Erdenschicksal, Mond und Sintflut

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Besprechung eines gleichnamigen Vortrags von Kurt Bilau an der Berliner URANIA - Institut für volkstümliche Naturkunde

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Abb. 1 In der Zeitschrift 'Völkischer Beobachter', dem „Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“, wurde ein Bilau-Vortrag in Berlin durchaus wohlwollend rezenziert. (Bild: Kopf des VB vom 20. April 1945)

Völkischer Beobachter, Berlin, 02.02.1934

(P.R.) Urania. In der Urania hielt Major a.D. Kurt Bilau einen volkstümlichen Lichtbildervortrag über neue astrophysikalische Erkenntnisse, Mond und Erdbildung, Welteis und Weltäther. Ungeheure Wissensgebiete wurden in zweistündigem, außerordentlich fesselndem Vortrage gestreift, 11 000 Jahre Menschheitsgeschichte mit ihren kosmischen Umwälzungen in scharfsinniger Kombination rekonstruiert. 9500 Jahre vor Christus versank eine hochentwickelte Kultur, von der uns wohlerhaltene Grundmauern der Sonnentempel Kunde geben.

Welcher Unterschied zwischen dem mit unendlicher Mühseligkeit in einen Basaltquater gebohrten Loch mit Diopter und Fadenkreuz zur Beobachtung der Sonne und dem Riesenfernrohr einer modernen Sternwarte, und doch, mit welcher staunenswerten Genauigkeit haben jene Kulturvölker vor 11 000 Jahren ihre Beobachtungen gemacht, deren Bauwerke nur einen Ausschlag von 0,085 Grad hatten, während heute sogar bei öffentlichen Gebäuden ein Aussschlag von 30 Zentimetern keine Seltenheit ist. Jene hohe Kultur mit den ältesten Inschriften, die die Menschheitsgeschichte aufweist, versank einst durch ein kosmisches Ereignis von ungeheuerlichem Ausmaß.

Der Titicaca-Salzwassersee, hoch in den Anden gelegen, bildet einen weiteren Beweis für jene furchtbare Katastrophe, die das Antlitz unserer alten Erde veränderte. Und auch ein anderes Geschichtsdokument, die Astronomie des Assyrerkönigs Assurbanibal 626 v. Chr., die bis auf das Jahr 4500 v. Chr. zurückgeht, gibt Kunde von umwälzenden Ereignissen, die uns von klein auf durch die Biblische Geschichte aus der Sintflutsage bekanntgeworden sind. Diese ältesten menschlichen Überlieferungen benützt nun die moderne Wissenschaft, um aus den hieraus resultierenden erkennbaren Geschehnissen weitere Erkenntnisse zu ziehen.

Der Redner ging von Paul [1] Hörbigers Welteistheorie aus, die neuerdings auch von Milankowitsch gestützt wird. Der Einfluß der Planeten auf die Erde, der auch außerhalb von Ebbe und Flutwirkung ein Vielfaches ist, macht sich sogar vom Jupiter aus durch Feuchtigkeitsperioden in 11jährigem Rhythmus bemerkbar. Wegeners Kontinentalschollen-Theorie wird erwähnt und der Untergang ganzer Erdteile, wie Atlantis, in ursächlichen Zusammenhang gebracht.

Der Redner gibt einen Begriff von der Entstehung und Ringbildung von Monden, basierend auf dem Gesetz von der Spiralbahn aller Weltkörper und der Schleuderkraft, streift die Wellentheorie des Lichtes, erklärt die Entstehung von Hagelunwettern und ähnlichen plötzlichen kosmischen Störungen und erhärtet mit ausgezeichneten neuesten Aufnahmen die Lehre von der Eisoberfläche des Mondes, dessen letzte Bauperiode er die Eis-Staubperiode nennt.

Die Vorgänge auf dem Mond, wie das Aufbrechen der Eisschollen, das Einfrieren der herausquellenden Meeresflut und ähnlicher Vorgänge lassen sich mit den modernen Riesenfernrohren photographisch festhalten. Die deutlich sichtbaren zahlreichen kleinen Krater spricht man als Einschläge von Meteorketten an. Das wird durchaus wahrscheinlich bei der Erklärung, daß beispielsweise das Reichstagsgebäude, auf den Mond verlegt, deutlich sichtbar wäre.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag eines Autors mit dem Redaktions-Kürzel P.R. wurde ursprünglich unter dem Titel "Erdenschicksal, Mond und Sintflut" als Besprechung eines, nicht exakt zu datierenden, gleichnamigen Vortrags von Kurt Bilau (an der Berliner Urania) in der NS-Zeitschrift Völkischer Beobachter veröffentlicht (Berlin, 02.02.1934). Bei Atlantisforschung.de erscheint er als zeitgeschichtliches Dokument zu atlantologie-historischen Forschungszwecken in einer redaktionell bearbeiteten Online-Fassung nach der Fotokopie eines Zeitungsausschnitts aus dem Nachlass von Kurt Bilau.

  1. Anmerkung durch Atlantisforschung.de: Dem Redakteur des Völkischen Beobachter ist hier offenbar eine 'Freud´sche Fehlleistung' unterlaufen, da er Hanns Hörbiger in seinem Artikel mit dessen, damals bereits als Schauspieler bekannt gewordenen, Sohn Paul Hörbiger verwechselte. Mit der UFA konnte der braune "Schriftleiter" offenbar mehr anfangen als mit der WEL ...


Bild-Quelle

Wikimedia Commons, unter: File:Völkischer Beobachter front page Jan. 31 1933.jpg