Woher kamen die ersten Amerikaner?

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von William R. Corliss (1998)

Abb. 1 Der Kopf des Kennewick Man, rekonstruiert von Jim Chatters und Thomas McClelland.

Es erscheint mehr und mehr wahrscheinlich, dass Südamerika früher und unabhängig von Nordamerika besiedelt wurde. Grund Nr. 1 ist, dass die ältesten anerkannten Fundstätten in Nordamerika nur 11 200 Jahre alt sind, während man von der Stätte von Monte Verde im südlichen Chile nun generell annimmt, dass sie 12 500 Jahre alt ist. Grund Nr. 2 ist der räumliche Abstand von etwa 5000 Meilen zwischen den beiden Plätzen. Insofern gibt es keine Evidenzen für eine kulturelle Kontinuität.

Der zeitliche Abstand muss vermutlich wegen der Ausgrabungen an einem faszinierenden grünen Hügel bei Monte Verde in einem gewaltigen Quantensprung erhöht werden. Rund 6 Fuß unter seiner Oberfläche ist eine Sediment-Schicht, die in lehmgefüllten Gruben Holzkohle und von Menschen zerkleinerte Flint-Steine enthält. Diese Sediment-Schicht wurde auf [ein Alter von] 33 000 Jahren Carbon-datiert - rund 20 000 Jahre bevor die Vorfahren der nordamerikanischen Clovis Leute angeblich über die Bering-Landbrücke gezogen sind. [1]

Neue Hinweise. Direkt im Norden von Monte Verde, an der Küste Süd-Perus, sind Spuren einer bis dahin unbekannten, 11 000 Jahre alten, maritimen Kultur aufgetaucht. Kurzfristig hat man die neue [Fund-] Stätte QJ-280 genannt (für Quebrada Jaguay 280). QJ-280 liegt vom Pazifik aus nun etwa 2 Kilometer im Inland. Aber vor 11 000 Jahren lag der Meeresspiegel niedriger und sie befand sich 7-8 Kilometer im Inland. Diese Stätte ist mit den Knochen von Fischen und Meeres-Vögeln, wie etwa Kormoranen, übersäht. Die Menschen von QJ-280 kannten sich offenbar mit dem Meer aus und nutzten es fast exklusiv. Woher kam diese maritime Kultur? Kam sie die Küste von Nord-Amerika herunter, oder über den offenen Pazifik hinweg?

Des weiteren erbrachte die Fundstätte OJ-280 Obsidian, der nur aus dem Hochland, 130 Kilometer westlich, gekommen sein kann. Drangen die QJ-280 Seeleute so weit ins Binnenland vor, oder trieben sie Handel mit einer unentdeckten Hochland-Kultur? Schließlich wurden auch ähnlich alte paläoindianische Stätten von A. Roosevelt im Tiefland nahe der Atlantik-Küste untersucht - einen Kontinent entfernt. Diese Dschungel-Kulturen hatten gänzlich unterschiedliche Lebensweisen entwickelt als die anderen, die gerade erwähnt wurden. In diesem Kontext kommentierte Roosevelt: "Es gibt keine ersichtliche abstammungsmäßigen Zusammenhang zwischen Clovis und diesen Leuten in Südamerika." [2]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von William R. Corliss (© 1998-2000) erschien erstmalig unter dem Titel "WHERE DID THEY COME FROM?" bei Science Frontiers, Nr. 120, Nov. / Dez. 1998; Übersetzung ins Deutsche nach http://www.science-frontiers.com/sf120/sf120p02.htm durch Atlantisforschung.de

Fußnoten:

  1. Wilford, John Noble; "Chilean Field Yields New Clues to Peopling of Americas," New York Times, August 25, 1998. Cr. M. Colpitts
  2. Quelle: Pringle, Heather; "Traces of Ancient Mariners Found in Peru," Science, 281: 1775, 1998. Sandweiss, Daniel H., et al; "Quebrada Jaguay: Early South American Maritime Adaptations", Science, 281:1830, 1998.)

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