Das Messer aus dem Loosbach-Tal - Ein ,,handgreifliches“ Fragezeichen zu unserem Bild der Vorgeschichte

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich

Abb. 1 Kleines Steinmesser mit Holzgriff, bei einer archäologischen Grabung 1986 nördlich Landsberg am Lech gefunden, der spät-neolithischen „Altheimer Kultur“ (konventionell datiert um 3.800 - 3.400 vC) zugeordnet. Der schwarze Streifen, der sich von der Klingenspitze bis zur Holzschäftung zieht, ist Pech, vermutlich aus erhitztem Birkensaft gewonnen, und diente als Kittmasse zwischen Klinge und Griff.

Im neuesten Heft [der Bericht erschien erstmals 1998; d. Red.] erschien der „Landsberger Geschichtsblätter“ berichten A. Huber [1] und G. Schönfeld [2] über eine interessante archäologische Ausgrabung nördlich von Landsberg am Lech. Dort, in der Tal-Aue des Loosbaches zwischen Pestenacker und Unfriedshausen, fand man gut erhaltene Überreste eines kleinen ,,Kompakt-Dorfes“, das der in Südbayern weit verbreiteten ,,Altheimer Kultur“ (konventionell datiert 3.800 - 3.400 v.Chr.) zugeordnet wurde.

Unter den Überresten dieses Dorfes aus dem Spät-Neolithikum wurde auch das in der Abbildung (Abb. 1) wiedergegebene kleine Steinmesser mit Holzgriff gefunden. Ich habe den Verdacht, dass dieses unscheinbare kleine Objekt, wenn man einmal recht darüber nachdenkt, Lehrmeinungen unserer Vorgeschichts-Professoren ad absurdum führen könnte!

Was Zweckmäßigkeit und Schönheit der Form angeht, ist das Messer so hergestellt, wie wir es heute herstellen würden, wenn uns plötzlich, gewissermaßen durch einen Zauberspruch, jegliches Metall abhanden gekommen wäre. Es lebten damals also Menschen wie wir. Wir dürfen davon ausgehen, dass jene Menschen auch unsere geistigen Fähigkeiten hatten.

Dennoch sollen diese Menschen, im Weltbild unserer Schulwissenschaft, jahrtausendelang mit solch einfachen, steinzeitlichen Utensilien des Neolithikums zufrieden gewesen sein, soll ihnen niemals der Gedanke an eine Verarbeitung von Metallerzen gekommen sein! Ist das glaubhaft, wenn es Menschen wie wir waren?

Wie lange sollen sie so gelebt haben? Im schulwissenschaftlichen ,,Szenario“, das wir aus den Medien kennen, soll um 8.000 v. Chr. das ,,Große Eiszeitalter“ zu Ende gegangen sein. Noch-mals weitere vielleicht 7.000 Jahre vor besagtem Ende der Eiszeit soll schon ,,Unseresgleichen“ die phantastischen eiszeitlichen Höhlenmalereien hergestellt haben. Erst um oder nach 1.000 v.Chr. wurden die ersten eisernen Waffen und Werkzeuge produziert, ein paar Jahrhunderte zuvor hatte man mit der Verarbeitung von Kupfererz begonnen.

Das heißt, Menschen mit unseren geistigen und handwerklichen Fähigkeiten hätten rund 14.000 Jahre lang bestenfalls mit Messern wie dem hier abgebildeten hantiert, wären in dieser, für uns schier unendlich lang erscheinenden Zeit niemals auf den Gedanken der Erzverarbeitung gekommen. Aber nach Ablauf der 14.000 Jahre wäre ihnen dann, gewissermaßen aus heiterem Himmel, doch die Idee gekommen. Ich wiederhole meine Frage: Ist das glaubhaft?

Ich hege den Verdacht, dass jene auf der richtigen Spur sind, die das ganze Vorgeschichts-Szenarium, wie es über die Medien verbreitet wird, in Zweifel ziehen, etwa unsere Datierungs-methoden [3] und die ganze ,,Story“ vom Großen Eiszeitalter [4] und von der Entstehung des Jetztmenschen-Geschlechts [5].


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Dr. Horst Friedrich © wurde erstmals unter dem Titel "Ein ,,handgreifliches“ Fragezeichen zu unserem Bild der Vorgeschichte?" in EFODON SYNESIS Nr. 28/1998 veröffentlicht. Online erschien er zuerst im EFODON-Archiv unter: http://www.efodon.de/html/archiv/vorgeschichte/friedrich/fragezeichen.html

Fußnoten:

  1. Quelle: Anton Huber: ,,Die jungneolithische Feuchtbodensiedlung von Unfriedshausen“, in: „Landsberger Geschichtsblätter“ 1996/97 (S. 17), herausgegeben vom Historischen Verein für Stadt und Kreis Landsberg am Lech e.V.
  2. Quelle: Guntram Schönfeld: ,,Ein jungsteinzeitliches Dorf im Moor bei Unfriedshausen“, ebenda (S. 3-16).
  3. Anmerkung: siehe hierzu etwa Heribert Illig: ,,Die veraltete Vorzeit“, Frankfurt am Main 1988; Christian Blöss & Hans-Ulrich Niemitz: ,,C14-Crash“ (Untertitel: ,,Das Ende der Illusion, mit Radiokarbonmethode und Dendrochronologie datieren zu können“), Gräfelfing bei München, 1997.
  4. Anmerkung: siehe hierzu etwa C. G. S. Sandberg: ,,Ist die Annahme von Eiszeiten berechtigt?“, Leiden 1937, sowie vom Verfasser: ,,Jahrhundert-Irrtum ,Eiszeit‘?“, Hohenpeißenberg 1998.
  5. Anmerkung: siehe hierzu etwa Gunnar Heinsohn: ,,Wie alt ist das Menschengeschlecht?“, Gräfelfing bei München 1991

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