Waldemar Julsrud

Aus Atlantisforschung.de
Version vom 19. März 2016, 20:58 Uhr von Bb (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu:Navigation, Suche

Forscherportrait

Abb. 1 Der deutschstämmige Amateur-Archäologe Waldemar Julsrud (1875-1964) in jüngeren Jahren

(red) Waldemar Julsrud (Abb. 1) (* 16. Oktober 1875 in Bremen; † 30. November 1964 in León/Mexiko) war ein deutschstämmiger Kaufmann und Amateur-Archäologe, der nach Mittelamerika auswanderte. In seiner Wahlheimat Mexiko beschäftigte er sich mit den Tarasken, Azteken, Tolteken, Maya, der präkolumbischen Kultur von Chupícuaro und anderen amerinden Völkern der 'Neuen Welt'. Weltweite Bekanntheit erhielt er durch seine Entdeckung der umstrittenen Figuren von Acámbaro.

Die Chupícuaro-Kultur

1923 hielt Julsrud sich gemeinsam mit „PadreFray Jose Marie Martinez in Chupícuaro auf, einer Ortschaft Ort nordwestlich von Mexico City. Als dort einige alte keramische Fragmente gefunden wurden, stellte Julsrud Personal ein und finanzierte weitere Grabungen, wodurch er zum Mitentdecker der nach dieser Fundstätte benannten Chupícuaro-Kultur wurde.

Die Funde von Chupícuaro erregten weltweit die Aufmerksamkeit von Archäologen und Altamerikanisten. Allerdings wurden die Fundstücke zunächst fälschlicherweise den Tarasken zugeschrieben. Später stellte sich heraus, dass sie einer zuvor noch unbekannten indigenen Kultur zuzuordnen waren, welche ungefähr von 500 v. Chr. bis 300 n. Chr. existierte, also ungefähr tausend Jahre vor den Tarasken.

Die Figuren von Acámbaro

Abb. 2 Einige der umstrittenen Figuren aus W. Julsruds Sammlung

21 Jahre später, im Jahre 1944, entdeckte Julsrud zufällig bei einem Ausritt am Bull Hill nahe Acámbaro, nur 13 Kilometer vom Chupicuaro-Fundort entfernt, einige seltsame Figuren aus gebranntem Ton. Die Figuren zeigen verschiedenste Arten von dinosaurierähnlichen Echsen und Menschen. Fasziniert von diesen Figurinen, die keiner bekannten präkolumbischen Kultur zuzordnen waren, gab Julsrud auch hier weitere Grabungen in Auftrag, die überraschende Ergebnisse zeitigten:

"Unter den mehr als 33 500 (!) Figuren, die bereits zwischen 1944 und 1952 in der Umgebung von Acámbaro [...] ausgegraben wurden, befinden sich zahlreiche Kunstgegenstände, die ebenfalls Ensembles von saurierhaften Echsenwesen, Menschen unterschiedlicher "Rassen" sowie menschenähnlichen Wesen und lange ausgestorbene Spezies der eiszeitlichen Tierwelt Amerikas abbilden." Zumeist handelt es sich "um modellierte und gebrannte Keramik-Figuren sowie um Skulpturen und andere Objekte aus Stein, Jade und Obsidian." [1]

Das fachwissenschaftliche Establishment reagierte frostig, verweigerte professionelle Nachforschungen und man beschwerte sich gleichzeitig, keines dieser Objekte sei unter archäologisch kontrollierten Bedingungen gefunden worden [2] Auch wurden Datierungen des Fundgutes zumeist infrage gestellt, denn der überaus gute Erhaltungszustand vieler Exemplare spreche nicht für ein hohes Alter. Nach wie vor werden die Acámbaro-Objekte deshalb von Archäologen generell als nicht authentisch abgelehnt. [3]. Dagegen werden sie insbesondere im Bereich unabhängiger grenzwissenschaftlicher Vergangenheitsforschung positiv diskutiert. Diesbezüglich wird u.A. Bezug genommen auf die 1972 unter Leitung von Froelich G. Rainey am damaligen Applied Science Center for Archaeology (MASCA) des University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology nach der seinerzeit neu entwickelten Thermolumineszenz-Ddatierungsmethode durchgeführten Datierung von drei Spezimen auf ein Alter von 2700 bis 2400 Jahren v. Chr. [4]

Die fast einhellige Ablehnung einer weiteren Beschäftigung mit den Acámbaro-Figuren belastete Waldemar Julsrud bis zu seinem Tod im Jahr 1964, zumal die Kontroverse auch mit ad hominem-Attacken gegen seine Person verbunden war. Schließlich sah sich Charles H. Hapgood genötigt, zu Julsruds Ehrenrettung festzustellen: "Mr. Julsruds Interesse war rein wissenschaftlich. Nie versuchte er, seinen Fund in irgendeiner Weise zu kommerzialisieren. Nie verkaufte er irgendeines der Stücke, außer in einem Fall, an einen wissenschaftlichen Agenten, zum Zwecke von Ausstellungen. Er hat sich alle Mühe gegeben, ausgebildete Archäologen dazu zu bewegen, seine Sammlung zu besuchen und selber am Bull Mountain Grabungen vorzunehmen." [5]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag basiert auf dem Lemma "Waldemar Julsrud" (Stand: 18. März 2016) bei Wikipedia - Die freie Enzyklopädie. Redationelle Bearbeitung, Illustration und Ergänzungen durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Quelle: Luc Bürgin, "Rätsel der Archäologie", Herbig, 2003, Abschnitt "Durchbruch in Acambaro - Neues Museum präsentiert 4000 Jahre alte Dino-Figuren"; nach: Bernhard Beier, "Präkolumbische Artefakte und Dinosaurier in Amerika", Teil III (Mittelamerika: Die Acambaro-Objekte), Atlantisforschung.de
  2. Anmerkung: Zumindest was die Funde im Rahmen der 1955 von Charles H. Hapgood und Margaret Regler vorgenommenen Grabungen betrifft, ist diese Behauptung schlichtweg unzutreffend. Siehe: Charles H. Hapgood, "Mystery in Acambaro - An Account Of The Ceramic Collection Of The Late Waldemar Julsrud, In Acambaro, Gto., Mexico", Adventures Unlimited Press, Kempton, Illinois, USA, 2000, S. 81
  3. Siehe: Adrienne Mayor, "Fossil legends of the First Americans", Princeton University Press, Princeton 2005. ISBN 978-0-691-11345-6
  4. Siehe: Luc Bürgin, "Geheimakte Archäologie", München 1998, ISBN 3-7766-7002-9, S. 87-88
  5. Quelle: Charles H. Hapgood, op. cit., S. 79 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) The Waldemar Julsrud Collection, bei The Greter Picture.com
2) Uqbar, "#5 - MG - A Peso A Piece", bei: un ojo dos ojos tres ojos