Zur Erklärung der Nazca-Linien

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von William R. Corliss (1986)

Die Nazca-Linien Perus sind eine der beständigsten Anomalien der Archäologie. Bücher wurden über sie geschrieben und es gibt Theorien im Überfluss. Was kann also noch mehr zu ihnen gesagt werden? Offensichtlich einiges.

Abb. 1 Ein Abschnitt der Nazca-Scharrbilder, der von einem Vorberg des Randgebirges der Ebene von Nazca aus gut einsehbar ist

Ein kürzlich erschienener Artikel von A.F. Aveni in Archaeology [1] stellt die Nazca-Linien in eine [neuartige] Perspektive und fügt einige neue Beobachtungen hinzu. Erstens verkleinert Aveni ihr Geheimnis ein wenig. Man muss nicht in einem Flugzeug sein, um die Linien wahrzunehmen; die meisten können vom Boden aus gesehen werden, noch besser von nahe gelegenen Ausläufern. Obwohl es etwa 1.300 Kilometer Linien und etwa 300 geometrische Figuren gibt, waren für ihre Konstruktion nicht wirklich viel Arbeit oder spezielle technische Fähigkeiten erforderlich. Trotzdem sind die Nazca-Linien bemerkenswert, und wir wissen wirklich nicht, warum sie auf der peruanischen Pampa geätzt wurden.

Bei seinen frühen Recherchen zu den Nazca-Linien bemerkte Aveni ihre starke Ähnlichkeit mit dem Ceque-System von 41 imaginären Linien, die sich vom Inka-Sonnentempel nach Cusco ausbreiten - dem "Nabel" des Inka-Universums: "... das Ceque-System war eine höchst geordnete hierarchische kosmographische Karte, ein Gedächtnisschema, das praktisch alle wichtigen Angelegenheiten der Inka-Weltanschauung enthielt."

Könnten die Nazca-Linien ein Vorläufer des Ceque-Systems sein? Aveni bemerkte auch, dass die Nazca-Linien und geometrischen Figuren eng mit Wasserläufen verwandt waren. Außerdem funktionierten viele der Linien definitiv als Fußwege. Es zeigte sich auch, dass die Tierfiguren, die viel früher als die Liniensysteme angelegt wurden, konzeptionell nicht mit dem Linienschema verwandt waren.

Aveni schloss: "Was immer die letzte Antwort auf das Geheimnis der Nazca-Linien sein mag, so viel ist sicher: Die Pampa ist kein verworrenes und bedeutungsloses Labyrinth von Linien, und sie war nicht mehr beabsichtigt, aus der Luft betrachtet zu werden als ein Weizenfeld in Iowa. Die Linien und Linienzentren zeugen von einer hohen Ordnung, und das fest verwurzelte Konzept der Radialität bietet Affinitäten zwischen dem Cēken-System von Cusco und den Linien auf der Pampa. Alle Hinweise weisen auf ein rituelles Schema hin, das Wasser, Bewässerung und Bepflanzung beinhaltet, aber wie wir von diesen alten Kulturen erwarten dürfen, sind auch auch Elemente von Astronomie und Kalendarium offensichtlich."



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Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von William R. Corliss erschien erstmals in Science Frontiers Nr. 47: September - Oktober 1986, unter dem Titel "Explaining The Nazca Lines" ; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de sowie redaktionelle Bearbeitung nach der online gestellten Version des Artikels bei science-frontiers.com im September 2018.

Fußnote:

  1. Siehe: Anthony F. Aveni, "The Nazca Lines: Patterns in the Desert", in Archaeology 39:33, August 1986

Bild-Quelle:

1) Alexander Fiebrandt (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Nazca-linien peru.jpg (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)