Ein spekulatives Szenario

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Atlantis: Der verlorene Kontinent XVII


von unserem Gastautor William Lauritzen


Folglich durchquerten die Austronesier, entweder mittels Küsten- oder aber mit Hochsee-Schiffahrt, eine große Wasserfläche; eine Wasserfläche, die einst Teil des alten Atlantik gewe-sen sein könnte (was wir oben besprochen haben).


Abb. 30 Ausschnitt des Schlacht-Reliefs von Medinet Habu. Kamen die Seevölker aus dem "austronesischen" Stammland in den Mittelmeer-Raum?

Es ist nicht schwer darüber zu spekulieren, ob dieses Leute möglicherweise zu einer Zeit vor 300 n. Chr. über den Indischen Ozean nach Afrika gesegelt sind. Um sich auf Dauer irgendwo niederzulassen, ist es für gewöhnlich zunächst notwendig, Forschungsexpeditionen durchzu-führen. Die ersten Expeditionen zum amerikanischen Kontinent, beispielsweise, bewirkten kei-ne permanente Präsenz. Erst spätere Expeditionen errichteten erfolgreiche Kolonien.

Es ist ebenfalls möglich, dass diese Leute weiterzogen, Madagaskar hinter sich ließen, entlang der Küstenlinie um Afrika herumsegelten, und dann ins Mittelmeer. Zudem ist es möglich, dass die Austronesier nahe dem Vulkan Krakatau eine Siedlung errichtet haben könnten. Krakatau könnte einen seiner großen periodischen Ausbrüche gehabt, und diese Siedlung ausgelöscht haben. Vielleicht "wuchs", wie bei 'Anglerlatein', diese Siedlung im Lauf der Jahre und wurde zur Basis für die Legende von Atlantis.

Oder vielleicht beschreibt die Atlantis-Geschichte (der Zerstörung) nicht Krakataus Explosion, sondern Erdbeben und Vulkane auf der Insel Taiwan selbst. Diese Insel gehört zu einer geolo-gisch sehr aktiven Region, und wird somit regelmäßig erschüttert. Zudem gibt es dort mehrere ruhende Vulkane. Womöglich wurde das alte taiwanesische (später austronesische) Volk durch eine geologische Katastrophe dezimiert, und die Sachzwänge trieben es auf der Suche nach neuen Ländern zur Erforschung der See.

Nachdem sie im Mittelmeer-Raum angekommen waren, haben diese Austronesier vielleicht gegen die Ägypter und alten Griechen Krieg geführt. Dieser Kampf könnte seinen Weg in Pla-tons Story gefunden haben.


Abb. 31 Der hellenische Philosoph Platon. Was war bei seinem Atlanisbericht Fakt, was Fiktion?

Dieses spekulative Szenario wäre, auch wenn es unwahrscheinlich anmutet, zumindest in Tei-len einem gut dokumentierten Kampf der Ägypter gegen die so genannten “Seevölker” ähnlich, der in etwa um 1200 v. Chr. stattfand. (Abb. 30) Dieser Kampf ist wohlbekannt, da eine Be-schreibung davon an den Wänden ägyptischer Monumente existiert. [Im Tempel von Medinet Habu - d. Red.]

Gelehrte nehmen an, dass diese Seevölker Ägypten und Palästina von irgendwo innerhalb des mediterranen Raums (möglicherweise von Kreta) aus erreichten. Dies ist jedenfalls niemals mit Sicherheit bestätigt worden. Kam dieses Volk möglicherweise von außerhalb des Mittelmeer-Raums, genauer aus der Austronesischen Expansion? Vielleicht könnten Gen- (DNA) Tests dies irgendwie klären. Auch eine größere geologische Destruktion in Südöst-Asien zu etwa dieser Zeit würde diese Seevölker/Austronesier Verbindung bestätigen.

Kurz gefasst sind dies die Fakten:

l Der alte Atlantische Ozean könnte den heutigen Indischen Ozean umfaßt haben.

l Taiwan, Indonesien, Japan und die Philippinen sind geologisch äußerst aktiv.

l Alte Völker aus Taiwan breiteten sich um 300 n. Chr. irgendwie über Indonesien, die Pazi-fikinseln Polynesiens und, über den Indischen Ocean hinweg zur Insel Madagaskar (bei Afrika). Dies ist als 'Austronesische Expansion' bekannt.

l Platon schrieb über ein seefahrendes Volk, das um 9000 v. Chr. in den Mittelmeerraum ein-drang und mit den Ägyptern kämpfte. Er nannte dieses Seevolk 'Atlanter', da sie (seiner Ge-schichte folgend) aus dem Atlantischen Ozean kamen.

l 1200 v. Chr. beschreiben ägyptische Monumente Schlachten gegen ein “Seevolk”. Die Ge-lehrten wissen nicht, woher diese Leute kamen, nehmen aber an, dass sie aus dem Mittel-meerraum gekommen seien.


Dies sind die drei häuptsächlichen Möglichkeiten, die von einer völligen Bestätigung, bis zu ei-ner weitgehenden Widerlegung Platons reichen:

l 9000 v.Chr.: Frühe Menschen, die möglicher Weise ursprünglich aus China-Taiwan stam-mten, kamen in den Mittelmeer-Raum und kämpften mit den alten Ägyptern. (Platons Ge-schichte stimmt von vorne bis hinten.)

l 1200 v. Chr.: Altchinesisch-taiwanesische Völker (Austronesische Expansion) reisten nach Indonesien, errichteten möglicherweise eine Siedlung nahe dem Krakatau, wandten sich dann Richung Afrika (Madagaskar) und, um Afrika herum, ins Mittelmeer (Ägypten). Sie kämpften mit den Ägyptern. Dies wurde dokumentiert auf Monumenten am Nil, wo die Austronesier als “Seevölker” bezeichnet werden. (Platon gab fälschlicher Weise eine Datierung von 9000 v. Chr., statt ca. 1200 v.Chr. an.)

l 1200 v. Chr.: Die Seevölker kamen von innerhalb des Mittelmeers (vielleicht von Kreta?). Platon gab ein falsches Datum für das Ereignis (9000 BC) und eine falsche geographische Herkunft (außerhalb des Mittelmeers) dieses Volkes an. Platon verwechselt oder überblendet verschiedene Zerstörungsgeschichten (Thera, Krakatau), verschiedene Zivilisation sowie unter-schiedliche Zeiten und erschafft eine faszinierende Erzählung über eine ideale Gesellschaft, die zerstört wird.