Ein 500 000 Jahre altes Brett aus dem Jordan-Tal
Ein 500 000 Jahre altes Brett aus dem Jordan-Tal
(rmh) Der Autor Michael Baigent berichtet in seinem Buch Das Rätsel der Sphinx[1] über eine von der israelischen Archäologin Naama Goren-Inbar und ihren Kollegen durchgeführte Grabung im Juli 1989 im nördlichen Jordantal. Baigent schreibt, dass die Grabungsstätte nur 500 000 Jahre alt war. Sie war voller Wasser, denn sie befand sich in der Nähe des Jordan-Ufers.
Das Team legte zunächst sämtliche geologischen Schichten frei und hob mit Hilfe eines mechanischen Grabgerätes zwei tiefe Gräben über einen Teil des Geländes hinweg aus. Jeder Eimer, der gefüllt mit Erde an die Oberfläche kam, wurde geleert und auf Knochen und Artefakte untersucht.
Dabei förderte das Team eines Morgens einen überraschenden Fund: Ein gut gebautes und stark poliertes Holzbrett kam zum Vorschein. Dieses Brett bestand aus Weidenholz und war fast 25 Zentimeter lang und 13 Zentimeter breit. Seine Oberfläche war glatt und künstlich poliert. Es war so geschickt bearbeitet, dass keinerlei Werkzeug-Spuren sichtbar waren. Die Kante war vollkommen gerade und bewusst abgeschrägt, wie Baigent schreibt. An der Unterseite des Brettes war das Holz rau, gewölbt und nicht poliert. Beide Enden waren abgebrochen. Dies war möglicherweise eine Folge der mechanischen Ausgrabung, doch die fehlenden Stücke wurden nie gefunden. [2]
„ Molluske bestätigen die Datierung des ältesten bekannten Holzbrettes“, schreibt newscientist.com am 20. Juli 1991.Referenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag.
Baigent sagt: „Unser bequemes Bild von unwissenden, rohen Höhlenmenschen, die von unserer Welt nicht nur zeitlich, sondern auch bezüglich ihrer Intelligenz und Geschicklichkeit weit entfernt sind, ist also plötzlich in ernsthafter Gefahr, als Täuschung entlarvt zu werden. Der israelische Fund liefert nicht nur einen soliden Beleg für ein unerwartetes Niveau an Kunstfertigkeit und technischem Können, sondern auch für eine ebenso unerwartete soziale und geistige Entwicklung. Anders gesagt, besaßen zumindest einige Zeitgenossen dieser seit langem vergessenen Epoche die geistige Kapazität, formvollendet konstruierte Objekte zu entwerfen und herzustellen, Objekte, wie wir sie gemeinhin mit einer jüngeren Gesellschaft assoziieren. Das geschickt angefertigte Brett braucht keinen Kontext. Unaufdringlich, aber beharrlich flüstert es allen, die sorgfältig zuhören wollen, das Wort >Zivilisation< zu.“[3]
Anmerkungen und Quellen
Bild-Quelle
(1) M. Baigent, Das Rätsel der Sphinx, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 2002, S. 157