Marcel F. Homet

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"Könnte es nicht Jahrhunderte oder Jahrtausende vor unserer Zeit Kulturen gegeben haben, die so hoch entwickelt waren, dass ihre Vertreter auch fliegen konnten? Aber gerade weil man mit so verdächtiger Leichtigkeit auf diese Schlussfolgerungen kommen kann, muss man sehr vorsichtig sein nicht nur mit begeisterter Zustimmung, sondern auch mit der Ablehnung a priori." Marcel F. Homet

Abb. 1 Marcel F. Homet (1897-1982)

(bb) Der große französische Forscher und Autor Prof. Marcel Francois Raphael Homet (1897-1982), ein Schüler und Freund des berühmten Urgeschichtlers Abbé Breuil, und Träger des Kreuzes der französischen Ehrenlegion, gehört, neben Alexander und Edith Tollmann, Charles H. Hapgood und Barry Fell zu den wenigen bewundernswerten 'Außenseiter-Persönlichkeiten' des universitären Betriebs im 20. Jahrhundert, die sich als dauerhaft resistent gegen die unter Wissenschaftlern so weit verbreitete Tendenz zur Anpassung an den 'akademischen Status quo' erwiesen, und deshalb, sowie aufgrund ihrer enormen fachlichen Kompetenz, zu Schlüsselfiguren der im Entstehen begriffenen grenzwissenschaftlichen Erd-, Menschheits- und Zivilisations-Geschichtsforschung, bzw. zu Pionieren der Primhistorik, Paläo-SETI- und heutigen, nonkonformistischen Atlantisforschung wurden.

Homet selbst war sich durchaus darüber im Klaren, dass er mit seiner nonkonformistischen Grundhaltung ein alles andere als typischer Vertreter der scientific community war. So stellte er in einer Bilanz seines Lebenswerks, die er 1973 zog, augenzwinkernd fest: "Mit meinen Forschungen habe ich aber nun gerade den unverzeihlichen Fehler begangen, Neues zu bringen, und damit sind sie gefährlich, denn sie stellen veraltete Theorien in Frage". [1]

Dass der gebürtige Franzose (er kam am 23. März 1897 in Rochefort im Département Charente Maritime zur Welt) und spätere Kosmopolit eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere machen würde, war in seinem Fall aber auch keineswegs seit frühester Jugend 'vorprogrammiert'. Wie er selber später von sich sagte, ist er noch "mit achtzehn Jahren eine >Niete<. Es ist fast nur dem Zufall zu verdanken, dass ich, nach einem ersten vergeblichen Versuch, den Mittelschulabschluss geschafft habe. Ich kann nichts, und das Leben erscheint mir in keinem besonders rosigen Licht." [2]

Abb. 2 Das Cover einer französischen Ausgabe von Homets "Auf den Spuren der Sonnengötter"

Hans-Werner Sachmann beschreibt folgendermaßen, wie es mit Homet weiterging: "Auf dem Verschiebebahnhof von Argenteuil und in den Pariser Straßen kehrt er den Müll. Doch abends beginnt er Mathematik zu lernen, erwirbt ein Ingenieurdiplom und reist als Mitglied einer belgischen Ingenieurgruppe in den Kongo, um den Bau der Eisenbahnlinie zwischen Stanleyville und den Nilquellen vorzubereiten. Fünfzehn Jahre verbringt Homet in Afrika." [3]

Aber erst in mittleren Jahren startet der 'Spätzünder' dann richtig durch: "So zwischendurch", erklärte er rückblickend, "ich war damals etwa sechsundvierzig Jahre alt - habe ich mir erlaubt, noch einmal die Schulbank zu drücken, und nachdem ich mir an der Universität Diplome in Archäologie, Ethnologie und klassischem Arabisch erworben hatte, habe ich meine neuen Kenntnisse dazu benutzt, Forschung zu treiben." [4]

Etwa drei Jahrzehnte lang unternahm Homet im Auftrag der Ecole d'Anthropologie der Universität Paris wissenschaftliche Expeditionen. "Seine spektakulären Forschungsreisen machen ihn schnell bekannt, ebenso wie sein soziales Engagement gegen die Ausbeutung und Unterdrückung bedrohter Völker. [5] Bereits in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts veröffentlicht er zu Fragestellungen der Paläo-SETI-Forschung." [6]

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Homet u.a. als britischer Geheimagent für die SOE tätig war, lehrte er als Professor für Arabistik an der Universität Algier und widmete sich neben linguistischen Studien auch ausgiebig der Mythologie. "Er studierte das Gilgamesch-Epos, die Bibel, die Thora, den Talmud, die Qumran-Rollen, das Chilam Balam, Popol Vuh, die Edda und viele andere, orientalische Schriften, die er zum Teil neu übersetzte und interpretierte." Später übersiedelte er nach Deutschland, wo er bis Anfang der 1980er Jahre über achtzigjährig in Stuttgart lebte.

Abb. 3 Homets "Die Söhne der Sonne" - Cover einer Ausgabe auf Spanisch

Marcel F. Homets Gessamtwerk ist beeindruckend. Zwischen 1934 und 1878 publizierte er mehr als zwanzig Bücher, zahllose Artikel bzw. Papiere, und hielt nach seiner Pensionierung diverse Vorträge zu anthropologischen, ethnologischen und zivilisations-geschichtlichen Themen, wobei es ihm vordringlich darum ging, "alle globalen Großkulturen unter dem Gesichtspunkt einer allumspannenden geistigen Verwandtschaft zu sehen und darzustellen". [7]

Dass es ihm nie an Stoff mangelte ist kaum verwunderlich, denn Homet hatte, wie Hans-Werner Sachmann es formuliert, "viele Länder persönlich besucht und das Rätselhafte, über das er zu schreiben gedachte, selbst in Augenschein genommen; er wurde so zum Entdecker zahlreicher archäologischer Orte: Er kannte und vermaß die kulturellen Hinterlassenschaften auf der Osterinsel, der Anden-Völker, die mexikanischen Pyramiden, die Steinsetzungen von Norwegen bis Spanien, auf Malta, die Riesensteine von Baalbek und Marib, die Gizeh-Pyramiden Ägyptens, die Tempel Japans sowie die Geheimnisse des Südpazifiks." [8] Zu Homets bedeutendsten Leistungen gehört zweifellos die Entdeckung der urzeitlichen Fundstätte von Pedra Pintada in Brasilien. [9]

Die Leitidee, unter der seine Forschungsreisen standen, beschrieb Homet folgendermaßen: "Wohin auch immer meine Forschungen mich führten, ob in die Wüsten Afrikas oder Asiens, die Dschungel des Kongo oder Amazoniens das Inselreich Polynesiens oder auf die Hochplateaus der Anden - stets leitete mich der Gedanke, nach dem Nabel der Welt der Wiege der Menschheit und so nach dem ersten Anhauch des Geistes dieser Erde zu suchen." [10]

Auf diesen zahllosen Reisen und im Verlauf seiner lebenslangen Forschungstätigkeit sammelte Marcel F. Homet, der zudem auch als Menschenrechtler aktiv war [11], auch viele fotografische Belege, z.B. zu krypto-anthropologischen Gegenständen (so etwa Aufnahmen putativer Neandertaler), von eigenartigen Symbolen und Zeichen (ägyptische Hieroglyphen im brasilianischen Urwald) usw., die leider nach seinem Tode zum größten Teil abhanden gekommen bzw. verschwunden zu sein scheinen. Ein ungeheurer Verlust für die Forschung!


Von und über Marcel F. Homet bei Atlantisforschung.de

Ursprung und Wanderungen der 'Sonnensöhne' (Marcel F. Homet)

Marcel F. Homet, Atlantis und die Söhne der Sonne (bb)


Literatur von Marcel F. Homet:

"Die Söhne der Sonne: auf den Spuren vorzeitlicher Kultur in Amazonas", Olten (Walter Verlag), 1958 (sowie: Limes Verlag, 1972; Ullstein, 1990)

"Ein Mann kämpft gegen Schatten. Die Tragödie der brasilianischen und venezolanischen Massenmorde, Selbstverlag, Stuttgart 1970, 58 S.

"Geheimnis am Amazonas", Würzburg (Arena-Verlag; Arena-Sachbuchreihe Wissenschaft und Abenteuer), 1973 (1. Aufl.), 69 S.; Auszug aus: Die Söhne der Sonne

"Nabel der Welt - Wiege der Menschheit - Außerirdische Einflüsse im Mosaik irdischer Kulturen?", Bauer Hermann Verlag, 1976

"Wüste - Urwald - Blaue Menschen: abenteuerliche Expeditionen zu versunkenen Kulturen", Verl. Limes, 1974 (sowie: Ullstein, 1991)

Chan Chan.jpg
"Chan Chan, la misteriosa", Verl. Martínez Roca, 1977

"Auf den Spuren der Sonnengötter", Limes Verlag, 1978 (sowie: Ullstein, 1992)


Anmerkungen und Quellen

Verwendetes Material:

Fernmündlich von Dr. Horst Friedrich, Wörthsee, erhaltene Informationen über Leben und Werk von Marcel F. Homet

Hans-Werner Sachmann, "Pionier der Paläo-SETI-Forschung: Marcel F. Homet (1897 - 1982)"; Nachruf, erschienen in: Sagenhafte Zeiten Nr. 5/2004; zit. nach: Tatjana Ingolds Homepage, unter: http://tatjana.ingold.ch/index.php?id=tod_homet

  1. Quelle: Marcel F. Homet, bei Hans-Werner Sachmann, "Pionier der Paläo-SETI-Forschung: Marcel F. Homet (1897 - 1982)"; Nachruf, erschienen in: Sagenhafte Zeiten Nr. 5/2004; zit. nach: Tatjana Ingolds Homepage, unter: http://tatjana.ingold.ch/index.php?id=tod_homet
  2. Quelle: ebd.
  3. Quelle: Hans-Werner Sachmann, op. cit.
  4. Quelle: Marcel F. Homet, in: Hans-Werner Sachmann, op. cit.
  5. Siehe z.B. sein Buch "Ein Mann kämpft gegen Schatten. Die Tragödie der brasilianischen und venezolanischen Massenmorde" aus dem Jahr 1970; Red. Atlantisforschung.de
  6. Quelle:
  7. Quelle: Marcel F. Homet, bei: Hans-Werner Sachmann, op. cit.
  8. Quelle: Hans-Werner Sachmann, op. cit.
  9. Quelle: Wikipedia, L'enciclopedia libera, unter: "Marcel Homet" (Stand: 03.09.2011); sowie: "Tepumerene und Pedra Pintada von Dr. Horst Friedrich, 1996
  10. Quelle: Marcel F. Homet, bei: Hans-Werner Sachmann, op. cit.
  11. Anmerkung: In den späten 1960er Jahren engagierte Homet sich besonders vehement gegen die andauernden Genozide an den Ureinwohnern Amazoniens. Siehe dazu z.B.: "Auch ich sollte ermordet werden" - Professor Marcel F. Homet über die Vernichtung der Indianer am Amazonas, in: DER SPIEGEL, 45/1969


Bild-Quellen

(1) Tatjana Ingolds Homepage, unter: Pionier der Paläo-SETI-Forschung: Marcel F. Homet (1897 - 1982)

(2) Antiqbook - Fine Books - Fair Prices, unter: Marcel F. Homet

(3) BIBLIOTECA FORTEANA - LIBROS EN VENTA