Die Kultur des roten Gürtels von Peru bis Babel

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von Kurt Bilau (1935)

Abb. 1 Anhand dieser Skizze der Verbreitung atlantidischer Kultur (nach Donnelly, 1882) läßt sich nachvollziehen, was sich Kurt Bilau unter der "Kultur des roten Gürtels" vorstellte.

Auf die Kultur des roten Gürtels (Abb. 1) kann ich hier nicht genauer eingehen. Die Schilderung der kulturellen Zusammenhänge würde ein Werk füllen, jedoch gehört das nicht hierher. Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, daß einige ganz kurze Feststellungen meine Leser nur anregen sollen, darüber nachzudenken.

Die Rückseite des Sonnentores von Kalasasaya (Abb. 2) zeigt Leistenrahmen um Tür und Bindfenster, die an griechische Formen gemahnen, und gar die oben enger werdende Tür erinnert uns an die gleichen Formen bei Ägyptern und Babyloniern (Sumerern). Gewaltige aus einem Block gehauene Obelisken wurden in genau derselben Form (vierkantig, mit Schriftzeichen bedeckt, und poliert) in Mittelamerika, Ägypten und Babylonien, ebenso Pyramiden. Nimmt man nun noch hinzu, dass hüben wie drüben die Mumifizierung der Toten üblich war, also derselbe Glaube an das Fortleen nach dem Tode bestand, so kann man daraus schon schließen, daß dieselbe Kultur von Peru bis Babel sich als "Kultur des roten Gürtels" erstreckt hat.

Rot, weil die Kulturträger eine rote Hautfarbe hatten. Die ältesten griechischen Berichte sprechen von roten Ägyptern, die sich auf Grabmalereien auch selbst so darstellten. Rot war die Königin Nofretete, und zwar etwas heller als das Volk. Rot ist nicht nur die Büste der Nofretete im Berliner Museum, sondern ebenso rot sind die Portraitköpfe, die die Engländer in Kusch am unteren Euphrat ausgegraben haben. Rot waren vor allen Dingen auch noch Phönizier, die deswegen ja auch so genannt wurden. Phoinix heißt dunkelrot.

Demgegenüber sind die viel jüngeren Bewohner des Nordlandes, die von einer breiten nördlichen Basis aus ein Dreieck bevölkerten, dessen südliche Spitze bis nach Nordspanien hinunterreichte, eine weiße Rasse. Wirth nennt diese Kultur die Kultur des >Weißen Keils<. Der Ausdruck scheint treffend, denn die Nordleute haben sich wie ein weißer Keil in die Kultur des roten Gürtels hineingezwängt. Es mag sein, daß die Nordländer sittlich höherstanden und infolge des harten Nordklimas körperlich tüchtiger waren als die uralte und bereits dekadent gewordene rote Rasse. Ein Beispiel dafür gibt die ägyptische Geschichte.

Abb. 2 "Die Rückseite des Sonnentores von Kalasasaya zeigt Leistenrahmen um Tür und Bindfenster, die an griechische Formen gemahnen, und gar die oben enger werdende Tür erinnert uns an die gleichen Formen bei Ägyptern und Babyloniern." (Bilau, 1935)

Urplötzlich taucht aus dem Dunkel der Vergangenheit ein rotes kulturell hochstehendes Volk im Nillande auf, noch bleibt es in tiefes Dunkel gehüllt, woher diese Kultur kam, die 6000 v. Chr. schon auf großer Höhe stand. Wir sehen dann, wie dieser Rest roter Kultur mit einigen Schwankungen immer mehr zerfällt, bis etwa 500 v. Chr. diese Kultur sich langsam auflöste. Die Griechen als weißes Nordlandsvolk übernahmen die kulturelle Führung. Man braucht nur einen Blick auf die Götterbilder beider Völker zu werfen, die fratzenhaft verzerrten Scheußlichkeiten der Ägypter, die unser Bild in der Göttin Thouéris zeigt (Abb. 2), und die herrlichen Idealfiguren der griechischen Götter, die hier gar nicht wiedergegeben zu werden brauchen.

Die Rote Kultur wurde vom weißen Keil zurückgedrängt, nicht ohne ihre Spuren in nördlicheren Ländern wie England zu hinterlassen. Dort liegt die Kultstätte Stonehenge, bei der wenigstens einigermaßen bearbeitete Steinblöcke verwendet wurden. Die Wissenschaft sagt, daß diese bearbeiteten Steindenkmäler nichts mit der indogermanischen Kultur zu tun haben, sondern älter sind. Es wäre ja sonst auch gar nicht zu verstehen, wenn die selbe Menschenrasse, die vor 10 000 Jahren v. Chr. das Sonnentor von Kalasasaya schaffen konnte, die auf dem Vorposten von Stonehenge doch wenigstens immer noch ein eckiges Behauen der Bausteine kannte, mit ihren Werkzeugen so primitiv geworden sein soll, wie die nordische Kultur dies erkennen läßt.

Die ältesten nordischen Kultsymbole sind etwa 4000 - 5000 v. Chr. entstanden und sind nichts weiter als mühsame Felskritzeleien, hergestellt mit völlig unzureichenden Werkzeugen, wahrscheinlich mit Steinwerkzeugen. Sowohl die Präincas wie die Urägypter kannten aber Metallwerkzeuge und konnten Riesenblöcke nicht nur aus dem Fels herausschneiden, sondern sogar polieren. Man vermutet, daß die Ägypter eine heute noch unekannte Kupfereisenlegierung kannten, die Stahl an Härte zum mindesten erreichte.

Selbst wenn wir die kühnsten Hoffnungen der Wirth-Anhänger gelten lassen und annehmen, daß die ältesten nordischen Kultsymbole bis 6000 v. Chr. zurückreichen (die germanischen Sprachen sind sogar erst etwa 1500 v. Chr. entstanden), so ist das kein Alter gegenüber einer Kultur, die mit Sicherheit 9500 v. Chr. hochentwickelt im Sonnentore von Tihuanacu (Kalasasaya) ausklang. Es ist ja auch durchaus zu verstehen, daß während der Eiszeiten und der Gürtelfluten Menschen nur auf den beiden subtropischen Gürteln leben konnten. Der Lebensraum wurde einerseits durch das vordringende Eis, andererseits durch die Gürtelflut eingeschränkt. Die weißen Nordmenschen fanden erst viel später nach Zurückweichen des Eises eine Lebensmöglichkeit.

Abb. 3 Bilau´s ideologisches Kunst- und Kulturverständnis zeigt sich anhand seines abwertenden Vergleichs dieser tierhaften Darstellung der ägyptischen Göttin Thouéris mit den "herrlichen Idealfiguren der griechischen Götter".

Nochmals sei betont, daß die im Mittelalter in Peru gefundenen Incas rein gar nichts mit den Präincas zu tun hatten. Sie waren eine weiße, blauäugige Rasse, vielleicht versprengte Wikinger, jedenfalls irgend ein weißer Stamm, der ein primitives rotes Volk beherrschte. Die Kultur der Incas stand zwar hoch über der ihres roten Volkes, jedoch waren die Incas nicht einmal imstande, die herrlichen Bauten der Präincas zu unterhalten, geschweige denn neue aufzuführen.

Um sich die Zeitfolge der Kulturen deutlich vor Augen zu halten, muß man immer daran denken, daß die Präincas lange vor den Zeiten, in denen Menschen überhaupt in dem eiserfüllten Nordland existieren konnten, bereits Baublöcke von 6 X 3 X 3 m hoch von ihren Bergen herab über Täler und Seen zu ihren Tempelbauten herantransportierten. Bei ägyptischen Bauwerken wurden zwar noch größere Blöcke, die Grundsteine des phönizischen Baaltempels in Baalbeck, 9 X 4 X 4 m groß verwendet, aber nicht mehr so weit transportiert. Mühsam bauten sich Ägypter und Phönizier Dämme vom Steinruch bis zur Baustelle, oder es wurden gleich die natürlichen Felsen an Ort und Stelle bearbeitet, so der Felsen, aus dem die 57 m lange Felsskulptur des Sphinx herausgehauen wurde oder auch ägyptische und indische Felstempel und -gräber.

Ob Atlantis der Mittelpunkt der roten Kultur oder nur die Brücke von Peru zum Mittelmeer bildete, bleibe dahingestellt. Plato schildert uns die Höhe der Atlantiskultur in den glühendsten Farben - gold- und elfenbeinstrotzende Tempel und Paläste, Brücken und Kanäle, gedeckte Häfen, Rennbahnen neben Kasernen der Leibgarde, prächtige warme und kalte Bäder und eine vorbildliche Staatsordnung und Gesetzgebung. Jedenfalls war Atlantis ein wichtiges Glied des roten Gürtels, und die Kolonien der Atlanter im Mittelmeer in Libyen, bei den Turdulern (Spanien) und Tuskern und vielleicht auslaufend in der phönizischen Kultur haben die rote Kultur lange vor der weißen an das Mittelmeerbecken gebracht.

Wenn auch der Satz ex oriente lux falsch ist, so ist doch der veränderte Satz ex occidente lux - aus dem fernen Westen kam einst die Kultur - unbedingt richtig. Zu den Zeiten, als Atlantis, aller Wahrscheinlichkeit nach zugleich mit Kalasasaya, der selben Mondeinfangskatastrophe zum Opfer fiel, war der weiße Nordmensch allerdings schon an das Mittelmeer gelangt. Einen Versuch der Atlanter, ihre Mittelmeerkolonien endgültig zu einem Reich zusammenzuschließen, vereitelte der griechische Feldherr Herakles.


Fortsetzung:

Solons Bericht und die atlantische Großinsel (K. Bilau)


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Kurt Bilau (1872-1941) wurde seinem Buch "("Die Offenbarungen des Johannis - Ein Mondniederbruch vor 11 400 Jahren" entnommen (S. 46-49), das 1935 in Berlin veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er (2006) in einer redaktionell bearbeiteten Online-Fassung.


Bild-Quellen

(1) http://www.alien-girl.de/msr/Wissen/Atlantis.htm (Bild-Bearbeitung durch atlantisforschung.de)

(2) K. Bilau, 1935 (3) ebd.