Marco Francesco Bulloni

Aus Atlantisforschung
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von Tony O’Connell

Abb. 1 Marco Francesco Bulloni will Atlantis am Solowetsky-Archipel, im Nordwesten Russlands, lokalisiert haben.

Marco Francesco Bulloni (1960-) wurde in der italienischen Stadt Sondrio geboren, die sich im Norden des Landes befindet. Sechzehn Jahre brachte er damit zu, mit seinen Eltern durch Asien zu reisen, und während dieser Zeit entwickelte er sein Interesse für Geschichte und Archäologie. Er hat in Kernenergietechnik graduiert, arbeitet jedoch für eine Versicherungs-Gesellschaft in Mailand, wo er heute lebt. Während der vergangenen zwanzig Jahre hat er fast seine gesamte Freizeit der archäologischen Forschung gewidmet.

Vor einigen Jahren befand Bulloni sich am Weißen Meer in nordwestlichen Russland, etwas mehr als 100 Meilen südlich des nördlichen Polarkreises. Als er die Topographie der Gegend begutachtete, fühlte er sich an Platos Beschreibung von Atlantis erinnert. Nachdem er die Region nun zwei Jahre lang studiert hat, gibt er an, all die Haupt-Merkmale identifiziert zu haben, die von Plato festgehalten worden seien: die Ebene, die Säulen, Flora, Fauna, Ringstrukturen, etc., etc. Weiterhin behauptet er, dass diese Strukturen alle mit den von Plato angegebenen Dimensionen übereinstimmten.

Des weiteren stellt Bulloni die Behauptung auf, die von ihm gewählte Örtlichkeit im Solowezky Archipel, spiegle sich auf der berühmten Atlantis-Karte von Athanasius Kircher wider.

Als ich das erste mal auf Bulloni’s Buch aufmerksam gemacht wurde, argwöhnte ich ich, es handele sich dabei vielleicht um einen Schwindel, da sein Name, wenn man ihn ausspricht, exakt wie ‘baloney’ klngt, was ein amerikanischer Slang-Ausdruck für Nonsens ist. Jedenfalls las ich im Verlauf meiner Untersuchungen seine Beschreibung, wie er einsam durch Sümpfe stapfte, in einem Schneesturm einen Berg erklomm und wie er von Moskitos attackiert wurde, wogegen eine russische Webseite [1] beschreibt, dass dieses Gebiet jährlich von Tausenden besucht wird, die ohne Zweifel das entsprechende Straßennetz benutzen, das mein Atlas mir zeigt.

Im Widerspruch zu Plato’s Beschreibung verfügt Bulloni’svorgeschlagene Örtlichkeit nicht über hohe, Schutz bietende Berge in ihrem Norden, eine Ernte pro Jahr ist dort vermutlich schon sehr schwierig, zwei wären unmöglich. Die Flora, die bei Plato beschrieben wird, passt eher zu einem tropischen Klima, als zu dem Kareliens um 1200 v. Chr. (Bulloni's Datierung). Darüber hinaus erklärt er, Plato habe gesagt, dass Atlantis noch immer zu sehen sei, was für viele eine echte Überraschung sein wird.

Als wäre all dies noch nicht schlimm genug, werden wir jetzt noch mit einem zweiten Buch bedroht, "Analisi Archeoastronomica delle Isole Solovetsky" (Analysis of Archaeostronomy in the Solovetsky Islands). Es würde mich überraschen, wenn das nicht noch größerer Humbug ist. Bulloni’s erstes Buch trägt den Titel "Ho scoperto la vera Atlantide" (Ich entdeckte das wirkliche Atlantis), aber auf seiner Website [2] gibt mein Übersetzer verwirrender Weise "Polar Circle: the discovery of Atlantis" an. [3]


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Videos:

"Ho scoperto la vera Atlantide" - parte 1 di 6

"Ho scoperto la vera Atlantide" - parte 2 di 6

"Ho scoperto la vera Atlantide" - parte 3 di 6

"Ho scoperto la vera Atlantide" - parte 4 di 6

"Ho scoperto la vera Atlantide" - parte 5 di 6

"Ho scoperto la vera Atlantide" - parte 6 di 6


Literatur:

Bullonibuch.jpg
Marco Bulloni, "Ho scoperto la vera Atlantide", erschienen: 2010, Verlag: Armenia (Reihe: ARCHEOLOGIA PROIBITA), 384 Seiten, Preis: 14,85 €


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell erschien erstmals am 30.08.2010 bei Atlantipedia.ie unter: "Bulloni, Marco Francesco". Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

  1. Siehe: Belomorsk, unter: Solovki Archipelago
  2. Marco Francesco Bulloni, atl-antis.com - Ho scoperto la vera Atlantide
  3. Red. Anmerkung: Nachdem wir das einmal überprüft haben, kommen wir zu dem Ergebnis: "Polar Circle: The Disdovery of Atlantis" ist schlicht und einfach der Untertitel von Bulloni´s engslischsprachiger Fassung seiner Homepage.


Bild-Quelle: Atlantipedia.ie