Die Linse von Nimrud

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Abb. 1 Die 'Nimrud-Linse' ist vermutlich das älteste optische Instrument, das bisher entdeckt wurde.

(red) Bei der 'Linse von Nimrud oder Nimrud-Linse (Abb. 1), die heute im Britischen Museum, London, ausgestellt wird, handelt es sich um ein ca. 3000 Jahre altes Objekt aus Bergkristall, das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts von Austen Henry Layard bei seinen Ausgrabungen des Assyrer-Palastes von Nimrud, im heutigen Irak, entdeckt wurde. [1] Sie könnte als Vergrößerungsglas gedient haben, oder auch als Brennglas, um durch Bündelung von Sonnenlicht Feuer zu machen. Assyrische Handwerker schufen komplizierte, bisweilen winzig kleine Gravuren, und könnten dabei derartige Linsen verwendet haben. [2] Schon der Entdecker der Nimrud-Linse hatte notiert, er habe auf assyrischen Artefakten sehr kleine Inschriften vorgefunden, die unter Zuhilfenahme einer solchen Linse hergestellt worden sein könnten. [3]

Die leicht ovale Nimrud-Linse ist von ihrem Hersteller grob eingechliffen worden, und ihr Brennpunkt liegt etwa 110 Millimeter von der flachen Seite entfernt. [4] Die Linse soll, wie es heißt, Sonnenlicht fokussieren können, auch wenn der Fokus alles andere als perfekt sei. Da das Specimen aus natürlichem, sehr widerstandsfähigem Bergkristall gefertigt wurde, ist das Material im Verlauf der Jahrtausende nicht merklich erodiert. [5]

Der vormalige Verwendunngszweck der Linse von Nimrud ist durchaus umstritten, und konservative Stimmen betrachten sie als reines Schmuckstück. [6] Der italienische Alt-Orientalist Giovanni Pettinato von der Universität Rom hat jedenfalls vorgeschlagen, dass sie von den Alten Assyrern als Teil eines Teleskops verwendet wurde, und dass die Verwendung solcher Instrumente ihre beeindruckenden astronomischen Kenntnisse erklären könnte. [7] Experten für assyrische Archäologie sind davon nicht überzeugt, und sie bezweifeln, dass die optische Qualität der Linse dafür ausreicht.

Die Alten Assyrer sahen den Planeten Saturn als Gottheit an, die von einem Ring von Schlangen umgeben sei, was Pettinato als ihre Interpretation der Saturn-Ringe betrachtet, so wie sie durch ein Fernrohr zu sehen sind. [8] Skeptiker halten dagegen, dass Schlangen in der assyrischen Mythologie recht häufig vorkämen, und berufen sich darauf, dass in keiner der noch heute existierenden astronomischen Schriften der Assyrer von einem Fernrohr die Rede sei. [9]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag beruht auf dem Lemma "Nimrud lens" bei Wikipedia - The Free Encyclopedia (abgerufen: 30.09.2012). Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de

Einzelnachweise:

  1. Siehe: David Whitehouse, "World's oldest telescope?", BBC News, 1. Juli 1999
  2. Siehe: ebd.
  3. Siehe: Austen Henry Layard, "Discoveries in the ruins of Nineveh and Babylon: with travels in Armenia", G.P. Putnam and Co., 1853, S. 197–198,674
  4. Siehe: ebd.; sowie: D. Brewster, "On an account of a rock-crystal lens and decomposed glass found in Niniveh" (auf Deutsch). Die Fortschritte der Physik (Deutsche Physikalische Gesellschaft), 1852
  5. Siehe: Austen Henry Layard, "Discoveries in the ruins of Nineveh and Babylon: with travels in Armenia", G.P. Putnam and Co., 1853, S. 197–198,674
  6. Siehe z.B.: Babylonia, "Mesopotamische Kuriositäten - Die „elektrische Batterie von Bagdad“ und andere Kuriosa", 25.01.2005, bei: Geschichtsforum.de
  7. Siehe: David Whitehouse, "World's oldest telescope?", BBC News, 1. Juli 1999
  8. Siehe: ^ "World's oldest telescope?", EXN Science Wire, 29. June 1999, nach der Archiv-Version vom 29. Sept. 2007
  9. Siehe: David Whitehouse, "World's oldest telescope?", BBC News, 1. Juli 1999


Bild-Quelle

(1) Bild-Archiv Atlantisforschung.de