Säugetiere zur Zeit der Dinosaurier?

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Gewöhnlich wird aufgrund von Fossilfunden davon ausgegangen, daß sich die Säugetiere erst nach dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren in großem Umfang zu den heute bestehenden Ordnungen entwickeln konnten. Einige Spitzmaus-ähnliche Säugetiervorfahren lebten zwar bereits seit etwa 225 Millionen Jahren, sie sollen sich aber ganz im Schatten der übermächtigen Dinosaurier befunden haben.

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(Abb. 1 Genetische Studien legen nahe, daß moderne Säugetiere wesentlich früher existiert haben, als nach der Fossilüberlieferung (durchgezogenen Linien) zu erwarten ist (modifiziert nach Gibbons 1998).)

Nach einer groß angelegten Studie von Hedges & Kumar (1998) muß diese Auffassung in Frage gestellt werden. Hedges & Kumar verglichen Sequenzen von 658 Genen in 207 Tierarten. Dabei wird angenommen, daß der gemeinsame Vorfahre zweier Arten um so früher lebte, je mehr Sequenzunterschiede im Genom vorkommen. Um eine zeitliche Eichung zu ermöglichen, wurde als Fixpunkt die aus den Fossilien bekannte Trennung von säugerähnlichen und vogelähnlichen Reptilien vor 310 Millionen Jahren gewählt.

Aufgrund dieser Studien zeigt sich, daß die gemeinsamen Vorfahren der meisten heutigen Säugetierordnungen (Nagetiere, Carnivoren etc.) bereits zur Zeit der Dinosaurier gelebt haben müssen. Die molekulare Uhr datiert z.B. den gemeinsamen Vorfahren aller Beuteltiere in die Zeit des Jura auf etwa vor 173 Millionen Jahre (gegenüber 95 Millionen Jahren nach der Fossilüberlieferung), und den gemeinsamen Vorfahren von Primaten und baumbewohnenden Kleinsäugern in die Kreidezeit vor etwa 86 Millionen Jahren (gegenüber 64 Millionen Jahren nach der Fossilüberlieferung), die ersten Nagetiere und Carnivoren müßten demnach vor etwa 90 Millionen gelebt haben. Das bedeutet nicht unbedingt, daß neben Tyrannosaurus und Brontosaurus Löwen und Tiger herumliefen, aber zumindest ihnen ähnliche, vielleicht körperlich kleinere direkte Vorfahren aus denselben Taxa - wofür es aber keinerlei fossile Belege gibt. Eine ähnliche Diskrepanz molekularer und fossiler Daten ist auch bei den bedecktsamigen Blütenpflanzen bekannt.

Diese Studie bestätigt Ergebnisse früherer an geringeren Fallzahlen durchgeführten Untersuchungen und gilt als methodisch sehr vertrauenswürdig. Aufgrund dieser Daten muß evolutionstheoretisch eine systematische Unvollständigkeit der Fossilüberlieferung postuliert werden. [Hedges & Kumar (1998) A molecular timescale for vertebrate evolution. Nature 392, 917-920; Gibbons A (1998) Genes put mammals in age of dinosaurs. Science 280, 675-676 ]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von MB (Gesellschaft zur Erforschung außerirdischer Spuren e. V.) erschien zuerst online unter: http://www.gigapolis.com/geas/News/Archaeologie/Maerz98.htm (nicht mehr online)


Bild-Quelle

(1) http://www.gigapolis.com/geas/News/Archaeologie/Maerz98.htm (nicht mehr online)