Das Rätsel der deformierten Schädel

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(Von Riesen und von Menschen... Teil III)

von unserem Gastautor François de Sarre

Abb. 1 Einer von vielen deformierten Schädeln mit außergewöhnlichem Volumen aus Südamerika (Foto: © Robert Connolly)

Wohl bekannt sind diese Schädel seit der Veröffentlichung der Fotos von Robert Connolly aus dem Jahre 1995 [1]. Was höchste Aufmerksamkeit hervorruft, ist nicht nur die in die Länge gestreckte Form der Schädel, sondern auch ihre Größe, und das, was sich daraus ergibt: das Volumen des Schädelinhalts.

Es gibt auch andere Beispiele von Köpfen mit in die Länge gezogenen Schädeln durch Anwendung von Bändern, wie in Alt-Ägypten (Nubien), aber auch in China, und sogar in Europa (Kronberg in Österreich, 9 Skelette aus dem 5. Jahrhundert!).

Im Museum von Lima (Peru), kann man in die Länge gestreckte Schädel sehen, die aus den Paraca- und Nazca-Kulturen stammen (200 vor Chr. – 600 nach Chr.). Was dabei erstaunlich ist, ist nicht nur die Deformierung in der Länge, die bei Neugeborenen mit Hilfe von Brettchen und Bändern erzielt werden konnte (s. Abbildung), sondern vielmehr die Tatsache, dass die Schädel ein Volumen aufweisen, das fast das Doppelte von normalen Schädeln (1500 cm³) beträgt.

Abb. 2 Auch durch die Deformation eines Schädels verändert sich keineswegs sein Volumen. (Graphik: © Lumir Janku)

Daraus ergibt sich ein biologisches Problem, denn man kann zwar den Schädel eines Neugeborenen strecken, indem man die Stirn drückt und flach legt; aber auch wenn man dies tut, kann man damit jedoch nicht die Schädelkapazität um fast das Doppelte vergrößern!

Im Bereich der medizinischen Literatur steht der Rekord für ein Schädelvolumen - bei nicht pathologischen Homo sapiens - bei etwa 2000 cm³. Die verformten Schädel aus Südamerika weisen jedoch Volumina auf, die von 2200 cm³ bis zu 2500 cm³ reichen, ja bisweilen sogar bis zu 3200 cm³!

Die einzig mögliche Erklärung dafür ist, dass, wenn diese Schädel normal geformt – und nicht deformiert - wären, sie craniale Volumina, sprich Gehirnvolumen, aufweisen würden, welche weitaus größer wären als die normalen Werte...

Abb. 3 Ein weiterer der verformten Schädel aus dem Nazca Museum - war sein einstiger Besitzer ein Riese? (Foto: © Jean Marion)

Falls man diesbezüglich nicht einen merkwürdigen, unbekannten genetischen Mechanismus annehmen will, der einen übergroßen Kopf auf einem normalen Körper wachsen lässt, so kann man nur zur einzig möglichen Schlussfolgerung kommen, nämlich dass hier die verformten Schädel von Riesen vorliegen! Man darf jedenfalls voraussetzen, dass diese Menschen sehr groß waren, zwischen 2,3 und 2,6 m.

Das passt zwar in die natürliche Variationsbreite des Menschen, aber wenn viele Individuen davon betroffen sind, wird es interessant, denn das kann nur zu der Einsicht führen, dass eine ganze Population, oder zumindest eine Entwicklungslinie, davon betroffen war.

Und dies lässt uns einen Bericht ins Gedächtnis zurückrufen, den Jean-Philippe Camus (im bereits erwähnten Artikel, "Le Règne des Géants") wiedergab: "Die spanischen Chronisten haben, während der Eroberung von Peru, wichtige Zeugnisse hinterlassen. Der Dominikaner Reginaldo de Lizarraga, der von 1555 bis 1559 in Peru lebte, und die Descripcion y poblacion de los Indios verfasste, berichtete über einen Mythos, wonach Wesen von unglaublicher Größe aufgetreten seien. Cieza de Leon spricht von einer Geschichte, die von den Indianern in Santa Elena (im heutigen Equador) erzählt wurde, und die über eine Invasion von Riesen berichtet: Vom Meer kamen sie auf Booten aus Balsa und Stroh, so groß wie Schiffe; es waren Leute, die so riesengroß waren, dass ein normal großer Mann kaum bis zu ihren Knien reichte." [2]

Stehen diese Riesen, die aus dem Meer kamen, in Verbindung mit den mysteriösen langgestreckten Schädeln aus Peru und Mexiko? Das ist eine Frage, die man wohl stellen darf.


Schlussfolgerung

Wenn man ein Studium der Riesen betreibt, muss man vor Augen haben:

  • 1) ...dass historische Fakten, auch wenn sie sich auf tatsächliche Ereignisse beziehen, verkehrt berichtet werden konnten, oder übertrieben wurden;
  • 2) ...dass die besonderen Charakteristika eines groß gewachsenen Kriegers – oder eines Sippenchefs – auf sein ganzes Volk übertragen worden sein könnten;
  • 3) ...dass nicht nur in unserer Gegenwart gelegentlich riesige Knochen entdeckt und ausgegraben werden. Einige zufällige Funde (auch wenn es sich lediglich um Überreste von elefantenartigen Tieren, wie Dinotherium, handelte) könnten dazu beigetragen haben, den Mythos der Giganten aus älteren Zeiten aufrecht zur erhalten;
  • 4) ...dass einige Autoren – mit oder ohne Absicht – die Bezeichnungen von damals lebenden Riesenprimaten (Gigantopithecus) und von riesigen Menschen so derart verwirrt und fälschlicherweise in Verbindung gebracht haben, dass sie völlig überzeugt davon waren, wir selber, die Menschen, würden von Riesen abstammen; daraus entwickelten sie diesbezügliche Theorien.

Viele sehr zweifelhafte Erzählungen – wenn sie nicht gar extra zu diesem Zweck erfunden wurden – werden unsachgemäß mit unserem Thema in Verbindung gebracht, wie die angeblichen Entdeckungen von mumifizierten Riesen in Grotten, sei es in Tibet oder woanders.

In der Erwartung, dass irgendwann tatsächlich die Überreste von Giganten in prähistorischen Gräbern aufgefunden werden, bleibt das Studium der mit großem Hirnvolumen versehenen, künstlich verformten Schädel, die in Peru oder Mexiko entdeckt wurden, ein interessanter Weg, dem man folgen kann.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Seltsame Schädelfunde aus Ica (Peru) und Merida (Mexico) bei: (acolina.de); oder: Les Archives du Savoir Perdu, n° 4, pp. 72-75 et 76-82, novembre 2005.
  2. Red. Anmerkung: Was die Berichte spanischer Chronisten über Riesen angeht, vergleiche bei Atlantisforschung.de auch: "F.S. Clavijero und die Riesen von Anahuac" (zu Mexiko); sowie: "Die Riesen von Patagonien - nur ein Mythos?" (zu Südamerika)

Bild-Quellen:

1) Terra Nova, unter: Une étrange momie et des crânes mystérieux
2) About.com: Paranormal Phenomena, unter: Elongated Skull (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
3) Jean Marion, Voyage au pérou 2003, unter: Momies et Crânes