Kollisionen von Apollos mit der Erde: kurzfristige Effekte

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Galaktische Begegnungen, APOLLO-Objekte und ATLANTIS

Ein katastrophisches Szenario für Diskontinuitäten in der Menschheitsgeschichte (3)

von unseem Gastautor Emilio Spedicato

Da das Perihel der Apollos innerhalb des Orbits der Erde liegt, ergibt sich aus Gründen der Präzession, dass die Apollos die Erdumlaufbahn periodisch kreuzen werden. Die Frequenz für solch ein Ereignis mit einem Apollo liegt durchschnittlich bei einer Bahn-Kreuzung alle fünftausend Jahre. Natürlich bedeutet eine Orbital-Überschneidung nicht notwendigerweise gleich Impakt, da die Erde normalerweise weit entfernt ist, wenn der Apollo ihre Umlaufbahn überquert. Jedenfalls existiert leicht die begrenzte, auf 5-9 pro Jahr und pro einzelnen Apollo geschätzte, Möglichkeit eines Impakts.

Diese Wahrscheinlichkeit impliziert eine durchschnittliche Lebensdauer von zweihundert Millionen Jahren für die Apollos, was auf dreißig Millionen Jahre reduziert wird, wenn Impakte auf anderen Planeten in Betracht gezogen, und auf etwa fünfzehn Millionen Jahre, falls Impakte in die Sonne berücksichtigt werden; Ereignisse, die sich erst vor kurzem als möglicherweise üblichstes Schicksal solcher Objekte herausgestellt haben (vergl. Farinella et al. 117).

Aus einem geschätzten Vorkommen von 2000 Apollos mit einem Durchmesser von mindestens einem Kilometer ergibt sich, dass durchschnittlich mehr als neun Impakte mit solchen Objekten pro eine Million Jahre zu erwarten sind. Sofern die geschätzte Verteilung von Apollo-Größen in Rechnung gezogen wird, so darf man den Impakt eines größeren Apollo, sagen wir von zehn Kilometern Durchmesser, alle 50-100 Millionen Jahre erwarten.

Auf der anderen Seite sind Impakte durch kleinere Körper (beispielsweise 100-200 Meter Durchmesser) alle paar Jahrhunderte zu erwarten. (Vergleiche Spedicato 106 zu Argumenten, dass ein Super-Tunguska-Impakt sich um das Jahr 1178 herum auf dem Pazifischen Ozean ereignet hat. Wenn nahe Vorbeiflüge berücksichtigt werden, so darf man voraussetzen, dass in jedem Jahrhundert ein Apollo von mindestens einem Kilometer Größe näher als unser Mond [an der Erde; d. Red.] vorbeizieht; eine Beobachtung, welche die NASA dazu brachte, ein Rendezvous zwischen einem Apollo und einem TIROS-Satelliten zu planen. (Vergl. 39)

Impakte aktiver, kurz-periodischer Kometen sind gleichfalls möglich. Jedenfalls nimmt man an, dass die Anzahl solcher Impakte, gemessen an denjenigen durch Apollos, nur einen geringfügigen Bruchteil ausmacht, da es viel weniger solcher Kometen als Apollos gibt. Der jüngste bekannte Großkörper, der auf der Erde einschlug, war das berühmte Tunguska-Objekt. Am 30. Juni 1908, um 7.17 früh, ereignete sich eine gewaltige Explosion am Himmel über dem Becken des Flusses der Steinigen Tunguska in Zentral-Sibirien.

Abb. 1 Die verheerenden Auswirkungen der Tunguska-Explosion konnen noch 1927 durch die Kulik-Expedition dokumentiert werden.

Die Explosion war in einem Radius von etwa tausend Kilometern zu vernehmen, eine Feuersäule wuchs vom Boden bis zu einer geschätzten Höhe von 20 km empor, und man konnte sie im Umkreis von 400 km sehen. Bäume wurden in einem Gebiet von zehntausend Quadratkilometern auf eigenartige Art zerstört und verbrannt (Abb. 1). Vor der Explosion, wurde ein heller Schweif am Himmel über dem westlichen China beobachtet. Während vieler folgenden Nächte war der Himmel über Europa und West-Asien ungewöhnlich erhellt, was es ermöglichte, ohne Benutzung von künstlichem Licht Zeitung zu lesen.

Wegen der Abgelegenheit des betroffenen Gebiets wurde die erste wissenschaftliche Erkundung in situ erst 1927 von dem sowjetischen Geologen Kulik unternommen. Vor Ort wurden keine sichtbaren Fragmente des explodierten Körpers gefunden, das Objekt war offenbar in der Atmosphäre vergast worden. Spätere akkurate Feldforschung förderte aus dem Boden eigenartige schwarze und glänzende Metall-Sphären zu Tage. (Abb. 2) Zahlreiche flache Klein-Krater von 50 - 200 Metern Durchmesser wurden entdeckt (vergl. Hughes 87).

Die metallischen Kugeln wiesen einen, typisch außerirdischen, hohen Anteil von Iridium, Nickel, Kobalt und anderen Metallen auf. Analysen von antarktischen Eis-Kernen durch Ganapathy 40 haben in gleicher Weise gezeigt, dass ein ungewöhnlich hoher Anteil von Iridium und anderen Metallen in den Schichten präsent ist, die, bei einer Ungenauigkeit von zwei Jahren, dem Jahr 1912 zugeordnet werden; es ist eine nahe liegende Interpretation, dass antarktisches Iridium dort nach der weltweiten stratosphärischen Diffusion der vaporisierten Reste des Tunguska-Objekts abgelagert wurde.

Nach den antarktischen Daten wurde ein globaler Fallout von 7 Millionen Tonnen geschätzt; wenn wir annehmen, dass das explodierte Objekt vom kohlenstoffhaltigen chondritischen Typ war, hätte seine Größe bei etwa 160 Metern gelegen. Es gibt jedenfalls noch immer viele Unsicherheiten bezüglich der Zusammensetzung und Größe. Turco et al. 41 nehmen beispielsweise an, dass der Körper eine lose Ansammlung von Staub- und Eis-Partikeln war (wie die meisten Kometen beschaffen sein sollen), mit einer Dichte von 0.003 g/cm³, einer Masse von 3.5 Millionen Tonnen, und somit einem Durchmesser bei sphärischer Form von 1.3 Km. Nach den geschätzten Orbital-Parametern (Geschwindigkeit 40 km/sec, Annäherungs-Winkel 30 Grad) könnte das Objekt gut ein Fragment des Kometen Encke gewesen sein.

Nach Turcos Daten betrug seine Energie 1.4 1025 Erg, annähernd vergleichbar derjenigen, die bei der Explosion von fünfhundert Wasserstoffbomben von einer Megatonnne (500 MT) frei gesetzt wird. Nach Ganapathys Daten betrug die Energie 1000 MT. So niedrige Schätzungen wie 10 MT oder 30 MT wurden ebenfalls abgegeben (Ben-Menahem 103, Deacon 104), während La Violette 105 wiederum für Energien im Bereich von 250 - 1000 MT argumentiert. Ein wichtiger Effekt der atmosphärischen Tunguska-Explosion, den Turco et al. analysiert haben, mag die Produktion großer Mengen von Stickoxiden (bis zu 30 Millionen Tonnen) gewesen sein, die zu einer starken Abbau (30%) des stratosphärischen Ozons führten.

Während die Effekte des Tunguska-Ereignisses (Abb. 1) alles in allem zu vernachlässigen waren (hätte sich der Impakt jedoch ein paar Stunden früher ereignet, hätte er Europa verwüstet), darf man bei Impakten energiereicherer Apollos dramatischere Konsequenzen für die Biosphäre und die Lithosphäre erwarten. Quantitativ kann die Beschreibung dieser Effekte wegen der extremen Komplexität und mangels Linearität der Phänomene nicht akkurat erfolgen.

Die Effekte sind von vielen Faktoren abhängig, darunter die Zusammensetzung des Apollo (ob chondritisch, metallisch oder aus Eis), der kinetischen Energie (proportional zur Masse und zum Quadrat der Geschwindigkeit unter Berücksichtigung der Erde; diese kann zwischen 15 km/sek und über 70 km/sek variieren, mit einem zu erwartenden Wert von etwa 25 km/sek), dem Annäherungswinkel und dem Ort des Impakts (insbesondere, ob kontinental oder ozeanisch).

Um des Beispiels willen werden wir ein Apollo-Objekt mit "typischen" Parametern, also einem Durchmesser von 1,4 km, chondritischer Dichte von 3,3 g/cm3 und einer relativen Geschwindigkeit von 25 km/sec betrachten. Die Energie dieses Objekts läge bei etwa 3 1028 Erg, was derjenigen entspricht, die bei der Explosion von einer Million Wasserstoffbomben von einer Megatonne (106 MT) freigesetzt wird. Diese Energie ist vergleichbar mit der Energie, die bei den größten, in der Geschichte beobachteten Erdbeben freigesetzt wurde (1025 Erg), mit dem durchschnittlichen Aufkommen an Erdbeben (5 1025 Erg) und mit der gesamten Wärmeabgabe der Erde (1,8 1028 Erg) pro Jahr.

Impakte durch größere Apollos (von etwa 10 km Durchmesser) würden Energien im Milliarden-MT-Bereich freisetzen. Ihre Frequenz beträgt O(108) Jahre. Auch Impakte mit Energien im Trillionen-MT-Bereich könnten sich in der Erdgeschichte ereignet haben, wahrscheinlich in den ersten 1,5 Milliarden Jahren seit der Verfestigung der Gesteins-Blöcke, als die Apollo-Population, wie anhand der Frequenz der Mond-Verkraterung geschätzt wird, mehrere Ordnungen höher war als heute.

Lassen Sie uns nun, zumindest qualitativ, die Auswirkungen des Impakts durch den angenommenen "Typus" betrachten. Von der zur Verfügung stehenden Energie würden nur ein paar Prozent in der Atmosphäre verbraucht werden, die in einem Augenblick durchstoßen wird, was eine Hitze- und Druckwelle hervorruft. Die Abtragungseffekte durch die Atmosphäre wären zu vernachlässigen und der Apollo würde die Erdoberfläche mit fast unveränderter Masse und Geschwindigkeit erreichen. Die in der Atmosphäre erzeugte Hitze- und Druckwelle würde sich mit ungeheurer Geschwindigkeit ausbreiten, mit tödlichen Auswirkungen in einem Radius von hunderten von Kilometern.

Bei einem größeren Apollo mit Energien im Bereich von Milliarden MT wären die atmosphärischen Störungen kolossal und über die Hemisphären verteilt. Beispielsweise kann man davon ausgehen, dass die Windgeschwindigkeit, wenn zehn Prozent der Initial-Energie in die Druckwelle wandern, in 2000 km Entfernung vom Impakt-Punkt und nach einem Zeitraum von 0,4 Stunden bei 2400 km/h liegen, und die Luft-Temperatur sich auf 480 Grad erhöhen würde.

Bei 5000 km wäre die Geschwindigkeit nach 0,8 Stunden etwa 400 km/h, und die Temperatur würde um 60 Grad ansteigen. Bei 10 000 km würden diese Werte entsprechend bei 100 km/h, 14 h und 30 Grad liegen. Zusätzliche Effekte in der Atmosphäre wären chemische Reaktionen, die zur Bildung giftiger Substanzen, wie Cyaniden oder Stickoxiden, führen, welche die Schutzschicht aus atmosphärischem Ozon beinahe vollständig entfernen würden. Zudem würde der Prozess der Partikel-Beschleunigung, der Neutronen im MEV-Bereich generiert, möglicherweise unter anderem Radiokarbon C14 (siehe Brown und Hughes 42) erzeugen. Dieser Prozess, der auch bei geringeren Ereignissen, darunter bei Feuerbällen, vorkommen mag, hat bedeutende Auswirkungen auf die Radiokarbon-Datierungsmethode (man bemerke, dass Velikovsky 5 Radiokarbon-Veränderungen aufgrund extraterrestrischer Ursachen vorhergesagt hat).

Nehmen Sie nun an, dass der Impakt-Punk auf einem Kontinent liegt. Ein paar zusätzliche Prozente der vorhandenen Energie werden in Form seismischer Wellen auf die Kontinental-Kruste übertragen, womit sie ein weltweites Erdbeben hervorrufen. Im Fall von Energien im Bereich von Milliarden MT würden vermutlich meterhohe Landwellen auftreten. Eine Übertragung von Bewegungsenergie auf die tektonischen Platten und auf den darunter liegenden Mantel würde ebenfalls die Folge sein; die transferierte Bewegungsenergie würde diejenige von Körpern von ein paar Kilometern überschreiten. Während schon Ereignisse im 104 MT Bereich vermutlich einen verstärkten Vulkanismus zur Folge hätten, würden energiereichere (107 MT) Ereignisse höchstwahrscheinlich mit einer Richtungsänderung der Plattenbewegung die Orogenese erhöhen und auch Umpolungen des Magnetfelds auslösen (siehe Velikovsky 2, Clube und Napier 15, Opik 43); man bemerke, dass es jetzt Evidenzen für sehr rapide Veränderungen des geomagnetischen Feldes im Verlauf einer Umkehrung von bis zu 6 Grad pro Tag gibt, siehe Coe et al. 114).

Daher hätten Impakte von großen Apollos, mit einer Periodizität, die von der Durchquerung von Molekularwolken hervorgerufen wird, bedeutende geologische und astronomische Konsequenzen. Eine Platten-Verlagerung von substantiellem Ausmaß könnte ebenfalls vorkommen. Unterstützt von Einstein, schlug Hapgood 107 vor, dass eine [solche] Verlagerung der Hauptfaktor für die jüngste Eiszeit war, aber er vermutete, dass eine derartige Verschiebung von Zentrifugalkräften auf Grund der Asymmetrie der Erde hervorgerufen würde, die durch das Vorhandensein von Polareis entstünde.

Das meiste der eingangs verfügbaren Energie (etwa 80%) wird bei der Bildung des Kraters verbraucht und (etwa 10%) beim einschießen von Staub, darunter auch der vaporisierte Apollo selber, in die Stratosphäre. Man nimmt an, dass die Staubmenge insgesamt mehr als das hundertfache der Masse des impaktierten Apollo beträgt. Bei unserem hypothetischen Apollo wäre die Produktion von Staub um ein Vielfaches größer als die Staub-Emissionen während des größten Vulkanausbruchs in historischen Zeiten (also dem Tambora-Ausbruch von 1815; nach Strommel 44 wurden etwa 100 km³ Auswurf produziert, die nur zum Teil als Feinstaub in die Stratosphäre injiziert wurden, in jedem Fall genug, um eine substantielle weltweite Abkühlung hervorzurufen.

Abb. 2 Eine der Sphärulen aus Material, das beim Tunguska-Impakt verflüssigt und verspritzt wurde.

Es sollte jedenfalls festgehalten werden, dass die größte bekannte Eruption der jüngsten 100 000 Jahre, der Ausbruch des Toba-Vulkans in Indonesien, trotz der Emission von geschätzten 1000 km³ Schutt, nicht mit einer Eiszeit in Verbindung gebracht wird; wenn der Staub nicht mit ausreichender Energie ausgestoßen wird, kann er sich nicht über den gesamten Globus verbreiten). Darüber hinaus würde ein verstärkter Vulkanismus vermutlich für einen langen Zeitraum nach dem Impakt weiteren Staub hinzufügen, ein Effekt, der wahrscheinlich in dramatischer Weise nach dem Impakt auftrat, welcher die Kreidezeit beendete, siehe Officer et al. 84. Im Falle eines größeren Apollo mag die Staubmenge gut im Bereich von vielen tausend Kubik-Kilometern liegen, welche Erdoberfläche vollständig vom Sonnenlicht abschirmen.

Das Problem einer Einschätzung der Entwicklung einer in die Stratosphäre hinaus geschleuderten Staubwolke und ihrer Auswirkungen auf den Umfang des Lichts, das die Erdoberfläche erreicht, ist höchst komplex. Man nimmt an, dass die Verbreitung von einer einzelnen Quelle aus über den gesamten Planeten etwa drei Monate dauert (siehe Lamb 45). Das Auflklaren sollte in den tieferen Breitengraden beginnen und in etwa sechs Monaten praktisch vollständig sein. Der Zeitraum bis zum vollständigen Abbau des stratosphärischen Staubes scheint bei etwa drei Jahren zu liegen und ist im Wesentlichen unabhängig von der anfänglichen Gesamtmenge des Staubs.

Bei der Kraterbildung wird die the Energie nur zum geringeren Teil beim Zerbrechen und Erhitzen des Gesteins verbraucht, sondern hauptsächlich dabei, es wegzuschleudern. Bei hoch energetischen Impakten besteht ein Teil der Ejecta aus verflüssigten Felsen, die, wenn sie eine feste Form annehmen, sogenannte Tektiten-Felder bilden. Ein Großteil des Materials wird jedenfalls in fester Form herausgeschleudert und wird sich in einem kreisförmigen Ring um die Ausbuchtung herum anhäufen. Die Größe des Kraters hängt in vielschichtiger Form von der Energie des Apollo und von anderen Faktoren ab; eine annähernde Formel besagt, dass die Energie E, die benötigt wird, um einen Krater vom Durchmesser D auszuheben, im Verhältnis E = D3.4 wächst.

Für unseren angenommenen Apollo ist ein Krater von ungefähr zwanzig Kilometern Durchmesser zu erwarten; von den größten Apollos würden Krater von hundert Kilometern erzeugt werden. Bei ausreichend großen Energien hat der Krater eine komplexe Struktur, mit einer zentralen Erhebung auf Grund der Ausfederung des Felsens. Der Kratergrund ist bedeckt mit zerbrochenem Fels (Breccia), der eine Schicht von möglicherweise hunderten Metern Stärke bildet (siehe etwa Grieve 88 oder Melosh 89). Hunderte von Kratern wurden auf der Erde bis jetzt entdeckt und die Verteilung ihrer Größen stimmt mit den Erwartungen überein. Einige Krater (Popigai in Sibirien, Sudbury in Kanada) liegen im Bereich von 100 km Durchmesser.

Die zu erwartende Tiefe eines Kraters beträgt nur einen Bruchteil seines Durchmessers. Da die Kontinental-Kruste eine durchschnittliche Stärke von etwa 80 km aufweist, ist allgemein kein Ausfluss von Magma vorauszusetzen. Nur bei den äußerst seltenen Ereignissen im Bereich von Trillionen-Megatonnen, könnte die Kontinental-Kruste mit magmatischen Emissionen durchbrochen werden. Wir vermuten, dass der Ursprung der wenigen sehr alten Vulkan-Strukturen, die im Inneren der tektonischen Platten zu finden sind, wie das Tibesti-Plateau in der Sahara, auf solche kontinentalen Super-Impakte zurückgeführt werden können.

Nehmen wir nun an, dass der Einschlag-Punkt sich auf dem Boden eines Ozeans befindet. Da Ozeane fast drei Viertel der Erdoberfläche bedecken, werden die meisten Impakte ozeanischer Natur sein. Ein bemerkenswerter Gradmesser der noch zu leistenden Ozeanforschung ist die Tatsache, dass bis 1987 keine Spur von Kratern auf dem Meeresboden gefunden wurde, von denen es dort viele geben sollte (auch, wenn man die Tatsache in Rechnung stellt, dass kein Felsgestein im Ozean-Bett älter als 200 Millionen Jahre ist). Der erste Unterwasser-Krater wurde 1987 auf dem nordatlantischen Kontinental-Schelf aufgespürt (siehe Jansa und Pe Piper 90), 200 km südöstlich von Neuschottland.

Es ist ein Krater der komplexen Art, mit einem Durchmesser von 45 km und einer zentralen Erhebung von 1.8 km Höhe und 11.5 km Breite. Der Krater ist mit einer 600-800 m Schicht von Breccia und mit 200 Metern von Sedimenten bedeckt, die nach seiner Bildung abgelagert wurden. Der Impakt soll vor schätzungsweise 50 Millionen Jahren stattgefunden haben, die Größe des einschlagenden Körpers wird auf 2-3 km geschätzt. Strukturen, die mit ozeanischen Kratern in Verbindung gebracht werden können, sind die sogenannten ozeanischen Plateaus, die beispielsweise im zentralen Pazifik entdeckt wurden. Sie scheinen aus einer großen Menge Lava zu bestehen, die ausfloss, nachdem ein Impakt den Meeresboden aufriss (siehe Rogers 91).

Abb. 3 Da fast drei Viertel der Oberfläche unseres Planeten von Ozeanen bedeckt sind, haben sich die meisten Impakte der jüngeren Erdgeschichte in den Meeren ereignet.

Wenn man sich mit ozeanischen Impakten beschäftigt, dann wird man eine wichtige Beobachtung bezüglich des Meeresbodens machen: er kann Teil eines überfluteten Kontinental-Schelfs (dessen Gebiet einen guten Teil des entstehenden Landes ausmacht), oder richtiger Meeresboden sein. Im ersten Fall besteht der Meeresboden aus einer soliden Kruste mit einer Stärke von dreißig Kilometern oder mehr (bis hinauf zur Mohorovic-Unstetigkeit, siehe Franchetau 46 oder Burchfield 47). Im zweiten Fall ist er äußerst dünn, etwa 2.5 km unter den ozeanischen Rücken, mit zunehmender Stärke bis zu etwa sieben Kilometern in der Nähe der Kontinental-Schelfs. Die Stärken-Differenz zwischen kontinentalem und Meeresboden spielt eine fundamentale Rolle bei den unterschiedlichen Klima-Auswirkungen kontinentaler oder ozeanischer Impakte.

Zu den wesentlichen Kurzzeit-Effekten eines ozeanischen Impakts gehören: Druckwelle in der Atmosphäre, Bildung eines Kurzzeit-Kraters im Wasser und anschließender Tsunami, ein Erdbeben, das auf den Impakt im Meeresboden folgt, die Bildung eines Kraters im Meeresboden und möglicher Magma-Ausstoß. Druckwelle und Erdbeben-Effekte sind ähnlich wie die in kontinentalen Fällen, aber die Erdbeben wären, in Folge der geringeren Stärke der ozeanischen Kruste, weniger heftig.

Lassen Sie uns die anderen kurzfristigen Effekte betrachten. Eine annähernde Analyse des temporären Kraters im Wasser und des nachfolgenden Tsunami wurde beispielsweise von Gault et al. 48 und von Strelitz 49 vorgestellt. Unter der Annahme eines Ozeans von unbegrenzter Tiefe würde der angenommene Apollo mit einer Energie von 106 MT einen temporären, annähernd halbkugeligen Krater schaffen, der einem Felsenkrater sehr ähnlich wäre, da in beiden Fällen der Überdruck in den Materialien nach dem Schock ihre Festigkeit bei weitem übersteigt. Der Krater hätte eine maximale Tiefe von 13 km und einen maximalen Durchmesser von 30 km.

Die vorhandene Energie würde größtenteils (92%) mit der Verdrängung des Wassers, Schock-Erhitzung und Wellenbildung verbraucht werden; was übrig bleibt, würde in kinetische Energie des verdrängten Wassers transformiert werden. Der so gebildete Krater würde schnell kollabieren, eine zehn Kilometer hohe Wassersäule würde sich über dem Einschlag-Punkt entwickeln. Der Einsturz dieser Säule erzeugt dann, invers zur Distanz, ein System von Wellen mit nachlassenden Amplituden im offenen Meer.

Die Höhe der Wellen würde bei 100 km Entfernung vom Impakt etwa bei einem Kilometer liegen und 100 Meter bei 1000 km [Distanz]. Bei der Annäherung an die Küsten würde eine substantielle Vergrößerung der Wellenhöhe erfolgen, wobei der exakte Wert der Vergrößerung von der Geometrie der Küste abhängt. Ein globaler Katastrophen-Tsunami, mit erheblicher Kontinental-Überflutung, wäre somit die Konsequenz eines ozeanischen Impakts.

Abb. 4 Selbst nach weniger gravierenden ozeanischen Impakterereignissen kommt es vermutlich zu einem verstärkten Unterwasser-Vulkanismus.

In der vorausgegangenen Analyse, wurde eine unbegrenzte Meerestiefe vorausgesetzt. Da die durchschnittliche Meerestiefe nur 3.7 km (mit einem Maximum von 11 km und einem Wert von nur 2.5 km über den ozeanischen Rücken) beträgt, würden alle Apollos im energetischen Bereich von mehr als 106 MT den Ozean noch mit einem substantiellen Teil ihrer anfänglichen Energie treffen. Eine quantitative Studie der Verkraterungs-Auswirkungen im Meeresboden wurde bisher noch nicht erstellt, soweit dem Autor bekannt ist. Daher werden die folgenden Betrachtungen qualitativ sein. Ein weltweites Erdbeben würde, wie schon zuvor bemerkt, ausgelöst werden, das nicht so heftig wäre wie im Falle eines Kontinental-Impakts, aber vermutlich die Tsunami-Effekte verstärken würde. Sofern der Impakt auf richtigem Meeresboden erfolgt, dürfen der Durchbruch des dünnen Meeresbodens und der Ausstoß von Magma erwartet werden.

Falls der Apollo nur wenig Restenergie aufweist, wenn er den Meeresboden erreicht, könnte es sich bei dem Magmaausstoß im wesentlichen um einen langsamen Drurckausgleich, eine verstärkte Form von Unterwasser-Vulkanismus handeln, mit proportional zum betroffenen Gebiet erfolgenden Aufheizungs-Effekten (möglicherweise über tausende von Quadrat-Kilometern) während eines ziemlich langen Zeitraums. Wenn mehr Energie vorhanden ist, könnte, bei einer ersten Näherung, die Existenz der ozeanischen Kruste vernachlässigt werden und man könnte den Impakt als Äquivalent eines direkten Impakts in ein Magma-Bett betrachten. In einem solchen Bett würde ein Krater aus großen Mengen heißen Magmas in der Größenordnung von hundert oder tausend Kubik-Kilometern geformt werden.

Die Aufheizungs-Effekte würden in erster Linie proportional zum Volumen des verdrängten Magmas, bedingt durch die fast augenblickliche Verdampfung eines vielfachen Volumens von Meereswasser, erfolgen. Der nachfolgende langsamere Druckausgleich mit Aufheizungs-Effekten der Oberfläche würde noch eine Weile weiter stattfinden. Natürlich würden die Wolken, die aus dem verdampften Wasser gebildet werden, von den Winden um den ganzen Globus getragen werden und eine wahrhaft "universelle Flut" würde unweigerlich folgen.

Schließlich bemerke man, dass zu erwarten steht, dass nach einem ozeanischen Impakt wenig Staub in die Stratosphäre eingeschossen wird. Die Verdunkelung des Himmels, falls es überhaupt eine gibt, würde auch bei einem sehr großen Vorgang höchstens zwei oder drei Monate dauern (siehe Emiliani et al. 50, O'Keefe und Ahrens 51, Poupeau 52). Dies wird sich in den klimatischen Konsequenzen widerspiegeln, die, wie in der nächsten Sektion besprochen wird, in einer Erhitzung des Globus im Falle eines ozeanischen Impakts, und in einer Abkühlung im Falle eines kontinentalen Impakts bestehen.

Bevor wir die klimatischen Effekte eines Impakts besprechen werden, erwähnen wir hier, der Vollständigkeit halber, kurz noch einige mögliche Auswirkungen auf astronomische Parameter der Erde:

  • Veränderungen der orbitalen Parameter werden bei Brunini 118 diskutiert; sowohl Impakte und Nah-Begegnungen mit Kometen oder Asteroiden der zuvor besprochenen Größe [...] können während des für gewöhnlich vorausgesetzten totalen Sonnen-Alters von circa 4 Milliarden Jahren die große Halbachse um etwa 10-5 AE verändern; die Veränderungen pro Impakt wären folglich sehr klein, in der Größenordnung von wenigen Metern.
  • Unter bestimmten Bedingungen des Impakt-Punktes und von Umfang und Richtung des Impulses kann es durch gyroskopische Effekte zu einer Veränderung der Rotationsachse der Erde kommen, darunter auch zu einer Umkehrung, siehe Barbiero 109. Als Konsequenz einer Wende würden die nördlichen und südlichen Himmels-Hemisphären vertauscht und die Sonne würde scheinbar im Westen statt im Osten aufgehen.

Einer ägyptischen Überlieferung zufolge, die Herodot zugeschrieben wird, ging die Sonne in der Vergangenheit zwei Mal im Osten auf und zweimal im Westen, was einen Indikator für drei Inversionen seit Menschengedenken. Es ist recht faszinierend, dass die ägyptischen Priester in Platons Atlantisbericht (siehe die später folgende Sektion 5) von drei "größeren" Katastrophen sprechen. Ein nahe liegendes Kriterium, um eine Katastrophe als "größer" zu qualifizieren, wäre sicherlich der Austausch des südlichen und nördlichen Himmels und der Punkte von Sonnenauf- und -untergang.

  • Veränderungen der Dauer des Tages und in der Schiefe der Rotationsaxe könnten auch in Betracht gezogen werden, aber nach unserem Wissensstand sind niemals quantitative Schätzungen gemacht worden.


Fortsetzung: Impakte von Apollos: klimatische Effekte und eine Hypothese zur jüngsten Eiszeit


Bild-Quellen

(1) http://chemphys.phys.boun.edu.tr/~semiz/universe/near/18ext/tunguska.gif (nicht mehr online)

(2) astrosurf.com, unter: http://www.astrosurf.com/lombry/Images/tunguska-spherule.jpg (Bild nicht mehr online)

(3) http://chemphys.phys.boun.edu.tr/~semiz/universe/near/18.html (nicht mehr online)

(4) NOAA's National Geophysical Data Center (NGDC), unter: http://www.ngdc.noaa.gov/seg/hazard/slideset/33/33_thumbs.html (dort nicht mehr online)