Die Kenntnis der Trepanation - Ein weltweites Phänomen der Steinzeit

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von unserem Gastautor Reinhard Prahl

Abb. 1 Ein Cranium aus Peru mit spezifischen Trepanations-Marken. Diese Operations-Technik wurde offenbar bereits schon zu mesolithischen Zeiten erfolgreich durchgeführt.

Die phantastischen medizinischen Kenntnisse der Ägypter sind allen ägyptologisch interessierten Lesern wohl bekannt. Ein weniger bekanntes, bis vor wenigen Jahren noch heftig diskutiertes Thema in diesem Zusammenhang ist das Wissen der Ägypter um die Schädelöffnung, die Trepanation.

Doch was genau ist eine Trepanation und warum ist die Kenntnis dieses Verfahrens im Alten Ägypten und überhaupt in der frühesten Steinzeit im globalen Sinne eigentlich so unglaublich? Nach dem für Mediziner maßgebenden „ Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch“, [257. Aufl. S. 1561] ist eine Trepanation ein „1. Neurochir. Verfahren zur Eröffnung des Schädels (...). Aus dieser Definition ist die Brisanz des Themas bereits ersichtlich, denn hier handelt es sich um einen denkbar komplizierten operativen Eingriff.

Dieser wird von Helga Lippert in ihrem Terra X-Bericht „Safari in die Steinzeit - Die Schädelöffner der Kisii in Kenia“ [S. 77] mit Recht „eines der ältesten Heilverfahren der Menschheit genannt.“ Konkret geht es um die operative Entfernung eines oder mehrerer Teile der Schädeldecke, ohne dabei die Blutgefäße, die drei Membranen, die das Gehirn umgeben [die Fachausdrücke hierfür lauten: Dura mater, Pia mater und Arachnoidea], oder das Gehirn selbst in irgend einer Form zu beschädigen. [Rudgley, S. 204]


Die Methoden

Bevor ich näher darauf eingehe, wo überall auf der Welt diese Operation bereits in frühester Zeit angewendet wurde, sei an dieser Stelle kurz auf die verschiedenen Möglichkeiten der Durchführung der Trepanation eingegangen. Etymologisch ist der Begriff eng mit der Verwendung eines rotierenden Instrumentes verbunden, denn er leitet sich vom griechischen Wort trypanon ab, welches soviel wie „Bohrer“, oder „Bohrmeißel“ bedeutet. Davon ausgehend sollte man annehmen, die Schädeldecke sei vom Arzt aufgebohrt worden. Tatsächlich ist dies jedoch nur eines von vier mehr oder weniger gängigen Verfahren, welches von unseren Vorfahren angewendet wurde.

Abb. 2 Dieser Schädel mit Frontal-Trepanation befindet sich in einem Museum in Lima, Peru. (Die Aufnahme entstand 1973)

Die wahrscheinlich häufigste Methode wurde mit einem Schaber aus Obsidian, Muschel oder Feuerstein durchgeführt, der zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten wurde. Zuerst wurde ein V- oder Y-förmiger Einschnitt ausgeführt, anschließend durch Schaben eine Furche herausgebildet. Die Ränder dieser Furche wurden dann mit kreisförmigen Bewegungen solange bearbeitet, bis eine ovale Rille entstanden war. Der Operateur schabte nun so lange weiter, bis die innere harte Gehirnhaut erreicht war und die Rinne nunmehr runde Form angenommen hatte. Auf diese Weise wurde ein kreisrundes Stück der Schädeldecke herausgelöst, welches man nun entfernen konnte. Genau diese Öffnungen findet man auch an ägyptischen Mumien.

Anwendung fand aber auch der Trepan, ein Bohrer, der in Verbindung mit Sägen Verwendung fand. Ein Bogenbohrer, wie er auch für Kernbohrungen einsetzbar war, eignete sich hierfür nach aller Erkenntnis am besten. Zuerst wurden kleine Löcher eng nebeneinander in die Schädeldecke gebohrt, bis auf diese Weise ein Kreis mit vielen kleinen Löchern entstanden war. Der auf diese Weise „perforierte“ Rand des zu entfernenden Stückes wurde anschließend mit der Säge komplett aus dem Knochen herausgesägt. Eine besondere Variante dieser Art wendete man im alten Peru an. Kleine Kupferstäbe wurden mit hämmernden Schlägen in Kopf getrieben, denn der Trepan soll hier unbekannt gewesen sein.

Die dritte Methode, die von dem Arzt Dr. Thomas Wilson Parry (1866-1945) der diese Methoden jahrelang studierte, ermittelt wurde, nannte er “Druck-Pflüg-Methode“ [Rudgley, S. 208]. Ein Ritzinstrument, vielleicht ein schnabelförmiges Feuersteingerät, wurde auf der Schädeloberfläche immer wieder in einer ovalen oder kreisrunden Bewegung geführt, bis eine Rille entstand , die man nun weiter auskratzen musste. War die Rille tief genug, hebelte man das Knochenstück heraus.

Last but not least gab es noch die Möglichkeit, eine rechteckige Platte „einfach“ aus der Schädeldecke herauszuschneiden. In Peru konnte es sich auch um ein dreieckiges Stück handeln. Dies geschah ebenfalls mit einem Flintmesser durch vier gerade Schnitte. Diese Methode wurde jedoch nur selten angewendet, da dies die für den Patienten gefährlichste Art und Weise der Trepanation ist. Wiederum in Peru bemühte man sich besonders um die Kranken, denn hier verschloß man die Löcher im Schädel sogar manchmal im Gold- oder Silberplatten.

Abb. 3 Dieser Schädel mit deutlicher Trepanations- Marke stammt von einem neolithischen Alteuropäer.

Warum trepanierte man nun? Nach historischen und ethnographischen Quellen zu urteilen, wurde die Schädelöffnung bei „Epilepsie, Geisteskrankheiten, Dämonenbesessenheit, Brüchen, schweren und ständigen Kopfschmerzen, Schwindel und Taubheit angewendet.“ [Rudgley, S. 209] Obwohl an dieser Stelle erwähnt werden soll, daß sich kultische Gründe für diesen gefährlichen Eingriff so gut wie nie nachweisen lassen. [vgl. hierzu Lippert, Terra X, S. 103] Meist war die Indikation wohl also rein medizinischer Natur. Stellen wir uns nun die Frage, warum die Anwendung der Trepanation in der Steinzeit so unglaublich anmutet, stoßen wir auf erstaunliche Zahlen.

Denn in Europa wurde noch im 19. Jahrhundert diese Operationsmethode so gut wie überhaupt nicht angewendet, weil die Todesrate überaus hoch war. Der Fachmann F.P. Lisowski, meint sogar: „Lange Zeit bezweifelte die medizinische Wissenschaft die Existenz von verheilten prähistorischen Trepanationen, da die Chirurgen des 19. Jahrhunderts aus der vorantiseptischen Ära diesen Eingriff wegen der beinahe hundertprozentigen Sterblichkeit ablehnten.“ [Zitat entnommen: Rudgley, S. 213] Und Helga Lippert schreibt [S. 108]:“(...) Und es wird berichtet, daß ein französischer Arzt während der sechzig Jahre seiner Tätigkeit im Hotel Dieu in Paris alle operierten Patienten durch Infektion verlor. 'Am sichersten bringt man einen Menschen mit einer Trepanation um', hieß es damals.

Demgegenüber stehen 55,6% verheilter Schädel aus der Steinzeit! 14,6% befanden sich immerhin im Anfangstadium der Verheilung. Wie der deutsche Arzt Peter Hein in seiner Dissertation nachweisen konnte, konnten die Chirurgen in Mitteldeutschland im Neolithikum besonders große Erfolge verbuchen. Insgesamt untersuchte der Deutsche 334 Schädel mit dem Ergebnis, daß sage und schreibe 73% der Patienten den Eingriff überlebten!


Unglaube in wissenschaftlichen Kreisen

Abb. 4 Auf CT-Scans basierende 3-D Rekonstruktion des Schädels einer Frau. Die Spuren des Heilungs-Prozesses im Wund-Bereich zeigen: Die Patientin hat den Eingriff überlebt. [(EHL 235), 7.ct AC; Aufnahme: Dr. Claus-Peter Wallner, Dr. von Hauner's Children's Hospital, LMU München]

In der Wissenschaft sollten nur unumstößliche Beweise gelten. Bis vor einigen Jahren ließ sich nicht einwandfrei nachweisen, daß die Ägypter tatsächlich die Trepanation durchführten. So blieben die Fachleute überaus skeptisch Ein Beispiel aus der Ägyptologie mag die ein wenig unverständliche Skepsis der Ägyptologen aufzeigen. So schreibt der hervorragende Ägyptologe Wolfhart Westendorf in seinem bekannten Werk „Erwachen der Heilkunst“ [S. 191/192]: „Die medizinischen Texte erwähnen diesen höchst gefährlichen Eingriff an keiner Stelle; aber ebenso fehlt dort auch jeder Hinweis auf die Beschneidung, die aber durch andere Quellen sicher nachgewiesen ist. Jedoch ist auch außerhalb der Medizin von dieser Operation nirgends die Rede, was die Diskussion um ihre Existenz nicht gerade erleichtert. Es gibt einige Schädelfunde aus der Vorgeschichte, dem Neuen Reich und der Spätzeit, die zu beweisen scheinen, daß die Trepanation am lebenden (und überlebenden!) Menschen ausgeführt worden sein könnte, weil die Ränder des entstandenen Loches noch Veränderungen im Sinne eines Heilungsprozesses nach der Behandlung aufweisen.

„Erwachen der Heilkunst“ ist im Jahr 1992 erschienen. Zu dieser Zeit waren allerdings die Ergebnisse des Ägyptologen und Paläomediziners Wolfgang Pahl seit mindestens einem Jahr bekannt siehe Lexikon d. Äyptologie Bd. VI, 1986. Pahl ist einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Mumienforschung. Er untersuchte zahlreiche einbalsamierte Körper und konnte vierzehn eindeutige Fälle von trepanierten Schädeln nachweisen, die zwischen dem 3. Jahrtausend v. Chr. und der römischen Epoche datiert werden können.

Im Verhältnis zu dieser Beweislage klingen Westendorfs Worte sehr vorsichtig. Doch ist Verhaltenheit bezüglich der Trepanationskenntnisse unserer Altvorderen nichts Neues in der Wissenschaft. 1873 wurde der erste Fall dokumentiert. Der Franzose Pruniéres, ein Landarzt aus Marjevols, fand im Tal der Lozére in Frankreich ca. ein Dutzend offenbar trepanierter Schädel, die in die Steinzeit datiert wurden. Ein Jahr später legte er sie der „Association fracaise pour lávancement des sciences“ in Lille vor. Man glaubte nicht daran, oder besser wollte nicht glauben, dass es sich hier tatsächlich um operative Eingriffe handelte.


Unwiderlegbar bewiesen

Erst als wiederum ein Franzose, der Chirurg und Anthropologe Paul Broca Heilungsprozesse an den Schädeln nachweisen konnte, kamen der Fachwelt leise Zweifel. Doch bis in die Neuzeit, bis der österreichische Dokumentarfilmer Max Lesch 1957/58 sogar eine Trepanation bei den Kisii in Kenia drehen konnte, bezweifelte man, daß diese Operation tatsächlich mit Steinzeitmitteln durchführbar war. Tatsächlich wird dieses Verfahren jedoch auch heute noch wie vor Jahrtausenden von diesem Stamm angewendet. 1991 fuhr ein Terra-X Team des ZDF zusammen mit dem bekannten Mediziner Dr. Meschig nach Kenia und konnte dort beim Stamm der Kisii eine Trepanation filmisch dokumentieren. Helga Lippert berichtet lebhaft von den Schwierigkeiten, die man hatte, dieses Dokument zu erstellen, denn in Kenia ist diese Operation bei schwersten Strafen inzwischen verboten. Trotz alledem begeben sich auch heute noch immer wieder Menschen vertrauensvoll in die Hände der „Schädelöffner von Kenia“. Ein besonders krasser Fall wurde 1958 vom britischen Arzt Margetts fotografiert. Dem afrikanischen Mann fehlte ein dreissig Quadratinch (ca. 76,2 cm²!) grosses Stück seines Schädeldaches. Deswegen nannte Margetts den Fall „Hat on! Hat off! (Kopf auf! Kopf zu!)


Rätsel über Rätsel

Ein besonders eindrucksvoller Fall aus dem alten Ägypten, der zahlreiche Fragen aufwirft, befindet sich in der Universität von Tübingen. Es handelt sich um einen etwa mit 25 Jahren gestorbenen Mann, dem operativ ein etwa sieben mal zwei Quadratzentimeter grosses Schädelstück entfernt wurde. „Zum Teil überlappen noch Hautreste den Schädeldefekt“, schreibt Lippert beeindruckt [S. 102]. Erstaunlich ist die Diagnose, die zur Operation führte, denn Computertomographien beweisen, der Mann litt unter tumorartigen Gebilden, sowie einer Pilzansammlung UNTER der Schädeldecke. Wie kam der ägyptische Arzt zu diesem Befund?

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Abb. 5 Inka-Schädel mit Trtepanations-Marken im 'Musée d’Archéologie, d’Anthropologie et d'Histoire de la Place Bolivar à Pueblo Libre'

Und noch weitere Fragen drängen sich geradezu auf. Woher kannte man in der Steinzeit einen der schwersten operativen Eingriffe, den man sich ohne moderne Mittel vorstellen kann? Und wie kommt es, daß die Trepanation offenbar auf der ganzen Welt bekannt war? Trepanationen lassen sich außer in Ägypten noch in Peru, den Aleuten, in ganz Afrika, China, Chile, Mexiko, Nordamerika, Mesopotamien, Ozeanien, den Kanaren, Spanien, England, Schweden Italien, Russland, Japan und anderen Ländern nachweisen. Aber auch in Deutschland wurde, wie oben gezeigt, trepaniert.

Es handelt sich hier nicht gerade um eine sich aus logischen Konsequenzen ergebende kulturelle Errungenschaft wie etwa den Bau von Häusern mit Lehmziegeln, der sich ohne weiteres überall auf der Welt aufgrund von natürlichen Bedürfnissen und Gegebenheiten entwickelt haben könnte. Denn was sollte der Grund dafür sein, den Schädel eines Menschen zu öffnen?

Und warum war die prähistorische Medizin zumindest in diesem Bereich offensichtlich effizienter als die Medizin des 19. Jahrhunderts in Europa? Einer der bisher ältesten bekannten Schädel stammt aus Spanien, wird auf etwa 8000 v.Chr. datiert und der sogen. Asturien-Kultur zugeschrieben. Inzwischen sind aber auch Fälle bekannt, die auf 10000 v.Chr. datiert werden. Der britische Anthropologe Richard Rudgley weist berechtigterweise darauf hin, daß die Nachweise für durchgeführte Trepanationen immer weniger werden, je weiter die Zeit voranschreitet. Im Mittelalter lassen sich schließlich so gut wie überhaupt keine Operationen mehr nachweisen. Über die Erfolgsquote der etwas jüngeren Vergangenheit haben wir bereits weiter oben etwas gehört.


Weitere Rätsel der Steinzeit-Medizin

Doch nicht nur auf dem Gebiet der Schädelöffnung war die prähistorische Medizin der modernen überlegen. Das gilt auch für andere Bereiche der Medizin. Aus China ist eine Quelle bekannt die berichtet, die Ta-Chhin seien in der Lage gewesen , das Gehirn sogar zu öffnen, um „Würmer“ herauszuholen. Und über die Medizin der Alten Ägypter schreibt der Journalist Anton Curic in seinem Buch „Die Medizin der Pharaonen“ folgendes: „Wenn man die ältesten medizinischen Papyri (aus dem alten Reich) betrachtet, so findet man darin so gut wie keine magischen Elemente. Erst später, im Mittleren Reich und dann noch mehr im Neuen Reich, wird der Anteil der Zauberpraktiken in der Heilkunst immer größer. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr nimmt das Magische zu - obgleich man doch erwarten würde, daß am Anfang die Magie eine große Rolle spielt und dann mehr und mehr abnimmt, bis hin zu einer ganz vom Empirischen und Rationalen durchdrungenen Medizin Tatsächlich aber findet sich so eine von Zauberei >reine< Heilkunst erst wieder bei den Griechen. Die Geschichte der ägyptischen Medizin jedoch scheint wie eine Entwicklung vom Fortschrittlichen zum Rückschrittlichen zu sein.“ [S. 54]

Abb. 6 Die erfolgreichste Trepanationsmethode waren kreisförmige Öffnungen. Dieser Patient überlebte fünf Operationen und litt wahrscheinlich unter chronischen Kopfschmerzen. (Orig.-Quelle: Gold und Macht der Inka)

Dieses Lob an der griechischen Medizin ist jedoch nur teilweise gerechtfertigt, weist doch der Mediziner und Historiker Kurt Pollak „Wissen und Weisheit der Alten Ärzte - Die Heilkunde der Antike“ mehrfach auf medizinische „Anleihen“ hin, die sich die Griechen von den Ägyptern holten. Doch auch andere Länder können mit echten prähistorischen medizinischen „Wundern“ aufwarten. Auf den Aleuten z. B. kennt man nicht weniger als 234 einheimische anatomische Begriffe, darunter die Tränendrüsen und den Herzbeutel! Ein Mann, der nicht einmal Doktor war, kannte sogar 360 verschiedene Begriffe!

In Ostafrika waren die einheimischen Ärzte so geschickt, daß sie sogar in der Lage gewesen sein sollen, Eingeweide, die von Speeren oder Pfeilen verletzt wurden, zu nähen! Am erstaunlichsten aber vielleicht ist die Kenntnis des Kaiserschnittes, dessen Wissen um die Anwendung von einheimischen Ärzten seit unendlich langer Zeit von Generation zu Generation weitergereicht wird. Robert Felkin dokumentierte einen Augenzeugenbericht aus dem Uganda des 19. Jahrhundert, der in voller Länge im Buch „Abenteuer Steinzeit“ von Richard Rudgley nachzulesen ist.

In Polynesien gibt es ebenfalls eine sehr bemerkenswerte Chirurgentradition. Auch hier ist u. a. der Kaiserschnitt bekannt. Noch heute werden dort chirurgische Instrumente aus Haifischzähnen hergestellt, obwohl dies bereits 1982 verboten wurde. Wie alt die medizinische Tradition hier ist, weiß niemand.

Woher hatten die Menschen der Steinzeit dieses Wissen, vor allem die Kenntnis der Trepanation und warum wurde diese offenbar weltweit mit größerem Erfolg ausgeführt, als noch im Europa des 19. Jahrhunderts? Wir wissen es nicht, es handelt sich hier um eines der vielen ungelösten Rätsel der Geschichte. Daß wir heute so genau über die Trepanation der Steinzeit Bescheid wissen, haben wir letzten Endes den Kisii aus Kenia verdanken, einem Volksstamm, bei dem auch heute noch die Kunst der Schädellöffnung von Vater zum Sohn weitervererbt wird. Die Praxis hat sich seit dem Neolithikum nicht verändert. Doch wie kam es dazu? Eine spannende Frage, die sicherlich noch viele ebenso spannende Forschungsberichte nach sich ziehen wird.


Anmerkungen und Quellen

Verwendete Literatur:

  • Curic, Anton (1999): Die Medizin der Pharaonen, H + L Verlag, Köln
  • Germer, Renate (2001): Mumien. Zeugnisse des Pharaonenreiches, Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich
  • Harris, J.E., Weeks, K.R. (1973): X-Raying the Pharaohs, Charles Scribner´s Sons: New York
  • Budka, Julia: Heilkunst und Zauberei - Medizin im Alten Ägypten, in: KEMET Okt./2000
  • Lippert, Helga (2002): Terra X - Safari in die Steinzeit, Weltbild - Sonderauflage, Augsburg
  • Pahl, W.M (1986).: Trepanation, Lexikon der Ägyptologie Bd. VI, S. 756 f.
  • Pollak, Kurt (1993): Wissen und Weisheit der Alten Ärzte. Die Heilkunde der Antike, Bechtermünz, Düsseldorf/Wien
  • Pschyrembel ( 257. Aufl.1994): Klinisches Wörterbuch, Nikol, Hamburg
  • Rudgley, Richard (2001): Abenteuer Steinzeit, Kremayr & Scheriau, München
  • Time Life Bücher (1992): Gold und Macht der Inka, Untergegangene Kulturen, Köln
  • Westendorf, Wolfhart (1992): Erwachen der Heilkunst. Die Medizin im alten Ägypten, Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich


Bild-Quellen:

1) U.S. DEPARTMENT OF STATE - BUREAU OF EDUCATIONAL AND CULTURAL AFFAIRS, unter: http://exchanges.state.gov/culprop/peru/human/fi/00000003.htm (Bild dort nicht mehr online)
2) MODIFIED MIND, unter: Trepanation Photo Gallery
3) Wikipedia, unter: Datei:Crane-trepanation-img 0507.jpg (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
4) Dr. Dr. Olav Röhrer-Ertl, Primatology and Anthropology, unter: http://www.primatology.de/anthropology/download/
5) Musée d’Archéologie, d’Anthropologie et d'Histoire de la Place Bolivar à Pueblo Libre (Peru)
6) Antje Baumann, Die Geschichte der Indianer Nord-, Mittel- und Südamerikas, unter: http://www.indianer-welt.de/sued/paracas/trep2.htm