Scilly-Inseln

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Eine Karte zur geographischen Lage der Scilly-Inseln im Südwesten von Land's End in Cornwall

Die Scilly-Inleln [kurz: Scillies; d.Ü.] liegen südwestlich von Cornwalls Land's End (Abb. 1) im Atlantischen Ozean. Vor dem Ende der jüngsten Eiszeit waren diese Inseln noch ausgedehnter, und ihre Überschwemmung infolge des Abschmelzens der Gletscher produzierte unzweifelhaft die zahlreichen Legenden über versunkene Städte und untergegangene Zivilisationen in der Region. Allem Anschein nach gab es einst eine gepflasterte Dammstraße, die einige der Inseln verband. und einem Bericht aus dem 18. Jahrhundert zufolge, lag sie damals ach Fuß [ca. 2,44 m; d.Ü.] unter Wasser. Noch früher, im 3. Jahrhundert n.Chr., bezeichnete Solinus die Scillies im Singular als insula Silura.

O.G.S. Crawford, der erste leitende Beamte im britischen Ordnance Survey, war 1927 auch begründer des Journals Antiquity, das noch heute erscheint. In seiner ersten Ausgabe schrieb er [1] über die vormaligen Scillies als zusammenhängende Landmasse und ihre Beziehung zur Legende von Lyonesse. [2]

Einige Autoren haben die Scillies als die Kassiteriden (Zinninseln) identifiziert, welche Plinius der Ältere erwähnte. Allerdings gibt es auf den heutigen Inseln keine Zinn-Vorkommen, wenngleich es möglich ist, das solche Erzlager vor dem Anstieg der Meeresspiegel zugänglich waren, ähnlich jenen im nahe gelegenen Devon und Cornwall, doch diese Überflutung fand statt, bevor eine Technologie existierte, um es abzubauen und zu nutzen.

Abb. 2 Eine historische Karte der Scilly-Inseln aus dem 18. Jahrhundert. Damals wurde auch über eine gepflasterte Dammstraße berichtet, die einst einige der Inseln verbunden haben soll und zu dieser Zeit ca. zweieinhalb Meter unter Wasser lag.

Eine populäre Ansicht lautet, dass das mythische versunkene Land Lyonesse zwischen den Scillies und Land's End in Cornwall gelegen habe. Es wird häufig als eine Parallele zur bretonischen Legende von Ys betrachtet.

In jüngerer Zeit war der russische Wissenschaftler Viatcheslav Koudriavtsev davon überzeugt, dass Atlantis auf dem Keltischen Schelf in der Nähe der Scilly-Inseln gelegen habe. [3] Er identifizierte speziell eine Unterwasser-Formation, die als Little Sole Bank bekannt ist, und deren höchster Punkt nur 75 Meter unter der Meeresoberfläche liegt. Seit 1995 hat er diese Theorie propagiert und schließlich eine offizielle Regierungs-Genehmigung erhalten, um Erkundungen in diesem Gebiet durchzuführen, doch dann war er nicht in der Lage, die notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen, um die Operation durchzuführen.

Im Jahr 2009 enthüllten Ausgrabungen auf St. Agnes, einer der Scilly-Inseln, eine bemerkenswerte bronzezeitliche Tonscherbe, welche die älteste Abbildung eines Segelboots aufzuweisen scheint, die jemals im Vereinigten Königreich gefunden wurde. [4] Übrigens erklärten die Niederlande den Scillies 1651 den Krieg, eine 'Kleinigkeit', die dann bis 1986 in Vergessenheit geriet, als schließlich ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde. [5]


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde in seiner englischsprachigen Original-Fassung am 11. Juni 2010 unter dem Titel "Scilly Isles" bei Atlantipedia.ie erstveröffentlicht. Bei Atlantisforschung.de erscheint er in eigener Übersetzung und mit redaktioneller Bearbeitung im Mai 2018.

Fußnoten:

Bild-Quellen:

1) TUBS (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Scilly in England (zoom).svg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)
2) Ratzer (Uploader) bei Wikimedia Commons, unter: File:Scilly-bartholomew02 large.jpg