Und jetzt auch noch 'Kaukasoide' in Paläo-Amerika ?!?

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Die Besiedlungsgeschichte Amerikas und das Atlantis-Problem, Teil 6

Abb. 1 Rekonstruktion des so genannten 'Kennewick Mannes'. Die Entdeckung seiner sterblichen Überreste im Jahr 1996 brachte Bewegung in den festgefahrenen Diskurs um die urzeitliche Besiedlung Amerikas.

(bb) Es gibt wohl kaum eine andere Vorstellung, die bei 'politisch korrekten' Mainstream-Archäologen und Alt-Amerikanisten in den USA auf ähnlich ablehnende Renitenz stößt, wie die Annahme, bei der "Erstbesiedlung" des Doppelkontinents könnten womöglich auch Menschen aus Europa bzw. aus dem Großraum des Atlantik eine Rolle gespielt haben - was durchaus damit zu tun haben mag, dass bei der Einbeziehung des Atlantikraums in entsprechende Überlegungen potentiell auch das 'Böse A-Wort' (Atlantis) wieder ins Gespräch kommen könnte.

Vermutlich noch gravierender dürften im vorliegenden Kontext jedoch die zu erwartenden, einschneidenden Konsequenzen für den gesellschaftlichen Status quo in den USA sein, respektive für die amerinden Ur-Amerikanern ("Indianern") zugebilligte Rolle als einzige anerkannte "Native Americans". Dementsprechend verkrampft und überaus ideologisch befrachtet verläuft daher - sowohl in Fachkreisen als auch in der Öffentlichkeit - die Diskussion um diverse archäologische Funde uralter Überreste von Menschen, die sich - wie etwa der so genannte 'Kennewick Mann' (Abb. 1) - physiognomisch ganz eindeutig von den amerinden Paläo-Amerikanern unterscheiden.

Da wir uns bereits an anderer Stelle ausführlich mit den gesellschafts- und quasi 'wissenschafts-politischen' Hintergründen dieser Debatte und den sich daraus ergebenden Implikationen für die Forschung befasst haben [1], wollen wir uns hier zunächst auf eine kurze Präsentation der wichtigsten Funde 'kaukasoider' Specimen in Nordamerika beschränken.

Neben dem bereits erwähnten 'Kennewick Man' ist hier zunächst der "Spirit Cave Man" (Abb. 2) zu nennen, benannt nach der Höhle in Nevada, in welcher der teilweise mumifizierte Leichnam bereits 1940 von dem Archäologen-Ehepaar Sydney und Georgia Wheeler entdeckt wurde, denen offenbar die Besonderheiten dieses Specimens entgingen, das sie als Leiche eines "jungen männlichen Erwachsenen" kategorisierten, die "ungefähr 1000 bis 1500 Jahre alt" sei. [2] Erst viel später, nachdem das Fundgut 54 Jahre lang unbeachtet in einer Holzkiste im Nevada State Museum gelegen hatte, wurden die sterblichen Überreste auf ein Alter von etwa 9400 Jahren datiert, womit sie zu den ältesten Human-Relikten gehören, die bisher in Nordamerika geborgen werden konnten. Und auch die Tatsache, dass es sich hier offenbar NICHT um einen "Paläoindianer" handelte, sondern um einen 'kaukasoiden' Mann in mittleren Jahren, kam erst in den 1990er Jahren ans Licht. [3]

Abb. 2 Der Kopf des 'Spirit Cave Man' in einer exquisiten Rekonstruktion von Sharon A. Long

Geradezu faszinierend erscheinen einige der Textilfunde, die bei dem Toten im 'Spirit Cave' entdeckt wurden: "58 Textilfaser- und Fellüberreste wurden in der Höhle gefunden. Bei dem Toten lagen zwei kunstvoll aus einem faserigen Sumpfkraut gefertigte Gepäcktaschen, die wahrscheinlich auf einem Webstuhl hergestellt wurden ["diamond-plaited matting"; d. Red.], einem Gerät, das nach bisheriger Lehrmeinung erst Jahrtausende später entwickelt wurde. Die Taschen enthielten Knochenreste und Asche von verbrannten Menschen, deren Alter und Geschlecht bislang nicht bestimmt worden sind." [4]

Obwohl Quantität und Qualität dieser Utensilien bei den Wissenschaftlern einiges Entzücken hervorgerufen haben, reichen diese Funde allerdings bei weitem nicht aus, um ein auch nur annähernd vollständiges Bild der Kultur des 'Spirit Cave Mannes' zu zeichnen [5], und auch die Frage nach einer möglichen "Verwandtschaft" zwischen ihm und dem 'Kennewick Man' (gehörten die beiden dem selben Volk, oder zumindest eng verwandten Völkerschaften an?), ist aufgrund des derzeitigen Daten-Bestandes nicht möglich. [6]

Auch alle Überlegungen bezüglich seiner ethnischen Zugehörigkeit, bzw. nach der Herkunft der Ethnie, der er angehörte, sind derzeit mehr oder weniger spekulativ, wenn auch interessant und spannend. So wurde z.B. die Vermutung geäußert, sein verschollenes Volk könne von südostasiatischen Jōmon abstammen, die auf dem Seeweg - etwa über eine Kurilen/Aleuten-Route - nach Amerika gelangt seien. [7] Das selbe gilt für Überlegungen, der 'Spirit Cave Man' könne zu den Si-Te-Cah (oder deren Vorfahren) gehört haben [8], einem legendären - offenbar nicht amerinden - Volk, von dem die mündlichen Überlieferungen der u.a. in Nevada ansässigen Paiute berichten.

Immerhin gibt es Anhaltspunkte dafür, dass das Volk, dem er angehörte, sich in 'direkter' Nachbarschaft zu amerinden Paläoamerikanern befand. Dafür spricht vor allem die Entdeckung des Wizard's Beach Man, dessen ca. 9500-9200 Jahre alte Überreste 1978 im Bereich des nevadischen Pyramid Lake - nordöstlich von Reno - entdeckt wurden, nachdem der Wasserspiegel des Sees im Verlauf einer längeren Dürreperiode stark abgesunken war. "Die Fundstelle liegt nur etwa 100 Meilen vom Spirit Cave entfernt. [...] Es ist eine wichtige Feststellung, dass die Schädel dieser Individuen sich beträchtlich voneinander unterscheiden; der Wizard Beach Man ähnelt den modernen Indianern, während der Spirit Cave Man sehr starke Ähnlichkeit mit den Ainu aufweist." [9]

Noch ein wenig früher als der 'Spirit Cave Man' und seine amerinden Nachbarn lebte die in Colorado "beheimatete", kaukasoide Gordon Creek Woman, deren sterbliche Überreste inzwischen auf ein Alter 9700 Jahren datiert wurden. Bei der Entdeckung im Jahr 1965 hatte man das Skelett - erstaunlich genug - zuerst als das eines Mannes identifiziert. Augenscheinlich hatten die beteiligten Forscher, wie wir bei Sarah M. Nelson erfahren, weniger den anatomischen Details der Knochen als den archäologischen Charakteristika der Grabstätte Beachtung geschenkt, und waren aufgrund "der Einzelheiten des rekonstruierbaren Begräbnisrituals und der ausfefeilten Stein- und Knochen-Beigaben, die es enthielt (Breternitz et. al. 1971)" [10], zu ihrem männlich-chauvinistischen Fehlschluss gelangt.

Red Paint People.jpg
Abb. 3 Über die Kulturen der 'kaukasoiden' Paläoamerikaner sowie über ihre Herkunft ist bisher nur sehr wenig bekannt.

Über einige physiognomische Charakteristika der Gordon Creek Woman heißt es bei David Heath, dass sie "ein relativ schmales Gesicht mit einem ausgeprägten alveolaren Prognathismus hatte, ein Merkmal, das bei heutigen Menschen Europas und Afrikas häufiger vorkommt als bei Asiaten. Es gibt zwei Typen von Prognathismus: den alveolaren Prognathismus, welcher auf den Bereich der Zähne beschränkt ist, und den fazialen Prognathismus, der einen weitaus größeren Bereich des Gesichts umfasst und bewirkt, dass es vorspringt, wobei der faziale Raum sich vergrößert." [11]

Beide zuletzt zitierten AutorInnen weisen zudem auf ein Spezifikum des Grabes der Gordon Creek Woman hin, das sich als aufschlussreich erweisen könnte, was den ethnogeographischen Hintergrund der Menschen angeht, die es angelegt haben. So heißt es bei Nelson: "Der Körper dieser jungen erwachsenen (etwa fünfundzwanzig Jahre alten) Frau war in straffer Hockstellung in einer mit rotem Ocker ausgestreuten Grube platziert worden; zusätzlicher roter Ocker war über ihrer Leiche verstreut worden, und frisch behauene Steine, bearbeitete Elchzähne und Objekte aus Geweihen wurden zu ihr gelegt." [12] Und Heath erklärt: "An dieser Fundstätte bedeckte Hämatit [Roteisenstein; d.Ü.] (Abb. 4) die Knochen und es wurden dazu gehörende Werkzeuge gefunden. Hämatit ist (in pulverisierter Form) von blutroter Farbe und eignet sich gut zur Verwendung als Farbpigment. Hämatit verdankt seinen Namen dem griechischen Wort its Hemos, das 'blutähnlich' bedeutet. Bis heute hat keine DNA-Analyse stattgefunden. Im World Wide Web gibt sind über die Gordon Creek Woman kaum zusätzliche Informationen zu bekommen." [13]

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Abb. 4 Das Grab der Gordon Creek Woman war mit rotem, pulverisiertem Hämatit ausgestreut. Eine Urform der späteren "Ockergräber"? Bild: Ein Klumpen von Nierenerz (Hämatitvarietät)

Zu Heaths letzter Feststellung sei hier kurz angefügt, dass sie gleichermaßen auch auf die meisten anderen Funde 'kaukasoider' Paläoamerikaner gilt, über die wir hier berichten. Abgesehen vom 'Kennewick Mann' und vom 'Spirit Cave Man', die ihre "Popularität" nicht zuletzt den juristischen Auseinandersetzungen zwischen Wissenschaftlern und Repräsentanten amerinder Gruppierungen sowie dem damit verbundenen 'Presserummel' verdanken, scheint allseits kein allzugroßes Interesse an einem öffentlichen Diskurs über sie zu bestehen.

Doch zurück zur Gordon Creek Woman und ihrer Bestattung in einem "Ockergrab". In der Tat gab es im atlantischen Nordwesten Amerikas (vom nördlichen Kanada bis zum Staat New York, und nach Westen hin bis zum Lake Champlain, möglicherweise sogar bis zu den Great Lakes) Schon vor mehr als 7000 Jahren ein "paläoindianisches" Volk, das in ähnlicher Weise leuchtend rotes Eisenoxid zur Ausschmückung oder auch zur Weihe seiner Grabstätten verwendete: die so genannten 'Red Paint People' ('Ocker-Leute').

Der augenscheinlich hohe kulturelle Entwicklungsstand dieser Uramerikaner irritierte schon im frühen 20. Jahrhundert das konservative Establishment der US-Archäologen, welche zunächst das vermutete Alter dieser maritim orientierten Kultur in Frage stellten: "Sie bestanden darauf, die geschätzten Daten seien falsch, und dass die betreffenden Fundstätten überhaupt nicht so alt seien könnten. [14] (Der teilweise mit hochgezogener Augenbraue vorgebrachte Einwand traditioneller Archäologen lautet stets: >Aber das kann doch einfach nicht zutreffen, weil es so etwas hier nun einmal gar nicht geben darf!<) Doch mit der Einführung der Karbon-Datierung stellten sich die ursprünglichen Schätzungen als akkurat heraus." [15]

Ein zweiter 'Knackpunkt' bezüglich der Rezeption der 'Red Paint People' durch die Wissenschaft war die Frage nach ihrer Herkunft: "Die ursprünglichen Theorien hatten deduziert, dass Nordeuropäer die Vorfahren der Red Paint People gewesen seien. Die selben religiösen Begräbnispraktiken mit rotem Ocker hatte man nämlich rings um den Nordatlantik bis hin nach Norwegen gefunden. Archäologische Grabungen in Maine hatten Schwertfisch-Gräten und andere Evidenzen erbracht, die nahe legen, dass die Red Paint People Amerikas Hochseefahrt und Fischfang-Techniken entwickelt hatten. Die Implikation war, dass Menschen, die draußen in den kalten Gewässern des Nordatlantik fischen konnten, zweifellos auch fähig waren, ihn zu überqueren, vielleicht, indem sie der Kante der vereisten Gebiete folgten [...]

Doch das bedeutete einen Schlag ins Gesicht für eine archäologische Community, die nicht einmal eine Präsenz der Wikinger in Amerika zugestehen wollte, bevor sie dazu durch unwiderlegbare Evidenzen gezwungen wurde, welche in den 1950ern entdeckt wurden. Falls Amerika die Heimat einer präkolumbischen, prä-altnordischen Zivilisation war, so würde dies für jene das Aus bedeuten, die sich weigerten die Theorie der "Diffusion" zu akzeptieren, also von kulturellem Transfer von einem Ort zum anderen in alten Zeiten.

Abb. 5 Mit seinem Ried-Floß Kon-Tiki, das heute im gleichnamigen Museum in Oslo zu besichtigen ist (Bild), bewies Thor Heyerdahl 1947, dass bereits der urzeitliche Mensch in der Lage war, die Meere zu überqueren.

Diffusion war nämlich zu einer diskreditierten archäologischen Theorie geworden. [16] Das Establishment weigerte sich, sie zuzulassen. Thor Heyerdahl hatte sich 1947 auf seiner Expedition mit der Kon-Tiki (Abb. 5) gut für sie geschlagen, mit der er zeigte, dass altertümliche Völker über das Know-how und den Grips verfügten, um große Distanzen auf dem Wasserweg zu überbrücken, wobei sie ihre Religion and Technologie mit sich trugen. Doch auch wenn seine Theorien sich in der Öffentlichkeit allgemein als populär erwiesen, verweigerte das archäologische Establishment ihnen die Akzeptanz. Und das war´s dann. Eine europäische Präsenz in Amerika hat es vor Kolumbus nie gegeben. Basta." [17]

Wirklich "Basta"? Totgesagte leben bekanntlich länger, und sowohl was den Diffusionismus im Allgemeinen als auch die ursprüngliche Theorie zum transatlantischen Charakter der 'Ockerleute'-Kultur angeht, scheint den Establishment-Hardlinern langsam der 'Atem auszugehen'. So bemerkte George F. Carter schon 1990: "Es wird jetzt zugestanden, dass es sich hier um eine Kultur der hohen Breitengrade handelt, die offensichtlich den stürmischen Nordatlantik befuhr, und sich von Nordwesteuropa bis hinüber nach Amerika erstreckte. Sie umfasste allem Anschein nach [die Gebiete] entlang der Atlantik-Küste von Europa bis nach Amerika, und reichte in Amerika von den hohen Breitengraden Labradors bis hinab zum Staat New York." [18]

In dieses Bild einer extrem frühen 'transatlantischen Nordverbindung' zwischen Europa und Amerika (bzw. vice versa) passen sich nahtlos weitere Funde paläoamerikanischer Human-Relikte ein, die von Wissenschaftlern zwar als 'kaukasoid' deklariert wurden, aber durchaus nicht als "europäisch" im heutigen Sinn einzustufen sind. Stattdessen stützen sie die Annahme, dass die ethnische Diversität der Paläo-Amerikaner noch komplexer war, als selbst manche Kritiker des Paradigmas einer rein mongoliden, "paläoindianischen" Urbevölkerung Amerikas annehmen.

In diesem Zusammenhang ist vor allem die Pelican Rapids Woman (auch unter der Bezeichnung Minnesota Woman bekannt geworden) zu nennen, deren ca. 7800 Jahre alten bereits in den 1930er Jahren als 'Zufallsfund' ans Tageslicht kamen. David Heath berichtet über diesen Fund in Minnesota: "1932 grub eine Gruppe von Straßenarbeitern in der Nähe von Pelican Rapids im Schlicksand eines See-Betts und fand die wohlerhaltenen fossilisierten Überreste eines jungen Mädchens. Das fossile Skelett, das in bereits zuvor studierten Schichten entdeckt wurde, wurde auf ein Alter von etwa 8000 Jahren [19] datiert. Die viel diskutierte junge Frau ist als >Minnesota Woman< bekannt geworden und man hat sie umfassend vermessen und studiert, um etwas über ihren rassischen Ursprung und ihre chronologische [Einordnung] heraus zu bekommen. Die Messungen legen nahe, dass es sich bei ihr um einen altertümlichen Homo sapiens, eine urtümlichere [orig: "more primitive"; d.Ü.] Mongolide als Indianer oder Eskimo, die langschädelig war, während Funde späterer Gruppen mehr oder weniger rundschädelig sind." [20] Der Forschung steht die Pelican Rapids Woman heute leider nicht mehr zur Verfügung, da sie amerinden Stämmen zur Bestattung übergeben ("repatriiert") wurde.

Abb. 6 Physiognomisch wies der Browns Valley Mann offenbar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Homo heidelbergensis (Bild) auf.

Das selbe gilt auch für einen anderen "Uralt-Minnesotier", den Browns Valley Mann, der ebenfalls "kaukasoide", aber keineswegs typisch "europäische" Merkmale aufweist, und dessen Überbleibsel am 9. Oktober 1933 in einer Kiesgrube bei Browns Valley, Minnesota, entdeckt wurden: "Eine Untersuchung der Stätte ergab ein Alter des Grabes von zwischen 8000 und 12000 Jahren. [21] Die Tests offenbarten, dass das Skelett von Browns Valley eines der ältesten war, die je in den Vereinigten Staaten aufgefunden wurden. Wie die Untersuchungen ergaben, ähneln seine Merkmale jenen grönländischer Eskimos. Sein Kiefer war viel breiter als jene der Mound Builder und übertraf an Breite sogar den des Heidelberg Mannes (Homo erectus) (Abb. 6). Zusammen mit dem Browns Valley Mann wurden Artefakte aus einer Übergangs-Periode zwischen den Yuma- und Folsom-Typen gefunden." [22]

Wir wollen hier, um den Rahmen dieser Abhandlung nicht zu sprengen, nur kurz die Möglichkeit ansprechen, dass es sich bei der Pelican Rapids Woman und dem Browns Valley Mann angesichts ihrer z.T. atavistisch erscheinenden, an ältere Menschenformen erinnernden, Physiognomie tatsächlich um späte Abkömmlinge VIEL älterer Bewohner des amerikanischen Doppelkontinents handeln könnte, deren vermutliche Existenz (siehe dazu etwa: "Eine 300 000 Jahre alte Prä-Neandertaler-Fundstätte in Brasilien" von William R. Corliss) allerdings von den Anhängern der paläo-anthropologischen "Der moderne Mensch stammt aus Afrika"-Mehrheitsmeinung schon deshalb strikt in Abrede gestellt wird, weil sie dieses Szenario massiv konterkariert. Jedenfalls ist es angesichts der marginalen Datenlage derzeit müßig, sich näher mit der Frage nach Herkunft und möglichen Migrationswegen solcher mittelpleistözänen 'Primamerikaner' zu beschäftigen.

Spätpleistozäne, transatlantische Kontakte zwischen Menschen aus Afrika/Europa und Amerika dürfen wir jedenfalls durchaus voraussetzen, wobei wir uns keineswegs auf die oben beschriebene Nordroute, entlang der glazialen Vereisungszone beschränken müssen, sondern auch Überquerungen der mittelatlantischen Hochsee in unsere Überlegungen dazu einzubeziehen haben, wie 'kaukasoide' Populationen auch von Osten aus nach Amerika gelangen konnten.

Herausragende Kandidaten für eine derartige spätpaläolithische Reisetätigkeit sind die cro-magnoiden Solutréener (um 14000 v. Chr.): "Menschen der aus Südfrankreich stammenden Kultur des Solutréen [23] überquerten nach einer Theorie der US-Amerikaner Bruce Bradley und Dennis Stanford den Atlantik. In Cactus Hill (Virginia) fand man Speerspitzen aus der Zeit vor Clovis, die denen des Solutréen sehr ähnlich sind. Den Beweis für die Theorie brachte jedoch eine Gen-Analysen einiger Indianer-Stämme, die eine Vermischung von ursprünglich aus Asien stammenden Menschen mit anderen aus Westeuropa um 13000 v. Chr. belegte." [24]

Abb. 7 Felsmalerei der Solutréener in der Höhle von Chauvet, Frankreich

Dabei ist das von Bradley und Stanford verfochtene Modell gar nicht so neu. Bereits 1957 hatte der schwedische Entomologe und Atlantologe Dr. René Malaise [25] auf die "Ähnlichkeit zwischen Flintstein-Werkzeugen der Solutréen-Kultur in Westeuropa und analogen Artefakten aus der Siedlung von Sandia Cave in Kalifornien, USA", hingewiesen, "die mittels Radiocarbon-Methode auf ein Alter von ca. 17 000 Jahren datiert wurden." Und der sowjetische Atlantisforscher N. Zhirov bemerkte dazu 1970: "In ihrer unverfälschten Form bedeckte die Solutréen-Kultur nur ein sehr kleines Gebiet: das westliche Frankreich und Nord-Frankreich. [...] Malaise hat vermutet, dass die Solutréener Nordamerika nur via Atlantis hätten erreichen können, das noch zu Zeiten der Sandia-Kultur existiert habe." [26]

Die cro-magnoide Solutréen-Kultur, die im Verlauf ihrer Entwicklung auch die Iberische Halbinsel (also das heutige Spanien und Portugal) umfasste, entstand bereits vor etwa 20 000 Jahren und aus dieser langen Periode stammen so faszinierende Hinterlassenschaften wie die Höhlenmalereien von Chauvet (Abb. 7) und Margot. "Die Befürworter der Solutréen-Hypothese nehmen an", schreibt der US-amerikanische Anomalist William R. Corliss zur Durchführbarkeit cro-magnoider Atlantik-Überquerungen, "dass abenteuerlustige Bewohner der Iberischen Halbinsel in Booten aus Tierhaut Atlantik-Überquerungen vornahmen. Mit der Hilfe von günstigen Strömungen und freundlichem Wetter konnten sie die Überfahrt in etwa drei Wochen schaffen. Nicht tot zu kriegende Champions der Bering-Land-Brücke machen sich über solch frühe Atlantik-Überquerungen lustig..." [27]

Nun, wie schon das Sprichwort sagt: "Wer zuletzt lacht, lacht am besten", und im vorliegenden Fall stehen die Chancen recht gut, dass dies nicht die Fans des 'Clovis & Beringstraßen'-Paradigmas sein werden! Mit Sicherheit steht jedenfalls schon heute fest, dass die Cromagnards des Solutréen sich hinaus auf den offenen Atlantik wagten. Bei Peter Marsh heißt es dazu: "Den Beweis, dass die Solutréener auch Seefahrer waren, erbrachte 1992 die Entdeckung der Höhle von Le Cosquer bei Marseilles durch den Taucher Henri Cosquer. Unter den Felskunst-Darstellungen befinden sich Abbildungen von Seehunden, die von Harpunen durchbohrt sind sowie von Flundern und Heilbutt - also von Hochsee-Fischen! Die Solutréener hatten eindeutig gelernt, wie man die Ressourcen des Meeres ausbeutet, möglicherweise in mit Leder bespannten Booten aus Mammut-Rippen. Zu irgendeinem Zeitpunkt stießen sie, entweder zufällig oder beabsichtigt, auf die nördliche Äquatorial-Strömung und günstige [...] Winde, und fanden sich im Herzen eines prächtigen Archipels unbewohnter Inseln wieder. Hier entwickelten sie sich, entdeckten neue Pflanzen, zahlreiche Tiere und Mineralien. Diese Leute wurden dann in Amerika Clovis-Jäger genannt." [28]

Abb. 8 Links: Ein Schleuderholz aus dem Magdalénien von der Fundstätte bei Mas d´Azil in Frankreich; Mitte: "Indianisches" Atlatl aus Arizona; Rechts: Ein Maya-Atlatl aus Chichén Itzá, Yucatán.

Wie gesagt: "wer zuletzt lacht..." Vieles, was noch vor einigen Jahrzehnten als "gesicherter Stand wissenschaftlicher Erkenntnis" zur amerikanischen Paläo-Historie galt, muss heute als wissenschaftsgeschichtlicher Treppenwitz klassifiziert werden. So wurde z.B. noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das 'Atlatl', ein Schleuderholz, mit dessen Hilfe Pfeile oder Speere eine höhere Reichweite und Durchschlags-Kraft erhalten, von US-amerikanischen Anthropologen als "originär indianische Innovation" vorgeführt, obwohl schon Jahrzehnte zuvor solche Schleuderhölzer in Europa entdeckt worden waren. Ein mit Ornamenten verziertes, sorgfältig geschnitztes Specimen (Abb. 8) stammt beispielsweise von der Fundstätte von Mas d´Azil, und hat einst einem Jäger aus dem Magdalénien gehört.

Der Atlantologe Robert B. Stacy-Judd, der dieses Fundstück schon 1939 erwähnte, hielt bezüglich der urzeitlichen Schleuderhölzer beiderseits des Atlantik fest: "Diese Methode der Beschleunigung von Projektilen wurde vor wenigstens 14 000 Jahren von den Cro-Magnon des Magdalénien verwendet; und meiner Meinung nach auch von den Indianern in etwa der selben Periode [...] Exemplare dieser Waffe wurden bei mexikanischen Relikten der archaischen Periode entdeckt und bei indianischen Relikten in Arizona, von denen man annimmt, dass sie zwischen 10 000 und 15 000 Jahren alt sind." [29] Haben wir es auch hier mit einer der ominösen "Parallelentwicklungen" zu tun, mit denen Isolationisten so gerne argumentieren, oder liegt im oben dargelegten Kontext nicht vielmehr eine transatlantische Verbreitung dieses Waffen-Typs nahe?

Dabei sollten wir uns gedanklich gar nicht erst auf die Option fixieren, es habe im späten Paläolithikum und frühen Holozän lediglich einen - auf spät- bzw. post-cro-magnoide, kaukasoide "Transporteure" beschränkten, kulturellen Ost-West-Transfer via Atlantik gegeben, sondern stattdessen von vorne herein komplexere Diffusions-Modelle und -Szenarien ins Auge fassen, die auch mögliche 'kreuz und quer'-Migrationsbewegungen sowie die immer deutlicher werdenden Beiträge "roter" und "schwarzer" Völkerschaften und ihrer ethno-kulturellen Amalgame berücksichtigen.

Bei N. Zhirov heißt es z.B. diesbezüglich: "L.A. Brennan [30], der das Problem der Besiedlung des östlichen Nordamerika studiert hat, kam zu dem Ergebnis, dass es eine genetische Ähnlichkeit zwischen [den Menschen] der Solutréen-Kultur Westeuropas und der Kultur der paläolithischen Llano-Leute gibt. Er nahm jedenfalls an, dass Paläo-Indianer nach Europa migriert und eine hochentwickelte Bearbeitungs-Methode für Flintstein mitgebracht haben könnten (S. 226). Doch eine Migration der Llano-Leute (oder andersherum die der Solutréener nach Amerika) wäre nur möglich gewesen, wenn der Mittelatlantische Rücken noch überseeisch war. Mit Malaises Forschungen konfrontiert [31], erwähnt Brennan ängstlich [orig.: "timidly"; d. Ü.] diese Möglichkeit, verwirft sie jedoch, eindeutig unter dem Einfluss der Vorurteile von Amerikanisten gegen die Vorstellung von Atlantis, noch im selben Atemzug." [32]

Natürlich, und dies sei hier abschließend festgehalten, erscheint Dr. Malaises bzw. Dr. Zhirovs Auffassung, die Existenz eines "Azoren-Atlantis" auf dem Mittelatlantischen Rücken sei eine zwingende Voraussetzung für die Entwicklung interkontinentalen, transatlantischen Seeverkehrs gewesen, sicherlich auch aus dem Blickwinkel derjenigen heutigen Atlantisforscher als wenig überzeugend bzw. in dieser Form unhaltbar, die sich an der 'klassischen' Konzeption eines Atlantis im Atlantik orientieren; allerdings stellt das - keineswegs veraltete, sondern nach wie vor aktuelle! - Modell während rezenter Perioden im Atlantischen Ozean versunkener Landgebiete (Küstenregionen, Inseln und Archipele) als vormalige Sprungbretter für kulturelle Diffusionsprozesse sich als durchaus flankierend dar, was Konzepte wie die "Clovis-Solutréen-Connection" angeht. Außerdem macht es diese Konzepte moderner westlicher Archäologie mit den Sagen, Mythen und Legenden derjenigen Völker kompatibel, die vermutlich als einzige noch über zumindest schemenhafte Überlieferungen aus jener fernen, "vorsintflutlichen" Vergangenheit verfügen: den amerinden Ureinwohnern Amerikas!

Fortsetzung: "Zurück nach Atlantis: Entwicklungen, Ausblicke und Perspektiven" (bb)


Anmerkungen und Quellen

  1. Siehe: "'Weiße' Ureinwohner in Nordamerika?" - Über den Umgang mit unbequemen Fakten der Menschheitsgeschichte (bb)
  2. Quelle: Pat Barker, Ph.D., Cynthia Ellis, MA., Stephanie Damadio, Ph.D.: "SUMMARY OF THE DETERMINATIONOF CULTURAL AFFILIATION OF ANCIENT HUMAN REMAINS FROM SPIRIT CAVE, NEVADA", Bureau of Land Management - Nevada State Office, July 26. 2000 (PDF-Datei, 98,84 KB)
  3. Siehe: Tasche mit Asche - In Nevada wurde ein konservierter Ur-Amerikaner gefunden. Die Mumie ist fast 10 000 Jahre alt., in: Der Spiegel, 06.05.1996
  4. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Spirit-Cave-Mann; dort verweist man auf: Pat Barker, Ph.D., Cynthia Ellis, MA., Stephanie Damadio, Ph.D.: "SUMMARY OF THE DETERMINATIONOF CULTURAL AFFILIATION OF ANCIENT HUMAN REMAINS FROM SPIRIT CAVE, NEVADA", Bureau of Land Management - Nevada State Office, July 26. 2000 (PDF-Datei, 98,84 KB); sowie auf: Tasche mit Asche - In Nevada wurde ein konservierter Ur-Amerikaner gefunden. Die Mumie ist fast 10 000 Jahre alt., in: Der Spiegel, 06.05.1996
  5. Anmerkung: Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich bei den "Spirit Cave Leuten" um ein, in einzelne Clans untergliedertes, Volk von Fischern und Jägern kleinerer Säugetiere gehandelt hat.
  6. Zu einem direkten Vergleich der beiden Specimen siehe: FRIENDS OF AMERICA´S PAST, unter: Comparison Table: Spirit Cave Man - Kennewick Man (PDF-Datei 47,78 KB)
  7. Siehe dazu z.B.: Mathilda’s Anthropology Blog., unter: "The Jomon of Japan, 15,000 BC to 300 BC."; sowie: William R. Corliss, "Ringförmige Strukturen auf den Kurilen-Inseln"
  8. Siehe dazu z.B.: Frank X. Mullen, "Spirit Cave Man" (RENO GAZETTE-JOURNAL), nach: Mathilda´s Anthropology Blog (16.03.2008)
  9. David Heath, "A LOOK AT SOME OF THE EARLIEST KNOWN AMERICANS", bei: Central States Archaeological Societies web site (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  10. Quelle: Sarah M. Nelson, "Worlds of gender: the archaeology of women's lives around the globe", Rowman Altamira, 2007, S. 225
  11. Quelle: David Heath, "A LOOK AT SOME OF THE EARLIEST KNOWN AMERICANS", bei: Central States Archaeological Societies web site (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  12. Quelle: Sarah M. Nelson, "Worlds of gender: the archaeology of women's lives around the globe", Rowman Altamira, 2007, S. 225
  13. Quelle: David Heath, "A LOOK AT SOME OF THE EARLIEST KNOWN AMERICANS", bei: Central States Archaeological Societies web site (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  14. Anmerkung: Es sei daran erinnert, dass die allgemeine Lehrmeinung der Altamerikanisten, Paläo-Anthropologen und Archäologen in den USA bis zum Ende der 1920er Jahre besagte, das urtümliche Amerika sei frühestens vor etwa 5000 Jahren von Menschen besiedelt worden. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: Riesen in Nordamerika: (K)ein Streitpunkt für Archäologen?, Teil III (bb)
  15. Quelle: Answers.com - The world´s leading Q&A site, unter: "Red Paint People" (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  16. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: "Geschichte des Niedergangs der Diffusions- und Migrations-Theorien" von Michael Arbuthnot
  17. Quelle: ebd.
  18. Quelle: George F. Carter: "Before Columbus," Ellsworth American, November 23, 1990; zit. nach: William R. Corliss, "America b.c. and even earlier", Science Froniers, No. 73 / Jan-Feb 1991, bei Science Frontiers Online
  19. Red. Anmerkung: An anderer Stelle ist in der selben Quelle von 7800 Jahren die Rede.
  20. Quelle: David Heath, "A LOOK AT SOME OF THE EARLIEST KNOWN AMERICANS", bei: Central States Archaeological Societies web site (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  21. Red. Anmerkung: Altersangabe für den Browns Valley Mann in der selben Quelle auch: 8900 Jahre
  22. Quelle: David Heath, "A LOOK AT SOME OF THE EARLIEST KNOWN AMERICANS", bei: Central States Archaeological Societies web site (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  23. Red. Anmerkung: Zutreffender erscheint hier die Formulierung: "der in Südfrankreich ansässigen Kultur des Solutréen", denn zumindest aus dem Blickwinkel nonkonformistischer Atlantisforschung erscheint die Frage nach dem Ursprung der Cro-Magnon-Kulturen durchaus in ganz anderem Licht. Siehe dazu etwa: "Atlantis und der Cro-Magnon-Mensch" von R. Cedric Leonard
  24. Quelle: IzyNews Lexikon, "Entdeckung Amerikas, Sicher belegte Entdeckungsfahrten", vormals unter: http://lexikon.izynews.de/de/lexw.aspx?doc=Entdeckung_Amerikas (nicht mehr online)
  25. Siehe: Malaise, R.: "Oceanic Bottom Investigations and Their Bearings on Geology", in: Geologiska Foreningen i Stockholm Forhandungar, 79, S. 195-225 (1957); Malaise berief sich dabei auf K. MacGovan, "Early Man in the New World", New York, 1950
  26. Quelle: N. Zhirov, "Atlantis - Atlantology: Basic Problems", Progress Publishers, Moskau, (1968) 1970, S. 354 [nach Reprint: Honolulu, Hawaii 2001]
  27. Quelle: Anonymus, "Origins of Prehistoric North Americans in Dispute," Baltimore Sun, November 1, 1999; sowie: Verrengia, Joseph B.; "Are You a Clovis or a Solutrean?", Associated Press, Fox Newswire, October 31, 1999; nach: William R. Corliss, Science Frontiers Nr. 127, Jan. / Feb. 2000, online unter http://www.science-frontiers.com/sf127/sf127p01.htm
  28. Quelle: Peter Marsh, "Die Clovis-Solutréen-Connection", bei Atlantisforschung.de
  29. Quelle: Robert B. Stacy-Judd, "Atlantis - Mother of Empires", orig. 1939; zitiert n. Neuauflage: Adventures Unlimited Press, Kempton, Illinois/USA, (March) 1999, S. 316, 317
  30. Siehe: L. A. Brennan, "No Stone Unturned. An Almanac of North American Prehistory", New York, 1959, S. 224
  31. Siehe: R. Malaise, "Sjunket land i Atlantes", in: Ymer, Nr. 2, 1956, S. 121-132
  32. Quelle: N. Zhirov, op. cit., S. 354-355


Bild-Quellen

(1) pudgyindian2, unter: "Patrick Stew...er...Kennewick Man", Thursday, January 31, 2008

(2) Who was first? Untangling America´s prehistoric roots

(3) WELCOME to EARLY AMERICA and to New Discoveries of the Native and Colonial Northeast: Truly a Transatlantic World

(4) Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Datei:Hematite.jpg

(5) Wikimedia Commons, unter: File:Original Kon-Tiki Raft2006b.jpg

(6) Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: Homo heidelbergensis

(7) Wikimedia Commons, unter: File:Chauvet cave, paintings.JPG

(8) Robert B. Stacy-Judd, "Atlantis - Mother of Empires", 1939, S. 316