Die Legende vom Riesen Ki-chi-ki-wa-na

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Vorbemerkung

Abb. 1 Ein Blick auf Giant's Tomb Island im Huronsee, wo nach indianischen Überlieferungen der Riese Ki-chi-ki-wa-na bestattet worden sein soll.

(bb) Einen kleinen Einblick in die mythisierten Überlieferungen der indianischen Ureinwohner Kanadas in Bezug auf die vorzeitlichen Riesen ihrer Heimat bietet uns ein kurzer Artikel, der 1921 in der US-amerikanischen Zeitung South Bend News-Times aus Indiana erschienen ist. Dieser Artikel zeigt recht deutlich, wie leichtfertig damals die betreffenden indianischen Uralt-Überlieferungen - auf ihre märchenhaft-mythisierten Elemente reduziert [1] - als tradierte Phantastereien abgetan wurden:

Der indianische Riese

"Der Überlieferung kanadischer Indianer zufolge lebte einst ein zwei Meilen großer Mann in der Nähe der Niagarafälle. In diesem Monat machen sie ihre jährlichen Kanu-Besuche beim angeblichen Grab des Monstrums auf Giant's Tomb Island (Abb. 1) [2] in der Georgsbucht des Huronsees.

Das lässt sie schmunzeln? Nichtsdestotrotz wurde seit Jahrhunderten jedem kanadischeen Indianer von Kindheit an beigebracht, an den indianischen Riesen zu glauben. Genauso, wie Sie an den Nikolaus geglaubt haben. Sie haben den Nikolaus aus den Gedanken verloren, als Sie erwachsen wurden. Doch umso älter die Indianer werden, desto fester glauben sie an den mythischen Riesen, was zeigt, dass der Unterschied zwischen Unzivilisiertheit und Zivilisation mehr mit dem Gehirn als mit materiellen Werken zu tun hat [sic!; bb].

Abb. 2 Ein Indianerlager am Huronsee in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die damals lebendigen Überlieferungen der kanadischen Natives über die Riesen aus der Zeit ihrer Ahnen haben sich bis ins 20. Jahrhundert hinein erhalten - und existieren vermutlich noch heute.

Es gab Riesen auf Erden in jenen Tagen. So lautet die Überlieferung der kanadischen Indianer. Eine Rasse von Riesen, die in der Nähe der Hudson Bay lebte, bekämpfte sich untereinander, bis nur noch einer übrig war - Herr Ki-chi-ki-wa-na. Einsam wanderte er nach Süden und amüsierte sich damit, riesige Felsbrocken umher zu werfen. Dies öffnete, wie die Indianer sagen, einen Wasserabfluss für den Eriesee und schuf die Niagarafälle.

Eines Tages, besagt die Legende, schleppte der Riese einen Berg fort, trat auf einen gewaltigen Fisch, rutschte aus und fiel hin, wobei der Berg zerschmettert wurde. Seine Bruchstücke sind heute die Thirty Thousand Islands. Schließlich starb der Riese und die Indianer sagen, dass ihre Vorfahren, die ihn nicht von der Stelle bewegen konnten, ihn mit Erde und großen Steinen. Ihr Sohn würde ohne Ermahnungen Geographie studieren, wenn es in seinen Büchern ein paar Stories wie diese gäbe.

Jede Rasse besitzt folkloristische Überlieferungen, wie die vom indianischen Riesen, von Gog und Magog in Wales in dem riesigen Drachem ind China. Sind dies zur Gänze Mythen? Oder haben sie in Wirklichkeit irgendeine magere tatsächliche Grundlage? Wahrscheinlicher ist, dass Lügenbarone und Visionäre, wie es sie auch heute gibt, schon in den frühen Tagen des Menschen existierten. [sic!; bb] Sie spannen ihr Garn, welches, von Generation zu Generation weitergegeben, schließlich als Tatsache akzeptiert wurde. Eine Lüge wird allgemein geglaubt, wenn sie oft genug wiederholt wird. Die Zeit, im Maßstab von Jahrtausenden, tötet sie.

In zehntausend Jahren werden die Menschen in South Bend [3] über einige der heute vertretenen Ansichten und Theorien schmunzeln, so wie Sie über den indianischen Riesen schmunzeln mögen, der die Niagarafälle schuf." [4]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Zum 'harten historischen Kern' der Sagen und Legenden der kanadischen Indianer über Riesen siehe bei Atlantisforschung.de: G. Iudhael Jewell, "Die kanadischen 'Riesen' - Wer besiedelte vor 4000 Jahren das Tal des St. Lorentz-Stroms?" --- Benoit Crevier (Editor), "Die kanadischen Riesen von Cayuga", nach: The Daily Telegraph (Toronto, Ontario) 23. Aug. 1871 --- "Die Riesenaxt von Manitoba, Kanada - Die 'Riesen der Vorzeit' haben auch im Osten der kanadischen Prärieprovinzen ihre Spuren hinterlassen" (red) --- sowie diverse weitere Fallbeispiele in unserem Hauptartikel: "Historische Riesenfunde in Kanada" (bb)
  2. Anmerkung: John Robert Colombo hielt dagegen in jüngerer Zeit fest: "Huronischer Überlieferung zufolge muss die Insel zu jeder Zeit gemieden werden, besonders in der Nacht, [denn] andernfalls wird der todesähnliche Schlaf des Riesen gestört und die Konsequenzen werden erheblich sein." Quelle: Derselbe, "Mysteries of Ontario", Dundurn, 1999, S. 178 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  3. Red. Anmerkung: Hier werden die Leser/innen der hauptsächlich in South Bend, Indiana, vertriebenen Zeitung direkt angesprochen.
  4. Quelle: o.A., "The Indian Giant", 04. August 1921, in South Bend News-Times (Morgen-Ausgabe); Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de nach der digitalisierten Fassung der Zeitung bei CHRONICLING AMERICA - Historic American Newspapers.

Bild-Quellen: