Dimitri S. Merezhkovski: Atlantis/Europa - Das Mysterium des Westens

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Anonymus

Dieses Buch [...] "Secret of the West", stellt unglücklicherweise ein unlesbares Misch-Masch von unverdaulichem Stoff dar. Dies Buch ist eine Schande; Der Verleger hätte protestieren und ein Minimum an Struktur, an Logik, und somit Respekt vor dem Leser verlangen sollen. Verbrochen hat dieses Buch im Alter von 64 Jahren der russische Autor Dimitri Sergejewitsch Merezhkovsky (im weiteren auch DSM genannt) im Exil in Frankreich.


Zum Inhalt von Merezhkovskis Buch

Es ist eigentlich zu viel der Ehre, ein solch inkohärentes Buch in ordentlicher Form zu präsentieren. Dies könnte einen falschen Eindruck bezüglich Deutlichkeit und innerer Logik des Inhalts geben. Trotzdem werde ich mein Bestes tun, ein deutliches Bild zu vermitteln.

Abb. 1 Dimitri S. Merezhkovski´s christlich-esoterische Atlantis-Adaption ist typisch für den religiös-ideologischen Atlantismus des frühen 20. Jahrhunderts.

Dimitri Merezhkovsky behauptet in "Atlantis-Europe, the Secret of the West", dass Atlantis tatsächlich vor etwa 10 000 Jahren existiert habe. Es war eine Groß-Insel, die sich im Zentral-Atlantik befand. Es verfügte rund um den Ozean über Kolonien in West-Afrika, in Spanien und in Mittelamerika Mittelamerika]. Es war mächtig und technologisch fortgeschritten, entwickelte eine hohe Bevölkerungszahl. Es besaß eine Religion, ähnlich dem Christentum, genauer gesagt, eine erste Christenheit. Sie kannte das Kreuz, den menschlich-göttlichen Schöpfer, Liebe und Frieden als Prinzipien, und so weiter. Atlantis war eine erste Menschheit und es hatte einen ersten Christus. Dann wurde es bei einem kataklysmischen Ereignis zerstört, das Vulkanausbruche miteinbezog, und es versank im Ozean. Die Kanaren und die Azoren-Inseln sind letzte Überreste dieses Kontinents. Warum wurde es zerstört? Weil es zum Militarismus und zu Ausschweifungen herabgesunken war. Es wurde von Gott für seine Sünden bestraft [sic!].

Logische Schlussfolgerung - man höre und staune: Das böse Europa wird auf selbige Art bestraft werden; und zwar sehr bald (1930 geschrieben!), da es Ausschweifungen und Militarismus überkommen haben (S.176-177). Ein Krieg drohe, und das werde das Ende der Welt sein (S.373). Wie Sie es vermutet haben werden, lautet die Schlussfolgerung: bereut, schmutzige Sünder, das Ende ist nahe, wenn wir nicht auf den Propheten Merezhkovsky hören! DSM empfielt den Europäern dringend zu bereuen, sich unter der Führung Christi in einer erneuerten Kirche zu vereinen, Krieg und außerehelichem Sex abzuschwören - und die Welt wird errettet werden.

Es ist wenig bekannt, dass das "Mysterium" (im russischen Original-Titel) darin besteht, dass Europa ein zweites Atlantis, und wie dieses verdammt sei. Der Begriff "Welt-Mysterium" wird [von Merezhkovsky] in seiner alten, religiösen Bedeutung einer geheimen Wahrheit verwendet. Im Überblick betrachtet, ist es eindeutig, dass dieses Buch fehlerhaft betitelt ist. Es hätte etwa: "The Second Atlantis - The Secret Destiny Of Europe" genannt werden sollen:

Ein zweiter Weltkrieg droht, den wir oder unsere Kinder erleben werden, und der zum Ende der Welt führen wird. Merezhkovsky sagt: Tatsächlich wird er nur Europa zerstören, das die ganze Welt sei - ein typisches Beispiel für seine verdrehte Logik. Im gesamten Buch spielen Afrikaner keine Rolle, außer, um als Randnotiz die frühe Existenz von Atlantis zu belegen. Die Asiaten, etwa die Hälfte der Menschheit, werden weitgehend vernachlässigt. Nordamerika wird alles in allem vergessen (höchst erstaunlich für den heutigen Leser), ebenso wie Südamerika - wenn man von seinen alten Zivilisationen absieht, die als Zeugnisse für Atlantis nützlich sind - und Australien.

Abb. 2 Das Titelblatt der, 1930 erschienenen, deutschsprachigen Ausgabe von "The Mystery of the West: Atlantis-Europe" in der Übersetzung von Arthur Luther.

Der beste und am wenigsten verquere Teil [des Buches] ist noch das Vorwort, in welchem der arme Merezhkovsky den Versuch macht, sich rational auszudrücken, und mit seinen mageren technischen Kenntnissen zu demonstrieren, dass die Menschheit (in seiner Logik Europa) den nächsten Konflikt nicht überleben wird. Es sagt im wesentlichen aus, das die heutige (1930) Technologie einen Krieg so zerstörerisch mache, dass ihn die Menschheit nicht überstehen könne.

Nun abschließend noch ein paar positive Anmerkungen. Die Vorhersage des Zweiten Weltkriegs hat sich bestätigt. Es ist höchst erstaunlich, dass Merezhkovsky ihn schon explizit als "der zweite Weltkrieg" bezeichnet, bevor dieser Ausdruck existiert hat. Bei näherer Betrachtung ist dies allerdings keine so außergewöhnliche Voraussage, wie es zunächst klingt. Zu einer Zeit als großräumige Kriege üblich waren (sie waren noch nicht durch einen "nuklearen Frieden" zum Verschwinden gebracht) bedurfte es keiner besonderen Fähigkeiten, um einen weiteren dieser Kriege vorherzusagen. Zudem hat sich der andere Teil der Voraussage, namentlich, dass Europa und seine Zivilisation während dieses zweiten Weltkrieges verschwinden würden wie Atlantis, nicht erfüllt... Dies aber war nun Merezhkovskys Hauptgrund für die Niederschrift von "Atlantis-Europa". Somit ist das ganze Buch gegenstandslos.

Dennoch war es Merezhkovskys Verdienst, den herannahenden Krieg bereits zu einer Zeit gespürt zu haben (den Jahren 1928-1929), als eine Friedens-Euphorie vorherrschend war. Merezhkovsky schreibt, dass er "eine dunkle Seite" an dieser Friedens-Euphorie fühlte, eine Komponente der europäischen Psyche, die nach Krieg lechzte. Das ist interessant. Unglücklicherweise erschöpft er sich auch hier, wie immer in seiner obskuren Prosa, in Andeutungen. Er sagt nicht mehr über diese "dunkle Seite" und über sein Gefühl aus (was gab ihm dieses Gefühl? Wann begann es? Mehr Details?).

Abb. 3 Zur Vorhersage des "2. Weltkriegs" benötigte Merezhkovski keine hellseherischen Fähigkeiten. Erstaunlich ist allerdings, dass er bereits 1929 exakt diese Bezeichnung für den kommenden Konflikt verwendete.

Positiv gesehen, war "Atlantis-Europa" das Ergebnis einer gewaltigen Recherche-Arbeit. Die zeigt sich anhand der schieren Masse an Mythen, Versen und archäologischen Inschriften, aus denen dort zitiert wird. Auch gibt es einige Zitate aus wissenschaftlicher Literatur. Das sieht auf den ersten Blick großartig aus. Man spürt, dass der Autor bedeutende Anlagen hat. Es ist ein Jammer, dass seine Schwerstarbeit nur zu purem Geschwafel und zu heißer Luft geführt hat. Wäre DMS nicht von seiner philologischen Erziehung, einer exklusiven Gesellschaft religiöser und okkultistischer Wirrköpfe und von seinem fehlenden Tiefgang geplagt worden, so hätte er wohl sein Potential ausschöpfen können, einen starken, strukturierten und logischen Verstand entwickeln und viel, viel bessere und größere Synthesen zur Menschheitsgeschichte produzieren können.


Stil und Struktur

In diesem Buch herrscht ein schreckliches Durcheinander. Der gesamte Text ist in einem obskuren Stil verfasst, schwer lesbar, weil der rote Faden von Zeile zu Zeile verloren geht, und überladen mit sinnlosen Zitaten. Ungeniert werden dort Bibel-Zitate mit (unbelegten) Erklärungen von Wissenschaftlern, mythologischen Geschichten und selbstproduzierten Geschichten vermengt. Dies Buch zu lesen ist eine grauenhafte Aufgabe.

So beschäftigt sich beispielsweise das "Mond-Titanen" betitelte Kapitel mit ganz anderen Themen, die keinen Bezug dazu haben. Die betreffenden Titanen werden dort nur einmal kurz erwähnt. Ein anderes Beispiel: Die Elemente, welche "beweisen" sollen, dass das alte Atlantis existiert hat, sind willkürlich über den Text verteilt, und nicht in den ersten Kapiteln über Atlantis konzentriert, wie sie es sein sollten. Noch ein weiteres Beispiel: Der Grund für das Verschwinden von Atlantis wird in den ersten Kapiteln mehrfach angesprochen und dann dem Leser in der Mitte des Buches erneut als brandneu präsentiert ... und dann noch einmal, als wenn dies neu wäre, in den letzten Kapiteln. Entweder hat der Autor vergessen, dass er schon zuvor darüber gesprochen hat, oder (meine Hypothese) es mangelte ihm schlichtweg völlig an einem strukturiert und logisch arbeitenden Verstand.

Besonders schmerzlich empfindet der Leser die konstante Abwesenheit einer irgendwie gearteten Struktur. DSM beginnt, ohne das er den Grund dafür erklärt, über Mythos A zu reden, äußert dann einen abstrusen Gedankengang, der in keiner Beziehung zu dem zuvor Gesagten steht, wobei er weiterhin nicht verrät, warum dies von Relevanz sein soll, um dann völlig übergangslos zu Mythos B zu kommen, und so weiter. Dies geht über die gesamten 450 Seiten so. Kurz gesagt ist dieses Buch ein ermüdendes Durcheinander von zusammenhanglosen mythologischen Geschichten und wirren Zwischenbemerkungen.

Der Autor leistete eine große Recherche-Arbeit, um dieses Buch zu schreiben. Unglücklicherweise hat dies größtenteils nichts gebracht, da viele der erwähnten Mythen und Verse wenig hilfreich sind, wenn es darum geht die Existenz von Atlantis und die der ersten "Christen" zu demonstrieren, welche den Völkern der "Ersten Menschheit" (Atlantis-Zeit-Menschen) gepredigt haben sollen. Die meisten der mythologischen und religiösen "Evidenzen" sind schwächlich. Die meisten seiner wissenschaftlichen Beweise sind inzwischen (2002) veraltet. Vermutlich ist diese Masse von mythologischen Geschichten darauf ausgerichtet, den Leser zu beein-drucken, aber sinnlos in dem dortigen Zusammenhang.


Gestörte Logik

Der Text steckt voller logischer Fehler. An einer Stelle wird Element A als Auswirkung von B betrachtet, an anderer Stelle dann als Ursache von B. Ein Zirkelschluss, der es erlaubt, absolut alles zu beweisen.

  • Beispiel 1 (Zirkelschluss): Schritt 1 - Der heutige Militarismus in Europa, der Europa in Gefahr bringt, ist der Beweis, dass Atlantis aufgrund eines Krieges verschwunden ist. Schritt 2 - Das Verschwinden von Atlantis durch einen Krieg zeigt, dass der Militarismus Europa zerstören wird...
  • Beispiel 2 (unzureichende Deduktion): Der Name des Atlantischen Ozeans ist ein Beweis dafür, dass Atlantis existiert hat. DSM ist überzeugt davon, dass ein Ozean nicht nach einem Mythos benannt sein kann... als wäre der Pazifische Ozean (der Name bedeutet "friedvoll") friedlich, oder als wäre Grönland grün gewesen [1] ... Beide erhielten ihre Namen aus einem Wunschdenken heraus ...
  • Beispiel 3 (Logische Schwächen): Das Buch wurde in Frankreich geschrieben. Dies ist, Merezhkovski folgend, ein "Zeichen" seiner schicksalhaften Bedeutsamkeit (S.399). Dies ist nun ein weiteres Beispiel für schlampige Argumentation. Eine Situation, die von jemandem selber ausgelöst werden kann, ist keine Auswirkung einer außerhalb liegenden Vorsehung. Davon abgesehen, könnten dann alle in Frankreich verfassten Bücher göttliche Anleitung für sich in Anspruch nehmen ... Analoges Denken ersetzt logisches Denken.

Einige Teile sind gänzlich erfunden. Wenn DSM keine Mythen oder archäologische Texte fand, die zu seinen Erwartungen passten, dann erfand er einfach eine Geschichte.


Frustrierende Beschränkung auf Anspielungen

Bisweilen scheint Merezhkovsky etwas interessantes zu wissen, aber das streift er dann nur und geht nicht näher darauf ein - und der Leser bleibt auf Fragezeichen sitzen. Ein Beispiel: DSM gibt an, dass das bolschewistische Regime, welches Russland geplagt hat, dort zu 90% aufgrund eigener innerer Stärke und zu 10% aufgrund externer Hilfe überlebt hat. Bezüglich dieser externen Hilfe erwähnt er eine "unsichtbare Hand" aus dem Westen, die für ihn unstrittig zu sein scheint, und sagt dann nichts mehr darüber. Das ist schon schade, würde man doch gerne erfahren, ob DSM zumindest hier einmal etwas Interessantes wußte, was über reines Geschwafel hinausging.


Eine Art Mix aus v. Däniken, Jehovahs Zeugen und Jung

Atlantis-Europa erinnert schmerzhaft an eine Mischung aus Erich von Däniken sowie Literatur der Zeugen Jehovas, von Nuklear-Endzeit-Jüngern und von Carl-Gustav Jung. Wie Erich von Däniken sammelt DSM alle Arten obskurer alter mythologischer Geschichten, interpretiert sie seinen eigenen Phantasmen folgend, und proklamiert die daraus resultierende Interpretation als definitive Wahrheit.

Abb. 4 Wie alle fundamentalistischen Christen war Merezhkovski von der Vorstellung eines nahenden "Jüngsten Gerichts" und vom Weltuntergang besessen.

Ein Beispiel: ein Zitat aus einer alten Hethiter-Legende, in dem von einem Land mit großen Weiden im Westen die Rede ist, das von Riesen [2] und erstaunlich großen Tieren bewohnt wird. Ihm zufolge handelte es sich bei diesen Prärien zweifellos um die argentinische Pampa, die großen Tiere sind Bisons (wobei er vergisst, das die Letztgenannten in Nordamerika lebten, nicht in Argentinen) und den Teil mit den Riesen verliert er ganz aus den Augen. Damit ist Merezhkovsky sicher, er habe gezeigt, dass die Hethiter von Amerika wussten...

Solch brüchige Logik ist typisch für das ganze Buch und erinnert an v. Däniken. Anders als sein berühmter Nachfolger machte DSM jedenfalls nicht das große Geld. Seine Themen verkauften sich schlechter als die v. Däniken's. [3] Atlantis sollte in den folgenden Jahrzehnten durch die Entdeckung annihiliert werden [sic!; d.Ü.], dass der Mittelatlantische Rücken kein Überrest einer versunkenen Insel ist, sondern eine Wunde, die Öffnung der sub-ozeanischen Platte durch die Verschiebung Europas und Amerikas in entgegengesetzte Richtungen. [4] Die Außerirdischen umschwirren uns dagegen immer noch. Sie werden viel, viel mehr Zeit benötigen, bevor sie widerlegt werden oder sich als profane Kreaturen erweisen (und nicht als die traumartigen Wesen aus v. Däniken's Büchern). Und DSM's christlicher Glaube (oder seine eigene Version des Christentums) passt weniger zum Zeitgeist als technologisch hochentwickelte extraterrestrische Besucher. So wurde v. Däniken weltberühmt und reich, während Merezhkovsky auf dem Abstellgleis landete.

Wie die Zeugen Jehovas (und, in unterschiedlichem Umfang, alle anderen christlichen Gruppierungen), ist DSM's Buch eschatologisch [orig.: "end-of-the-worldist"; d. Ü.]. DSM war von der Idee besessen, dass die Apokalypse drohe. Jedwede Information über die Welt von 1929 wurde kräftig verrenkt, um in sein Schema zu passen. Jedenfalls übersah Merezhkovsky überraschender Weise den den Börsen-Crash der Wall Street vom Oktober 1929. Was wäre als Vorbote des Welten-Endes geigneter gewesen als der weltweite finanzielle Zusammenbruch, sollte man denken. DSM beendete die Arbeit an seinem Buch Ende Dezember 1929, erwähnte dieses Ereignis jedoch nicht.

Wegen seiner Endzeit-Gläubigkeit verdüsterte DSM künstlich die gesamte Realität. Beispielsweise behauptete er, dass Europa in einen Krieg und in Sittenlosigkeit hineinschlittere. Als ob Krieg oder außerehelicher Sex in den 20er Jahren neue Phänomene gewesen wären... Hätte der höchste Gott militärische Aktivitäten nicht toleriert, dann hätte er, wie es aussieht, der Welt schon vor langer, langer Zeit ein Ende bereiten müssen... Und Sittenlosigkeit? DSM sagt an keiner Stelle, was er eigentlich unter diesem Wort versteht.

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Abb. 5 Typisch christlich war auch Merezhkovskis gestörtes Verhältnis zur menschlichen Sexualität. Angeblich sollte gerade die - nicht näher definierte - "Sittenlosigkeit" der Menschen von 1929 "Gottes Zorn" provozieren!

Meint er nun außerehelichen Sex, oder allgemein zu viel sexuelle Aktivität? Und was beobachtete er um sich herum, das ihn zu dieser Einschätzung bewegte? Beobachtete er eine Zunahme von außerehelichem Sex? Nichts davon wird in seinem Buch ausgeführt. Stattdessen wird man in obskuren mythischen Zitaten gebadet. Man fragt sich, ob DSM nicht nur einfach seine "ménage à trois" mit Gippius und Filosov bereute... zu einer Zeit als er noch ein recht freizügiges Sexual-Leben praktizierte... Überdies gelangt man zum Eindruck, dass DSM´s Sicht äußerst naiv ist. Ihm zufolge soll der höchste Gott nur auf diese beiden Verhaltensweisen (Kriege und Sex) reagieren, als gäbe es keine anderen Sünden auf der Welt... Wie Jung verließ sich DSM auf analogische / pseudologische Verkettungen. Er interessierte sich für Ähnlichkeiten, betrachtete alte Mythen aus aller Welt, bemerkte, dass zwei Mythen ähnlich waren und "deduzierte" unverzüglich ohne weitere Untersuchung, dass sie einen gemeinsamen Ursprung hatten (Sie haben richtig vermutet: Atlantis). Jung dagegen, der ähnlich besessen von Analogien war, interpretierte [sie] als Zeugnis für das kollektive Unterbewusste aller Menschen. Ein anderes typisches Beispiel: DSM bemerkt, dass in den Ruinen Kretas und der Maya-Länder Kreuze gefunden wurden, woraus er geradewegs schlussfolgert, dass in diesen Regionen eine Erstausgabe des Christentums bekannt war. Er erkennt nicht, dass das Kreuz, ein sehr grundlegendes Symbol, auch ohne irgendwelche christliche Inspiration leicht von unterschiedlichen Völkern entdeckt werden konnte.


Wissenschaftliche Argumentation

Die wissenschaftlichen Beweise, die er vorbringt, um seine Annahme zu rechtfertigen, dass Atlantis existiert sind aus heutiger Sicht zum Weinen, weil sie vollständig veraltet sind. Diese "Beweise" finden sich sich inmitten von Erklärungen, die nichts mit der Existenz von Atlantis zu tun haben. Die Existenz einer unterseeischen Berg-Kette in der Mitte des Atlantischen Ozeans ist als Bergrücken-Kette identifiziert worden, die durch verfestigte Lava gebildet wurde, welche zur Oberfläche aufgestiegen ist, während die beiden Kontinental-Platten Europas und Nord-Amerikas auseinander drifteten. Die Ähnlichkeiten tierischer und pflanzlicher Fossilien beiderseits des Atlantik (Seiten 97-98) wird heute als Konsequenz der Zusammengehörigkeit der zwei Kontinente vor Millionen von Jahren bewertet, bevor sie auseinander drifteten. Einiges unterseeische Material wurde produziert, als der Grund sich an der freien Luft befand: dies wird heute als Konsequenz aus der Fluktuation der Meeresspiegel betrachtet.

Die Geschichte der bärtigen Götter, die von den mittelamerikanischen Völkern angebetet wurden und über die es heißt, sie seien, von Osten kommend, in Mittelamerika gelandet, kann leicht mit Berichten über ein paar europäische Seeleute erklärt werden, die ein paar Jahrhunderte vor Kolumbus in Amerika gestrandet sind nachdem sie [die Überfahrt] durch Zufall überlebt hatten. [5] Dies ist viel plausibler als ein ganzer verschwundener Kontinent. Nicht zu vergessen, dass, hätte das Atlanter-Imperium mit Kolonien rund um den Atlantik existiert, dann hätte es wohl mehr bärtige Besucher in Mittel-Amerika ("Götter") gegeben, und nicht nur einen. [6]

Zur Ähnlichkeit tierischer und pflanzlicher Lebensformen beiderseits des Ozeans: die Kontinental-Drift. Zur Ähnlichkeit mittel-amerikanischer und ägyptischer Pyramiden: reiner Zufall. Die Abscheu der Azteken vor der See (S. 206), DSM zufolge aufgrund ihrer Erinnerung an den Kataklysmus, ist schlicht unrichtig: die Azteken segelten bis zum Reich der Inka, um Handel zu treiben. [7] Und so weiter...


Veröffentlichungen von Dimitri S. Merezhkovski

1925: Tajna Trech. Egipet i Vavilon. Prag 1925;

  • Deutsche Übersetzung: Das Geheimnis des Ostens, Berlin 1924.
  • Französische Übersetzung: Les Mystères de l'Orient, Paris 1927.


1930: Tajna Zapada. Atlantida-Evropa, Belgrad 1930 (nach dem russischen Titel "The Mystery of the West: Atlantis-Europe")

  • Deutsche Übersetzung: Das Geheimnis des Westens - Atlantis-Europa, Betrachtungen über die letzten Dinge, Grethlein, Leipzig&Zürich 1930 (translated by Arthur Luther).
  • Portugiesische Übersetzung: Atlântida-Europa: O Mistério do Ocidente. Belgrado, 1930.
  • Englische Übersetzung: The Secret of the West, Brewer, Warren & Putnam, 1931 (translated by John Cournos). Republished 1971: Atlantis/Europe:The Secret of The West, Rudolph Steiner Publications 1971, 449 p.
  • Italienische Übersetzung: Atlantida, Ulrico Hoepli, Milano, 1937.
  • Spanische Übersetzung: Atlantida-Europa, 1944
  • Französische Übersetzung: Atlantide-Europe, le Mystère de l'Occident, L'Age d'Homme, Lausanne, 1995 (translated by Constantin Andronikof), p.415.


1932-34: Iisus Neizvestnyj, Belgrad 1932-34.

1932: Jesus, der Unbekannte, Leipzig 1932.

1946: Jésus inconnu, Rhône, Genève 1946, 364 p.. (Trad. du russe par Dumesnil de Gramont)

1934: Jesus, der Kommende, Frauenfeld 1934.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag wurde den Webseiten von David Cosandey entnommen. Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de nach http://www.riseofthewest.net/dcmiscell/dm04.htm

  1. Red. Anmerkung: Der Autor beweist hier leider nur, dass er von der jüngeren Erd- und Menschheitsgeschichte kaum eine Ahnung hat! Schließlich war Grönland, zur Zeit seiner Besiedlung durch die Wikinger, infolge einer längeren Wärmeperiode TATSÄCHLICH ein "Grünes Land", das erst später wieder zu der Eiswüste wurde, die wir heute kennen!
  2. Red. Anmerkung: Im Gegensatz zum Autor dieses Beitrags halten wir den Hinweis auf den betreffenden Hethiter-Mythos (den wir gerne näher kennenlernen würden!) für eine der wenigen interessanten und für die empirische Forschung relevanten Passagen aus Merezhkovsky´s Machwerk. In der Tat könnte er dort auf einen Hinweis auf Kenntnisse der Hethiter von Amerika (und zwar NORDAMERIKA, nicht Südamerika, wie DSM annahm) gestoßen sein. Möglicherweise steht diese Legende des kleinasiatischen Hethiter-Volkes in direktem Zusammenhang mit dem, von Claudius Aelianus überlieferten, Bericht des hellenischen Historikers Theopompus (ein jüngerer Zeitgenosse Platons) vom Besuch des Faun Silenus am Hof des kleinasiatischen Phrygier-Königs Midas. Darin ist ebenfalls von einem gewaltigen Land ("Anostos"), jenseits des Ozeans, die Rede, in dem ein Volk von Riesen gelebt haben soll.
    Alternativ-historische Forscher wie Prof. emerit. Vine Deloria jr. und das Team von www.moundbuilders.org. in den USA sowie der Atlantologe [bb|Bernhard Beier] in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren jedenfalls akribisch mit dem Nachweis beschäftigt, dass im präkolumbischen Nordamerika in der Tat riesenhafte Völker von teilweise mehr als 3 m Körpergröße gelebt haben. (Vergl. dazu: Das Land der Riesen, die Satyre, Meropa und Atlantis von Bernhard Beier)
  3. Red. Anmerkung: Auch wenn wir eine kritische Betrachtung Erich von Däniken´s Arbeit und seiner präastronautischen Interpretationen für angebracht bzw. notwendig halten: Die obigen Äußerungen des Verfassers haben nicht den Charakter sachlicher und fachlicher Kritik, sondern sind blanke Polemik! Der kommerzielle Erfolg oder Misserfolg eines Forscher-Autoren sagt zudem rein gar nichts über die Validität seiner Aussagen aus!
  4. Red. Anmerkung: Zahlreiche Gegenargumente zu dieser Behauptung finden Sie in unserer Sektion Spurensuche unter Geologie / Atlantis im Atlantik!
  5. Red. Anmerkung: Der Autor übersieht dabei völlig die Möglichkeit der Zuwanderung bärtiger Kaukasoider aus dem Pazifikraum.
  6. Red. Anmerkung: Dass es TATSÄCHLICH zahlreiche "bärtige Besucher" gegeben hat, legen nicht nur kulturelle Artefakte aus Mittelamerika, wie die bärtigen Olmeken-Statuen, nahe, sondern auch genetische Evidenzen, nicht zuletzt die Stämme "bärtiger" und "weißer Indianer" in Nord- und Südamerika.
  7. Red. Anmerkung: Furcht vor dem Meer bzw. vor maritimen Groß-Katastrophen und praktizierte Seefahrt müssen einander nicht zwangsläufig ausschließen! Tatsächlich kommt in den Mythen vieler mesoamerikanischer Völker eine tiefsitzende Angst zum Ausdruck, die Wasser könnten zurückkehren und alles Land überschwemmen, wie dies einst bereits der Fall gewesen sein soll.


Bild-Quellen

(1) riseofthewest.net: Dimitri Merezhkovsky (1865-1941)

(2) ebd.

(3) John H. Bradley: iwojima.com, unter: http://www.iwojima.com/raising/raisingb.htm

(4) Department of International Politics UWA - Security Research Group, unter: http://users.aber.ac.uk/rbh/srg/nuclear_explosion.jpg

(5) Bob Hope & AMERICAN VARIETY, unter: http://www.loc.gov/exhibits/bobhope/images/vcetting.jpg