschwunden; sie erlitten ein Sonderschicksal, eine Zertrümmerung.

4. Neuere Bodenproben, über die Prof. Hans Petterson berichtet, bezeugen eine Sammlung von Reckord-Pfropfen von fast 3 m Länge. Der amerikanische Geophysiker Piggot hat sie aus dem Atlantik geholt und konstatiert, dass sie häufig zwei an Vulkanasche besonders reiche Zonen autwiesen. Dazu sagt Petterson: "Diese Asche muss von ungeheuren Vulkanausbrüchen stammen, die sich entweder bei den westindischen Vulkanen ereignet oder wahrscheinlicher von den Vulkanen auf dem Zentralrücken des Atlantik... Das oberste der beiden vulkanischen Profile trifft man oberhalb des obersten Glazialprofils an, was bedeutet, dass diese vulkanische Katastrophe oder diese Katastrophen in postglazialer Zeit eintraten ... Das bietet auf alle Falle einen starken Grund für die Annahme, dass die Zeit nach der letzten grossen Vereisung, in der Platons Atlantis untergegangen sein soll, wirklich eine vulkanisch seismische Katastrophenzeit innerhalb des Gebietes des Nordatlantik war..."


Blickpunkt 10 - Der Katastrophenherd

Abb. 11 Wie Otto Muck nahm M. Hocke an, das Hauptfragment des Planetoiden sei, aus nordwestlicher Richtung kommend, mit unvorstellbarer Gewalt im geologisch instabilen Atlantik-Boden eingeschlagen.

Wodurch konnten diese beiden gigantischen Schlaglöcher entstanden sein? - Durch tektonische Beben erzeugte Einsturztrichter? Auswaschprodukte unterseeischer Wirbel? Gegen diese Auffassung spricht die ungeheure Ausdehnung und Tiefe (etwa 200 000 Quadratkilometer). Die Kraft, die sie einst in den Simaboden des Atlantikraumes stanzte, muss über alle Vorstellungen gewaltig gewesen sein.

Relikt 1: Der eingebrochene Küstenstreifen im Nordwesten weist darauf hin, dass ein Planetoid (kein Meteor) aus Nordwesten eingeflogen ist, aus einer stark exzentrische Bahn kommend.

Relikt 2: kann das Trichterfeld von Carolina (Abb. 12) angesehen werden; es ist ein wertvolles Beweisstück in der Reihe unserer Dokumente. Die beiden nordamerikanischen Bundesstaaten North- und South-Carolina hatten 1939 eine neue Landvermessung beschlossen. Es waren Luftvermessungsarbeiten, die kopiert, im Stereokomparator eine unerwartete Sensation brachten. Alle Bilder waren übersät mit riesigen, teils kreisrunden, teils eiförmigen Gebilden, die sich teilweise überschnitten und unverkennbar als Einschlagstrichter riesigster Brocken erkannt werden konnten.

Das Luftbild enthüllte etwa 3000 solcher Wannen; die Hälfte davon war länger als eine Viertelmeile (ca. 400 m), und mehr als 100 waren länger als eine Meile (1600 m). Die gesamte Einschlagszone umfasst ca. 163 000 Quadratkilometer. Mindestens 10000 Riesentrümmer stürzten neben den Kernteilen auf diese Küste und zertrümmerten sie.

Wie groß war ungefähr der Himmelskörper, der das Trichterfeld von Carolina und die beiden Tiefseemulden im Südwestteil des Nordatlantik erzeugte? Schätzungsweise hatte er das Gesamtgewicht von etwa 2 Billionen Tonnen und ein ungefähres Gesamtvolumen von ca. 600 bis 700 Raumkilometer, also eine Kugel von etwa 10 km Durchmesser. Ein Gigant gegenüber allen Meteoren, die bis dato auf der Erde ankamen. Wir wollen ihn Planetoid A nennen. Er gehörte zur Adonis-Gruppe der Planetoiden, einer exzentrischen Gruppe von Himmelswanderern, mit extrem langgestreckten Ellipsenbahnen die zwischen Jupiter und Venus gezogen werden.

Abb. 12 Eine für die "Carolina-Buchten" typische Trichtergruppe.

Planetoid A kam in einer sehr flachen Bahn daher, der Erde so nahe, dass er durch gravitative Attraktion angezogen wurde, in einer immer steiler werdenden Fallparabel. In seiner Fallgeschwindigkeit muss er mit mindestens 15 bis 20 Kilometer pro Sekunde in den Wasserstoffmantel eingeschlagen sein, längs einer Bahn, die mindestens 30 Grad die Erdbahn kreuzte.

In etwa 400 Kilometer Höhe begann es um ihn rot zu leuchten im Wasserstofflicht. Je heisser er selbst wurde, desto blendender, weisser wurde sein eigener Glanz. Immer riesiger wurde der Gasschweif hinter ihm. Ungeheurer als je ein Komet es sein konnte, in einem Lichtglanz, vor dem die Sonne erblasste, muss dieser tötende Blitz herniedergestossen sein. Welches Auge ihn sah, wurde geblendet - für immer. Die Temperatur seiner Stirnfläche die den ärgsten Luftwiderstand und damit der stärksten Erhitzung ausgesetzt war, hat die zwanzigtausengrad-Grenze bestimmt überschritten; sie leuchtete zwanzig- bis hundertfach heller als die Sonnen-scheibe. Die nach rückwärts gerissenen Gase müssen dem brennenden Riesen ein phantastisches Aussehen gegeben haben.

Als er dann in den Stickstoffmantel einschlug und die letzten, dichtesten Luftschichten durchsetzte, wurde anscheinend die Erhitzung und die Zerreissspannung übermässig - er zersprang, sein spröder Steinmantel löste sich, im Gefolge mehrerer Explosionen, in eine Trombe tödlicher Trümmerstücke auf, die eine Furche des Verderbens quer über den Südostteil Nordamerikas zogen. Erst in unmittelbarer Bodennähe zerplatzte auch der Kern -mit einem Donnerschlag dem kein Trommelfell standhielt. Die beiden Riesenstücke, jedes gegen eine Billion Tonnen schwer, schlugen ins Meer. Berghoch spritzte es hoch und eine Flutwelle von unvorstellbarer Höhe brandetet von dem Wirbel um die Einschlaglöcher nach allen Seiten. Mit etwa zehn Kilometer Höhe hätte sie selbst den Gaurisankar überflutet.


Blickpunkt 11 - Aussagen der Mythen

Ein Ereignis von diesem supranormalen Ausmass, diesen unvorstellbaren Folgen und vor derart betäubender Erlebniswucht muss im Gedächtnis deren, die es erlebten einen fürchtbaren Eindruck hinterlassen haben. In allen bildhaften Mythen steht dieses Geschehen umrahmt. Zum Beispiel der Kodex Popul-Vuh der Mayas, "Schreckensgott Huracan überschwemmt die Erde, der Himmel brennt..."

Abb. 13 Diese Kopie einer Maya-Darstellung zeigt einen reich geschmückten Mann, der in einem Boot einer vulkanischen Katastrophe zu entfliehen versucht. Mythologische Reminiszenz an den Untergang einer Vorläuferkultur der Maya?

Das Buch Chilam Balam aus Chumayel (Mayas) schildert: "...dann kamen furchtbaren Schwalles die Wasser. Und mit der grossen Schlange fiel der Himmel herunter und das trockene Land versank ..." Dies von nahen Völkern. Von fernen Völkern ist die altgriechische Sage vom Phaeton, der Leuchtende, (ein Beiname des Helios) der im mythisch-allegorischen Bilde seinen Sonnenwagen aus der vorgezeichneten Bahn treibt, quer über den Himmel ausbricht und die halbe Erde verbrennt, ein typisches Bild des vergangenen Geschehens. Der Lenker stürzt vom Blitz des Zeus getroffen in das Wasser des Eridanos, des mythischen Flusses im Westen.

Sehr bildhaft und gar nicht übertrieben schildert das Gilgamesch-Epos das Aufziehen der Katastrophe und ihren Ablauf: "... Als der Morgen erschien, stieg rabenschwarzes Gewölk auf. Alle bösen Geister wüteten, alle Helligkeit war verwandelt in Finsternis. Es brauste der Südsturm, die Wasser brausten dahin, die Wasser erreichten schon das Gebirge, die Wasser fielen über alle Leute. Sechs Tage und sechs Nächte lang rauschte der Regen wie Sturzbäche. Am siebenten Tage liess die Sturmflut nach. Es war eine Stille wie nach einer Schlacht.

Das Meer wurde ruhig, und der Sturm des Unheils war still. Ich blickte aus nach dem Wetter, da war es gar stille geworden. Alle Menschen waren zu Schlamm geworden. Ein ödes Einerlei war der Boden der Erde." Diese Erzählung ist im Epos Utnapischtim, dem Urahn des Gilga-mesch, dem sumerischen Noah, in den Mund gelegt - dem Mann, der als einziger, vom Gott Ea rechtzeitig gewarnt, in seiner Arche die Sintflut überdauerte und dann mit seinem Weibe ins Westmeer, an die Mündung der Ströme, auf eine selige Insel entrückt wurde. War das der Rest von Atlantis, das geheimnisvolle Land Tlillan - Tlapallan der Mayasagen?

Klarer und nüchterner noch ist das Zeugnis der Völuspa, dieses eigenartigen, ältesten, weit vorgermanischen Zeiten entstammenden und noch im Mittelalter auf Island gesungenen Götterliedes, die älteste Geschichte der Menschheit verkündend:

"Erst war die Zeit, da Ymir hauste, war Sand nicht noch See, noch salzige Woge, Erde nicht fand ich, noch Himmel darüber, Gähnende Leere und Gras nirgends.

3. Bis Burs Söhne die Scholle hoben. Sie, die Midgard, die Märe, schufen. Südher schien Sonne auf Steinzinnen, ward der Grund grün vor grünendem Lauch.

4. Südher die Sonne, des Mondes Gesellin, rührte mit der Rechten den Himmelsbord. Sonne kannte ihre Säle nicht. Mond kannte seine Macht nicht. Sterne kannten ihre Stätten nicht....."

Abb. 14 "Wie bist du vom Himmel heruntergefallen, du Morgenstern, der du morgens frühe aufgingst? Wie bist du auf die Erde gefallen, der du die Völker verwundet hast?" Jesaia 16.12

Das Erinnern an das Erzittern der Erde, Schmelzen der Eisdecke, bis nach Skandinavien hinauf, ist in dieser Erinnerung. (...Das Land wird grün, unter der hochsteigenden Sonne). Das Taumeln, Beben und Zittern der Erde wird in der vierten Strophe auf den Himmel transponiert. Sonne, Mond und Sterne sind weglos geworden, irren scheinbar umher. Wenn die Erde taumelt, taumelt für uns Irdische das All mit den Sternen. Die scheinbare Himmelspolverlagerung ist für uns eine Erdpolverlagerung gewesen.

Im Alten Testamente findet man nur eine Stelle im XVI. Kapitel des Jesaia, in Verbindung mit einer Prophezeiung, dass es Babylon und seinen Königen ebenso ergehen würde, wie es den früheren "Fürsten der Erde" ergangen war: "12. Wie bist du vom Himmel heruntergefallen, du Morgenstern, der du morgens frühe aufgingst? Wie bist du auf die Erde gefallen, der du die Völker verwundet hast? 13. Du sprachest in deinem Herzen: Ich will hinaufsteigen in den Himmel und meinen Stuhl über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich auf den Berg des Bundes setzen zur Seiten gegen Mitternacht. 14. Ich will hinaufsteigen über die höchsten Wolken und will den Allerhöchsten gleich sein. 15. Aber du wirst zur Hölle heruntergezogen werden, in die tiefe Grube. . . "

Der Aufstand der abgefallenen Engel unter Luzifer erinnert lebhaft an ähnliche hellenische Sagen: Den Aufstand der Giganten, den Aufruhr der Aloiden, die Kämpfe zwischen Göttern und Titanen. Hier entscheidet der Donnerkeil des Himmelsgottes den Kampf. Er schlägt Typhoon], die Giganten, die Aloiden in den Boden, er begräbt sie unter Vulkanen. Ist hier nicht ein Zusammenhang von mythisch übersteigerten Erzahlungen und den nüchternen Rekonstruktions-Bericht über den Einsturz des Planetoiden A ???

Das letzte Wort: [...] "...im Verlaufe eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht.." (lt. Platon) Ein grosser Paukenschlag leitet ein Höllenkonzert ein. Die Erde bricht auf - Magma kämpft mit Wassermassen des Atlantik. Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrisse, Landeinbrüche, Meeresbodenabsenkungen sind die wesentliche Bgleiterscheinungen der Atlantiskatastrophe. Die Reissnaht der Erde war ca. 4000 km lang, von Portorico bis nach Island. - Flutmassen rasten rund um die Erde und Wasserdampfwolken hüllten alles Geschehen barmherzig ein. - Das war der Untergang des letzten Teiles der Kultur der Atlantis.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Manfred Hocke (© Bernhard Schöps) aus dem Jahr 1978 erschien online erstmals unter http://home.t-online.de/home/schoeps_weinheim/atlant0.html (nicht mehr online)


Bild-Quellen

(1) http://www.cyberdh.com/atlan/html/picture_2.htm (nicht mehr online)

(2) http://www.frachtschiffreisen-pfeiffer.de/Komponenten/weltkarte.gif (nicht mehr online; Bearbeitung Atlantisforschung.de)

(3) http://www.pik-potsdam.de/~stefan/images/golfstrom_small.jpg (nicht mehr online)

(4) http://www.nhc.ed.ac.uk/historyimages/Challenger_1872.gif (nicht mehr online)

(5) http://home.t-online.de/home/mild.t/Aalseite/sargassosee.jpg (nicht mehr online)

(6) http://www.cyberdh.com/atlan/html/picture_21.htm (nicht mehr online)

(7) http://www.cyberdh.com/atlan/html/picture_3.htm (nicht mehr online)

(8) http://www.hls.sha.bw.schule.de/konflikt/basken/basken1.gif (nicht mehr online)

(9) europhysicsnews, unter: http://www.europhysicsnews.com/full/17/article4/article4.html (Bild nicht mehr online)

(10) deutsche-schutzgebiete.de, unter: http://www.deutsche-schutzgebiete.de/kaiser_wilhelm_ii-land.htm (Bild nicht mehr online)

(11) Sterrenkundig Instituut "Anton Pannekoek" van de Universiteit van Amsterdam, unter: http://www.astro.uva.nl/encyclopedie/images/chicxulub.gif

(12) http://www.abob.libs.uga.edu/bobk/cbay.html (nicht mehr online)

(13) Andrew Collins, "Neue Beweise für Atlantis", Scherz-Verlag, 2000

(14) THE PLANETARY SOCIETY, unter: http://www.planetary.org/html/neo/Objects-Impacts/Images/acomb.jpg (Bild nicht mehr online)