Der geplünderte Mound von East St. Louis, Illinois (1908): Unterschied zwischen den Versionen

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"''[https://de.wikipedia.org/wiki/St._Louis St. Louis], 27. November - Ein indianischer [https://de.wikipedia.org/wiki/Mound Mound], welcher die Skelette von 14 prähistorischen indianischen Kriegern und das eines indianischen Häuptlings enthielt, der mehr als sieben Fuß ''[>2,13 m; d.Ü.]'' groß war, wurde heute zufällig im Herzen von [https://de.wikipedia.org/wiki/East_St._Louis East St. Louis] ausgegraben.''
  
 
[[Datei:Detroit Times 27-11-1908.jpg|thumb|left|200px|'''Abb. 2''' Die Titelseite der Zeitung ''The Detroit Times'' vom 27. November 1908]]
 
[[Datei:Detroit Times 27-11-1908.jpg|thumb|left|200px|'''Abb. 2''' Die Titelseite der Zeitung ''The Detroit Times'' vom 27. November 1908]]

Aktuelle Version vom 10. Oktober 2019, 09:50 Uhr

Ganz 'normale' Bürger betätigten sich als Grabräuber

Vorbemerkung

Abb. 1 Skizzen zur geographischen Lage von East St. Louis im St. Clair County, Illinois

(bb) Wer sich in Sachen historische Gigantologie Nordamerikas mit dem Problem des 'Fund-Schwunds', also mit mit dem spurlosen Verschwinden aberhunderter in Fundberichten - Pressemeldungen, County-Historien, wissenschaftlichen Aufsätzen usw. - erwähnter Spezimen befasst, wird feststellen: Dieses Phänomen lässt sich keineswegs ausschließlich im Rahmen simpler Verschwörungstherorien erklären (etwa: "Die Smithsonian Institution hat diese unerwünschten Fundstücke verschwinden lassen."), sondern es ist höchst vielschichtiger Natur. [1].

Von wesentlicher Bedeutung war z.B. die regelrechte Ausplünderung altamerikanischer Mounds und anderer präkolumbischer Grabstätten, die entweder zu kommerziellen Zwecken betrieben wurde, oder aber - ohne jedes Unrechtsbewusstsein - auf der Jagd nach Souverniers und in völliger Ignoranz hinsichtlich der Tatsache erfolgte, dass dabei unschätzbare archäologische Werte und Erkenntnis-Möglichkeiten vernichtet wurden. Als plakatives Beispiel für letztgenanntes Verhalten stellen wir hier nachfolgend einen Bericht der Tageszeitung The Detroit Times (Abb. 2) vor, die in ihrer Ausgabe vom 27. November 1908 kritisch über einen solchen Vorgang in der Stadt East St. Louis, St. Clair County (Abb. 1), im Südwesten des US-amerikanischen Bundesstaates Illinois berichtete:

KNOCHEN VON 14 INDIANERN WEGGETRAGEN

"St. Louis, 27. November - Ein indianischer Mound, welcher die Skelette von 14 prähistorischen indianischen Kriegern und das eines indianischen Häuptlings enthielt, der mehr als sieben Fuß [>2,13 m; d.Ü.] groß war, wurde heute zufällig im Herzen von East St. Louis ausgegraben.

Abb. 2 Die Titelseite der Zeitung The Detroit Times vom 27. November 1908

Als sich die Nachricht von dieser Entdeckung in der Stadt verbreitete, versammelte sich eine Menschenmenge von hunderten Personen an der Ecke Second-st. und St Clair Ave., wo der Fund gemacht wurde. Innerhalb von einer Stunde waren alle Knochen der vierzehn Skelette, mit Ausnahme eines Schädels, von neugierigen Zuschauern als Souveniers weggetragen worden. Mit den Knochen gingen mehr als zwanzig wertvolle Keramik-Relikte verloren, die bei den Leichen gefunden wurden.

Durch die unverantwortliche Schändung des indianischen Mounds durch das Publikum ging, wie vermutet wird, ein wertvoller Beitrag zur Geschichte der indianischen Mounds in und um East St. Louis herum und einer der vollständigsten Hinweise auf das Leben der Eingeborenen verloren, die hier seit Jahren entdeckt wurden. Die Prehistoric Society of Illinois wurde über diesen Fund und die Schändung des Mounds durch Vandalen benachrichtigt. Es wird erwartet, dass die Gesellschaft Schritte unternehmen wird, um so viele der Gegenstände und Skelette wie möglich wiedererzuhalten.

Die Entdeckung wurde kurz nach zehn Uhr von Mr. William Lasby zutage gefördert, einem Arbeiter, der bei E.C. Gedney beschäftigt ist, einem Bauunternehmer, der an dieser Stelle ein Lagerhaus errichtet. Lasby nahm Grabungen für das Fundament vor und hatte eine Tiefe von fünf Fuß [ca. 1,52 m; d.Ü.] erreicht. Plötzlich , als er seinen Spaten in die Erde stieß, traf er auf ein Hindernis, das nicht nachgab. Lasby grub darum herum, und nach einer halben Stunde Arbeit enthüllte er einen aufrecht stehenden Stein-Sarkophag, der fünf Fuß aus der Erde hervorragte. Als er tiefer grub, stieß er plötzlich auf einen Schädel. Die Grabung wurde sorgfältig fortgesetzt, und innerhalb kurzer Zeit wurden fünfzehn komplette Leichen freigelegt, die in einem Halbkreis um den Sarkophag herum angeordnet waren.

Dann wurde der Stein-Sarg ausgegraben. Er war mehr als sieben Fuß lang und zirka achtzehn Zoll breit. Er war fest versiegelt. In Gegenwart der Menge, die sich versammelt hatte, wurde der Stein-Sarg mit Schaufeln und Picken aufgebrochen. Das Skelett eines riesenhaften, sieben Fuß [ca. 2,13 m; d.Ü.] großen Indianers kam zum Vorschein. Der Mann, augenscheinlich ein Häuptling, war stehend bestattet worden. Eine lange Fraktur des Schädels zeigte , dass er diese tödliche Wunde im Kampf empfangen hatte.

Als die Leiche des Häuptlings freigelegt wurde, waren die zuvor entdeckten Skelette bereits zerstört und von der Menschenmenge weggenommen worden. Jene, die sich kein Stück von den ersten Relikten beschafft hatten, sprangen begierig zur Leiche des Häuptligs hin, und suchten zwischen den Knochen nach einem kostbaren Souvenir. Innerhalb eines Moments war die Leiche des Kriegers verschwunden. Das Gewicht des großen Stein-Sarges war alles, was die Vandalen daran hinderte, ihn mit Beschlag zu belegen. Er ist alles, was von einer Entdeckung übrig geblieben ist, die sich vermutlich als historisch wertvollste innerhalb eines Jahrzehnts erwiesen hätte." [2]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

Bild-Quellen:

1) DemocraticLuntz in der Wikipedia auf Englisch (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:St. Clair County Illinois Incorporated and Unincorporated areas East St. Louis Highlighted.svg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“)
2) CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspapers, unter: All Pages: The Detroit times. [volume, November 27, 1908, FIRST EDITION]