Die prähistorische Kultur des Capsien: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 12. Februar 2020, 15:13 Uhr

Abb. 1 Eine Karte mit dem Kerngebiet der Kultur des Capsien (blau) sowie zur Verbreitung jener des Iberomaurusien (grün) in Nordafrika

(red) Die Kultur des Capsien war, wie Tony O’Connell es in seiner Atlantipedia formuliert, "das afrikanische Gegenstück zur Kultur des Azilien in Europa (8000 bis 4500 v. Chr.). Sie gehörte zu einer Reihe von Gliederungen, die unter dem Sammelbergriff Cro-Magnon zusammengefasst werden. Ursprünglich befand sie sich in der Region der tunesischen und algerischen Schotts (Abb. 1; blauer Bereich auf der Karte) und verbreiteten sich später in Nordafrika. [Ihre Angehörigen] werden allgemein als Vorfahren der heutigen Berber betrachtet, welche häufig als Nachkommen der Atlantier vorgeschlagen werden." [1]

Abb. 2 Hier die Darstellung einer charakteristischen Straußenei-'Flasche' der Kultur des Capsien

Über archäologische Charakteristika dieser epipaläolithische (dem Übergang von der Altsteinzeit zur Jungsteinzeit zugerechneten) Kultur heißt es bei der deutschsprachigen Wikipedia: "Typischerweise finden sich Rückenmesser und Rückenklingen sowie Mikrolithen als Dreiecke, Vierecke und Trapeze. Straußeneier werden als Behälter genutzt (Abb. 2) und mit Ritzmustern verziert. Dieses Material findet sich auch in Form von runden, durchbohrten Perlen. Erstmals finden sich figürliche Darstellungen." [2]

Weiter lesen wir dort: "Dem Capsien ging das Atérien voraus, an manchen Stellen fanden sich zwischen Atérien und Capsien Spuren des Ibéromaurusien [3]. In das Capsien fällt auch die Zeit der nordafrikanischen Felsbilder. Die frühen Siedlungen lagen meistens auf Anhöhen. An den Chotts (ausgetrockneten Salzseen) liegen Køkkenmøddinger, wie sie auch von den Küsten Europas bekannt sind. Es fanden sich enorme Mengen an Schneckengehäusen, da die Tiere Nahrungszwecken dienten. Die Ernährungsweise war die der Jäger und Sammler. Totenbestattungen mit Grabbeigaben und Ocker waren bekannt. Die Capsier begannen Ziegen und Schafe zu halten, möglicherweise wurde um diese Zeit bereits, ähnlich wie in Dar Tichitt Getreide angebaut." [4]

In der Atlantisforschung spielt die Kultur des Capsien - im Gegensatz zu den späteren Berbern - kaum eine Rolle. Soweit uns bekannt ist, hat lediglich der amerikanische Privatgelehrte und Autor R. Cedric Leonard kurz auf sie Bezug genommen. Leonard, der die alten Atlantier als Cro-Magnon-Menschen identifiziert und ihnen insgesamt vier "intrusive" Migrations- und Verbreitungswellen zuschreibt, bringt die Capsien-Leute mit der vierten dieser 'Invasionen' in Verbindung. [5]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Tony O’Connell, "Capsian Culture (t)", 14. Juni 2012 bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 12. Februar 2020; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  2. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Capsien" (abgerufen: 12. Februar 2020)
  3. Red. Anmerkung: Im Wikipedia-Artikel zum Ibéromaurusien heißt es, diese Bezeichnung gehe "auf die heute überholte Meinung zurück, dass diese Kultur außer in Nordafrika auch auf der Iberischen Halbinsel verbreitet gewesen sei." Zwar ist kaum zu bezweifeln, dass sich die späten cro-magnoiden Kulturen Iberiens und Nordafrika unabhängig voneinander fortentwickelt haben, aber es dürfen nichtsdestotrotz gemeinsame Ursprünge vorausgesetzt werden.
  4. Quelle: ebd.
  5. Siehe bei Atlantisforschung.de: R. Cedric Leonard, "Ein atlantischer 'Außenposten' im Nahen Osten"

Bild-Quellen:

1) M00tty (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Ibéromaurusienne-capsienne.svg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen, 3.0 nicht portiert“)
2) José-Manuel Benito Álvarez (Locutus Borg) (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Bouteille en œuf d'autruche (Capsien).png