Völkerkundliche Aspekte von dreieckigen Segeln im Altertum
(dg) Nächste Woche findet das letzte diesjährige Segelcamp in Sassnitz statt. Dazu reisen eigens der Geschäftsführer unserer Segelmacherei „Tuchwerkstatt Greifswald“ Herr Sebastian Hentschel und ein Team von Nuoviso TV an, um bei den nächsten Experimenten mit unserer prädynastischen Takelage dabei zu sein.
Dafür studieren wir gerade alte Segelkulturen mit ihren heute noch benutzten Takelagen, die einen dreieckigen Segelschnitt aufweisen. Diese Studien helfen uns vielleicht für die anstehenden Experimente auf der Ostsee, in denen wir uns für den besten Schnitt für unser neues Segel abstimmen werden. Der Kompromiss zwischen vorzeitlichen Felsbild und tatsächlicher bautechnischer Umsetzung ist nicht immer so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.
In Südostasien werden heute noch Auslegerkanus mit dreieckigen Segeln verwendet. Viele diese Takelagen ähneln den prädynastischen Felsbildern frappierend. Aus diesem Grund studieren Sebastian und ich solche betakelten „Proas“. Proas sind verschiedene Arten von Auslegersegelbooten der austronesischen Völker, die sich regional jedoch erheblich unterscheiden können.
Proas werden traditionell mit der Krebsscheren-Segel geriggt. Die moderne Proa existiert in einer Vielzahl von Formen, vom traditionellen Archetypus bis hin zu High-Tech-Interpretationen, die speziell für das Brechen von Geschwindigkeitsrekorden entwickelt wurden. Aus diesem Grund können wir von diesen archäischen Segeln eine Menge lernen und Rückschlüsse auf die frühgeschichtlichen Dreieck-Quersegel ziehen, die bereits im 4. Jts. v. Chr. Verwendung fanden. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk auf der Gegenwind-Segelfähigkeit, die beim ersten Test im August in Sassnitz zu so erstaunlichen Resultaten führte.
Zum Vergleich ein vorägyptisches Dreieck-Quersegel und unsere bautechnische Interpretation beim ersten Experiment auf der Ostsee im August 2021. * For comparison, a pre-Egyptian triangular transverse sail and our structural interpretation during the first experiment on the Baltic Sea in August 2021.
Ethnological aspects of triangular sails in ancient times
This year's last sailing camp will take place next week in Sassnitz. For this purpose, the managing director of our sailmaker's "Tuchwerkstatt Greifswald", Mr. Sebastian Hentschel and a team from Nuoviso TV travel to attend the next experiments with our predynastic rigging.
We are currently studying old sailing cultures with their rigging, which is still used today and which has a triangular sail section. These studies may help us for the upcoming experiments on the Baltic Sea, in which we want to vote on the best cut for our new sail. The compromise between ancient rock art and actual structural implementation is not always as easy as it seems at first glance.
Outrigger canoes with triangular sails are still used in Southeast Asia today. Many of these rigging are strikingly similar to the predynastic rock art. For this reason, Sebastian and I study such rigged “Proas”. Proas are different types of outrigger sailboats of the Austronesian peoples, but they can differ considerably from one region to another.
Proas are traditionally rigged with crab claw sails. Modern Proa exists in a variety of forms, from the traditional archetype to high-tech interpretations specifically designed for breaking speed records. For this reason we can learn a lot from these archaic sails and draw conclusions about the prehistoric triangular transverse sails that were already built in the 4th millennium B.C. Our main focus is on the headwind sailing ability, which led to such astonishing results in the first test in Sassnitz in August.