Zerstörte ein Asteroid Sodom und Gomorrha?

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Neue Indizien sprechen dafür und für die Historizität der Phaethon-Legende

Abb. 1 Eine assyrische Sternenkarte (Planisphäre genannt), ca. 700 v. Chr., welche von den Sumerern notierte Ereignisse wiedergeben soll, die sich um 3123 v. Chr. herum zugetragen haben (Foto: © University of Bristol)

Da "ließ der Herr auf Sodom und Gomorrha Schwefel und Feuer regnen, vom Herrn, vom Himmel herab. Er vernichtete von Grund auf jene Städte und die ganze Gegend, auch alle Einwohner der Städte und alles, was auf den Feldern wuchs." [...] Abraham "schaute gegen Sodom und Gomorrha und auf das ganze Gebiet im Umkreis und sah: Qualm stieg von der Erde auf wie der Qualm aus einem Schmelzofen." (Genesis 19:24-28)

(bb) Dass es sich bei der im Alten Testament beschriebenen Zerstörung von Sodom und Gomorrha möglicherweise um die Folgen eines schwerwiegenden Impakt-Ereignisses gehandelt hat, legen interdisziplinär gewonnene Erkenntnisse von Wissenschaftern der Universität Bristol aus dem Jahr 2008 nahe.

Die britischen Forscher hatten sich eingehend mit einer assyrischen Planisphäre aus Ton (Abb. 1) beschäftigt, die der Wissenschaft nun schon seit etwa 150 Jahren Rätsel aufgegeben hat, und nun als Niederschrift des Augenzeugen-Berichts eines Asteroiden-Impaktes identifiziert wurde, der vermutlich auch die Städte Sodom und Gomorrah vernichtete. Diese Tontafel war bereits Mitte des 19. Jahrhunderts von Austen Henry Layard in den Ruinen der Bibliothek des Königspalastes von Niniveh entdeckt worden. Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich bei diesem Specimen um die, etwa 700 v. Chr. angefertigte, Kopie einer weitaus älteren Tafel handelt, auf welcher ein sumerischer Astronom seine außergewöhnlichen Himmels-Beobachtungen notiert hatte. Beschrieben wird dort eine "sich nähernde, weiße Steinkugel", von der es heißt, sie sei "heftig vorüber gerast."

Abb. 2 Die Route des Asteroiden bis zu seinem vemuteten Impakt-Ort bei Köfels nach Hempsell & Bond

Über die Forschungsarbeit der Fachleute von der Universität Bristol zu den Beobachtungen des sumerischen Astronomen schrieb Lewis Smith in der britischen Zeitung The Times: "Unter Verwendung von Computern zur Rekonstruktion des Nachthimmels vor Tausenden von Jahren, haben die Wissenschaftler genau bestimmt, dass seine Sichtung kurz vor dem Morgengrauen des 29. Juni des Jahres 3123 v. Chr. erfolgt ist. Etwa die Hälfte der Symbole auf der Tafel sind erhalten geblieben, und die Hälfte davon bezieht sich auf den Asteroiden. Die anderen Symbole verzeichnen die Positionen von Wolken und Sternbildern." [1]

Abb. 3 Das Ötztal mit dem Gebiet des Bergsturzes von Köfels, wo vor Jahrtausenden plötzlich rund drei Kubikkilometer Gestein von der Westseite des Tals herabstürzten. Die Folge des vermuteten Meteoriten-Impaktes?

In den vergangenen 150 Jahren waren, wie es in The Times weiter heißt, bereits fünf erfolglose Versuche unternommen worden, die Tafel zu übersetzen. Mark Hempsell, einer der Forscher der Universität Bristol, denen es nun gelungen ist, den Keilschrift-Code der Tafel geknackt haben, zeigte sich von der Arbeit des sumerischen Astronomen begeistert: "Es ist ein Meisterwerk der Observation, ein absolut perfektes Stück Wissenschaft." [2]

Auf Grund der Exaktheit der auf dem Diskus verzeichneten Daten sei es nach Meinung Hempsells und seiner Kollegen nicht nur möglich, die Größe des außerirdischen Körpers in etwa zu bestimmen, der einen Durchmesser von mehr als einer halben Meile aufgewiesen haben soll, sondern sie bestimmten auch die Route (Abb. 2), auf der er in einer flachen Bahn durch die Erdatmosphäre gerast sein soll, wobei er bereits vor seinem Impakt verheerende Verwüstungen bewirkt haben dürfte. Den Einschlagort des Boliden vermuten Hempsell et. al. bei Köfels (Abb. 3) in den österreichischen Alpen. [3]

Das durch den Asteroiden verursachte Katastrophen-Szenario wird bei The Times folgendermaßen beschrieben: "Als er nahe über den Erdboden hinweg zog, dürfte er eine Spur der Verwüstung durch Ultraschall-Schockwellen hinter sich her gezogen haben und dann in Form eines kataklysmischen Impaktes in den Erdboden eingeschlagen sein. Trümmer, die bis zu zwei Dritteln aus Materie des Asteroiden bestanden, müssen in Richtung seiner Anflugroute zurückgeschleudert worden sein und es wäre ein Hitze-Blitz mit Temperaturen von 400 Grad Celsius (752 Grad Fahrenheit) erzeugt worden, der jeden tötete, auf den er traf.

Etwa eine Million Quadratkilometer (386.000 Quadratmeilen) dürften verwüstet worden sein, und der Impakt hätte dem Äquivalent von mehr als 1000 Tonnen explodierenden TNTs entsprochen. Dr. Hempsall sagte, dass mindestens zwanzig alte Mythen über eine Vernichtung des Typs und der Größenordnung eines solchen Asteroiden-Impakts berichten, darunter die Geschichte von der Vernichtung Sodoms und Gomorrahs im Alten Testament, und der altgriechische Mythos vom Sturz Phaetons, des Sohnes von Helios, in den Fluss Eridanus, nachdem er die Kontrolle über den Sonnenwagen seines Vaters verloren hatte. [...] Die Forscher meinen, dass der Asteroiden-Impakt erklären würde, warum es bei Köfels Evidenzen für einen uralten Erdrutsch mit einer Breite von drei Meilen und ein Stärke von einer Meile gibt." [4]


Externa


Literatur

A Sumerian.JPG
Dr. Hempsell und Alan Bond haben 2008 im WritersPrintShop zu ihren Entdeckungen ein Buch mit dem Titel "A Sumerian Observation of the Köfels Impact Event" veröffentlicht.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Lewis Smith, "Researchers: Asteroid Destroyed Sodom and Gomorrah", in: The Times OK.jpg, Dienstag, 01.04.2008; zit. nach: FoxNews.com
  2. Quelle: ebd.
  3. Red. Anmerkung: Zu einer "Fundamental-Kritik" der Annahme vom vermuteten Köfels-Impakt (mit dem sich bereits 1993 Alexander und Edith Tollmann im Kontext ihres Atlantis/Sintflut-Modells befasst haben) zur Zeit der Sumerer siehe: Blue Collar Scientist, unter: "A Sumerian Observation of the Köfels Impact? Almost Certainly Not…"
  4. Quelle: Lewis Smith, op. cit.

Bild-Quellen:

1) Universität Bristol, nach: "Researchers: Asteroid Destroyed Sodom and Gomorrah"
2) WritersServices - The Website for Writers, unter: "A Sumerian Observation - images"
3) Vesta~commonswiki bei Wikimedia Commons, unter: File:Köfels Landslide.jpg