Das Hypogäum von Hal Saflieni

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche

Urzeitliche Begräbnisstätte oder riesige Todesfalle während der Großen Flut?

von unserem Gastautor Dr. h.c. Hubert Zeitlmair

Abb. 1 Das Hypogäum von Hal Saflieni gehört zu den Kleinoden megalthischer Bau- und Steinmetzkunst in Europa. Wie kaum eine andere Fundstätte vermittelt es einen beredten Eindruck vom hohen kulturellen Entwicklungsstand der Zivilisation seiner Erbauer.

Der in den weichen Globigerine-Kalksandstein gehauene Tempelkomplex ist bisher, wie auch seine oberirdischen Gegenstücke, einzigartig auf der Welt. Seit Beginn der ersten Untersuchungen umhüllt das Hypogäum eine Aura des Geheimnisvollen. Grabungsberichte aus erster Hand von Dr. A.A. Caruana, Januar 1902, Prof. Sir Temi Zammit im Jahr 1910, sowie R.N. Bradley im Februar 1913, sind noch heute verfügbar. Alle drei bestätigen, dass es sich bei den im Hypogäum gefundenen sterblichen menschlichen Überresten keinesfalls um Überreste aus Bestattungen handelt.

Von 1903 bis 1907 leitete Fra Emanoel Magri die ersten offiziell bestellten Ausgrabungen. Als er 1907 plötzlich verstarb, verschwanden auch seine Aufzeichnungen. Bis zum heutigen Tage sind diese Aufzeichnungen verschollen und konnten trotz intensiver Suche nicht wieder aufgefunden werden. Danach wurde dem noch immer hoch angesehenen Archäologen Prof. Dr. Temi Zammit die Fortführung der weiteren Grabungen anvertraut. Dieser befreite das Hypogäum im Laufe der Jahre von Schutt und natürlichen Schwemmablagerungen, die - wie ich vermute - durch die Sintflut in das Hypogäum gelangten.

Prof. Zammit differenzierte klar zwischen den Ablagerungen und dem sich darin befindlichen Material. In der obersten Ebene fand man Gegenstände aus moderner Zeit. Einige der Gegenstände waren unzweifelhaft mehr als einhundert Jahre alt. Nicht weit vom ursprünglichen Eingang entfernt wurde eine Münze mit dem Bildnis dews Großmeisters Punto gefunden. Die Münze kam kurz unterhalb der jüngsten Ablagerungsschicht zum Vorschein. Diese sogenannten modernen Gegenstände waren leicht als solche zu erkennen und deshalb nicht länger von Interesse. Es ist schon recht verwunderlich, wieviel Wissen in einhundertundfünf Jahren verloren gehen kann. In den Tagen der Johannesritter jedenfalls musste die Existenz des Hypogäums bekannt gewesen sein, wie kämen sonst die Münzen und andere Gegenstände dorthin.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Abb. 2 Skizze der drei Ebenen des Hypogäums (zum vergrößern bitte auf die Karte klicken!)

Unter dieser Schicht kam eine kompakte dunkle Schicht zum Vorschein. Es ergab sich kein Hinweis, dass sie von Menschenhand eingelagert wurde. In dieser alten Ablagerung konnten keine unterschiedlichen weiteren Ablagerungsschichten nachgewiesen werden. Auch in den Kammern, welche Zentimeter für Zentimeter gesäubert wurden, war immer diese gleiche Ablagerungsschicht vorzufinden. In den großen Kammern war sie bis zu einem Meter tief und bestand aus roter Erde, welche man auf den Feldern in der Gegend um das Hypogäum vorfand, reichlich vermischt mit Knochen und Keramikscherben. Die Ablagerungen waren überall zu finden - auch in Räumen, welche sehr sorgfältig ausgearbeitet waren. Dasselbe Bild bot sich in den Kammern der unteren Ebenen.

Die in diesen Ablagerungen enthaltenen Knochen und Schädel waren nicht verbunden und lagen wirr durcheinander. In Kammer 28 konnte nicht ein einziges Skelett in normaler Position gefunden werden. Man fand mindestens 120 Skelette in einer Schicht von 3,17 x 1,20 x 1,00 m. Es ist keine Frage, dass in diesem Raum bei einer regulären Bestattung kaum mehr als zwölf Körper Platz gefunden hätten.

Das gleiche Bild bot sich in allen Kammern und allen Ebenen des Hypogäums. Es kamen keine kompletten Skelette ans Licht. Man beförderte höchstens mal einen vollständigen Fuß oder einen Arm mit Hand und Fingern zutage. Auch fand man sechs Wirbel in der richtigen Position der Reihenfolge, aber ohne Wirbelsäulenfortsatz. Am Ende ergab sich aus den Überresten eine Anzahl von schätzungsweise 7000 menschlichen Individuen.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Abb. 3 Langschädel, die bei der Ausgrabung im Hypogäum gefunden wurden. Diese Schädel sind im Museum nicht mehr ausgestellt.

Erste Untersuchungen der Knochen und Schädel erbrachten äußerst Verblüffendes. Bei dem Fund handelte es sich um ausschließlich frühgeschichtliche Menschentypen. Anlass für diese Feststellung was das Auffinden von elf noch erhaltenen Schädeln. Aber die gesichteten Schädel sind eindeutig der Langschädel-Abart "Dolichocephal" zuzuordnen, einem Typus, den man überall auf Malta findet. einen davon, und ein vollständig erhaltenes Babyskelett, konnten bei den Ausgrabungsarbeiten des Mnajdra Tempels exkaviert werden, fanden aber leider Einzug in eine Privatsammlung. Dadurch wird der Sensationsfund eines vollständig erhaltenen Skeletts wahrscheinlich nie mehr der Öffentlichkeit zugänglich sein. Von den elf sichergestellten Langschädeln verschwanden im Laufe der Zeit fünf. Die restlichen sechs befinden sich noch im Besitz der Museumsverwaltung.

Der Typus der Schädel ist eindeutig dem Homo sapiens neanderthalensis zuzuordnen, welcher, so die wissenschaftliche Meinung, seit dem Ende der letzten Eiszeit ausgestorben ist. Diese und andere Funde stützen meine Behauptung, dass alle Malteser Tempel schon während der letzten Eiszeit existiert haben müssen. Wie sonst kämen 7000 menschliche Skelette des Neandertalers in das Hypogäum?

Am Ende der Ausgrabungsarbeiten fand Prof. Dr. Zammit vor einer unterirdischen Tempelanlage, die elf Meter tief in den Fels geschlagen, auf drei Ebenen insgesamt 29 Kammern oder Räume aufwies. Das Hypogäum ist im Stil oberirdischen Kompositionen gefertigt. Mit seinen Nischen und Wegen ähnelt es einem Labyrinth. Sämtliche Räume und Gänge waren ursprünglich in roter Mineralfarbe gehalten. Manche der Kammern sind sehr sorgfältig ausgebaut worden, manche wiederum nicht, was auf Arbeits-, bzw. Lagerstätten hindeutet. Das gilt für alle drei Ebenen.

Die kunstvoll aus dem Fels getriebenen Kammern bergen eine reichhaltige künstlerische Ausstattung. Mit Geraden verbundene Spiralen, Tiermotive und geometrische Figuren, wie Hexagone (Sechsecke) und archimedische Spiralen zieren die Wandflächen. Diese Motive sind entweder auf den glatten Fels gemalt oder eingraviert. Die Farbe hierfür, vorwiegend rot, wurde aus dem reichlich vorhandenen Ferroocker gewonnen. Als Binde-, bzw. Fixiermittel dienten Silikate und zum Teil Wachs (!?).

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Abb. 4 Zu Welchem Zweck dienten Hypogäen wie das von Hal Saflieni? Die heute offiziell vertretene 'Begräbnisstätten-Theorie' widerspricht diametral den Schlussfolgerungender archäologischen Pioniere, welche diese Anlage freilegten.

Im Eingangsbereich des Orakelraums befindet sich an der Wand eine eingravierte Hand mit den Maßen 21,5 x 10 cm . Diese Handfläche ist größer als die eines Menschen heutzutage. In mindestens vier Kammern erscheinen an den Wänden Discs [1] d = 0,25 m in Gruppen zu je drei Scheiben wie bei einem Formationsflug der heutigen Luftwaffen. Waren im letzten Eiszeitalter Flugmaschinen auch über Malta zu sehen?! [...]

Ein weiteres Zeugnis zur Stützung der Überflutungstheorie, welche den Mutterboden, die rote Erde, in den unterirdischen Monumenten ablagerte, ist das etwa einen Kilometer vom Hal Saflieni Hypogäum entfernte Santa Lucia Hypogäum. Dieses Monument repräsentiert eine kleinere Version des Hal Saflieni mit megalithischem Eingang und einer Innenarchitektur, die derjenigen von an der Oberfläche stehenden Tempelsteinkreisen gleichkommt. Auch hier sind Schwemmablagerungen mit menschlichen Überresten, Amuletten und Keramikscherben gut vermischt mit Mutterboden aus roter Erde des Umlandes anzutreffen.

Der Kontext der Hypogäen von Hal Saflieni und Santa Lucia ist eindeutig. Besser konnte es der Direktor des Archäologischen Museums von Valletta, F. S. Mallia, 1974 gar nicht ausdrücken: "Die Ablagerungen im Inneren des Santa Lucia Hypogäums stammen von der Oberfläche und wurden hinein geschwemmt".

In ihrer jüngsten Verlautbarung vertritt die prähistorische Gesellschaft von Malta durch ihren Vorsitzenden Dr. dent. Anton Mifsud den Standpunkt, dass die Menschen während der Hypogäum-Periode ihre Toten rituell in Felsengräbern bestatteten. Bezeugt wird dies durch die [...] Begräbnisstätte Burgmeghez, wo 39 vollständig erhaltene Skelette exakt entlang der Hauptachse des Höhlengrabes ausgerichtet und durch Steinplatten geschützt eingelegt wurden.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Abb. 5 Das Hypogäum als Mischung von Gruft und Kulisse für einen Fantasy- oder Horrorfilm? Das "Bühnenbild", das Besucher des Hypogäums heute präsentiert bekommen, vermittelt kaum einen Eindruck von der ursprünglichen Ausstrahlung dieser Anlage.

Das Ereignis der großen Flut hat wirklich stattgefunden und kostete auch in Malta Tausende von Menschen das Leben. Der Umstand, dass sie dicht gedrängt Schutz in den unterirdischen Monumenten suchten, zeugt von klimatischen Bedingungen, welche wir uns gar nicht vorstellen können. Den Höhepunkt der Katastrophe hatten sie jedoch falsch eingeschätzt. Jämmerlich ertranken sie in ihrem vermeintlich sicheren Platz, wurden von den Wassermassen durchgewirbelt und von dem mitgeführten Schlamm begraben.

Das Hypogäum von Hal Saflieni wurde 1991 wegen Renovierungen geschlossen und im Juli 2000 für Besucher wieder geöffnet. Täglich werden nun vier Gruppen zu maximal dreizehn Personen in das Bauwerk geführt. Allerdings wird den interessierten nur die mittlere Ebene gezeigt. Die Führung erfolgt über einen Laufsteg, der sich durch die Ebene schlängelt. Der Laufsteg befindet sich ca. 1,20 Meter über dem Bodenniveau.

Für einen durchschnittlich großen Europäer entsteht ein völlig falscher Eindruck, da die Proportionen nicht mehr stimmen. Verstärkt wird dies noch durch ein raffiniert angebrachtes Beleuchtungssystem, nämlich durch Spotlights, die vom Boden aus die einzelnen Räume mit einem schwachen Licht beleuchten.

Obendrein wird dem Besucher weisgemacht, das Hypogäum sei eine Begräbnisstätte gewesen. Hier wird heutzutage bewusst wider besseres Wissen gehandelt, da die Grabungsberichte von Prof. Dr. Zammit und den anderen Pionieren genau das Gegenteil beinhalten - dass es sich nämlich um keine Begräbnisstätte handelt.

Das Hypogäum wird künftig nur noch mit einem Touch à la Hollywood (Universal Filmstudios) zu sehen sein - eine schaurig-düstere Atmosphäre, welche mit dem Original nichts mehr gemein hat. Unterirdische Prachtbauten wie das Hypogäum zeugen von einer bedeutungsvollen Rolle Maltas in prähistorischer Zeit. Nur berufsmäßige Ignoranten können solche Fakten banalisieren.


Anmerkungen und Quellen

Die Säulen von Atlantis.jpg

Dieser Beitrag von Dr. h.c. Hubert Zeitlmair © erschien erstmals 2001 unter der Kapitelbezeichnung "Das Hypogäum" in seinem Buch "Die Säulen von Atlantis - Malta", das im Ancient Mail Verlag publiziert wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er in einer unwesentlich gekürzten und neu illustrierten Online-Fassung. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

  1. Red. Anmerkung: "Disc" = diskusförmiges Flugobjekt, Flugscheibe.


Bild-Quellen

(1) http://www.onsitemalta.com/the_hypogeum.htm (Seite nicht mehr online)

(2) The Sorcerer's Apprentice, unter: http://www.sorcerers-apprentice.co.uk/hypogeum.gif

(3) Bild-Archiv Dr. h.c. Hubert Zeitlmair

(4) UNIVERSITY OF MALTA, unter: http://campus.um.edu.mt/ise/images/hypogeum.gif (Bild nicht mehr online)

(5) The Life and Times of Jim Diamond, unter: http://www.jimdiamondmd.com/images/Hypogeum%20Old%20L.jpg