Die Etrusker (The Atlantis Encyclopedia)

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von Frank Joseph

Abb. 1 Die Rekonstruktion der Frontseite eines etruskischen Tempels, Via Giulia Museum, Rom

Die Etrusker waren ein in vorrömischer Zeit enstandenes Volk, das im westlichen Mittelitalien zwischen ca. 800 v.Chr. und 200 v.Chr. eine einzigartige Zivilisation errichtete.

Obwohl sie rassisch den Indoeuropäern zuzuordnen sind, war ihre - bis heute weitgehend unübersetzte - Sprache anscheinend mit den finno-ugrischen verwandt, was sie zumindst liguistisch in entfernte Beziehung mit den Ungarn, Esten und Finnen bringt. Sie selber bezeichneten sich als Rasna; Etrusker war der Sammelname, unter dem sie wegen ihrer Ansässigkeit in der Toskana bei den Römern bekannt waren. Ihre Herkunft ist ungewiss, aber sie scheinen einer Verschmelzung von aboriginalen Italienern, den Villanova-Leuten, gegen 1200 v.Chr., mit auswärtigen Ankömmlingen, vor allem von der Nordwestküste Kleinasiens zu entstammen.

Trojanische Ursprünge aus der Zeit nach der Plünderung von Ilios, vormals von Gelehrten als gänzlich abstrus betrachtet, lassen sich zumindest teilweise aus Terrakotta-Artefakten heraus ableiten, die trojanische Motive aufweisen. Die etruskische Schrift ist mit Beispielen der trojanischen vergleichbar, und die Flucht des Aeneas aus Troja findet sich ebenfalls in der etruskischen Kunst.

In Platos Dialog Kritias lesen wir, dass sich die Expansion der Atlantier bis nach Italien erstreckte, und insbesondere, dass Etrurien unter den Einfluss von Atlantis geriet. Einige charakteristisch atlantische Themen überlebten in der etruskischen Kunst, wie etwa die aus Terrakotta gefertigten, großen geflügelten Pferde des Poseidon aus Tarquinia. Einige Gelehrte nehmen an, dass der Name 'Italien' etruskischen Ursprungs sei. Sollte dies zutreffen, so wäre es eine weitere Verbindung mit Atlantis, denn Italien ist eine Ableitung von Italus oder Atlas.


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Frank Joseph (©) wurde seiner Atlantis Encyclopedia (Career Press, 2005) entnommen (Lemma: "Etruscans", S. 110-111). Bei Atlantisforschung.de erscheint er in eigener Übersetzung ins Deutsche und mit redaktioneller Bearbeitung im April 2017.

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