Marcel F. Homet, Atlantis und die Söhne der Sonne

Aus Atlantisforschung
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Abb. 1 Der Felsen von Pedra Pintada bei Roraima, am nordwestlichen Rande des Orinoko-Guayana-Berglandes in Brasilien. Marcel F. Homet gab an, die rätselhaften, urzeitlichen Petroglyphen entziffert zu haben, die dort massenhaft zu finden sind.

(bb) Soweit wir zur Zeit wissen, veröffentlichte der franko-brasilianische Alternativ-Historiker Marcel F. Homet insgesamt mehr als zwanzig Bücher, doch sein einziges uns bisher bekanntes, in französischer, englischer und deutscher Sprache erschienenes Werk ist "Die Söhne der Sonne" (orig.: "À la poursuite des dieux solaires"), das Ende der 1950er Jahre in Frankreich erschien. [1] Darin vertritt er die 'klassische Theorie' von Atlantis im Mittelatlantik als Heimat einer weit prähistorischen 'Mutter-Kultur'.

Im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Vertretern der These von Atlantis als versunkenem Kleinkontinent, wie etwa Alexander Braghine, Otto Muck oder Dr. Nikolai Zhirov, stellte Homet allerdings keine umfassenden Überlegungen zu den Ursachen des Untergangs dieser vermuteten Landmasse an, sondern konzentrierte sich als atlantologischer Diffusionist auf die Suche nach Spuren der Nachfahren dieser atlantischen Uralt-Kultur, die er sowohl in Ägypten und Schwarzafrika, aber vor allem in Brasilien [2] ausmachte. [3]

Im Klappentext der deutschsprachigen Fassung heißt es dazu: "Marcel F. Homet unternahm eine fast zweijährige Expedition, um Zeugnisse der Atlantiden, der Ureinwohnern Südamerikas, zu finden. Diese führt ihn zu den Spuren einer Steinzeitkultur, die mit der Megalithkultur Europas zusammenhängt. Er entschlüsselt die Felszeichnungen der Pedra Pintada [4], dem riesigen eiähnlichen Steinmonument (Abb.1), und entdeckt unter vielem anderen auch doppelte Begräbnisurnen, die mit denen in Europa vergleichbar sind.

Homet interpretiert sie als letzte Hinweise auf den versunkenen Erdteil Atlantis, der, so rekonstruiert er, ehemals Europa und Amerika verbunden hat. Die Suche nach Ma-Nao, der sagenhaften goldenen Stadt des >El Dorado<, ist auch bei ihm, wie bei seinen Vorgängern, nicht erfolgreich. Doch ihm ist es als einer der ersten gelungen, das Urwaldgebiet systematisch zu erforschen. Der Bericht schildert eindrucksvoll die mühsame Arbeit eines Archäologen und voll packender Dramatik die Gefahren solch einer Expedition: Piranhas, Anacondas und die Unwegsamkeiten des Dschungels." [5]

Besonderes Interesse brachte Homet bei seiner abenteuerlichen Spurensuche den längst untergegangenen, so genannten 'Tierra Dentro'-Leuten [orig.: "People of the Tierra Dentro"; d. Ü.] entgegen, über die es bei ihm heißt: “Die Ureinwohner in der Nachbarschaft des San Augustin Territoriums waren schlicht als das ‘Volk von Tierra Dentro’ bekannt, weil angenommen wurde, dass sie einen beträchtlichen Teil ihres Lebens in unterirdischen Siedlungen verbracht hatten. Sie lebten also ‘tierra dentro’ - in der Erde…" [6]

Über diese rätselhaften 'sophisticated cavemen' Brasiliens heißt es bei ihm weiter: “Wir wissen fast nichts über dieses unterirdisch lebende Volk von Tierra Dentro[wenn auch] … sicher scheint, dass die in Rätsel gehüllten Eindringlinge, welche die Kultur von Tierra Dentro zertraten, uns zeitlich viel näher stehen als das [unterirdische] Volk von San Augustin. Die Stein-Monumente der Tierra Dentro weisen jedenfalls eine Besonderheit auf: sie wurden unterirdisch errichtet, statt an der Oberfläche …" [7]

Weiter heißt es bei Homet: "Wenn man [die von ihm erstellte] Karte der Migrationen der 'Söhne der Sonne’ betrachtet, ist man geneigt anzunehmen, dass es eine Verbindung zwischen dem Volk von Tierra Dentro und der Hauptmasse jener neuen Rasse gegeben haben muss, welche sich über ganz Südamerika ausbreitete. Ihre steinernen Relikte, die Evidenzen für eine megalithische Kultur, die Menhire, Dolmen, Tumuli und Cromlechs beweisen noch heute, dass es da eine Verbindung und eine gemeinsame Grundlage gab.

Dieses Volk und die Überreste von Völkern [...] aus prähistorischen Zeiten haben [nur] steinerne Souvenirs, stumme Zeugen, hinterlassen. Doch ihre Ornamentierungen von Symbolen, Inschriften und Bildern erscheinen uns nur deshalb stumm, weil wir nicht mehr verstehen, was sie aussagen. Bisher haben wir auf unseren Forschungsreisen in unbekannte Regionen Amazoniens unter den unzähligen Inschriften auch einige mit typisch etruskischem Charakter gefunden. Sie sind verwandt mit den Lettern des mediterranen Volkes, über welches der Forschungsreisende Albert Grenier folgendes sagte, als er Wissenschaftler dazu bewegen wollte, die Linguistik der frühesten Geschichte gründlich zu betrachten:

>Dies ist ein Volk, das plötzlich aus dem Unbekannten auftauchte, eine große Zivilisation entwickelte und einen bemerkenswerten Staat gründete. Wo kam es her? Woher nahm es die Keime seiner Zivilisation, seiner gesamten Kultur und Kunst? Die Leute streiten noch darüber … Auch auf den prähistorischen Monumenten in Südamerika gibt es Inschriften, die mit den Dokumenten selbiger Menschen verwandt sind, die einst in der Toskana lebten und sie in vor-römischer Zeit beherrschten.

Ihre früheste Geschichte ist ebenso von Rätseln und Dunkelheit verschleiert. Diese in Stein gehauenen Siegel erscheinen uns zwar noch stumm, auch wenn sie schon jetzt eine Beziehung nahelegen; ja wir dürfen sogar eine gemeinsame Abstammung dieser speziellen Völker der Alten und Neuen Welt annehmen, deren früheste Geschichte noch ein verschlossenenes Buch ist. Womöglich könnte es sein, dass das [unterirdische] Volk von San Augustin und Tierra Dentro sowie die weit entfernten Etrusker Abkömmlinge des selben … Stammes sind: DER ATLANTER<." [8]


Siehe auch: Marcel F. Homet, Ursprung und Wanderungen der 'Sonnensöhne'


Anmerkungen und Quellen

  1. Anmerkung: Folgende Ausgaben sind der Redaktion bisher bekannt: Marcel F. Homet, "Die Söhne der Sonne. Auf den Spuren vorzeitlicher Kulturen in Amazonas", Olten und Freibug i. Br., 1958 (1. deutschsprach. Aufl.) --- Marcel F. Homet, "Sons of the Sun", ?, 1963 --- Marcel F. Homet, "À la poursuite des dieux solaires", Paris editions J'ai lu, Paris, 1974 (Datierung der Erstausgabe unbekannt). Marcel F. Homet, "Auf den Spuren der Sonnengötter - Die abenteuerliche Suche nach Zeugnissen der Atlantiden im Amazonasgebiet, Limes-Verlag, Wiesbaden und München, 1978 (2. deutschsprach. Aufl.) Zu seinen anderen Buch-Veröffentlichungen siehe unser Forscherportrait "Marcel F. Homet".
  2. Anmerkung: Zur Prim-und Prähistorie Brasiliens siehe bei Atlantisforschung.de auch: Prädiluviale Spuren in Brasilien von Colonel Alexander Braghine (1940); Große alte Zivilisationen in Amazonien - unmöglich? von William R. Corliss (1990); sowie: Brasilien - Wiege der amerikanischen Zivilisationen? von Bernhard Beier (2006)
  3. Siehe: Ulrich Magin, "Atlantologie", in: Gerald L. Eberlein (Hrsg.), KLEINES LEXIKON DER PARAWISSENSCHAFTEN, C.H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung, 1995, S. 36-44
  4. Anmerkung: Zu Pedra Pintada siehe bei Atlantisforschung.de auch: Tepumerene und Pedra Pintada von Dr. Horst Friedrich
  5. Quelle: Marcel F. Homet, "Die Söhne der Sonne. Auf den Spuren vorzeitlicher Kulturen in Amazonas" (Klappentext); zit. nach: Markus Pezold, MYSTERIA 3000, online unter http://www.mysteria3000.de/wp/?p=246
  6. Quelle: Marcel F. Homet, "Sons of the Sun", 1963, S. 154-156; zit. nach: Greg Jenner, Abbotsford, B.C. Canada, "NIBIRU AND THE ATLANTEAN CONNECTION" (Part Two), THE SUBTERRANEAN PEOPLE OF TIRRA DENTRO, online unter http://www.darkstar1.co.uk/gregjenner5.html
  7. Quelle: ebd.
  8. Quelle: ebd.


Bild-Quelle

(1) http://pt.wikipedia.org/wiki/Pedra_Pintada