Neues zum Terrassenhügel nahe der Schwellenburg bei Erfurt

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(dg) Am 12. April 2021 hatte ich nach einem Hinweis von Mark Hobert auf einen merkwürdigen und terrassierten Hügel bei Erfurt endlich die Chance, diese Konstruktion selber zu besichtigen. Der letzte Post bewirkte unterschiedliche Reaktionen, die von "toll" bis "völlig verrückt" reichten. Manche kritisierten sehr vehement, dass dieser Hügel keinesfalls der Überrest einer ehemaligen Stufenpyramide ist…

Ich sagte ja bereits, dass man sich hier auf unsicheres Terrain begibt, da es zu solchen Themen kaum solide Grundlagen gibt. Nun nach meiner eigenen Besichtigung bin ich auch nicht viel schlauer, aber es gibt immerhin bessere Einsichten, um sich der Sache zu nähern:

1. Die Schwellenburg sind mit den gegenüber liegenden Hügeln sogenannte "Härtlinge". Das sind Reste ehemaliger größerer Erhebungen, von denen nur die >härteren inneren Kerne< übrig blieben.

2. Diese "Härtlinge" bei Erfurt wurden ab dem Mittelalter abgebaut und auch terrassiert, was man an der Schwellenburg sehr gut sehen kann.

3. Das Gebiet um die Schwellenburg war seit der Jungsteinzeit besiedelt. Später ließ sich auch die frühbronzezeitliche Aunjetitzer-Kultur hier nieder, so dass zumindest auf der Schwellenburg (gegenüber) eine Höhensiedlung nachgewiesen werden konnte.

Ob nun die gleichmäßigen und nach Ost-West ausgerichteten Terrassen des so genannten "Pyramidenhügels" in jene Zeit fallen oder doch eher aus der Zeit nach dem Mittelalter stammen, kann ich nicht beantworten. Es gibt jedoch zwei Fakten, die gegen die letztere Erklären sprechen:

1. Terrassen zum Weinanbau ja – aber im kühleren Mitteleuropa sind solche nach Norden ausgerichteten Terrassen nicht sinnvoll. Warum also eine gleichmäßig nach Norden und Süden terrassierter Hang?

2. Kein Mitteleuropäer hat Bergbau nach den Himmelsrichtungen betrieben. Sowohl die Längsachse als auch die nördliche und südliche Bauwerksflanke ist auf 0,1 Grad exakt nach Ost und West ausgerichtet! Für den Gipsabbau hätten einfach, unorientierte Flanken allemal ausgereicht, wie man es auch der Schwellenburg sehr gut beobachten kann. Warum dieser Aufwand?

Ich kann diese Fragen nicht beantworten. Was ich sagen kann, dass die Stufen des terrassierten Hügels nicht aus Mauerwerk bestehen. Das spricht wiederum für die Bergwerkserklärung. Dennoch verwirrt der Blick von der Schwellenburg auf den Terrassenberg, denn diese Gleichmäßigkeit erfordert eine Menge Zusatzaufwand, der allein aus bergmännischer Sicht nicht gerechtfertigt war. Außerdem zeigen die kleineren Hügel in der Umgebung alle Abbauspuren. Aber keiner weist diese regelmäßige Stufung auf.

Vielleicht habt Ihr ja noch Ideen, wie man sich der Sache nähern könnte. Für mich zeigt dieser Hügel Anomalien, die mich eher verwirren als aufklären.

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News about the terrace hill near the threshold castle near Erfurt

On April 12, 2021, after a reference from Mark Hobert to a strange and terraced hill near Erfurt, I finally had the chance to visit this construction myself. The last post got different reactions, from great to completely crazy believing that this hill is the remnant of a former step pyramid...

I already said that you are entering unsafe territory here, as there are hardly any solid foundations on such topics. Now after my own inspection, I am not much smarter either, but at least there are better insights to approach the matter:

1. The threshold castle with the hills opposite are so-called "hardship". These are remnants of former larger elevations, of which only the "harder inner cores" remained.

2. These “hardships” near Erfurt were dismantled from the Middle Ages and also terraced, which can be seen very well at the threshold castle.

3. The area around the threshold castle had been inhabited since the Neolithic Age. Later, the Early Bronze Age Aunjetitzer culture also settled here, so that at least on the threshold castle (opposite) a hilltop settlement could be detected.

I cannot answer whether the even, east-west oriented terraces of the so-called "pyramid hill" date from that time or come from the time after the Middle Ages. However, there are two facts that speak against the latter explanation:

1. Terraces for viticulture, yes - but in cooler Central Europe such north-facing terraces are not useful. So why a slope that is evenly terraced to the north and south?

2. No Central European has mined in any direction. Both the longitudinal axis and the northern and southern building flanks are aligned to 0.1 degrees exactly to the east and west! For the gypsum mining, simple, unoriented flanks would have been sufficient all times, as can also be seen very well in the threshold castle.

Why this effort?

I cannot answer these questions. What I can say is that the steps of the terraced hill are not masonry. That in turn speaks in favor of the mine declaration. Nevertheless, the view from the threshold castle to the Terrassenberg is confusing, because this uniformity requires a lot of additional effort, which was not justified from a mining point of view alone. In addition, the smaller hills in the area show all signs of degradation. But none of them have this regular gradation.

Perhaps you still have ideas on how to approach the matter. For me, this hill shows anomalies that confuse me rather than enlighten me.