Die Bahamas und Atlantis

von Ashley B. Saunders

[...] 1934 fiel Edgar Cayce, der "Schlafende Prophet", ein eine seiner hypnotischen Trancen und machte eine Voraussage: "Ein versunkener Teil von Atlantis ... ein Teil der Tempel, kann nun unter dem Schlamm der Zeitalter [...] in der Nähe des heutigen Bimini, vor der Küste Floridas, entdeckt werden. Erwartet dies etwa um 1968 herum."[1] Dies ist die früheste bekannte Erwähnung von Atlantis im Zusammenhang mit Bimini. Cayce starb 1945 und Atlantis und Bimini blieben bis 1957 vergleichsweise unbekannt, als Dimitri Rebikoff zum ersten mal mit seinem hochentwickelten U-Boot Pegasus auf Bimini eintraf.

Abb. 1: Der paläo-kariboamerikanische Großraum. Für viele alternative Urgeschichtler und Atlantologen

Auf seiner Reise besuchte er auch einige der Inseln in der Umgebung. Zu dieser Zeit erzählten ihm einige Fischer von Bimini von einer Reihe rätselhafter großer flacher Felsblöcken in 15 Fuß Wassertiefe, in der Nähe von Paradise Point, Nord-Bimini. Seit mehr als drei Generationen hatten die Fischer von Bimini mit Verblüffung und Staunen durch ihre Glasboden-Kübel auf diese gigantischen Steine hinab gestarrt. Vielleicht könnte ihnen Rebikoff Antworten bezüglich ihres Ursprungs geben. Rebikoff war knapp bei Kasse und konnte es nicht leisten, den örtlichen Fischern das geforderte Entgelt dafür zu zahlen, dass sie ihn zu den Steinen führten. Nebenbei konnte sich zu dieser Zeit niemand vorstellen, dass dort eine archäologische Stätte zu finden sein könnte. Rebikoff verfolgte den Vorschlag nicht weiter.

1968 gab es weitere Hinweise auf eine ungewöhnliche Formation am Meeres-Boden durch die Beobachtung eines Flugzeug-Piloten, der im Wasser am Paradise Point, Nord-Bimini, ausgeprägte Streifen mit Verfärbungen bemerkte. Von Dr. J. Manson Valentine, einem Kurator des Science Museum of Miami, dem sich Dimitri Rebikoff später anschloss, wurde eine Untersuchung mit einem speziellen Underwasser-Fotoapparat für Weitwinkel-Aufnahmen durchgeführt. Valentine hatte die Great Bahama Bank seit mehr als zwanzig Jahren aus der Luft und im Wasser studiert.

J. Manson Valentine wurde von Angelo Rolle, einen Fischer von Bimini, zu der Stelle mit den Steinen gebracht. Valentine ging im kristallklaren Wasser vor Bimini's Paradise Point schwimmen, blickte nach unten auf den Grund in 15 Fuß Tiefe hinab und entdeckte das, was heute die 'Bimini Road' genannt wird. Er sah hunderte von flachen Felsen, acht Fuß im Quadrat und zwei Fuß stark, mit einem geschätzten Gewicht von jeweils zehn Tonnen [...] Waren sie natürlich oder von Menschen gemacht? Simpler Strand-Felsen [org.: "beach rock"; d. Ü.], oder die Straße nach Atlantis? Die meisten Geologen bezeichneten sie als natürlich.

Valentine schrieb: "Glauben Sie mir, das sind keine Platten aus Strand-Fels, die von der Natur in ordentlichen Reihen arrangiert wurden, um leichtgläubige Unterwasser-Archäologen zu narren. Viele der Steine sind aus flinthartem Mikrit [?; org: "micrite"; d. Ü.], unähnlich dem weichen Strand-Fels. Die Kanten der eng aneinandergefügten Steine sind gerade, wechselseitig parallel, und enden in Ecksteinen. Die Stein-Allee folgt nicht der kurvigen Linie des Strand-Felsens, die in der Form der Insel verläuft, sondern sie ist gerade.

Die lange Allee beinhaltet enorme flache Steine, an ihren Ecken abgestützt durch Säulen-Steine, ähnlich den Dolmen der Küsten West-Europas. Perfekte Rechtecke, rechte Winkel und rechtwinklige Konfigurationen sind in einer natürlichen Formation unerklärlich. Ein Ende des Komplexes verläuft in einer schön geschwungenen Krümmung, bevor es unter dem Sand verschwindet. Niemand hat bisher darunter gegraben, weshalb wir nicht wissen, wie weit die Steine noch reichen."


Abb. 2: Der Ingenieur, Erfinder von Unterwasser-Equipment und Atlantologe Dimitri Rebikoff hielt die 'Bimini Road' für Reste einer Teil einer vorsintflutlichen, von Menschen errichteten, Struktur, und identifizierte sie als alte Hafenanlage.

Valentine hielt diese Stelle bei Bimini und zahlreiche andere Strukturen am Meeresboden für das Werk altertümlicher Menschen. Einer prähistorischen Rasse, die zyklopische Steine auf eine Weise transportieren und positionieren konnte, die uns rätselhaft bleibt. Er gab an, dass die [...] untergegangenen Strukturen auf Überreste einer verschütteten Zivilisation hindeuten, und dass die Bimini-Grundmauern ein von Menschen gebauter Damm oder eine Zeremonial-Straße gewesen sein könnte, welche vor einer Flut gebaut wurde, die mindestens 11 000 Jahre her ist.

1969 unternahm Dimitri Rebikoff, bekannt als herausragender Erfinder von Geräten zur Unterwasser-Forschung und -Erkundung, eine fotographische Untersuchung der 1500 Fuß langen "Bimini Road" aus der Luft. Rebikoff ist überzeugt, dass die großen Steine, von denen einige 16 Fuß im Quadrat messen, Teil einer alten, von Menschen errichteten, Struktur seien, welche ein gigantischer Hafen für vorsintflutliche Schiffe gewesen sein könnte. Rebikoff zufolge, liegen die Steine in einer ordentlichen Reihe, die sich über 656 Yards erstreckt, die Länge von sechseinhalb Fußballfeldern, bedeckt mit Schlick und Seegras, doch leicht zu erkennen. Dann biegt sie um 90 Grad ab und zieht sich über weitere 328 Fuß hin, um dann wieder abzubiegen, wobei sie ein tiefes U bildet.

Drei Stein-Linien, die Hafenmauern oder Piers ähneln, ragen etwa 75 Fuß aus der Basis des U heraus. Rebikoff bemerkte, dass die Blöcke aus Kalkstein bestehen und vor 6000 bis 10 000 Jahren überflutet wurden. Rebikoff, der ähnliche Unterwasser-Fundstätten im Mittelmeer und anderswo erkundet hat, erklärte, der versunkene Hafen von Bimini sei ein Beweis für eine hochentwickelte Zivilisation, eine Zivilisation, die ohne den Besitz von Schiffen nicht hätte existieren können. Die Bimini-Fundstätte ist im Design völlig identisch mit bekannten Häfen und Anlagen, die im Mittelmeer überflutet wurden, was darauf hindeutet, dass sie während der selben Periode, vom selben seefahrenden Volk gebaut wurden.

Rebikoff stellte fest: "Wir müssen bedenken, dass die Bahamas vor 10 000 Jahren ein enormes Schelf über Wasser waren und Millionen von Menschen beherbergen konnten. Die zahlreichen Entdeckungen scheinen diese Hypothese zu beweisen. Noch immer wissen wir nicht wirklich etwas über diese Zivilisation. Das Problem ist nachweislich archäologisch und nicht geologisch. Den Schlüssel zu diesem formidablen Rätsel müssen wir finden."

1974 kam Dr. David Zink, ein vormaliger Englisch-Professor an der United States Air Force Academy, der sich sich für die Ursprünge von Mythen interessierte, zu Studien an die "Bimini Road". Den ganzen Weg von Galveston, Texas, war er auf der "Makai II" gesegelt. In Miami gab Dr. J. Manson Valentine Dr. Zink eine umfassende Einführung mit einer Dia-Show von Luft-Aufnahmen. Dr. Zink verbrachte sechs Wochen mit Erkundungen bei Bimini. Eine einleitende 'tape-and-compass'-Untersuchung der Straße wurde durchgeführt. Ein Fathometer-Profil der Straße von der See zum Strand hin indizierte einen in etwa horizontalen Meeresboden. Strand-Fels bildet sich üblicher Weise an Hängen.

Abb. 3: Atlantis spukt auch weiterhin im Bewusstsein der heutigen Menschheit herum. Ob wir daran glauben, oder ob nicht, es ist jedenfalls ein Teil unserer Kultur geworden. (Foto: © M. Preisinger)

1975 verbrachte Dr. Zink siebzig Tage mit Feld-Forschung bei Bimini, mit der "Makai II" und der "Gypsy" als Basen. Er führte eine 'tape-and-compass'-Begutachtung der Unterwasser-Fundstätte von Bimini durch. Von der Ost-Seite der Stätte wurden [...] Proben aus bis zu 9 Fuß entnommen; es wurde keine Stein-Anlagen gefunden. Aber man hat zwei Artefakte entdeckt. Einen Block von einem [tongue-and-groove] Gebäude und einen stilisierten Marmor-Kopf. 1977 wurde der Marmor-Kopf heraufgeholt und an den Commissioner von Bimini übergeben.

Als archäologischer Direktor für die Altertümer der Bahamas ließ Dr. Zink Geologen die Steine analysieren, und man stellte fest, dass sie in der Tat sedimentär waren, aber aus [Rückständen von] Muscheln bestanden, die dort nicht natürlich vorkamen. Sie müssen woanders gebrochen und dann hier plaziert worden sein, schlussfolgerte er. Von Atlantiern. Auf Grund der angesammelten Evidenzen ist Dr. Zink überzeugt, dass die "Bimini Road"-Fundstätte Teil eines riesigen Komplexes 'heiliger Geometrie' sei, wie Sacsahuaman und Tiahuanaco im Anden-Gebirge Perus, oder Stonehenge in Britannien. Er gab an, sie könne sich als eine der wichtigsten archäologischen Entdeckungen in der westlichen Hemisphäre erweisen. Dr. Zink meint, die megalithischen Steine seien vor bis zu 8000 Jahren an diesen Ort gebracht und dort plaziert worden, als der Meeresspiegel bei den Bahamas noch viel, möglicherweise dreißig Fuß, niedriger lag.

Zink erklärte: "Die megalithischen Blöcke bestehen aus Sediment-Gestein, zusammengesetzt aus einem Muschel-Gemenge, das in einer marinen Umgebung zementiert und später durch Re-Kristallisation ausgehärtet (>micritized<) sei. Die Blöcke dieser Stätte könnten woanders aus einem homogenen Bett gebrochen und nach Bimini gebracht, oder aber auf oder bei der Fundstätte geschnitten und geformt worden sein. Analysen von Spuren-Elementen stützen bisher die letztgenannte Möglichkeit nicht. Jedenfalls waren weitere Blöcke aus Muschel-Gemenge mit andersartiger Zementierung ebenfalls Teil der Struktur."

Dr. Zink wandte sich später radikal von den traditionellen archäologischen Methoden ab. Er bat ein Medium aus Houston, Texas, namens Carol Huffstickler, ein Reading der Stätte vorzunehmen. Sie erstaunte Dr. Zink mit der Eröffnung, die Steine seien keine Straße, sondern umgefallene Säulen [sic!] eines alten Tempel-Heiligtums. Sie seien wahrscheinlich um etwa 28 000 v.Chr. errichtet worden, sagte sie. Von Atlantiern. Wie sie sagte, seien die Atlantier von fortschrittlichen, freundlichen Wesen aus dem Sternhaufen der Pleiaden unterstützt worden.

Dr. Zink meinte in seinem Buch von 1979, 'The Ancient Stones Speak', die Straße sei kein isoliertes Phänomen. Er erklärte, sie gehöre mit anderen mysteriösen Megalithen, von der Großen Pyramide in Gizeh, über Angkor Wat und Stonehenge, bis hin zu den merkwürdigen Stein-Strukturen auf der Osterinsel zu einem ordentlichen "Planetaren Netz". Dr. Zink glaubt, dass viele Zivilisationen, die sowohl geschichtlich als auch geographisch weit voneinander getrennt waren, ein Verständnis dafür erlangten, dass die natürlichen magnetischen und elektrischen Energieflüsse der Erde an manchen Orten in größerer Nähe zur Erdoberfläche verlaufen. An diesen Orten, welche die Erde im Muster eines geodesischen Doms umgürten, bauten sie ihre heiligen Tempel.

Bis heute haben Dr. Zinks Untersuchungen bei Bimini erst zwei Artefakte erbracht. 1975 entdeckte Dr. Zink ein [...] Block-Fragment, das fast vollständig unter Sand begraben war. Es erwies sich als Mischung aus Sandstein und Kalkstein, die nirgendwo sonst auf der Insel zu finden sei. Ebenfalls 1975 entdeckte einer von Dr. Zink's Tauchern, Gary Varney, etwas, das sich als stark stilisierter Tierkopf erwies, der aus Marmor gearbeitet war, ein anderes Material, das es bei der Insel nicht gibt. Bisher konnte keines dieser Artefakte einer bekannten meso-amerikanischen Kultur zugeordnet werden. Atlantis, je nach Standpunkt wahr oder nicht, hat auch weiternin im Bewusstsein der heutigen Menschheit herumgespukt. Ob wir daran glauben, oder ob nicht, es ist jedenfalls ein Teil unserer Kultur geworden.


Anmerkungen und Quellen:

Dieser Beitrag von Ashley B. Saunders © wurde ihrem Buch "History of Bimini, Volume I" (S. 45-53) entnommen, das im Jahr 2000 erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch atlantisforschung.de nach dem Online-Exerpt "THE LOST CITY OF ATLANTIS", im Internet unter http://pyramidmesa.netfirms.com/atlantis1.html

  1. red. Anm.: In dem Buch "Das Atlantis-Geheimnis" zitieren Edgar Evans Cayce, Gail Schwarzer Cayce und D. G. Richards auf S. 229 das gleiche Reading, ausgenommen den letzten Satz, der die Jahreszahl "1968" enthält. Die Autoren schreiben auf S. 234, dass Cayce in diesem Reading keine Jahreszahl nannte. In einem anderen Reading sage Cayce jedoch, dass 1968 oder '69, Teile von Atlantis wieder auftauchen würden. Wurden in Saunders' Zitat womöglich zwei Readings durcheinandergeworfen?


Bild-Quellen:

(1) http://digilander.libero.it/theghost63/Atlantis/Atlantis_eng.htm (nicht mehr online)

(2) http://digilander.libero.it/theghost63/Atlantis_images/Atlantis_images_eng.htm (nicht mehr online)

(3) M. Preisinger, "Das Bermuda-Rätsel gelöst", Knaur, 1997, Bildteil, Nr. 1