Die Riesen der Vorzeit – Atlantisforschung

Die Riesen der Vorzeit

In Südamerika könnten sie existiert haben

The San Francisco Call [1] (1893)

Abb. 1 Der Originalartikel des San Francisco Call vom 24. September 1893
Abb. 1 Der Originalartikel des San Francisco Call vom 24. September 1893

Phänomenal große Männer und Frauen sind gelegentlich in verschiedenen Teilen der Erde in Erscheinung getreten, und bei etlichen Nationen gibt es Überlieferungen über riesenhafte Menschen, die einst ihre Länder bewohnten. Der amerikanische Kontinent scheint ein Ort gewesen zu sein, wo solch große Menschen im Überfluss vorkamen, da hier viele Überreste menschlicher Wesen gefunden werden, die viel größer sind als irgendwelche seiner gegenwärtigen Bewohner. Bei Chancal, dreißig Meilen nördlich von Lima in Peru, wurden erst vor ein paar Jahren von Dr. Le Plongeon sehr große menschliche Schädel ausgegraben. Andere sind auf der Insel Puná, im Golf von Guayaquil, vor der Mündung des Río Guayas, zutage gefördert worden.

Ein Jesuitenpater namens Anelio Oliva schrieb eine Geschichte des Alten Peru. Oliva sagt, dass Puná, wie auch die gegenüber liegende Küste, vormals von Riesen bevölkert gewesen sei, die aus Mittelamerika gekommen waren. In dem Werk von Zárate lesen wir, sie seien ebenso böse gewesen wie sie groß waren, sodass sie zum Schrecken aller anderen Bewohner wurden. Jene hochgewachsenen Gesellen verfügten über Festungen, vor allem auf Puná und bei Point Santa Elena, Guayaquil. Einige ihrer Werke sind noch heute an jenen Orten in Form immenser Stein- und Lehmziegel-Wälle zu sehen, und insbesondere der großen Brunnen, welche sie gruben, um sich mit Wasser zu versorgen. Im nördlichen Teil von Mexiko wurden vor wenigen Jahren menschliche Überrreste aus wohlgebauten Stein-Grüften zutage gefördert. Die Skelette waren fast neun Fuß [ca. 2,74 m; d.Ü.] groß. Im südlichen Mexiko scheint die Halbinsel Yucatán einst die Lieblings-Residenz einer Rasse von Menschen gewesen zu sein, die ebenfalls etwa neun Fuß groß waren.

Als wir auf einer kürzlichen Reise in jene Gegend gerade einmal zwölf Stunden an Land waren, erwähnten Einwohner von Progreso uns gegenüber, dass dort einst Riesen gelebt haben. Don Fermin Domingo, einer der ersten Siedler in jener Stadt, geachtet und repektiert, begleitete uns zu einem alten Gräberfeld, von wo er sich Steine besorgt hatte, um sein Grundstück einzufrieden und sein Haus zu bauen. Er machte uns auf die Überreste eines Mounds aufmerksam, welcher auf seiner westlichen Seite steinerne Stufen hatte, die zur Kuppe hinauf führten. An ihrem Fuß befanden sich zu beiden Seiten in einer Linie vier Grabstätten, die zum Teil unter der Erde lagen. Sie bestanden aus zwei Urnen aus hartem Kalkstein, etwa drei Fuß im Quadrat, die mit einander zugewwandten Öffnungen platziert und mittels Zement miteinander verbunden waren. Die untere hatte im Boden ein Loch, um die Gase entweichen zu lassen, welche bei der Verwesung erzeugt werden. Nichts, nicht einmal Staub, war darin zurückgeblieben, was anzeigen dürfte, dass diese steinernen Totenschreine sehr alt waren.

Für einen Studenten ist ihre Entdeckung aus dem Grund von größtem Interesse, dass sie ganz genau einigen anderen entsprechen, welche bei Mughier in Chaldäa gefunden wurden, wobei der einzige Unterschied darin besteht, dass die Totenschreine von Mughier aus Lehm anstatt aus Stein gemacht sind. Aus der Position derjenigen bei Progreso schließen wir, dass die Leichen in einer hockenden Position bestattet wurden, was in vielen Teilen Amerikas üblich war. Wenn sie dergestalt platziert wurden, und trotzdem eine Höhe von sechs Fuß benötigten, dann hatten sie gewiss sehr große Körper. An verschiedenen Stellen des selben Totenackers gruben Don Fermin und andere eine Anzahl von Terrakotta-Gefäßen aus, die Schädel enthielten, welche, wie uns der alte Herr versicherte, doppelt so groß wie sein eigener Kopf waren.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag wurde unter dem Titel "GIANTS OF OLD. They May Have Existed in South America" - ohne Namensnennung des Autors als Übernahme aus der New York Tribune - in der Ausgabe vom 24 September 1893 der Zeitschrift The San Francisco Call (Vol. 74, No. 116) veröffentlicht. [2] Bei Atlantisforschung.de erscheint er als historische Dokumentation in eigener Übersetzung ins Deutsche in einer redaktioneell bearbeiteten Online-Fassung.

Fußnoten:

  1. Anmerkung: The San Francisco Call war eine größere US-amerikanische Tageszeitung, die zwischen 1895 und 1913 in San Francisco, Kalifornien, erschien und vor allem im dortigen Raum Verbreitung fand. Ein wesentliches Markenzeichen des 'Call' war die üppige Illustration des Blattes, vor allem seiner Titelseiten. Aus dem Blickwinkel Alternativer Ur- und Frühgeschichtsforschung gehört es zu den interessantesten Presseerzeugnissen aus den USA jener Zeit, denn der San Francisco Call berichtete überdurchschnittlich häufig - und zudem sachlich und informativ - über archäologische und anthropologische Anomalien, die in den Vereinigten Staaten entdeckt wurden, vor allem im Großraum der US-Westküste.
  2. Anmerkung: Eine etwas längere Version erschien am 26. Oktober 1893 in der Sacramento Daily Union (Volume 86, No. 58 (Quelle) mit dem Titel "GIANTS OF OLDEN TIMES. They Existed in South Ameriva to Judge From Skulls Found There".

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