Straße von Messina

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Eine Satelliten-Bild der Straße von Messina, die im atlantologischen Diskurs wiederholt als Örtlichkeit der Säulen des Herakes ins Gespräch gebracht wurde

Die [zwischen Sizilien und Kalabrien gelegene] Straße von Messina (Abb. 1) ist an ihrer schmalsten Stelle lediglich zwei Meilen [ca. 3,22 km; d.Ü.] breit. Eine Anzahl von Autoren des Altertums verweist auf eine Zeit, als Sizilien noch mit Italien verbunden war. Tatsächlich besagt die Legende, dass Herakles für ihre Trennung verantwortlich war. Bisweilen wird die Straße auch als frühere Örtlichkeit der Säulen des Herakles offeriert, also zu einer Zeit, bevor das westliche Mittelmeer von den alten Griechen häufiger befahren wurde und dieses Toponym auf die Straße von Gibraltar übertragen worden sein soll.

Winfried Huf zum Beispiel [1] ist begeisterter Unterstützer einer Lokalisierung der 'Säulen' bei Messina. Allerdings hat Cyprian Broodbank in seinem monumentalen Werk The Making of the Middle Sea [2] auf folgendes hingewiesen: "Heute ist die Straße von Messina, die es [d.h Sizilien; d.Verf.] von der italienischen Halbinsel trennt ist mindestens 3 km breit und an ihrer flachsten Stelle [nur] 72 m tief. Oberflächlich betrachtet, sollten Sizilien und das Festland Italiens unter hocheiszeitlichen Bedingungen miteinander verbunden gewesen sein.

Abb. 2 Darstellung des westlichen Mittelmeers als 'Atlantische See' (Mer Atlantide) mit der Straße von Messina als 'Säulen des Herakles'

Diese Stelle liegt jedoch auf einer Plattengrenze und hat sich ohnehin schon im Verlauf der jüngsten 150 Jahre um mehre Meter gehoben, wofür exakte Messungen existieren. Man nehme eine 170.000 - 71.000 Jahre alte Bucht hinzu, die sich jetzt in der Nähe der Straße 90 m über das Meer erhebt, und wir müssen uns zu fragen beginnen, ob Sizilien jemals fest mit anderem Land verbunden war." [3] Nichtsdestotrotz schlägt er vor, dass dem frühen Meschen 'Trittsteine' in Form von Inselchen und Untiefen zwischen den beiden Landmassen zur Verfügung standen.

Die früheste nach Westen gerichtete Expansion der Griechen erfolgte nachvollziehbarerweise in eine Gegend, die heute als Magna Graecia auf Sizilien und im südlichen Italien bekannt ist. Die Expansion der Phönizier fand entlang der afrikanischen Küste statt, wobei sie schließlich Karthago an der Straße von Sizilien gründeten. Die damals zur Verfügung stehenden Schiffe waren nicht für die offene See geschaffen, sondern man hielt sie für gewöhnlich in Sichtweite von Land. Ich neige zu der Annahme, dass die Griechen die Straße von Messina als ihre Säulen des Herakles ansahen, die ins wenig bekannte westliche Mittelmeer führten das offenbar von einigen auch als 'Atlantische See' (Abb. 2) bezeichnet wurde, wogegen die Straße von Sizilien offenbar einiges Konfliktpotential mit den Phöniziern aufwies!

Unterstützung für die Vorstellung, das westliche Mittelmeer sei die 'Atlantische See' mit den Säulen des Herakles an der Straße von Messina gewesen, wird in einem französischsprachigen Forum präsentiert, das auch die obige Karte (Abb. 2) anbietet. [4]


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde in englischsprachiger Original-Fassung erstmals am 11. Juni 2010 unter dem Titel "Strait of Messina" bei Atlantipedia.ie veröffentlicht. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung nach der bei WaybackMachine archivierten Urfassung durch Atlantisforschung.de im November 2017.

Fußnoten:

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, op. cit.; auf Basis von: NASA bei Wikimedia Commons, unter: File:MessinaStrait-EO.JPG
2) Mitra, Histoire Secrète - Le passé de notre humanité avec ses mystères et ses secrets (Forum), unter: "Carte de synthèse en ayant rectifié les interpretations anachroniques qui ont été faite sur le Timée"; nach: Tony O’Connell, op. cit.