Die Steinsäule des Dr. Bell

Aus Atlantisforschung
Wechseln zu:Navigation, Suche

von Dr. David Zink

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Abb. 1 Die von Dr. Bell 1957 entdeckte Stein-Säule vor der Küste Süd-Biminis. Dieses offenbar künstlich geschaffene Objekt konnte seit seiner Entdeckung 1957 nicht wiedegefunden werden.

Der faszinierendste Gegenstand auf meiner Agenda für diese Expedition [Poseidia 77; d. Red.] war eine mysteriöse Säule, die Dr. William Bell aus North Carolina 1957 entdeckt hatte (Abb. 1). Bell war vor Süd-Bimini beim Schwimmen, als er auf dieses Artefakt stieß, das die Experten bei nachfolgenden Untersuchungen verblüfft hat.

Meine Jagd nach dieser Säule begann 1973. Ich wollte von Bell selbst einen Bericht aus erster Hand bekommen und arrangierte mit der Hilfe von Frank Auman eine Ferngespräch-Konferenzschaltung. Während unserer Konversation lebte Bells Erregung wieder auf, als er sich daran erinnerte, wie er und andere Mitglieder seiner Gruppe in vierzig Fuß Tiefe tauchten, als sie die Säule bemerkten. Sie hatte an der Spitze einen Durchmesser von vier Inches [ca. 10 cm] und acht bis zehn Inches [ca. 20 bis 25 cm] an ihrem unteren Ende, wo sie im Schlamm des Meeresbodens steckte.

Als Dr. Bell sich daran machte, etwas von dem Meeres-Bewuchs abzukratzen, der sie bedeckte, stellte er fest, dass die Oberfläche darunter aus einer unidentifizierten grauen Substanz bestand. Direkt unter dem Schlamm am Boden fand er an der Säule eine reifenähnliche Form von etwa zwei Fuß Durchmesser. Fasziniert grub er tiefer und entdeckte etwa drei Fuß [ca. 91 cm] tiefer eine weitere ring- oder reifenartige Form.

In der Nähe der Säule lagen viele Granitplatten - vielleicht zwanzig davon an der Oberfläche und viele mehr im Schlamm. Bell schätzte ihre Maße auf auf zwölf bis achtzehn Inches [ca. 30 bis 45 cm] mal zwei bis drei Fuß [ca. 61 bis 92 cm] mal acht bis fünfzehn Fuß [ca. 2,3 m bis 4,5 m].

Er fragte sich, was all dies zu bedeuten habe und entschied sich, Fotografien von der Säule zu machen und dann zu sehen, welche weiteren Hinweise sich aus ihrer Betrachtung ergeben könnten. Er war schockiert, als er heraus fand, das die entwickelten Fotografien eigentümliche Anzeichen radioaktiver Bestrahlung aufwiesen - was hier zum ersten mal veröffentlicht wird. Während seiner Unterwasser-Erkundungen hatte er nichts bemerkt.

Ich konsultierte Strahlen-Physiker aus Brookhaven und von der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Agency), die annahmen, dass möglicherweise ultraviolette Strahlung durch Ionisierung die Energie des Wassers steigere, und auch ohne spezielle Filter und Filme fotografisch sichtbar werde. Seltsam genug, litt er - für ihn völlig außergewöhnlich - nach seinem Kontakt mit der Säule mehrere Monate lang unter Nasenbluten, für das nie eine Erklärung gefunden wurde.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Abb. 2 Der seltsame helle Lichteffekt um die Säule herum soll auf Strahlen-Phänomene zurückzuführen sein. Eine Folge der Sonneneinstrahlung oder artifizieller Natur?

Kurz nach meinem Gespräch mit Bell war ich zur Expedition vom Februar '74 mit Karen Getsla [einem amerikanischen Medium; d. Red.] auf Bimini. Ich hoffte, dass Karen in der Lage sein möge, einen Hinweis zur Lokalisierung der Säule aufschnappen zu können. Zu dieser Zeit zog gerade eine kräftige Kaltwetter-Front vorbei, die hohe Windgeschwindigkeiten und eine sehr lebhafte See verursachte. Angesichts eines unbeherrschbaren Seegangs liefen Karen und ich mit einem gemieteten Bostoner Walfänger Süd-Bimini an. Als es wieder klar war, ließ ich Karen den Kurs bestimmen und bat sie, mir über alle interessanten Energie-Muster zu berichten, die sie möglicherweise wahrnehme.

Nach kurzer Zeit sagte sie: "Das fühlt sich sehr gut an, wo wir hier sind." Ich stoppte die Maschine, um Kreuz-Peilungen an Landmarken an der Küste vorzunehmen. Als ich das tat, stellte ich mit Erstaunen fest, dass wir uns wahrscheinlich nur etwa hundert Yards südlich von einer der Landmarken befanden, die mir Dr. Bell eine Woche zuvor gegeben hatte. Etwas später nahm Karen am Strand hellseherisch wahr, dass Energie mit einer weißen Farbe von der Position der Säule aus himmelwärts strahlte. Außerdem sah sie, dass da mehr als eine Energiequelle war, und dass sie sich alle in einem Ring fokussierten, der sich etwa fünfzig Grad über der See erhob! Dann sah sie, zu meinem weiteren Erstaunen, ein ähnliches Phänomen südlich und leicht seewärts des ersten. Seine Farbe war, hellseherisch wahrgenommen, rosa. Womöglich war Bell nur auf eine von vielen solcher Säulen gestoßen.

Die Fragen, die Bells Entdeckung aufwirft, sind phantastisch. Woher stammt die Säule? Wenn da in der Tat Strahlungs-Energie ist, was ist die Natur dieser Energie? Und was ist ihre Quelle? Könnte dies mit den Kristallen aus den Edgar Cayce-Readings zusammenhängen, welche auf Atlantis Fortbewegungsmittel antrieben und Heilung spendeten. Ich kann lediglich sagen, dass Dr. Bells Fotografien, seine Beschreibung und seine Erfahrungen und dann Karens Reaktion - offenbar auf das selbe Phänomen - mir wie Wirklichkeit gewordene Science Fiction vorkamen. [...]

Nun, während der Expedition von 1977, wollte ich mit Hilfe eines Side-Scan Sonars und eines Untergrund-Profilers nach der Säule suchen. Letzterer, mit dem man Objekte innerhalb der Sedimente des Meeresbodens durchdringen und lokalisieren kann, wurde von Dr. Harold Edgerton vom M.I.T. entwickelt. Obwohl er Interesse signalisiert hatte uns auf unserer Expedition zu begleiten, wurde Dr. Edgerton in letzter Minute daran gehindert zu kommen, als die US-Regierung ihn aufforderte, an einer Konferenz in der UdSSR teilzunehmen.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt
Abb. 3 Diese Aufnahme der dicht von Meeresflora und -fauna besiedelten Säule zeigt links unten am Bildrand einen Teil der oberen 'Ringwulst' der Säule.

Als ich von dieser Absage erfuhr, hatte ich mich bereits für die Expedition verpflichtet, und so kontaktierte ich unverzüglich Martin Klein, der mit Dr. Edgerton trainiert hatte und vor kurzem in Schottland gewesen war, wo er mit seinem elektronischen Equipment nach dem Monster von Loch Ness gesucht hatte (siehe National Geographic, Juni 1977). Auch Klein drückte seine Neigung aus, uns zu begleiten, aber seine Kunden aus der Ölindustrie ewarteten woanders seine Anwesenheit.

Meine letzte Hoffnung war ein Unternehmen aus Fort Lauderdale, dessen Firmenchef ebenfalls von Dr. Edgerton trainiert worden war. Unsere Expeditions-Kasse reichte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal für eine 24-Stunden-Anmietung des Equipments; da wir zwischen Florida und Bimini operierten, wären uns lediglich sechs Stunden Arbeitszeit vor Ort verblieben. Noch wollten wir, auch unter weniger als optimalen Bedingungen, am Ball bleiben, waren jedoch nicht in der Lage ein Arbeits-Schiff mit einem Generator zu chartern, der groß genug war, um den Energie-Bedarf des Profilers zu decken.

Trotz dieses entmutigenden Beginns machten wir weiter und führten ein herkömmliches Suchmuster vor Süd-Bimini durch. Fünf Tage lang tauchten wir auf der ausgedehnten Suche nach der Säule, wobei wir ein Gebiet von etwa dem Achtel einer Quadratmeile abdeckten. Ich entschied mich, Karens visuellen Impressionen von auf- und absteigender Energie innerhalb zweier Kreise vor Süd-Bimini zu folgen, von denen jeder einen Durchmesser von einer Dreiviertel-Meile hatte. [...]

Als Joe Libbey, Gery Varney und ich mehrere Tage später zurückkehrten, ließen wir die Sonde an einer spitzen, zehn Fuß langen, Stahlstange zum Meeresboden hinab, um herauszufinden, was die unnatürlichen Muster verursachte. [...] Zwischenzeitlich hätten wir es, vertieft in unsere Untersuchung, fast versäumt, auf einen unfreundlichen Barracuda zu achten. Joe und ich stellten fest, dass es sich um ein ziemlich großes Exemplar handelte - zwischen fünf und sechs Fuß lang.

Sein Verhalten war ausgesprochen agressiv und einmal musste Joe ihn mit einer langen Stahlstange vertreiben. Der Barracuda verzog sich außer Reichweite, kam dann zurück, um uns zu belauern und schnappte nach der Stange. Er fuhr hartnäckig fort uns zu umkreisen, bis wir abzogen, und folgte uns später bis zum Boot.

Die Säule blieb weiterhin verborgen und nun begann der Eindruck aufzukommen, dass ihre Wiederentdeckung eine größere ingenieurtechnische Aufgabe darstellen würde. [...] Obwohl es verschiedene nachfolgende Versuche gegeben hat, die Säule zu aufzuspüren, scheint sie ihre Erforscher zum Narren zu halten. Und in gewisser Weise bin ich erleichtert, sie nicht gefunden zu haben.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Dr. David Zink (©) wurde seinem Buch "The Stones of Atlantis" entnommen, das 1978 bei Prentice Hall of Canada erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de


Bild-Quellen

(1) Dr. David Zink, "The Stones of Atlantis", Seite 157

(2) ebd., Seite 158

(3) ebd., Seite 159