J.B. Kennedy: Pythagoras´ Mathematik und der Platon-Code

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Mitteilung der Universität Manchester

(28. Juni 2010)

Ein Wissenschaftshistoriker an der University of Manchester hat den "Platon-Code” geknackt – die seit langem diskutierten geheimen Botschaften, die in den Schriften des großen Philosophen verborgen sind.

Abb. 1 Enthalten Platons Dialoge codierte Geheiminformationen? Der britische Wissenschaftshistoriker Dr. Jay Kennedy erklärt, diese heiß umstrittene Annahme zweifelsfrei beweisen zu können.

Platon war der Einstein des Goldenen Zeitalters Griechenlands und sein Werk begründete Kultur und Wissenschaft des Westens. Dr. Jay Kennedys Entdeckungen sind geeignet, die Geschichte der Ursprünge westlichen Denkens zu revolutionieren.

Dr. Kennedy, dessen Entdeckungen in dem führenden US-Journal Apeiron veröffentlicht wurden, enthüllen, dass Platon ein regelmäßiges, von den altertümlichen Anhängern des Pythagoras übernommenes, Muster von Symbolen verwendete, um seinen Büchern eine musikalische Struktur zu verleihen. Ein Jahrhundert zuvor hatte Pythagoras erklärt, dass die Planeten und Sterne eine unhörbare Musik erzeugten, eine ‘Harmonie der Sphären’. Platon imitierte diese verborgene Musik in seinen Büchern.

Die verborgenen Codes zeigen, dass Platon die wissenschaftliche Revolution 2000 Jahre vor Isaac Newton voraussah, indem er deren wichtigste Vorstellung entdeckte – dass das Buch der Natur in der Sprache der Mathematik verfasst ist. Die dekodierten Mitteilungen eröffnen auch einen überraschenden Weg, Wissenschaft und Religion zu vereinigen. Die Ehrfurcht und Schönheit, die wir bezüglich der Natur empfinden, zeigt, wie Platon sagt, dass sie göttlich ist; die wissenschaftliche Ordnung der Natur zu entdecken heißt, Gott näher zu kommen. Dies könnte die heutigen Kulturkämpfe zwischen Wissenschaft und Religion transformieren.

"Platons Werke spielten eine bedeutende Rolle bei der Gründung der westlichen Kultur, doch sie sind mysteriös und enden in Rätseln", erläutert Dr. Kennedy an der Faculty of Life Sciences in Manchester. "Im Altertum sagten viele seiner Anhänger, die Bücher enthielten verborgene Bedeutungs-Schichten und geheime Codes, doch dies wurde von modernen Gelehrten zurückgewiesen.

"Es ist eine lange und aufregende Geschichte, doch im Wesentlichen habe ich den Code geknackt. Ich habe rigoros gezeigt, dass die Bücher Codes und Symbole enthalten, und dass deren Enträtselung die verborgene Philosophie des Platon enthüllt."

"Dies ist eine wirkliche Entdeckung, nicht simple Neuinterpretation."

Dies wird die frühe Geschichte westlichen Denkens verändern, und speziell die Geschichte altertümlicher Wissenschaft, Mathematik, Musik und Philosophie.

Dr. Kennedy verbrachte fünf Jahre mit dem Studium von Platons Schriften und fand heraus, dass dieser in seinem bekanntesten Werk, 'Die Republik' ['Politeia'; d. Red.], Gruppen von, der Musik verwandten, Wörtern nach jedem Zwölftel des Textes platzierte – bei einem Zwölftel, dem zweiten Zwölftel, etc. Dieses regelmäßige Muster repräsentierte die zwölf Noten einer griechischen Musik-Skala. Einige Noten waren harmonisch, andere dissonant. An den Positionen der harmonischen Noten beschrieb er Klänge, die mit Liebe oder Lachen assoziiert werden, während die Stellen dissonanter Noten mit kreischenden Klangbildern des Krieges oder Todes markiert waren. Dieser musikalische Code war der Schlüssel, um Platons gesamtes symbolisches System zu knacken.

Dr. Kennedy, ein Forscher im Centre for the History of Science, Technology and Medicine, sagt: "Wenn wir seine Bücher lesen, dann folgen unsere Emotionen dem Auf und Ab einer musikalischen Skala. Platon spielt auf seinen Lesern wie auf Musikinstrumenten."

Doch Platon konzipierte seine geheimen Muster nicht aus reinem Vergnügen – dies geschah zu seiner eigenen Sicherheit. Platons Ideen stellten eine gefährliche Bedrohung für die griechische Religion dar. Er sagte, dass mathematische Gesetze und nicht die Götter das Universum kontrollierten. Platons eigener Lehrer war wegen Häresie hingerichtet worden. Geheimhaltung was normal in alten Zeiten normal, speziell bezüglich esoterischem und religiösem Wissen, doch für Platon war dies eine Sache von Leben und Tod. Die Codierung seiner Vorstellungen in geheimen Mustern war der einzige Weg, um in Sicherheit zu sein.

Platon führte ein dramatisches und faszinierendes Leben. Vier Jahrhunderte vor Christus geboren, als Sparta das von Heimsuchungen verheerte Athen besiegte, schrieb er dreißig Bücher und gründete die erste, Akademie genannte, Universität der Welt. Er war ein Feminist, der es Frauen gestattete, an der Akademie zu studieren, der erste große Verteidiger romantischer Liebe (im Gegensatz zu Heiraten, die aus politischen oder finanziellen Gründen arrangiert wurden) und er verteidigte in seinen Büchern die Homosexualität. Zudem wurde er von Piraten gefangen genommen und in die Sklaverei verkauft, aus der er von Freunden ausgelöst wurde.

Dr. Kennedy erklärt: "Platons Bedeutung kann gar nicht überschätzt werden. Er änderte die Menschheit von einer Krieger-Gesesellschaft zu einer Gesellschaft der Weisheit. Wegen ihm sind Heute Einstein und Shakespeare unsere Helden – und nicht Ritter in schimmernder Rüstung."

Über die Jahre hinweg schälte Dr. Kennedy sorgfältig Schicht für Schicht der Symbolik ab, wobei jeder Schritt von Vorlesungen in Manchester und Vorträgen bei Experten im UK und den USA begleitet wurde. Er erinnert sich: "Es gab keinen Rosetta-Stein. Um ein Ergebnis wie dieses bekannt zu geben, benötigte ich harte, eigenständige Beweise, die auf kristallklaren Evidenzen beruhten."

"Das Resultat war phantastisch – es war, als öffne man eine Grabstätte und finde einen neue Satz von Evangelien, die von Jesus Christus persönlich niedergeschrieben wurden."

"Platon lächelt. Er hat uns eine Zeitkapsel geschickt."

Dr. Kennedys Entdeckungen sind nicht nur überraschend und wichtig; sie werfen die vorherrschende Meinung zu Platon über den Haufen. Moderne Historiker haben stets abgestritten, dass es [in seinem Werk] Codes gebe; nun hat Dr. Kennedy das Gegenteil bewiesen. Er fügt hinzu: "Dies ist der Beginn von etwas Großem. Es wird eine Generation dauern, um alle Konsequenzen herauszuarbeiten. Alle 2000 Seiten enthalten unentdeckte Symbole."


Über Jay Kennedy

Dr. Jay Kennedy führt wissenschaftliche Grade der Universitäten Princeton und Stanford. Er arbeitete an der University of Notre Dame und an der Cambridge University, bevor er zum Centre for the History of Science, Technology, and Medicine an der University of Manchester wechselte. Bevor er Lehrer wurde, arbeitet er auf Bohrinseln im Golf von Mexiko, als Übersetzer in Tokio, und in Bagdad am National Computer Centre.


Materialien zu J. Kennedys These

Dr. John Bernard ("Jay") Kennedy, Jr. (University of Manchester), "New Research on Plato and Pythagoras"

Dr. John Bernard ("Jay") Kennedy, Jr. (University of Manchester), "Plato´s Forms, Pythagorean Mathematics, and Stichometry" (PDF-File, 154,24 KB)


Anmerkungen und Quellen

Die englischsprachige Originalfassung dieser Mitteilung der Universität Manchester wurde am 28.06.2010 auf den Webseiten der Universität unter dem Titel "Science historian cracks "the Plato code"" veröffentlicht. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.


Bild-Quelle

(1) Universität Manchester, unter "Science historian cracks "the Plato code"" (Bildunterschrift: Atlantisforschung.de)