Tapuya

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Abb. 1 Eine Frau aus dem Volk der Tapuya (Gemälde von Albert Eckhout, um 1641-1643)

(bb) Bei den Tapuya Amazoniens handelt es sich nicht um eine ethnisch homogene Gruppe, sondern um eine unbekannte Zahl von verschiedenen Stämmen, die ein großes Gebiet im Osten von Brasilien bewohnen. Der Name Tapuya stellt angeblich eine abgrenzende Bezeichnung dar, die ihnen von ihren Nachbarn, den so genannten "Ges-Völkern" [1], verliehen wurde, und soll schlicht und einfach: "Fremde" bedeuten.

Auch wenn die Tapuya sich kulturell an ihre Nachbarn angeglichen zu haben scheinen - so haben viele von ihnen den bei zahlreichen amazonischen Stämmen üblichen Brauch übernommen, ihre Unterlippe mit Hilfe von 'Lippenpflöcken' stark zu vergrößern - unterscheiden sie sich mehr oder weniger signifikant von ihnen, und leben offenbar schon länger in diesem Gebiet als alle anderen Völkerschaften.

Die Gesellschaften der Tapuya, mit denen europäischstämmige Exploratoren und Kautschuksammler in Kontakt kamen, erscheinen kaum strukturiert, aber es ist auch nur wenig über sie bekannt. So sollen sie monogam leben und mit Pfeil und Bogen geschickte Jäger sein. Außerdem stellen die Tapuya polierte Steinäxte her und betreiben Korbflechterei. Allerdings scheint es sowohl physiognomische als auch kulturelle Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppierungen der Tapuya gegeben zu haben.

Abb. 2 Tapuya-Frau nach Caspar Schmalkalden (ca. 1618 - ca. 1668)

Der niederländische Künstler Albert Eckhout (*1607, †1665/66), stellte sie z.B. während einer Brasilien-Expedition (1637-1644), an der er teilnahm, als primitive Kannibalen dar. (Abb. 1) Der britische Forschungsreisende und Atlantologe Colonel Percy Harrison Fawcett (*1867, †1925?) der in den Tapuya späte Nachfahren der Alten Atlanter sah, hob dagegen ihren vergleichsweise hohen Entwicklungsstand hervor: "Die Tapuya sind hellhäutig wie Engländer. Sie haben kleine und zierliche Hände und Füße. Man findet sie im Osten Brasiliens. Ihre Gestalt ist von großer Schönheit und sie haben weißes, goldenes und rotbraunes Haar. Ihre Kenntnisse in der Bearbeitung von Gold und dem Schneiden von Gemmen sind auf einem hohen Standard. Sie trugen Diamanten und Jade-Ornamente." [2]

Aus alternativ-historischem Blickwinkel erscheinen jedenfalls Überlegungen statthaft, ob möglicherweise eine direkte Verwandtschaft der Tapuya und anderer 'Weißer Indianer' Amazoniens mit den ebenfalls hellhäutigen Chachapoya des Andengebiets besteht. [3]


Anmerkungen und Quellen

Verwendetes Material:

msn / encarta, Stichwort: Tapuya, unter: http://encarta.msn.com/encyclopedia_761573820/tapuya.html (Englisch) --- sowie unter: http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761573820/Tapuya.html (Deutsch) - BEIDE NICHT MEHR ONLINE

Susan C. Millar, In Search of Manoa - Colonel Percy Fawcett, online unter http://www.stangrist.com/Fawcett.htm

Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 757. --- Nach: Zeno.org, Stichwort: Gesvölker, unter: http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Gesv%C3%B6lker

Fußnoten:

  1. Anmerkung: "Gesvölker, große Gruppe von Indianerstämmen im östlichen Brasilien, so genannt nach der vielen Stammnamen angehängten Silbe »ges«. [...] Zu den Gesvölkern gehören die Botokuden (s.d.), die Kayapó im Quellgebiete des Araguaya und Schingu, die Akua oder Cherentes am obern, die Apinages am untern Tokantins, die Suyá u. a. am mittlern Schingu, die Kamés, Kaingang u. Sokleng Südbrasiliens. Sie schlafen zumeist auf der Erde statt in Hängematten und tragen vielfach Lippenpflöcke. Ihre Pfeile zeichnen sich durch lange, mit Reihen von Widerhaken versehene Holzspitzen aus." Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 757. --- Nach: Zeno.org, Stichwort: Gesvölker
  2. Quelle: Susan C. Millar, "In Search of Manoa - Colonel Percy Fawcett", online unter http://www.stangrist.com/Fawcett.htm
  3. Siehe dazu auch: o.A., "Ancient city discovered deep in Amazonian rainforest linked to the legendary white-skinned Cloud People of Peru", 4. Dezember 2008, bei Mail Online (abgerufen: 16. Juli 2019)

Bild-Quellen:

1) Tom Lubbock, Great Works: A Tapuya Woman (1641-43), Albert Eckhout - National Museum, Copenhagen, Denmark (THE INDEPENDENT - ART)
2) Steffen Löwe Gera bei Wikimedia Commons, unter: File:CasparSchmalkalden Tapuya Woman.jpg. Originaltext auf der Abbildung:

Tapoyarisch Weib.
Wir wißen nichts von geld, von Sammet oder Seiden,
Mit einem busch von laub, wir Unsern leib bekleiden,
Der Waldt giebt schöne Frucht viel wildpreth jung und alt
das waßer Fisch die meng, Zu Unserm unterhalt.