Traurige Nachrichten aus Sachsen-Anhalt
Presseinformation ABORA-Projekt - 22. Oktober 2021 - www.abora.eu
Kontakt: Dr. rer. nat. Dominique Görlitz; +49 163 511 57 66 oder dominique.goerlitz*at*t-online.de (bitte "*at*" durch *@* ersetzen, oder, sofern auf Ihrem System möglich, einfach den Link anklicken)
(dg) Nach schwerer Erkrankung unterlag diese Woche mein Freund, Wissenschaftskollege und Unternehmer Prof. Dr. Karl-Hermann Steinberg im stolzen Alter von 80 Jahren seinem Krebsleiden. Mit Prof. Steinberg verliere ich einen engen Mitstreiter und Wissenschaftler in Sachen Klimaforschung und anthropogen verursachtem Klimawandel.
Karl-Hermann Steinberg war nicht nur ein unternehmerischer Pionier in Sachen Grünalgen-forschung in Deutschland. Er war auch der letzte Umweltminister in der DDR in der ersten freien Regierung unter Regierungschef Modrow. Zu einer seiner wichtigsten Leistungen zählte die Rettung des Chemiestandorts Leuna nahe Merseburg. Sein außergewöhnliches Wissen in Sachen Photosynthese und vom Menschen verursachten CO2-Anstieg führte uns schon vor Jahren zusammen. So war Prof. Steinberg einer der Top-Redner in meiner letzten ABORA-Konferenz in Lennestadt 2020. Dort präsentierten wir gemeinsam unsere Befunde zu Pro und Contra der deutschen Energiewende.
Während ich durch meine Studien über die Machbarkeit von transozeanischen Fernhandelsreisen zur Klimageschichte kam, bewegte Prof. Steinberg das gleiche Thema von der Seite der Photosynthese und Algennutzung. Mit völlig unterschiedlichen Forschungsansätzen kamen wir beide unabhängig voneinander zu den gleichen Schlussfolgerungen:
1. Ja, es gibt einen Menschen gemachten Anstieg des CO2
2. Ja, dieser Anstieg beeinflusst in gewisser Weise auch den Temperaturhaushalt der Erde
3. Aber nur zu einem ganz geringfügigen Teil mit etwa 3 % im globalen Treibhauseffekt
Es war der ideologiefreie und erkenntnisoffene Ansatz von Prof. Steinberg, der mich so begeisterte. Dieser war gepaart mit einem hohen Verständnis für Mathematik und Physik, um die Effekte naturwissenschaftlich zu quantifizieren. Uns beide verbanden diese Erkenntnisse, dass die größte Gefahr für unsere moderne Zivilisation mit Sicherheit nicht im vom Menschen ausgelösten Temperaturanstieg (Theorie) liegt, sondern im Raubbau an den Naturressourcen und in der ungebremsten Zerstörung natürlicher Lebensräume. Diese beiden Faktoren führen gegenwärtig zu einem Artensterben, wie es die Welt seit Jahrmillionen nicht gesehen hat. Biologen bezeichnen diese Zerstörung als das "sechste große Artensterben" der Erdgeschichte!
Gemeinsam wollten Prof. Steinberg und ich in seiner Heimat Merseburg noch einige Projekte anschieben, um eine Brücke zwischen Klimaforschung und Umweltschutz aufzubauen. Leider wird es so nicht mehr dazu kommen. Das ist bedauerlich, weil gerade in diesen Tagen wichtige Weichen in Sachen Klima- und Umweltschutz zu stellen wären, ohne dabei unsere eigene Industrie durch einseitig überzogene Forderungen in den Ruin zu treiben. Der Politiker Prof. Karl-Hermann hätte als Unternehmer sicherlich noch viel zu sagen gehabt, wenn es darum geht, den Umbau unserer Energie- und Industrielandschaft auf die Herausforderungen der nächsten 10 Jahre vorzubereiten.
Ich werde versuchen, den gemeinsam mit ihm eingeschlagenen Weg partiell weiterzugehen und mein Teil zur Aufklärung beizutragen, der Bevölkerung die Ursachen und Wirkungen für Wetterphänomene und Klimatendenzen vor Augen zu führen. Mit großer Trauer und Anteilnahme für seine Familie nahm ich gestern den Tod von Prof. Steinberg zur Kenntnis.
Prof. Steinberg erläutert, dass es zwischen dem Anstieg des CO2 und der Temperatur auf der Erde keine Kausalität geben muss. Seine Vorträge waren immer rhetorisch hervorragend präsentiert und didaktisch sehr gut aufgearbeitet. *
Prof. Steinberg explains that there need be no causality between the rise in CO2 and the temperature on earth. His lectures were always presented excellently in terms of rhetoric and didactically very well.Referentendiskussion mit dem Publikum auf dem ABORA Science-Kongress 2020 in Lennestadt. Die Gäste konnten in einen engen Wissensaustausch mit allen Referenten gehen. Der dritte Kollege war Frank-Marko Günzel. *
Speaker discussion with the audience at the ABORA Science Congress 2020 in Lennestadt. The guests were able to enter into a close exchange of knowledge with all speakers. The third colleague was Frank-Marko Günzel.Wissenschaft und eine guter Erfahrungsaustausch basiert immer auch auf einer soliden Freundschaft. Wenngleich wir nicht alle Aspekte der gegenwärtigen Klimaerwärmung vollständig teilten, verbanden uns viele gemeinsame Ansichten über die Vielschichtigkeit und Komplexität von Wettererscheinungen in unserer Atmosphäre. *
Science and a good exchange of various experiences are always based on a solid friendship. Although we did not fully share all aspects of current global warming, we shared many common views about the diversity and complexity of weather phenomena in our atmosphere.
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Sad news from Saxony-Anhalt
After a serious illness, my friend, scientific colleague and entrepreneur Prof. Dr. Karl-Hermann Steinberg suffered from cancer at the proud age of 80. With Prof. Steinberg I am losing a close colleague and scientist in matters of climate research and anthropologically caused climate change.
Karl-Hermann Steinberg was not only an entrepreneurial pioneer in the field of green algae research in Germany. He was also the last environment minister in the GDR in the first free government under Prime Minister Modrow. One of his most important achievements was the rescue of the Leuna chemical site near Merseburg. His extraordinary knowledge of photosynthesis and man-made increases in CO2 brought us together years ago. Prof. Steinberg was one of the top speakers at my last ABORA conference in Lennestadt in 2020. There we presented our findings on the pros and cons of the German energy transition.
While I came to climate history through my studies on the feasibility of transoceanic long-distance trade trips, Prof. Steinberg moved the same topic from the side of photosynthesis and algae use. Using completely different research approaches, we both independently came to the same conclusions:
1. Yes, there is a man-made increase in CO2
2. Yes, this increase also influences the temperature balance of the earth to a certain extent
3. But only to a very small extent with around 3% in the global greenhouse effect
It was the ideology-free and open-minded approach of Prof. Steinberg that excited me so much. This was paired with a high understanding of mathematics and physics in order to quantify the effects scientifically. We both shared these findings that the greatest danger to our modern civilization certainly does not lie in the rise in temperature caused by humans (theory), but in the overexploitation of natural resources and the unchecked destruction of natural habitats. These two factors are currently causing extinction in a way the world has not seen for millions of years. Biologists refer to this destruction as the "sixth great extinction of species" in the history of the earth!
Together, Prof. Steinberg and I wanted to push a few more projects in his home town of Merseburg in order to build a bridge between climate research and environmental protection. Unfortunately it won't come to that anymore. This is regrettable, because in these days important steps would have to be taken in matters of climate and environmental protection without ruining our own industry with unilaterally exaggerated demands. As an entrepreneur, the politician Prof. Karl-Hermann would certainly have had a lot to say when it comes to preparing the restructuring of our energy and industrial landscape for the challenges of the next 10 years. I will try to partially continue on the path I have chosen together with him and do my part to educate the population about the causes and effects of weather phenomena and climate trends. It was with great sadness and sympathy for his family that I noted the death of Prof. Steinberg yesterday.