Pausanias

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Historisches Forscher- und Autorenportrait

Auf einen Blick

Abb. 1 Phantasievolle Darstellung des Pausanias auf dem Cover einer aktuellen französischsprachigen Ausgabe (e-book) seiner Perigese "Beschreibung Griechenlands"

(red) Pausanias (altgriech. Παυσανίας, auch Pausanias Periegetes - "der Perieget" - genannt; * ca. 115 n.Chr. in Kleinasien; † um 180 n.Chr.) war ein griechischer Reiseschriftsteller, Geograph und gewissermaßen 'außenseiterischer' Historiker [1] Seinen Erwähnungen geschichtlicher, bisweilen auch sagenhafter Orte und Ereignisse verdankt nicht nur die Klassische Archäologie, sondern auch die alternative - d.h. abseits des universitären Mainstreams angesiedelte - Forschung eine ganze Reihe interessanter und hilfreicher Hinweise.

Biographische Notizen

Über die Vita des antiken Autors heißt es bei der deutschsprachigen Wikipedia: "Das Wenige, das über das Leben des Pausanias bekannt ist, geht aus seinem Werk hervor. Sowohl Geburtsjahr als auch Todesjahr sind unbekannt, allerdings ist seinem Werk zu entnehmen, dass es zur Zeit der Kaiser Antoninus Pius (138 bis 161) und Marc Aurel (161 bis 180) entstand. Aus seiner Angabe, Antinoos nicht mehr lebend gesehen zu haben,[1] ist zu schließen, dass Pausanias zwischen 111 und 115 in Kleinasien geboren wurde, wahrscheinlich in der Gegend des Sipylosgebirges, einer Gegend, die er >seine eigene< nennt. Seine sehr gute und umfangreiche Bildung (paideia) kann er folglich am ehesten in Magnesia am Sipylos erhalten haben. Außerdem entstammte er wohl einer vermögenden Familie, da er sich seine ausgedehnte Reisetätigkeit bereits in jungen Jahren leisten konnte. Seinem Werk nach zu urteilen, vor allem an den Stellen, bei denen er auf seine Augenzeugenschaft hinweist, scheint er nicht nur ganz Griechenland und Westkleinasien, sondern auch Galatien und das südliche Kleinasien bereist zu haben. Des Weiteren kam er bis zum Euphrat, durch Syrien und Palästina. In Ägypten kam er im Süden bis Theben. Darüber hinaus kannte er auch Rom, Kampanien und Süditalien aus eigener Anschauung. Zeitpunkt und Reihenfolgen der einzelnen Reisen sind ebenso unbekannt wie der Ort, an dem er wohl kurz nach 175 verstarb." [2]

Pausanias in der Atantisforschung

Abb. 2 Der 'Thron des Pelops' am Berg Sipylos bei Manisa, jener Gegend, in der Pausanias, wie allgemein vorausgestzt wird, zur Welt kam. Sein Bericht über den katastrophischen Untergang der sagenhaften Stadt Tantalis beruhte somit vermutlich auf Informationen aus der Region.

Obwohl Pausanias keine expliziten Aussagen zum Thema 'Atlantis' gemacht hat - zumindest ist darüber nichts überliefert -, findet er im Bereich der Atlantisforschung vergleichsweise häufige Erwähnung. Insebesondere gilt dies für Verfechter der Vorstellung eines 'Atlantis im Atlantik'. So z.B. Alexander Braghine, der sich auf Pausanias, den er als "akkuraten und gewissenhaften Autor" einordnete, hinsichtlich dessen Angaben zur Inselwelt des Atlantik berief. Pausanias erwähne, laut Braghine, "eine Gruppe von Inseln im Atlantischen Ozean, mutmaßlich die heutige Gruppe der Karibischen Inseln, die er als 'Satyriden' bezeichnet. Selbiger Autor beschreibt auch die Reisen eines gewissen Kariers [namens] Euphemus [3] [4], der durch einen Sturm gezwungen wurde, dort zu landen, und dem dort einige rothäutige Menschen begegneten, die langes Haar trugen, einer Pferdemähne ähnlich [5]. Pausanias erklärte nicht, wie Euphemus nach Hause zurückkehrte, und warum diese Entdeckung keine praktischen Resultate erbrachte." [6]

Auf Pausanias (VII.XXIV.6-7) beruft sich aber auch Peter James, der Atlantis in dessen westtürkischer Heimat vermutet und mit der Legende vom Untergang der Stadt Tantalis in Verbindung bringt [7] [8], Vor allem den Berichten des Pausanias, Strabons (I.III.17) und Plinius des Jüngeren ist es zu verdanken, dass die Tantalis-Legende nicht in Vergessenheit geriet.

Schließlich spielt Pausanias Darstellung des Untergangs der griechischen Stadt Helike auch eine Rolle im Zusammenhang mit dem Aufkommen der - mit ziemlicher Sicherheit irrigen - Annahme, dieses Ereignis habe Platon zu seiner Schilderung der Atlantis-Katastrophe inspiriert. Über die Vernichtung von Helike notierte Pausanias als Historiker: "Vierzig Stadien (7 km) entfernt von Aegion befindet sich ein Platz am Meer namens Helike .... wo einst die Stadt Helike stand .... Dies war ein Erdbeben, dass den Meeresboden umdrehte und darüberhinaus, so wird erzählt, ereignete sich in diesem Winter eine weitere Katastrophe: eine riesige See überflutete einen großen Teil des Landes und begrub Helike unter sich. Und die Flut überschwemmte den Poseidon-Tempel so dass nur noch die Wipfel der hohen Bäume sichtbar blieben. Denn als plötzlich der Gott erbebte, erhob sich die See zusammen mit dem Erdbeben und riss Helike mit all seinen Bewohnern in die Tiefe. Die Ruinen von Helike sind noch sichtbar, aber nicht mehr so deutlich wie einst, denn sie sind vom Salzwasser zerfressen." [9]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Bei der deutschsprachigen Wikipedia heißt es dazu, Pausanias werde "manchmal auch zu den Historikern gerechnet, obgleich sein Werk nicht den Genreregeln der antiken Historiographie folgt." (Quelle; abgerufen: 27. Juli 2018)
  2. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Pausanias" (abgerufen: 27. Juli 2018)
  3. Anmerkung des Übersetzers: Bei A. Braghine wird der Karier unzutreffend "Euthymus" genannt. Ich habe dies bei der Übersetzung korrigiert.
  4. Siehe: "Pausanias des Periegeten Beschreibung von Griechenland, aus dem Griechischen übersetzt von Carl Gottfried Siebelis", Band 1, Stuttgart (Metzler), 1829, S. 77
  5. Red. Anmerkung: Bei Pausanias heißt es allerdings, die Insulaner der Satyriden hätten Schweife am Gesäß gehabt, so groß wie die von Pferden.
  6. Quelle: Alexander Braghine, "The Shadow of Atlantis", Adventures Unlimited Press, 1997 (Reprint von 1940), S. 46 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  7. Siehe: Peter James, "The Sunken Kingdom: The Atlantis Mystery Solved", Jonathan Cape, 1995
  8. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: "Tantalis - das Atlantis des Peter James" (bb)
  9. Quelle: Das antike Helike in Aegialia bei Aeghio - DIE GESCHICHTE DER VERSUNKENEN STADT HELIKE / ELIKI BEI AEGION / EGION IN AEGIALIA (nicht mehr online)

Bild-Quellen:

1) Amazon Media EU / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) S. Solow (FAL), bei Wikimedia Commons, unter: File:Throne of Pelops Mount Sipylus Manisa Turkey.jpg