Herodots Berichte

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Hermann Waldhausers Theorie zur Großen Pyramide - Teil 3


von unserem Gastautor Stefan Erdmann

Abb. 1 Der griechische Historiker Herodot (ca. 486 v.Chr - ca. 430 v. Chr.)

Wie ich bereits zu Beginn erwähnt habe, wird die These von einem Wasserkraftwerk, wie man es auch nennen könnte, für viele Leser neu und ungewöhnlich klingen. Interessanterweise gibt es aber bereits in den alten Berichten des griechischen Gelehrten Herodot eindeutige Hinweise, die ausdrücklich davon berichten, daß mittels eines unterirdischen Kanals Wasser in die Cheopspyramide eingeleitet worden ist.

Herodot berichtet zunächst über logistische Dinge: wieviel Menschen für den Bau erforderlich waren, Herstellung einer Baustraße, Transporttechnik, Bauzeit und so weiter. Zu den Vorarbeiten gehörte auch die Anlage der unterirdischen Kammern und Gänge sowie die Herstellung eines unterirdischen Kanals zum Nil, der sich direkt vor dem Sphinx erstreckte. Herodot berichtet ausdrücklich, daß Wasser in die Pyramide eingeleitet worden ist und daß sie wie eine Insel von Wasser umflossen gewesen sei.

Eine andere Version dieser Stelle besagt, daß die ganze Pyramide innen mit Wasser gefüllt gewesen sei. Die älteste Beschreibung des Pyramidenbaus enthält also einen eindeutigen Hinweis darauf, daß Wasser in die Große Pyramide geleitet wurde. Womit wir natürlich, neben den Berichten Herodots, unweigerlich auch an die arabischen Chronisten [1] erinnert werden, die auch von unterirdischen Kammern und Labyrinthen berichten.

Abb. 2 Auch die Berichte arabischer Autoren zeugen von intimen Kenntnissen der Großen Pyramide, die der Kalif Al Mamun im Jahre 823 angeblich öffnen und untersuchen ließ.

Nun sollte man davon ausgehen, daß ihnen die Überlieferungen Herodots vorlagen. Dennoch gibt es einen anderen Aspekt aus dem „Hitat“, der die These zusätzlich unterstreicht. Es ist der erwähnte „Brunnenschacht“ in der unterirdischen (unvollendeten) Kammer, der – wie wir heute wissen – tatsächlich existiert.

Von hier muß, nach Waldhauser, unterirdisch, in nördliche Richtung, ein unterirdischer Zulaufkanal existieren. Diesen Kanal hat man, meinen Informationsquellen zufolge, bereits vor einigen Jahren entdeckt. Bis Mitte 2004 fanden hier nachweislich Arbeiten statt, bevor man den Zugang wieder verschloß und mit Sand auffüllte. Auch hier wird Waldhausers These bestätigt.

Vergessen dürfen wir auch nicht die Entdeckung, die bereits zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts gemacht wurde. Wie bereits erwähnt, stieß man bei Grabungsarbeiten auf dem Gizeh-Plateau auf eine sagenhafte unterirdische Anlage, von zweiundzwanzig Metern Breite und etwa vierhundertfünfzig Metern Länge, mit mehreren Abzweigungen, welche die oberirdisch angelegten Gebäude miteinander verbinden. In dieser unterirdischen Anlage haben wir eine Reihe von Schächten mit einer Tiefe von mehr als achtunddreißig Metern und geräumige Kammern sowie Steingemächer freigelegt.

Aufgrund der Hinweise bei Herodot hatte Hermann Waldhauser die Pyramide persönlich untersucht. Er wollte herausfinden, ob der damalige Wasserdurchfluß heute noch nachweisbar sei. Waldhauser stieß bei seinen Untersuchungen sowohl auf das Vorhandensein von Wasserstandslinien als auch auf das Vorhandensein eines mineralischen Belages, der die Wände und Kammern unterhalb der Wasserstandslinien überzieht. Demnach muß die Große Pyramide über einen längeren Zeitraum mit Wasser gefüllt gewesen sein.


Fortsetzung: Die Pyramiden und ihr Pumpsystem


Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

  1. Red. Anmerkung: Gemeint sind hier vor allem der Historiker Ibn ʿAbd al-Hakam (ca. 803-871), Muhammad Al-Maqrīzī (1364-1442), der Verfasser des 'Hitat', und der in diesem Werk erwähnte Geschichtsschreiber Abd Al Rahim al Kaisi.

Bild-Quellen:

1) Jastrow (Marie-Lan Nguyen) bei Wikimedia Commons, unter: File:Herodotos Met 91.8.jpg
2) Webseite "Violations towards a new history" (nicht mehr online)