Konfusionismus im akademischen Elfenbeinturm: Unterschied zwischen den Versionen

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''Im Gegenteil war die kulturelle Interaktion zwischen ''[Menschen von verschiedenen]'' Kontinenten, die in vorchristlicher Zeit begann, höchstwahrscheinlich keine Einbahnstraße. Mit anderen Worten haben semitische, ägyptische, indische und europäische Kulturen möglicherweise genauso viel oder noch mehr von der Interaktion mit amerikanischen Ureinwohnern profitiert wie umgekehrt''." <ref>Quelle: Gary A. David, "[http://www.viewzone.com/votanx.html Votan: Diffusionist Deity]", ohne Datierung (vermutl. 2007/2008) bei [http://www.viewzone.com/ viewzone.com] (abgerufen: 25. April 2020; Übersetzung ins Deutsche durch ''Atlantisforschung.de'')</ref>
 
''Im Gegenteil war die kulturelle Interaktion zwischen ''[Menschen von verschiedenen]'' Kontinenten, die in vorchristlicher Zeit begann, höchstwahrscheinlich keine Einbahnstraße. Mit anderen Worten haben semitische, ägyptische, indische und europäische Kulturen möglicherweise genauso viel oder noch mehr von der Interaktion mit amerikanischen Ureinwohnern profitiert wie umgekehrt''." <ref>Quelle: Gary A. David, "[http://www.viewzone.com/votanx.html Votan: Diffusionist Deity]", ohne Datierung (vermutl. 2007/2008) bei [http://www.viewzone.com/ viewzone.com] (abgerufen: 25. April 2020; Übersetzung ins Deutsche durch ''Atlantisforschung.de'')</ref>
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=== Anmerkungen und Quellen ===
 
=== Anmerkungen und Quellen ===

Aktuelle Version vom 24. Mai 2020, 05:07 Uhr

Mainstream-Altamerikanistik versus Kulturdiffusionismus

Abb. 1 Hier eine der erstaunlich zahlreichen präkolumbischen Darstellungen bärtiger Menschen mit nicht-amerinden Charkteristika, die sehr frühe transatlantische Kontakte implizieren. Dieses beeindruckende Exemplar, das in Mittelamerika entdeckt wurde, weist eine typisch phönizische Physiognomie auf.

(bb) In seinem online gestellten Essay "Votan: Diffusionist Deity" befasst sich Gary A. David, der Autor des Buches The Orion Zone: Ancient Star Cities of the American Southwest [1], aus diffusionistischem Blickwinkel mit der Figur des präkolumbischen mittelamerikanischen Kulturhelden Votan. Im einleitenden, "Confusionism In the Ivory Tower" betitelten Abschnitt dieses Essays thematisiert David zunächst kurz die ablehnende Haltung des fachwissenschaftlichen Establishments dem Diffusionismus gegenüber, wobei er speziell auf den unsinnigen Rassismus-Vorwurf eingeht, mit dem diffusionistische Ansichten nicht selten diskreditiert werden sollen:

"Kulturdiffusionismus ist der akademischen Wissenschaft nach wie vor ein Gräuel. Einfach ausgedrückt, schlägt der Diffusionismus vor, dass alterümliche Menschen viel mehr zu Fuß oder mit dem Boot herumkamen als allgemein angenommen - tatsächlich [sei dies] auf der ganzen Welt [geschehen]. Diese Theorie besagt, dass ein freier Fluss von Handelsgütern und kulturellen Motiven weltweit existierte, vielleicht schon in der Jungsteinzeit.

Während des 20. Jahrhunderts haben Anthropologen und Archäologen, von denen viele Lehrstuhlinhaber waren oder von Universitäten unterstützt wurden, vorgeschlagen, dass die diffusionistische Theorie, die in der letzten Hälfte des vorigen [d.h. des 19. Jahrhunderts; d. Red.] vorherrschte [2], von Natur aus rassistisch sei. Diese Theorie, sagten sie, impliziere, dass Kaukasier den >dunkleren< Rassen die Wohltaten der Zivilisation verliehen hatten, um ihnen das Licht [der Kultur] zu bringen.

Die 'Kolumbus kam zuerst'-Clique, die eine alternative isolationistische Theorie vorschlug, beschrieb ein Szenario zerstreuter provinzieller Stämme von Indianern, die auf einem dünn besiedelten Kontinent im Alleingang handelten, so gut sie es vermochten. In unserer heutigen Zeit, in der Rassengleichheit zumindest ein Ideal ist, [müsste] die Vorstellung einer Gruppe weißer, patriarchalischer Wohltäter, welche die >unwissenden< Kulturen der Ureinwohner beeinflussten, in der Tat abstoßend und rückschrittlich [erscheinen] - wenn sie denn zuteffen würde.

In mancher Hinsicht ist jedoch [gerade] die isolationistische Theorie rassistisch, da davon ausgegangen wird, dass die Ureinwohner Nord- und Südamerikas nicht intelligent oder geschickt genug waren, Fernreisen zu Lande oder zu Wasser durchzuführen [3] - abgesehen von dem anfänglichen Vorstoß aus Sibirien über die Beringstraße nach Alaska und Kanada.

Im Gegenteil war die kulturelle Interaktion zwischen [Menschen von verschiedenen] Kontinenten, die in vorchristlicher Zeit begann, höchstwahrscheinlich keine Einbahnstraße. Mit anderen Worten haben semitische, ägyptische, indische und europäische Kulturen möglicherweise genauso viel oder noch mehr von der Interaktion mit amerikanischen Ureinwohnern profitiert wie umgekehrt." [4]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe:
    Orion-Zone.jpeg
    Gary A. David, "The Orion Zone: Ancient Star Cities of the American Southwest (Abb. 2), Kempton, Illinois (Adventures Unlimited Press), 2007
  2. Red Anmerkung: Zu einer wissenschaftsgeschichtlich genaueren Einordnung siehe bei Atlantisforschung.de: Bernhard Beier, "Eine kleine Geschichte des Diffusionismus"
  3. Red. Anmerkung: Präziser formulierend sollte man wohl sagen: Der Rassismus (und Eurozentrismus!) des isolationistischen Paradigmas lässt sich nicht zuletzt dadurch charakterisieren, dass seine Anhänger ernsthaft glauben, erst (und ausschließlich) die 'christliche Seefahrt' des europäischen 'Zeitalters der Entdeckungen' sei dazu in der Lage gewesen, die Weltmeere zu überqueren und interkontinentale Verbindungen aufzubauen.
  4. Quelle: Gary A. David, "Votan: Diffusionist Deity", ohne Datierung (vermutl. 2007/2008) bei viewzone.com (abgerufen: 25. April 2020; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Ross T. Christensen, Ancient America Foundation, "Newsletter 38, SEHA #125 July 1971", bei Mesoamerican Antiquities
2) Adventures Unlimited Press / Bild-Archiv Atlantisforschung.de