Vineta - Das Atlantis des Nordens (Rezension)

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von unserem Gastautor Frank Grondkowski

Abb. 1 Ingrid und P. Werner Lange, "Vineta - Atlantis des Nordens", Leipzig (Urania Verlag), 1988, 199 Seiten

Manche Bücher sind es allemal wert, auch noch dann besprochen zu werden, wenn sie längst nur noch antiquarisch zu erhalten sind. "Vineta - Atlantis des Nordens (Abb. 1) von Ingrid und P. Werner Lange, 1988 erschienen, ist eines davon.

Irgendwo an der Ostsee soll der Sage nach Vineta gelegen haben. Das Autoren-Team zitiert die entsprechenden Chronisten, präsentiert verschiedene Ortsbesichtigungen und beschreibt den chronologischen Werdegang unserer Ahnen.

Das dem Autor P. Werner Lange nachgesagte „hohe literarische Niveau“ seiner Sachbücher, kann ich bestätigen. Da das Thema Vineta auf Sagen und Überlieferungen basiert, ist es recht schwer, Fakten und Greifbares zu liefern. Interpretationen von solchen Sagen, welche sich auf die Vergangenheit beziehen, sind kaum angreifbar und man kommt als Autor eher selten in Konflikte. So wird die Besiedlung des Ostseeraums im Zeitalter der Christianisierung zur Basis des Buches.

Die Geschichte der sagenumwobenen Stadt Vineta rückt durch die umfangreiche Bevölkerungsgeschichte fast in den Hintergrund. Entsprechend datierte Funde werden zu Spekulationsobjekten. Die maßgebliche Frage lautet: Stammen diese Artefakte aus der untergegangenen Stadt, sind es die Überreste alter Slawenburgen oder nur die Reste jüngerer Ortschaften? Die Autoren stellen Vergleiche zwischen Vineta, Tyros und Atlantis her, wobei man in den einzelnen Erzählungen, durchaus Ähnlichkeiten erkennen kann.

Am Ende der Publikation findet man entsprechende Erläuterungen, die ein 'Einlesen' erleichtern. Farbabbildungen, Zeichnungen und überlieferte Texte werten das Buch auf und wurden unterstützend zum Text platziert. Abschließend möchte ich von Seite 181 zitieren. Was der Archäologe Aleksandr Mongait schon 1985 schrieb, hat heute mehr Gültigkeit denn je!

Eigentlich möchten auch die Archäologen, wie alle anderen Menschen, sowohl an den Schneemenschen als auch an die Sendboten von anderen Planeten glauben, die unsere Erde aufgesucht haben. Die berufsmäßige Angewohnheit, die Phantasie auf streng wissenschaftliche Annahmen zu beschränken, veranlasst sie, eine ganze Arbeit verlockender Annahmen zurückzuweisen. Einfach aus dem Grunde, weil wir über eine geschlossene Konzeption der Entwicklungsgeschichte des Menschen verfügen. Das bedeutet nicht, dass sie unerschütterlich ist. Sie könnte durch Tatsachen zerstört oder verändert werden, durch neue Tatsachen aber nicht durch Vermutungen."

So wird das Auffinden des tatsächlichen Standorts von Vineta wohl noch dauern, obwohl dieses Buch bei der Suche helfen könnte. Und sollte Vineta nicht für real befunden werden, habe ich während der Lektüre neue Erkenntnisse, interessante Ansatzpunkte sowie eine persönliche Wissenserweiterung erfahren und kann es aus diesem Grund an Interessierte weiter empfehlen.


Aktueller Hinweis

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Kürzlich erschienen ... ist ein umfangreicher Artikel mit dem Titel "Sagenhaftes Vineta - Atlantis des Nordens?" von Frank Grondkowski in der aktuellen Ausgabe von Q´PHAZE - Realität anders! (Ausg. 4/2014 , Nr. 36) (Abb. 2).

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Abb. 3 Die wichtigsten Orte, wo das sagenhafte Vineta gelegen haben könnte, im Überblick.

Für diesen Beitrag hat Frank Grondkowski an einigen der wichtigsten Orte recherchiert, an welchen das sagenhafte Vineta heute von Forschern vermutet wird. (Abb. 3) Der bekannte Grenzwissenschafts-Autor informiert ausführlich und kompetent über diese verschollene - und später 'verteufelte' - letzte multireligiöse- sowie -kulturelle Metropole im Norden Mitteleuropas, die vermutlich vom 8. Jahrhundert nach der Zeitenwende bis zur brutalen Zwangschristianisierung Pommerns existierte - und offenbar einer gewaltigen Naturkatastrophe zum Opfer fiel.


Anmerkungen und Quellen

Bild-Quellen:

1) Bild-Archiv Frank Grondkowski (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Roth Verlag / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
3) Saxo bei Wikimedia Commons, unter: File:Vinetakarte.jpg