Eine holzkohlereiche Schicht spricht Bände: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 10. November 2019, 19:41 Uhr

Eindeutiger Beweis für eine kosmische Katastrophe, Teil 3

von Andrew Collins

Abb. 1 Eine Graphik mit Analyse-Ergebnissen zumm Usselo-Horizont bei Lommel

Dies bringt mich zurück zu dem Grund, warum ich an diesem trüben, bewölkten Tag im September 2014 in Lommel, Belgien, war. Er ist, dass die alles verzehrenden Feuerstürme, die nach dem Aufprall des Kometen tobten, eine gut wahrnehmbare Schicht aus Asche und anderen Verbrennungs-Rückständen hinterließen, die als der Usselo-Horizont bekannt ist. Sie wurde erstmals in den 1940er Jahren an ihrer "Typenstätte" [orig.: "type site"; d.Ü.] Usselo in den östlichen Niederlanden entdeckt und ist heute in Ländern auf sechs verschiedenen Kontinenten zu finden. Dazu gehören Frankreich, England, Wales, Dänemark, Polen, Weißrussland, Ägypten, Syrien, die Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Australien und hier bei Lommel in Belgien.

Der Usselo-Horizont ist eine markante schwarze Schicht, die reich an Holzkohle ist und eine Stärke zwischen 1,5 und 13 Zentimetern hat. Es wurde kürzlich festgestellt, dass sie Nanodiamanten enthält, winzige siliciumhaltige [...] glasartige Objekte und magnetische Sphärulen [1], die nur bei extrem hohen Temperaturen von mehr als 2000 ° C erzeugt werden (Abb. 1).

Ursprünglich haben Archäologen das Vorhandensein dieser Ascheschicht auf eine Art örtlich begrenzten Brand zurückgeführt, der möglicherweise durch Waldbrände verursacht wurde. Diese, so glaubten sie, wurden entweder durch Blitzeinschläge oder den Ausbruch eines lokalen Vulkans ausgelöst. Was sie jedoch nicht erwartet hatten, war, wie weit verbreitet der Usselo-Horizont tatsächlich ist, was erst nach den veröffentlichten Erkenntnissen des niederländischen Geochemikers Johan "Han" Kloosterman erkannt wurde.

Abb. 2 Der Archaeologe Ferdi Geerts (links), Han Kloosterman (Mitte) und Autor Andrew Collins untersuchen den Usselo-Horizont bei Lommel.

Nach der Untersuchung von Proben der Usselo-Schicht an einer größeren Anzahl von Standorten gelangte Kloosterman zu dem Schluss, dass dies ein überwältigender Beweis für einen weltweiten Brand ist, der durch ein kosmisches Impakt-Ereignis vor etwa 12.900 Jahren verursacht wurde (siehe Kloosterman, 1999). Vorhersehbarerweise wurden seine Ergebnisse von der akademischen Gemeinschaft nur lauwarm aufgenommen. Warum? Weil die Welt der Gelehrten einfach nicht bereit war zu akzeptieren, dass es in der jüngeren geologischen Geschichte zu solch einer schrecklichen Katastrophe gekommen ist.

Die Implikationen des Usselo-Horizonts zu akzeptiern würde nicht nur bedeuten, die Geschichte neu zu schreiben, sondern für ein solches Katastrophenszenario zu werben, wäre zudem eine erschreckende Warnung an die Welt, dass derart schreckliche Ereignisse auch in unserer Zeit eintreten könnten und dass es irgendwo einen anderen Kometen geben mag, der sehr ähnliche globale Zerstörungen verursachen könnte.

Abb. 3 Die relevanten geologischen Strata bei Lommel, die unterhalb des Usselo-Horizonts eine Schicht aus weiß gebleichtem Sand aufweisen

Ich war einer der ersten, der Kloostermans Erkenntnisse in meinem 2000 erschienenen Buch Gateway to Atlantis aufgegriffen hat, in dem versucht wurde, die Folgen des Impakt-Ereignisses des Jüngeren Dryas zu beschreiben. Andere fingen jetzt ebenfalls an, sich für dieses Katastrophenszenario einzusetzen, insbesondere Dr. Richard Firestone, Wissenschaftler am Lawrence Berkeley National Laboratory. Sein Buch The Cycle of Cosmic Catastrophes (Firestone et al., 2006, und siehe auch Firestone et al., 2007) dokumentiert akribisch seinen Ein-Mann-Kreuzzug, um einen unbestreitben Beweis für den Dryasgrenz-Impakt zu erbringen.

Doch es war Han Kloosterman, der mit seinen wichtigen Erkenntnissen über die Natur des Usselo-Horizonts den schlagenden Beweis für einen kosmischen Impakt ausmachte. Dies ist in Lommel zu sehen, wo er auf sandigen Schichten abgelagert liegt, die während der 2000-jährigen Warmzeit entstanden, die als Allerød-Interstadial bekannt ist und auf das Ende der jüngsten Eiszeit, ca. 13.500 v. Chr., folgte.

Ich freute mich darauf, diesen eindeutigen Beweis für eine kosmische Katastrophe zu sehen, als unsere Gruppe durch ein ausgedehntes flaches Gebiet aus sandigem Buschland fuhr, das allmählich von nahe gelegenen Sandabbauunternehmen aufgezehrt wird. Anwesend waren ein Filmteam des History Channel sowie der örtliche Archäologe Ferdi Geerts (Abb. 2), der die Aktivitäten der Jäger und Sammler-Bevölkerung ans Licht grbracht hat, welche diese Örtlichkeit bei der Bildung des Usselo-Horizonts besiedelt hatten, und Han Kloosterman selbst. Obwohl er inzwischen 83 Jahre alt und an den Rollstuhl gebunden ist und zudem an Kehlkopfkrebs leidet, ist er noch immer messerscharf dabei, wenn es um Diskussionen bezüglich Feinheiten und größeren Impikationen der kohlereichen Schicht geht, die ihm im Bereich kastrophistischer Studien Applaus eingebracht hat. [2] [3]

Vor unserer Ankunft in Lommel hatte ein Bagger einen breiten Graben in den sandigen Boden bis zu einer Tiefe von etwa 2 Metern geschnitten. Dieser Vorgang ergab eine vertikale Wand aus geologischen Schichten, die mindestens 15.000 Jahre zurückreichen. Auf halber Wandhöhe ist eine unübersehbare schwarze Wellenlinie erkennbar. Dies ist der Usselo-Horizont. Er sieht so makellos aus, als sei er dort erst vor ein paar Jahren abgelagert worden.

Die Verwendung einer Kelle, um in die holzkohlenreiche Schicht hinein zu graben, belegte, dass diese ohne Unterbrechung im sandigen Löss verläuft, und das Aufnehmen und Herumrollen von etwas schwarzem Schmutz in meinen Händen zeigte zudem, dass es eine fettige Konsistenz hat; genau das also, was man erwarten darf, wenn man etwas verbrannten Boden unter einem Gartenfeuer ausgräbt.

Unterhalb der Ascheschicht ist der meist gelbbraune Sand bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern fast weiß gebleicht (Abb. 3). Dies hat Han eingehend in seinem Labor in Amsterdam untersucht. Seine Analyse zeigt, dass sich die chemische Zusammensetzung dieses weißen Sandes von der desjenigen Sandes unterhalb und oberhalb des Usselo-Horizonts unterscheidet und entweder durch einen intensiven Windstoß mit hoher Temperatur und bzw. oder, Tage und Wochen nach dem initialen Impakt-Ereignis, durch die Auswirkungen des sauren Regens in der Luft verursacht wurde.


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Anmerkungen und Quellen

Zu allgemeinen Angaben und zur verwendeten bzw. erwähnten Literatur siehe den Appendix zum ersten Teil dieses Beitrags.

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Zu solchen Sphärulen als Indikatoren für (mindestens) ein rezentes Impakt-Ereignis siehe bei Atlantisforschung.de auch: "Muck (Geologie)"
  2. Red. Anmerkung: Siehe dazu z.B.: M.A. van der Sluijs, "In Memoriam. Han Kloosterman - A Romantic Catastrophist (1931-2016)", in: SIS Chronology & Catastrophism Review (2017: 1), 3-4 (online bei academia.edu; abgerufen: 10. November 2019)
  3. Red. Anmerkung: Siehe dazu auch: Trevor Palmer, "Han Kloosterman and the Catastrophic End of the Allerod Interstadial", draft of article published in Chronology and Catastrophism Review 2015:1, pp. 22-33 (online bei academia.edu; abgerufen: 10. November 2019)

Bild-Quelle:

1) Bild-Archiv Andrew Collins
2) ebd.
3) ebd.